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Bericht von der IARF Konferenz in Mezedonien

„Nachdem die beiden jungen Mazedonierinnen in den Bus eingestiegen waren (und der ehemalige Chauffeur keinen Platz mehr fand), baten wir den Chauffeur die Begleitmusik abzustellen – und die Mazedonierinnen ihre heimischen Lieder zu singen: was sie auch taten. Plötzlich sang Arben mit – und strahlte immer mehr. Seine sichtlich schlechte Laune hatte sich in Luft aufgelöst.
Liebe Verena

Vielen Dank für Deine aufschlussreiche Reportage zur IARF-Konferenz in Mazedonien; Gut zu vernehmen, dass das Treffen so vielfältig aufschlussreich verlief, das Du aktiv ins Geschehen einzugreifen wusstest. Das Bild, das wir uns vom Balkan zimmerten, mag gewonnen haben, und einverstanden, Geschichten haben Vorgeschichte und diese wieder Vorgeschichten bis zu Anfängen, die wieder ihre Anfänge haben, und Hanslis Mutter sagt deshalb zu ihrem Söhnchen: Mach keine Geschichten (nach Peter Bichsel)?

Herzlich,  Jean-Claude
Die IARF-EUROPE- Tagung war super!
Auch die Pre-conference-Tour war ein Erlebnis, lehrreich!

Nur, in Klammern: (am Mittwoch, Tag 2 der Regional Conference 2016 in Tetovo, Mazedonien, hielt ich die Morning Devotion zusammen mit Pfr. Alpar Barta von Transsilvanien)

Klar, es war für die Bektashi, eine Sufi-Gruppe, ein wichtiger Schritt zu ihrer weiteren Anerkennung in Mazedonien und Albanien. Aber die IARF hat gut daran getan, sie seit vielen Jahren moralisch zu unterstützen, denn :
– die Bektashi gibt es seit 800 Jahren (solange wie wir als Schweizer existieren)
– sie wurden überall verfolgt und oft getötet, ihre Tekke (Heiligtümer, Versammlungshäuser) zerstört oder zweckentfremdet
– als muslimische Sekte sind sie nicht anerkannt, weder vom Islam noch von monotheistischen Religionen
– sie sind sehr offen und tolerant, jeder ist bei ihnen willkommen
– es gibt Bektashi-Gruppierungen nicht nur in Kleinasien, sondern auch in
Amerika und Australien
– im 2010 traf der Bektashi-Leiter Baba Edmond Brahim in Indien den Dalai Lama und im Mai dieses Jahres den Papst anlässlich dessen Besuchs von Albanien.

Die Konferenz selber hat noch Optimierungspotential. So gab es Vorträge, Vorträge – und nur kurze Zeit für Fragen, geschweige denn Diskussionen. Z. B. Dr. Ilona Szent. Ivanyi als Soziologin brachte viele Tabellen zu Antworten auf Fragen zu Konfliktprävention und Religion. Wichtig war grosso modo: die Geschichte kennen, denn jeder Konflikt hat eine lange Vorgeschichte. Im Publikum ging herum: Protekzia“ verhindert in jedem Land die Demokratie. Aber das durfte kein Referent offen sagen, denn immer war das Fernsehen dabei. Ganz praktisch erlebten wir das beim Grenzübergang nach Albanien. Arben, und nicht der Chauffeur, sprach mit den Grenzwächtern. Zweimal kehrte er in den Bus zurück und holte Geld aus seinem Tresor.

Wir hatten auch einen kleinen Konflikt in unserem Bus. Ein TN hatte zwei Mazedonierinnen für eine kurze Strecke in unseren Bus eingeladen. Die hatten allen ein Stück Melone geschenkt, geschnitten mithilfe des Messers des TN. Aber nun stand Arben mit dem Chauffeur unserer früheren Strecke da, der keinen Platz mehr hatte und ebenfalls eine kurze Strecke nach seinem Zuhause mitfahren wollte. Arben machte deutlich, dass er gesagt habe, dass Kontakte mit Einheimischen mit seiner Rücksprache möglich seien – aber nun sei es passiert, er bügle das selber mit dem Chauffeur aus.

Wir lernten auch Arbens Familie kennen, seine Frau und fünf Kinder. Die Älteste ist mit einem sehr ernsthaften (radikalen?) reichen Moslem verheiratet, der zweitälteste war in der Jugendgruppe, die unsere Konferenz hilfreich begleitete, und die anderen durften am Schluss uns allen eine mazedonische Süssigkeit überreichen (so lernen sie von klein auf das Beschenken , eine Tugend der Bektashi.) Prof. Fernando Enns konnte aus seiner prakt. Erfahrung viele Konfliktlösungen präsentieren.

Prof. Arben Sulejmani, der auch die pre-Conference-Tour leitete, sprach über die Philosophie u n d die Praxis der Bektashi. Sein Buch „a light of guidance“ erhielt ich noch vor der Tagung von Lucie Meijer, IARF-Verantwortliche, zugeschickt.

Es gab 3 Workshops gleichzeitig, einen konnte ich besuchen: Interfaith board game. Es gab Karten mit Fragen, Figuren mit denen man vorwärts kam und jeder TN verkörperte eine spez. Ausprägung einer Religion (nicht die seine). So kam die Gruppe in rege Diskussionen. Nur schon das sich Hineinversetzen ganz prakt. In eine andere Religion liesse sich ohne die Karten auch üben: jedenfalls haben sich as alle Teilnehmenden vorgenommen.

Nicht nur die Konferenz war ein Erlebnis – auch das Kennenlernen der TN. Ich habe seither einige neue E-Mail-Kontakte.

Mit herzlichen Grüssen

Verena Burkolter“

Danke Verena für diesen Beitrag aus Makedonia, wozu ich dich eigentlich „verdonnert“ habe. Es ist der erste Beitrag im Internet – weltweit! Auf Facebook sind mal 4 (vier) Beiträge eingestellt, aber im Grunde genommen nur die Einladung. Und IARF, eine Weltorganisation, die im Menschenrechtsrat an der UN in Genf vertreten ist, schafft es doch über den letzten Weltkongress anno 2014 in Birmingham zu informieren. Die sind sogut organisiert, dass sie nicht mal mit Youtube arbeiten, also, den Film mit dem vermutlich japanischen Tanz kann ich nicht einbinden. Irgendwie ist japanisch für mich im Zusammenhang mit IARF schon bald ein Schimpfwort.

Darf ich für die nächste Vorstandsitzung wieder mal eine Grundsatzdiskussion über IARF anregen, ob sich diese aus dem Ferienlager-Club zu dem erinnert, wozu unser Verein einmal mitgeholfen hat, sie mitzugründen: Zu einer wirkungsvollen internationalen Vereinigung, die Religonen verbindet. Ja, die haben sonst ein Böses Alter und wir sollten nicht wie Angsthasen , sondern wie der Vater von Nils Balz, wie ein Stiller Has, ganz ganz laut und selbstbewusst in die Welt posaunen. Und zwar schneller, als die Abbreviation IARF – In All Really Lousy – die Runde macht.

 

Adieu Genève

Unsere Genfer Sektion hat die Auflösung beschlossen – ein Mail von Jean-Claude Cantieni.

„Liebe Freunde
Unser welsches Vorstandsmitglied André Arn benachrichtigt, dass seine Genfer Sektion, deren Präsident er ist,  an einer ausserordentlichen Generalkonferenz vom 23. August a.c. beschloss, sich aufzulösen. Fr. 25’000.—  seien aus dem Vermögen derUnion libéral pour le protestantisme libref.CH zugesprochen. Die ‚Kapitulation‘ bedrückt,  weil Rückschlüsse auf unser eignes Engagement  nächste sind,  und doch bleibt Bonhoeffers zu gedenken: Widerstand und Ergebung, eine protestantische Tugend.
Wir selber haben uns mutmasslich vorzuhalten, dass wir zu isoliert, um nicht zu sagen, elitär,  uns von den Menschen entfernt haben. Ein Artikel im aktuellen ‚Liberté et ‚Evangile‘  moniert, die Zeit sei vorbei, eine Elite zu dopen, wie das in restaurativen katholischen Kreisen exponentiell geschieht, und angesagt sei, die Menschen aufzuwühlen (secouer, durchschütteln, protestieren, kritisieren).  In unsrer Churer Sektion sprechen wir so davon, die Fünfhundertjahrfeier der Reformation ‚in Stein zu meisseln‘, indem wir Jung und Alt zusammenrufen, um eine daraus zufällige Gruppe mit Meisseln auszustatten, die einen Gedenkstein gestaltet, der ins Erdreich des Comanderkirchenareals einzufügen sein wird. Ein zweiter Zwingli, wie er sich auf sein Schwert vor der Wasserkirche in Zürich stützt, solls kaum werden. Gefragt ist nach dem ‚Imago‘ des Reformators, der als Comander auch comander in chief war. Die alten Griechen zeichneten ihre Verstorbnen als ‚Eidolon‘, daraus unser Wort Idee herrührt.
Das Wortspiel zwischen hunter französich und englisch (to) hunter, das sich verwandt ausspricht, mag für einmal dank der Wichtigkeit der Sache gestattet sein;  Die – negative – Klimax der protestantischen Kirche (nicht des Protestantismus), die sich in unserer Generation auf eine bald zu kleine Minderheit unter lauter Minderheiten als ehemalige Mehrheitskonfession zurückgeworfen sieht, und uns deshalb irritiert (frzs. hanter),  und englisch hunter (for) will dahin verstanden sein, dass ein laues ‚laisser faire‘  es zu meistern gilt (welsche Tageszeitung Le Temps, 23. Juni 2015, , http://letemps.ch/suisse/2015/06/19 inexorable-declin eglise-protestante). Wir Leute zählen, was der Déclin’ zu sagen hat, und was wir trachten, mit unserer Laien-Steinmetzarbeit zur Reformationsfeier in Chur hervorzuheben, so die Initiative durchschlägt, was, aufs Lokale herunter gebrochen, als Monieren, Protestieren der Leute verstanden sein will, indem Kirchenrat der Stadt und Kantonskirche sich hartnäckig destruktiv befehden;  Zusammenhören von hanter und hunter ist dekonstruktivistisch angesagt. W i r  sind die Schärfe des Salzes, das seine vorrangige Rolle unter den Menschen im Würzen des täglichen Mahls hat.  Unsere Gründerväter haben den Menschen das freie Bekenntnis delegiert, es vom Gedanken des Rechtfertigens in einem Reizklima des Rechthabenmüssens in der Kichenobrigkeit, des Legalisierens, der Norm befreit, welche der Kirche einst vorbehalten war.  Ob diese Freiheit bei uns im Zeitalter der political bzw. religious correctness  angekommen ist, mit welcher wir Eigenverantwortlichkeit weiteres  – bis auf die Geheimdienste – delegieren?
Die Kanzel, von welcher herab das Wort Gottes erklärt wird,  gehet aufs lateinische cancellare  zurück. Der Cancellarius ist der Türsteher, der sortiert, wer in die Räume hinter den Cancellae, Gittern  einzugehn hat. Ist nicht selbst die Kanzel, eine Art Muschel, die einem geschützten Schallraume gleicht,  eher eine Art (Geheim-) Loge denn ein speakerscorner? Quod licet Iovi, noch licet bovi, höre ich Terenz raunen;  Was sich für einen Gott Jupiter geziemt, gebührt sich noch nicht für einen Ochsen, und doch Ver-Stehn wir diejenigen, welche ein Kirchenamt anvertraut ist, und uns selber alle als auf einer Türschwelle vor einer als religiösen, absolut freien vertikalen und horizontalen Freiheit (schon auf Erden ein taugliches Werkzeug Gottes zu sein, wie ich aus einem letzten Weihnachtsbriefe eines einheimischen Ingenieurs, Richard La Nicca, welcher u.a. auch die erste Juragewässerkorrektion durchführte, zitiere).
Herzlich,
Jean-Claude“

Menschenrechte im 2016

Berm – nicht meine Heimat- und die schönste aller Städte – Berm. Schon einmal gehört. Niemandsland und zehntausende Flüchtlinge sind dort und niemand darf ihnen helfen.

Kein geläufiges Wort und vor allem keine Ortschaft. Die Berme ist ein Wall, eine militärische Aufschüttung zur Abwehr des Feindes. Genau genommen, dort wo der Weg entlang des Dammes ist. Der marokkanische Barm ist vermutlich der bekannteste – gute 2500 km lang – mitten durch die Wüste. Oft vermint. Trocken, heiss, staubig, windig, in der Nacht kalt und gefährlich. Das haben in Gebrauch stehende militärische Einrichtungen meist so an sich.

Der ganz oben verlinkte Beitrag stammt vom Infosperber und behandelt den Wall zwischen Jordanien und Syrien. Syrien im Krieg und Jordanien mit den USA liiert und lassen keinen durch. Wo sind da die Menschenrechte geblieben.

In vier Monaten haben wir den 10. Dezember 2016 hinter uns. Der Menschenrechtstag. Genau genommen 116 Tage. Ein Thema ist bei der UNO noch keines zu finden. Wie sieht es bei Wikipedia aus – Tag der Menschenrechte? Auch 2015 fehlt. Englisch – ein kleiner Satz: „Our Rights, Our Freedoms, Always.“ Always – immer, stetig und sie stehen nicht all the way (voll) dahinter. As always (wie immer)!

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Das ist nicht die Wüste, das ist die Decke des Saals wo die Menschenrechte an der UN in Genf behandelt werden …

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was sollen wir hier unternehmen, wenn nicht einmal die gesamte UN es schafft, Remedur auszuüben. Hier mein Sitz-Nachbar und Kollege, Prof. em.  André Arn bei den Menschenrechts-Verhandlungen.

Da ein Bild aus dem grossen Plenarsaal für Rock Fossils Werbung machend. Hoffentlich erleiden die Leute am Berm nicht ein gleiches Schicksal, wie diejenigen, die in Bern ausgestellt wurden. Geschichte wird eher im 200 Meter entfernten Historischen Museum nachgestellt. Dazwischen liegt das Schützenmuseum. Genau gegenüber hatte ich für drei Jahre mein Büro mit Ausblick auf den Museumseingang. Ich glaube, ich war schon in viel mehr als 100 Museen, aber das Schützenmuseum gehört eindeutig nicht dazu.

Dass ich auch zu den Schützen (und erst noch sehr guten) gehörte, ist im Beitrag „Blitzlehrgang für Zeitungsleser“ zu ahnen. Sinngemäss können sie hier das Wort Aktie durch Menschenrecht, Leben, Rettung oder ähnliche ersetzen und der Beitrag wird wieder hoch aktuell. Viel Spass wäre total falsch am Platz.

„links oder rechts?“ – BGE zum dritten und …

… zum letzten mal habe ich die rechte Limmatseite zur Sprache  kommen lassen und nun ist die linke Seite dran. Und das eher Philosophische über das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) steht im ersten Beitrag – liberal in der Mitte.

Links und rechts ist hier örtlich gemeint – immer in Flussrichtung betrachtet. Ganz schön im fluss ist Das Magazin zu diesem Thema. Ab der aktuellen Ausgabe auch als e-Paper erhältlich.

Das letzte mal kam auch Zwingli zu Wort und am Magazin ist auf der gleichen Seite zu lesen:

Zukunftsdialog

Eine öffentliche Debatte zum bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) im Chor des Grossmünster. Einige Aussagen, einige Textbruchstücke.

Zum BGE und zum Programm verweisen wir auf den letzten Beitrag.

Sigrist und Peter

Die Moderatoren, die Pfarrer Christoph Sigrist (Grossmünster) und Res Peter (Neumünster) konnten etwas über 100 Personen begrüssen. Rund ein Dutzend war als „unter 50-jährig“ zu taxieren, diejenigen, die sich vermutlich einmal mit den Auswirkungen des BGE befassen müssen oder dürfen.

Muschg

Atsuko Muschg zusammen mit ihrem Ehemann Adolf Muschg, der sich sichtlich freut, im Grossmünster eine Reformation auszurufen, mit dem Rücken zur Kanzel, wie er betont. „Seine Tochter, Mutter eines Kleinkindes werde für ihre Leistung, die sie erbringt, nicht bezahlt. Millisekunden, das ist der heutige Arbeitstakt des Geldes, im Gewinntrieb gibt es keine Grenzen.“

Bete und arbeite, sagte schon Zwingli und kurz zuvor erzählt mir jemand, dass etliche Mitarbeiter bei einer Grossbank wegrationalisiert werden. Neu wird in Polen gearbeitet. Vermutlich wie Viseca, die fast drei Wochen braucht, um sich bei mir zu melden, nachdem ich mitgeteilt habe, dass ich für eine Übernachtung zweimal belastet wurde. Fehler gibt es überall, aber wenn wir in der Schweiz alles auslagern, dann braucht die Fehlerbehandlung extrem viel länger. Sie wird zwar billiger, meist schlechter, aber 80 Angestellte in Bundesbetrieben verdienen ja dann noch mehr, als BundesrätInnen. Vielleicht verdienen ja sogar von diesen 7 einige zu viel. Par merlin, durch eine  Spaltaxt, müsste allenfalls mal Remedur geschafft werden. Sorry wegen meiner bösen Worte, aber was ich in Zürich höre und nur stichwortartig festhalte, bestätigt, dass einige Menschen in Zukunft in der Schweiz unweigerlich Probleme kriegen – wenn sie die nicht schon haben. Schön für alle die, die eine Pension bekommen. Zumindest hier war die Grossbank generös und hat 2/3 übernommen.

Muschg muss weiter nach Solothurn, an die Literaturtage. Sein Weg führt über Olten und er wird Peter Bichsel wieder sprechen. Ich höre beide philosophieren. Peter, du bist genau 10 Monate, 10 Tage, 10 Stunden und 10 Minuten jünger. Und mein Vater ist 8 Jahre und einen Tag älter und wie hoch ist der Wellengang, den Leute auslösen, die vermutlich mit der AHV und der Pensionskasse mehr als 2500 pro Monat zur Verfügung haben? Total spannend, was hier alles erzählt wird. Sorry, aber ich finde keinen einzigen Beitrag, der über diesen Anlass berichtet und ich erhalte nicht einmal ein BEG, damit ich mich mit diesen Zeilen finanzieren kann. Aber Spass macht der Anlass und er regt an.

Nach 50 Jahren, wo ich mich mit Politik „rumgeschlagen“ habe, wäre es vielleicht wieder mal an der Zeit – in dieser grosskapitalistischen Zeit – über den Marxismus nach zu denken. Leute, quere werden überleben aber viele andere, denen es heute zu gut geht, werden untergehen.

Teilnehmer

Jacquelin Padran, „garantiert unbestechlich und ohne Tatoo“ und die Gespräche nach der Veranstaltung „mit den Rednern“, wie sie im Flyer erwähnt sind. Frank Mathwig, einer unter ihnen, erinnert sich … viel Text, wichtig sind Randbedingungen. Thomas Wipf fragte ich, wieso er nicht die 2-3% der Extremisten links und rechts der friedlichen „Masse“ nicht mehr beachtet und als SKE Präsident, sich mit den mindestens 95% vernünftigen aller Religionen beschäftigt. Sorry, die Nebenbemerkung, aber hier geht es ja ums Geld, ums bedienungslose resp. bedingungslose Geld.

Dann spricht Klaus Heer. Sein letztes Buch „Was ist guter Sex?“ Schnipp. In Deutschland einen Drittel billiger. Sicher nicht schlechter. 10 Thesen, nicht 95 wie vor 500 Jahren bei Luther. „Die neue Freiheit ist viel anspruchsvoller, als die alten Sachzwänge.“ Diesen Punkt, sieben, den müssen sie sich merken.

Mann diskutiert über 4,8 Mia – Milliarden – Einkommen, die ein Fondsmanager in einem Jahr verdient hat – oder waren es 14 Milliarden, wie sich die Vortragenden wiedersprechen. Diejenigen, die ich angefragt habe, wissen es auch nicht. Egal, 4 800 000 000 USD oder CHF verdient anscheinend einer jährlich. Die Währung ist total nebensächlich – 1 USD gleich 1 CHF oder ein Euro. Die Differenzen sind viel zu marginal um hier zu diskutieren. Wenn ich einigermassen korrekt gerechnet habe, ergibt das 40 000 Einheiten pro Minute!!!!!!Und wir diskutieren hier über 30 000 pro Jahr!!!!! Vielleicht kommt er auf etwas mehr produktive Arbeitsstunden pro Jahr, als wir armen Kirchenmäuse, die wir hier im Chor zuhören.

Noch so einige Highlights: „Arbeitsmarkt ist eines der zynischsten Wörter, die es gibt!* „Wir gehen an den Bürkiplatz, zum weiteren Diskutieren.“ Das ist einen Einschub wert, was ich hier, zwei Stunden später erlebe. Superschnäppchen, sucht die in dieser Finanzmetropole wo viele das Gefühlt haben, sie gehören irgendwie zum Geldadel. Grosse, sehr gut erhaltene rund 150-jährige Biedermeier Meerschaumpfeife (Mundstück fehlt), für zwanzig Franken, die Asche ist noch drin. Sowas gibt es nur in Zürich. Dazu gratis eine Bruyère, die wie ein Baumstrunk geschnitzt ist und ein langes Holzmundstück aufweist. Zwei wunderschöne Sammlerstücke. Als Dreingabe noch eine Holländische handgefertigte extralange Tonpfeife, die regulär gekauft schon teurer ist, nie geraucht wurde, aber schon (oder eher noch) mit Tabak gefüllt ist. Dafür viel Plunder, der meist überteuert ist. Schickimicki sagen die einen, Zürcher lieben das Fremdwort Sciccheria. Zwei drei Bereiche dazu sind super und relativ günstig. Aber wie beim Finanzblog, es gibt nur versteckte Tipps. Und beim Abfall Kissen, Computerspiele … ein Mostkrug aus Steinzeug. Wer bezeichnete das Ding immer als Bembel. Heinz Schenk vom Blauen Bock.

Und geschenkt wird beim BGE nichts, daher noch mal Praxis und Theorie. Ein Pfarrer verdiene heute 8000 CHF, dann erhalte er in Zukunft 2500 BGE und 5500 Pfarrlohn. „Wir müssen den Siegeszug des Kapitalismus bremsen!“

Tu um Gottes Willen etwas tapferes!

Das hatte Zwingli und heute Adolf Muschg gesagt.

Und ich warte immer noch auf das Bild mit dem Originalspruch. In Zürich habe ich es schon in riesengrosse Goldlager geschafft, aber im Grossmünster in die Sakristei, der Arbeitsraum der Pfarrer, vorzudringen da braucht es weiss Gott gegen oben bessere Beziehungen. Es ist wie mit dem BGE. Der Wille und die Notwendigkeit wären da, aber das Denken wird noch zwanzig Jahre hintendrein hinken. Zusammenfassend wurde gesagt oder kann geschrieben werden: „Das BGE wird kommen, aber noch nicht in diesem Jahr. Die AHV und das Frauenstimmrecht – heute nicht mehr wegzudenken – brauchten auch mehrere Anläufe.“

JA für Grundeinkommen dank Panama

Beim BGE, dem bedingungslosen Grundeinkommen scheiden sich nicht nur die Geister, sondern auch helle Gestirne. Es wird wohl die umstrittenste Abstimmung werden, die ich je miterlebt habe. „Die grösste Frage der Welt“ sollte nicht von den wenigen grossen entschieden werden. JA – tragt ein JA ja in die Welt. Seit mal mutig und leitet eine notwendige Wende ein.

Das Original ist vor vierzehn Tagen im Finanzblog erschienen. Ob von anderer Seite von libref. noch etwas kommt, werden wir ja sehen. Auf alle Fälle ist es Zeit auf den

ZUKUNFTSDIALOG im GROSSMÜNSTER vom 7. Mai 2016 – 11.00 – 12.45

aufmerksam zu machen. Vielleicht wird der Moderator aus unseren Reihen, von diesem Anlass hier berichten.

Der Kommunismus ist tot. Aber ein bisschen gesunder Marxismus würde der Welt nicht schaden. „Die UdSSR ist tot, es lebe die Schweiz„. Zugegeben, es gibt weltweit zumindest noch ein Land, wo knallharter Kommunismus vorgelebt wird. Nord Korea. In welchem Land wurde deren King Kong ausgebildet? In der Schweiz und vermutlich nicht nur vermutlich, sondern echt. Nicht in der Hauptstadt der neutralen Schweiz, in Bern. In den beiden südöstlich gelegenen Nachbargemeinden Köniz und Muri. In der einen habe ich gewohnt und in der andern unser früherer Präsident. Eigentlich libere Vororte der Hauptstadt.

Noch bin ich alles andere als ein Verschwörungs-Theoretiker, aber wenn man solchen Tatsachen in den Rachen schaut, dann begreife ich jeden, der behauptet, wir werden gesteuert. Mit dem BGE kommt alles andere als der Kommunismus zurück. Das BGE ist eigentlich kein ökonomisches Thema, sondern zur jetzigen Zeit eher ein philosophisches. Die haargenauen Auswirkungen kennt niemand und Nobelpreise wurden eh schon für gegensätzliche Meinungen vergeben. Also total müssig, über jedes Detail im Voraus nach zu denken. Die Zeit wird es erst zeigen und dann können wir Korrekturen einfügen. Die Schweizer Gesetzgebung ist mustergültig dafür in der Handhabung.

Wie lebt es sich mit 2500 Franken?“ im Monat. Ich kenne wenig Leute, die diese Erfahrung wirklich haben und damit leben wollen, geschweige denn können. Man kann in der Schweiz sogar mit weniger leben. Aber das braucht echte Grösse. Den meisten würde dies nicht gelingen, die wollen mehr. Und haargenau diesem Umstand ist es zu verdanken, dass die Schweiz so weit gekommen ist. Die Schweiz ist eigentlich ein Superland. Nur vergessen wir dies oft. Es kommt wenigen Personen in den Sinn, auszuwandern oder nach den Ferien nicht mehr zurück zu kommen. Das Grundeinkommen würde vor allem denjenigen helfen, die in der heutigen Zeit alles andere als verwöhnt sind: Aussenstehenden, einigen Randständigen, Benachteiligten, einigen Philosophen und vermutlich einigen faulen und bequemen Leuten. Aber die letzte Gruppe hat es im Mittelstand und immer wieder zu beobachten in der öffentlichen Verwaltung auch geschafft, mit „Schleimscheissen“ ohne grossen Arbeitsaufwand nach oben zu rutschen.

Diese Gruppe ist strikt gegen das BEG, weil sie Angst haben, dass es viele Faule gibt, die sich nicht so einfach in Hierarchien anpassen und wie sie selbst dem Chef um den Mund schmeicheln können. Dann gibt es viele hand- und landwerklich Beschäftigte, die für ihren Lohn krampfen müssen und nie gesehen haben, wie sehr viele Schweizer ihren schönen Lohn eigentlich viel zu leicht verdienen. Und genau diese Gegner könnten sich eine bessere Zukunft aufbauen, denn denen wäre es möglich zahlbare Arbeitskräfte zu bekommen, welche gerne eine sinnvolle Arbeit ausführen möchten.

Mit dem Bedingunslosen Grundeinkommen wäre es uns sogar möglich einige hunderttausend Flüchtlinge aufzunehmen und der Schweiz einen noch nie dagewesenen Energie-Schub zu geben, der die Schweiz an einigen Orten zu ganz neuen Ufern bringen könnte – Landwirtschaft, Tourismus, Pflegewesen, Kunst – nur um einige zu nennen.

Dann gibt es eine weitere Überlegung, die für das BGE spricht. Die Rationalisierung. In den vergangenen gut 100 Jahren hat diese in der Schweiz zu Wohlstand geführt. Die nächsten 100 Jahre dürften anders aussehen. Viele der wegrationalisierten Jobs wurden durch Administration und Kontrolle wettgemacht – Dienstleistungsaufbau heisst das moderner ausgedrückt. In der Schweiz hergestellte Produkte und Dienstleistungen die wir ins Ausland verkaufen, schaffen Wohlstand. Gegenseitige administrative Beschäftigungs-therapie bringt keine echte Wertschöpfung. Unnütze Produkte eigentlich auch nicht. Und wenn sie in noch brauchbarem Zustand entsorgt werden, schaden sie der Volkswirtschaft nur. Alles andere ist Unkenntnis der ökonomischen Grundlagen, geschweige denn der ökologischen.

In der Schweiz ist ein Umdenken angesagt, denn es wird so viel von oben berichteter Unsinn gedruckt oder digital verbreitet. Aber es sind doch die Kreise, die froh sind, wenn ein benutzbares Bett, ein Schrank, ein Buch … weggeworfen wird, denn jemand oder gar ein Freund kann dann eher ein neues verkaufen, weil derjenige, der jetzt ein Gratisbett hätte, sich vielleicht einen Fernseher mit dem eingesparten Geld kaufen würde. Schade haben viele keine Kollegen, die TV-Geräte verkaufen, sonst würden sie eine volkswirtschaftliche Erfahrung machen, die eigentlich jedes Kindergartenkind schon nachvollziehen kann.

Ironisch sperbern auch andere: „Mindestlohn für humanoide Roboter„. Lesen sie diesen Beitrag. Denken sie an ihr bisher angedachtes Nein in der Abstimmung. Zumindest falls sie Scanner, e-Banking und andere moderne Errungenschaften etc. benützen, bevor sie selbst mit moderner Technik in Produktion und Handel und demächst auch im Büro jobgekillt werden.

Früher oder länger regieren nur Grosse die Welt. Das war früher anders.

„Girls, Girls, Girls“ und Boys hört euch einmal den Songtext von Panama der Sailor an. Dieses Land war damals vor allem für Dutyfree bekannt, für die Kleinen ein Einkaufsparadies. Heute wird Grossen „der Spiegel für die Panama Papers“ vorgehalten.

Wollt ihr diese Entwicklungen. Packt die Chance und stimmt JA! Die Welt braucht wieder mal ein mustergültiges Land und wir sollten auch wieder einmal ein Vorbild sein. Wir können dies nämlich – besser als all die andern.

Nachtrag: Der US-Ökonom und ehemalige Arbeits-Minister Robert B. Reich (unter Bill Clinton) – bekannt von Supercapitalism – sagt: „Ohne Grundeinkommen wird es nicht gehen„.

Tamara Funiciello von der JUSO ist für die 25-Stunden-Woche. Hier wage ich „Schiffbruch“ voraus zu sagen. Auf freiwilliger Basis wird dies nie gelingen, denn von den Gutverdienenden haben zu viele einen Job, der sich nicht so leicht ersetzen lässt. Und wenn man die unproduktiven Stunden pro Mitarbeiter anschaut, werden die sich bei einer Verdoppelung der Mitarbeiter vermutlich so weit steigern, dass mit zwei zukünftigen Mitarbeitern gleich viele produktive Arbeitsstunden geleistet werden, wie bisher mit einem. Dass jeder nur noch 25 Stunden arbeiten darf, das ist reine Utopie.

Handschlag – Hände drücken in Erlenbach

HV Erlenbach – „Ohne Gott und Glauben glücklich?“ Schnell zündende Themen wollen auch schnell abgehandelt werden. Lest das Programm der Hauptversammlung, die um ein Jahr vorgezogen wurde, dann wisst ihr, wo friedlicher Zündstoff diskutiert wird.

Ein brisantes Thema – Karikaturen um den Glauben. Wir wollen zu unserem 150 jährigen Medienjubiläum einen populären prix libref. ausschreiben. Keinen wissenschaftlichen. Früher waren rund 4% universitär und ähnlich ausgebildet. Wenn man unser westliches Nachbarland anschaut, dort wo trauriger weise Karikaturen einen anderen Unsinn bekamen, so sind eher 4% der heutigen Bolognageneration der einstigen „Grand Nation“ keine Hochschulabsolventen. Intellektuelle haben gegenüber dem „blue collar“ überdurchschnittlich Mühe einen Job zu finden, geschweige denn einen, der sie erfüllt und dem sie gewachsen sind.

Vielen davon fehlt schlicht und einfach die Ausbildung etwas Wissenschaftliches zu produzieren. Sie haben vor allem auswendig lernen müssen und das ist nicht die gewünschte Zukunft. Auf der andern Seite werden heute extrem viele „umwerfende Ideen“ von Nicht-Wissenschaftern geboren. Oder heisst es Nicht-Wissenschaftlern. Wir wollen allen eine Chance geben, die solche Nebensächlichkeiten nicht kennen, aber die Ironie und den Sarkasmus in diesem Text erblicken, denn ohne diese „Gabe“ kann man sich nicht an Karikaturen erfreuen.

Und dazu müssen wir unsere Statuten ändern:

Art. 4

Um diese Ziele zu erreichen führt der Verein öffentliche Veranstaltungen durch, sucht das Gespräch mit politisch Verantwortlichen sowie mit den Vertreterinnen und Vertretern anderer, gleichgesinnter Religionsgemeinschaften und fördert u.a. durch die regelmässige Ausschreibung des prix libref. die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Tradition des liberalen Christentums.

Der Verein engagiert sich für Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit. Jeder Mensch trägt Verantwortung für seine Entscheidungen.

So langsam werden dann unsere Statuten entschlackt und echt zu den progressivsten. Ja, Artikel 2 und 3 würden wissenschaftlich nicht ganz genügen. „Lang“ müsste man über die rechtliche Situation des Artikels 5 brüten. Unwissenschaftlich sage ich dem einfach „tempi passati“. Zur Erhaltung haben sich unsere konservativen Mitglieder eingesetzt. Eigentlich wären wir ja liberal, progressiv … aber das Alter, die fortschreitende Entmodernisierung.

Diskussionsstoff für den nächsten Donnerstag wäre vorhanden, aber ich vermute, sie nicken und klatschen und merken gar nicht, dass wir im Vorstand manchmal fast gegenseitig eingeschlagene Zähne und Rippenbrüche aufweisen. Zumindest haben wir alle Verständnis für Humor und eine scheussliche Abneigung gegen Extremismus und Hass. Die HV scheint gut vorbereitet zu sein. Im MInuten Takt … und ich kann als Finanzmensch nicht einmal von Millionen, geschweige denn Milliarden berichten.

HV 2016

Prolibref Veranstaltung Erlenbach 2016

Ich freue mich, wieder in Erlenbach zu sein. Wieder? Aktive Kirchgemeinde und hat sich mit dem Zusatzprogramm super angeboten. Und wenn ihnen das zu wenig Adrenalin ist, dann fahren sie nicht ins Simmental, sondern ausnahmsweise ins rechte Zürichsee-Dorf. Wir wollen nicht Adrenalin anbieten, sondern eher geistige Benzodiazepine – wir möchten Angstlöser, Vermittler und offen für ein gewaltfreies Zusammenleben aller Religionsangehörigen sein.

Lust unserem Verein beizutreten? Der ganz grosse Teil sind Reformierte, dann haben wir auch Protestanten unter uns, die ursprünglich gegen Zwingli prozessierten und sich mit der niederländischen Landeskirche zerstritten, sich aber seit dem 3. Jahrtausend reformiert nennen. Platz für alle! Wir haben auch Muslime und Aleviten unter uns … und ausgetretene Katholiken. Auch diese werde ich innig umarmen … ich küsse ihre… . Frei sein, Erlenbach geniessen. libref. und seine Anhänger bringen manches zum „Umdenken“.

Der Umbruch kommt – garantiert! Die Frage ist nur, sind sie schon auf der richtigen Seite! In Erlenbach, auf der rechten Seite, sind auch Nichtmitglieder willkommen, denen wir im Ur-Sinn dieses Wortes auch die Hand anbieten.

Und bei prolibref.ch kann man noch mehr lesen … der Clan um Erlenbach und Zürich … echt tolle Menschen, echt „Ohne Gott und Glauben gküchklich? Eine Debatte“ . Das Glück der Satire. Eine göttliche Küche – ich muss mir zum verabredeten Mittagessen etwas einfallen lassen.

Ich küsse Ihre Hand, Madame …

… so galant war die christliche gehobene Bevölkerung einmal in unseren Breitengraden …

… und heute lassen es einige Therwiler zu, dass Schüler der Lehrerin nicht einmal mehr die Hand geben müssen. Ein politischer, kein religiöser Entscheid. Typisch Therwil, da habe ich wirklich schon ganz anfällige, kleine Pflänzchen heranwachsen sehen. Aus einem heidnischen Nachtschattengewächs, das vor über 15 Jahren nach Therwil kam, ist heute ein Nahrungsergänzungsmittel für die naturnahe Tierfütterung entstanden und wir hoffen, dass wir demnächst die Bewilligung als Heilmittel erhalten.

Den Glauben mit einem Venture Capital Projekt wie eben Herbonis zu vergleichen, ist gar nicht so abwegig. Der Weg ist ähnlich, viele müssen überzeugt werden, man und frau muss daran ganz fest glauben. Eigentlich gibt es nur einen Unterschied. Das eine dauert 100 Mal länger, bis es überall als Heilmittel anerkannt ist. Das Aufbäumen einiger Extremer ist meist ein Zeichen, dass die grosse Wende demnächst eintrifft und sich so zu sagen, jeder in Therwil die Hand gibt. Aber auf 1400 Jahre gesehen, wird dies nicht in den nächsten Wochen und Monaten geschehen. Es wird seine Zeit brauchen.

1:0 für die Hühner oder die Männer – in Zukunft das schwache Geschlecht ist die Betrachtung aus Sicht der Betriebswirtschaft. Diese Titel sind alt, aber passen wunderschön zu Therwil, wo aus dem südamerikanischen Unkraut, das im Heimatland mühsam bekämpft wird, durch Mutationen eine Weltsensation wurde. Meines Wissens liefert die heutigen Abkömmlinge als einzige nicht synthetisches Vitamin D3.

Bis es so weit ist, müssen noch einige Kämpfe ausgefochten werden. Waffenlos und Gewalt frei versteht sich. Das wäre eigentlich auch beim Glauben so vorgesehen. Ob altes oder neues Testament oder gar der Koran, etwelche haben Mühe, den genau zu lesen oder gar richtig zu interpretieren. Vor 1400 Jahren war dies vielleicht noch geduldet, dass man einer Frau die Hand nicht gab und ihr dadurch eine gewisse Ehrerbietung darbrachte.

Heute ist das anders. Wer das in der Schweiz macht, ist meiner Ansicht nach ein Rechtsbrecher und missachtet die Gleichstellung der Frau. Dafür sollten Rechtsmittel eingesetzt werden. Auch „für Justizministerin Simonetta Sommaruga geht das zu weit„. Es ist inakzeptabel. Es liegt nicht an meiner Tagesordnung, islamischen Frauen die Hand zu geben. Ich erinnere mich aber nicht, das jemals nicht getan zu haben.

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Die Hände sind Ausdrucksmittel und alle begrüssten sich an der 2. Kappeler Milchsuppe mit den Händen – auch Frau Saïda Keller-Messahli, Präsidentin des Forum für einen fortschrittlichen Islam hier mit Dr. Erwin Koller (kath.) und unserem Präsidenten Jean-Claude Cantieni.

Nur zwei würde ich heute nicht mehr mit den Händen begrüssen. Aus zwei Referenten, die ich damals kennen lernte, sind Freunde geworden. Einer Muslim und der andere Alevit – beide heute Mitglieder bei libref. Einer gar Revisor, obschon sie kein Stimmrecht, aber ein Mitspracherecht haben.

Wir geben uns nicht die Hände, ich respiere ihren Glauben und umarme beide.

Deshalb gab ich letzte Woche einer Lehrin den Rat, dass wenn ihr ein Muslim nicht die Hand geben will, dann umarme ihn!

Religiöse Jahrhunderte alte Sitten beachtend und unsere Gleichstellung, die alle hier Anwesenden beachten müssen! Und sonst haben sie in einem christliches Abendland eigentlich nichts mehr zu suchen. Auch wir passen uns in anderen Ländern an – auch wenn wir nur als Touristen dort weilen. Hart, aber darin sind sich vermutlich fast alle, ausser einigen Extremisten, einig.

Nachtrag: Heute abend habe ich mit sechs liberalen Pfarrern, mindestens die Hälfte Prof. Dr. theol., diskutieren können. Vielleicht werden sie es dozieren. Einer macht mich auf eine neue Meldung aufmerksam. Der Vater der zwei Schüler ist ein extremer Imam. Mein „religiöser Instinkt“ hat sich bewahrheitet.

 

 

Geburt unseres Güggels

Bei der Schweizerischen Nationalbibliothek werden sämtliche Ausgaben des Schweizerischen Reformierten Volksblattes (SRV) seit 1866 aufbewahrt. Zudem verfügen wir über die Ausgaben ab 1950. Vermutlich wurden diese, wie alle anderen historisch relevanten Akten schon, ans Staatsarchiv des Kantons Bern überreicht.

In der Nr. 12 – 112. Jahrgang – vom 2. November 1978 wird von einem Wechsel in der Geschäftskommission des SRV geschrieben:

SRV etwas Geschichte

In diesem Artikel ist auch Interessantes über die Geschichte des SRV geschrieben. Nach dem präsidialen Wechsel erscheint in den folgenden zwei Auflagen das erste Mal unser bekannter Güggel:

1. Erscheinen des Gockels im SRV

Wie man dem Rand ansieht, erschien das SRV damals in Orange. Diese Farbe spielt in verschiedenen Religionen eine wichtige Rolle. Klicken sie auf das Bild, um es zu vergrössern und sie lesen, was das Signet des Hahns bedeutet.

1. SRV-Titelblatt mit Gockel

Das SRV war auch Publikationsorgan für die Albert Schweizer Werke in der Schweiz sowie die Ostasien-Mission.