Hammerschläge und Schwert – Bierfreuden und Wurstessen

Urteile und Vorurteile gegenüber Luther und Zwingli

Vortrag von Pfr. Dr. Niklaus Peter, Zürich

Dienstag, 17.10.2017 um 19.00 Uhr im Kirchgemeindehaus Petrus, Brunnadernstrasse 40, 3006 Bern, Bus Nr.19 bis „Petruskirche“

Von Luther gibt es mehr als 500 Gemälde und Zeichnungen, die zu seinen Lebzeiten verfertigt wurden und eine lebendige Persönlichkeit zeigen – von Zwingli nur die zwei posthumen Porträts von Asper, die ihn ziemlich steif und verkniffen zeigen. Stellen wir uns einmal vor, wir hätten ein kraftvolles, lebendiges, sympathisches Porträt von Zwingli – vielleicht wäre unser Bild des Reformators dann ein anderes. Es gibt jedenfalls Gründe, einmal die unsäglichen Vorurteile gegenüber Zwingli abzubauen und wegzuräumen – und darum soll es in unserem Vortrag gehen.

Zum Referenten, Niklaus Peter:

Studium der Theologie in Basel, Berlin und Princeton, Assistent an der Theologischen Fakultät Basel, Dissertation über den Basler Theologen Franz Overbeck, Oberassistent für Systematische Theologie mit Lehrauftrag, Universitätspfarrer und Studentenseelsorger in Bern, seit 2004 Pfarrer am Zürcher Fraumünster, ab 2015 Dekan des Pfarrkapitels der Stadt Zürich. Pfr. Peter ist editorisch und publizistisch tätig, unter anderem für das Magazin des „Tages Anzeiger“ und des „Bund“.

 

 

Buchvernissage „Pfaffkids“

21 Persönlichkeiten aus dem Pfarrhaus werden portraitiert. Alle Porträtierten sind in einem reformierten Pfarrhaus gross geworden.

Sie erzählen dem Autor Matthias A. Weiss, wie sie sich aus dem elterlichen Pfarrhaus als «religiöser Anlaufstelle ihres Dorfes» gelöst und ihren eigenen Lebensentwurf entwickelt haben. Ausserdem berichten sie aus ihrem Leben und schrecken auch nicht vor der Frage nach dem eigenen Glauben zurück. Entstanden sind so 21 eindrückliche und zum Teil sehr persönliche Porträts über bekannte und weniger berühmte Persönlichkeiten aus dem Pfarrhaus.

Freitag, 6. Oktober, 19.00 Uhr,
Kirchgemeindehaus Küsnacht,
mit Autor Andreas A. Weiss, Live-Interviews
mit Portraitierten und
Musik von Richard Broadnax
Moderation Pfr. Andrea M. Bianca, Vorstandsmitgleid prolibref.

Mehr Informationen hier.

Pfaff Res Peter bittet mich, diesen Beitrag doch noch schnell beim Dachverein zu publizieren. Danke, hab ja nur „klauen“ müssen. Ganz speziell freut mich, dass dich mal einer angehauen hat, dass sich Marti (der jetzt Schreibende), erlaubt hat, bei „Friede herrscht – proref pilgern“ Pfaff zu schreiben. Fall dieser am Freitagabend auch kommt, lass ihn von mir grüssen: „Er könne am Pfaffensteig (18. und 19.) das Erlebnis vertiefen.

 

pilgern in Bern-West: „Alles hat seine Zeit und alles braucht seine Zeit“

Einige Stimmungsbilder und das Wichtigste von der Podiumsdiskussion.

500 Jahre Reformation – was nun?  

          Flyer     –      libref.ch

Erster Tag – Samstag, 19. August 2017 – Leben und Sterben

Im vergangenen Jahr holten sich 278’041 Pilger eine Urkunde.“ Die stolze Zahl von durchschnittlich 760 pro Tag haben wir bei unserem ersten Pilgertag in Bern bei weitem nicht erreicht. Aber es war toll, gab kein böses Wort – Friede herrschte.

Eine Stunde vor dem Start. Die Aare zieht mit relativ viel Wasser gegen den Wohlensee. Normalerweise ist hier praktisch kein fliessendes Wasser mehr auszumachen. Wir hatten richtig Wetterglück. Ja, wenn Engel pilgern, scheint die Sonne. Keiner hätte das gedacht. Am Abend vorher waren wir noch im Haus der Religionen und genehmigten uns draussen ein Getränk. Plötzlich zieht ein Sturm auf. Der erste Subway-Pappbecher fliegt durch die Luft, dann der Aschenbecher und kurz darauf vier Deziliter Pepsi gefolgt von Plakatständern und mobilen Fahnen. Es giesst in Kübeln. Andernorts ist es weit schlimmer.

Frühstück auf dem Campingplatz – ein Pfarrsohn bedient uns – der Tag scheint unter einem guten Stern zu stehen. Vielleicht sieht man sich auf der andern Seite der Stadt wieder.

Am Pilgertag haben wir es schön warm, nicht heiss … und geniessen die Wolken. Eine wunderschöne Wetterstimmung während des ganzen Tages.

Am Hafen von Bern werden wir mit einem „Achter mit“ begrüsst und von Peter Bichsel darf ich die besten Wünsche zum Tag ausrichten.

Das werden auf unserem Bummel nicht die einzigen Zuschauer bleiben, die …

… uns interessiert nachschauen.

Wegwerfgesellschaft. Im Gegensatz zu andern, lassen wir nichts liegen.

Keine fünfzig Meter neben der Tafel!

Die Engel scheinen zu helfen. Nach dem Start herrscht vorwiegend Sauberkeit. Irgendwo steht bei einem Pult, einem Bürostuhl und einem Schrank „gratis“. Gegenstände, die beim Pilgern eher hinderlich sind. Wir lassen sie stehen. Vielleicht kann ein anderer diese wiederverwerten.

Es gibt doch ein Bild, wo drei vom Vorstand Schweiz, Therese von Bern und mein „Probepilger Jiri“ auf einem Bild zu sehen sind – Res fotografiert. Am Jordeweiher gedenken wir der Mutter eines Vorstandskollegen und sprechen unser Beileid aus.

Von den Kirchen und andern Gebäuden oder dem Bümpliz-Friedhof zeigen wir keine zusätzlichen Bilder.  Die sind statisch, ändern sich kaum. Pflanzen sind anders, die passen sich der Jahreszeit an.

Fast ein botanischer Rundgang mit den Erläuterungen verschiedener Teilnehmer. Hier ein Beispiel, wie heute der Stadtbach aussieht. Reisende in Tram, Bus, Auto und Auto fahren daneben vorbei. Vielleicht gibt es einige Radfahrer und Fussgänger, die diese Schönheiten sehen. „Stadtgrün“ verwaltet einige Meter daneben, aber diese grüne Insel gibt es schon seit Jahrzehnten. „Hier können sie noch Forellen sehen.“ Erst fünf Meter später eine riesengrosse. Nur eine. Die Sonne scheint zu stark. Schatten unter den Brücken ist gefragt. Wir gehen darüber oder mal unten durch. Allen Kirchen danken wir, die für uns geöffnet hatten. Nur zwei hatten geschlossen. Nicht „besetzt“, aber genau diejenigen, die sich „frei“ nennen.

Etwas muss ich noch erwähnen. Die besten Ravioli, die ich jemals gegessen habe. Teigwaren, das ist Weltanschauung, Vermarktung pur. Ich mag mich nicht besinnen, dass eine Mahlzeit jemals im Tscharni so gut war. Echt Spitze. Und das ist nicht das erste mal, dass ich dort war. An die Band „Hinkelstein“ werden sich wenige erinnern. Hardrock und einer spielt immer noch Unterhaltungsmusik und Mozart. Heute geht’s die Treppe nur noch runter zum Pinkelstein, aber einen Pilgerstein finden wir nicht …

… dafür drei Klöppel, das Wahrzeichen der St. Antionius Kirche in Bümpliz – genannt „dr Plämpu„.

Hier folgt eine herrliche Diskussion. „Mein Gott Walter“ führt in die Geschichte der Kommunikation ein. Von der Trommel bis zum Satellit hat er alles erlebt – in Französisch Guyana. Grund genug, beim späteren Nachtessen etwas zu geniessen, das den gleichen Ursprung hat, wie Castros Staatsgeschenk und in (Britisch) Guyana „zwischen“-gelandet ist.

Der erwähnte Hans lässt sich heute entschuldigen, ebenso BR Schneider-Amman, Stadtpräsident Alec von Graffenried,   Synodalrat Stefan Ramseier (Bümpliz) und der ref. Synodalratspräsident Andreas Zeller, der uns nächstes Jahr durch Holligen begleiten wird. Es kann sogar sein, dass wir zwei in diesem Quartier in den Jugendjahren zusammen gespielt haben. Er kennt meine Cousine und die Brige, die auch trommelt.

Einweg- oder Zweiwegkommunikation mit Walter Riedweg, kann man nicht schriftlich festhalten, das muss man erleben. Danke. Die Kirche kann, muss in der heutigen Zeit wo viel gesendet, aber wenig zugehört wird helfen, den richtigen Weg aufzuzeigen. Patrick Schafer, der Gemeindeleiter von St. Antonius (Bümpliz) und St. Mauritius (Bethlehem) erzählte viele praktische Beispiele, wie Leute integriert werden und wie sie unter Christen zusammen arbeiten.

Ein wichtiges Anliegen für alle ist, dass Einwanderer das Christentum akzeptieren und Frauen nicht unterdrücken. Sie sollen sich in unser christliches Abendland integrieren.

Es wird erwähnt: Wir wollen sprechen, wie uns der Schnabel gewachsen ist und wer hat uns den Massstab gesetzt, dass wir nicht mehr „zehn kleine Negerlein“, „lustig ist das Zigeunerleben“ oder „C.A.F.E.E“. singen dürfen? Die Politik sollte öfters auf die Kirche hören. Über solche Worte wird heute viel geschrieben und Leute verpönt, die unsere Sprache sprechen. Das Mikrofon wegnehmen! Dieser „cho“ hat nichts mit unserem „cho“ zu tun, der den Hahn gezeichnet hat. Viel interessanter für mich ist die Redaktionskollegin. Demnächst treffe ich ihren Vater und wir sprechen über drei Kinder, die mitten in den Medien stecken. Erich, heute schreibt eine prominente Zeitung, was wir gestern besprochen haben.

Auf der andern Seite geht von der Presse, die am Freitag informiert wurde, niemand dem Hinweis nach, dass bei der Suche auf local.ch nach „Bundesasylzentrum“ eine Schädlingsbekämpfungsfirma kommtsiehe Punkt 41. Der  Besitzer wusste nichts davon und sagte mir am Telefon. „Ich habe sicher nichts gegen Ausländer, ich verdiene ja sogar Geld damit.“

Die Kirche und die Politik müssen sich einsetzen, dass für die Schweiz mehr ethische Normen eingehalten, gesetzt werden. Zum Beispiel beim Import sollen für alle gleichlange Spiesse gelten und der Umgang mit Ressourcen soll geschont werden.

Am Schluss der Diskussion wurde für die beste Bemerkung ein Power Handy als Preis abgegeben. Der ehemalige Beauftragter für kirchliche Angelegenheiten und Präsident des Kirchgemeinde-verband des Kanton Bern, Hansruedi Spichiger, meinte: „I ha doch scho eis.“

Hansruedi, herzliche Gratulation, zum Power Handy. Ja, kommunizieren ist nicht immer einfach. Der Brief an die Heiliggeistkirche, Spitalgasse 44, 3011 Bern kam von DiePost als „unbekannt“ zurück. Genaugleich bei der katholisch-apostolischen Gemeinde. Ein Armutszeugnis in Sachen Kommunikation für die beiden ehemaligen Bundesbetriebe sei das. Heute machen alle zu viel, aber zu wenig richtig.

Hansruedi Spichiger und Walter Riedweg bei der anschliessenden Diskussion im kleineren Kreis … zwei essen Muscheln, aber keine Jakobsmuscheln. Walter, der in der heutigen Zeit vermutlich wichtigste ehemalige PTT-Direktor, hat das Handy in der Schweiz eingeführt. Das sieht man seiner Handynummer an – fünf Nullen. Meist kommt dann: „Ich bin zur Zeit nicht erreichbar.“ Wer kann heute schon darauf verzichten. Wie oft nehmen sie es zur Hand, während zwei Stunden beim Nachtessen? Drei von uns fünfen können das nicht. Sie verzichten bewusst aufs Digitale und geniessen die analoge Fünfwegkommunikation und das zweite Mal „italienisch“ essen … die sind heute integriert. Früher hatten sie den Übernamen von „cinque la mora“.  Wenn man nicht die finanzielle Bedeutung von mora nimmt, kann sogar dies rassistisch sein, die Brünette – Blonde sind diesmal ausgeschlossen. Der Kreis schliesst sich und beim Wirt stellt sich heraus, dass er der Sohn unseres Mortadella-Lieferanten war. Sein Laden war im Postgebäude quer gegenüber. PTT und Kirche unterliegen den Zeitbedingen – manchmal genau im Sinn des Wortes. Morgen legen sie den Weg zur Integration, Fusion frei.

Leben und sterben, war das Thema beim Pilgern am 19. August 2017. Am Tag danach starb einer der weltbesten im Bereich Kommunikation und Komikeraktion. Eine Art Einwegkommunikation die besonders jetzt zu Tränen rühren könnte. Die Schreibmaschine von Jerry Lewis

… und wer mehr über Kommunikation erfahren will, geht ins neu eröffnete Museum für Kommunikation.

Alles hat seine Zeit und alles braucht seine Zeit.

 

 

Kommentare:

Lieber Stephan
Herzlichen Dank für die deine guten Ideen zum Pilgern von Proref und die erfrischende Berichterstattung. Auch wenn nicht Tausende oder Hunderte gepilgert haben, so war  unsere Diskussion doch anregend und einige Erkenntnisse könnten die kirchliche Zukunft erneuern. Angefangen bei ernsthaften Gesprächen (ohne Handy und dauernde Chat-Unterbrüche) über die gesellschaftliche Entwicklung, die Bedeutung unserer Landeskirchen und Kirchgemeinden für die Bewahrung einer auf christlichen Wertvorstellungen basierenden Schweiz …..
Ich würde mich freuen, wenn proref auch in Zukunft zum ökumenischen Dialog unserer Landeskirchen beitragen wird. Nicht zu vergessen den Dialog mit den nichtchristlichen Religionsangehörigen, die wir nicht genug auf unsere Verfassung, Gesetze und christlichen Werte verpflichten müssen, mit dem Ziel den religiösen Frieden zu bewahren.
Beste Wünsche für das weitere Gedeihen von proref und Grüsse
Walter

 

 

 

 

Pilgern – die vier Startorte in Frankreich

Vorneweg, an den vier Startorten in Frankreich zu den Pilgerwegen nach Spanien hat es wesentlich mehr Touristen, als Pilger.

500 Jahre Reformation – was nun?  

        Flyer     –      libref.ch     –     FRIEDE HERRSCHT – proref pilgert

Wenn wir schon pilgern werden, so ist es doch naheliegend, dass ich in Frankreich einen Umweg mache, denn geplant, war vom Süden via Paris zu fahren. Also Arles, Le Puy, Vézelay und Paris – einige Eindrücke.

Arles, der Sumpfort, wie es die Kelten nannten, ist die grösste Gemeinde innerhalb Frankreichs. Fast so gross wie der Kanton Solothurn und nur etwas über 50 000 Bewohner. Vermutlich sind ebenso viele Touristen dort. Eine wunderschöne, kulturell veranlagte Stadt. Sie ist ein Besuch wert.

Alte Steine noch und nöcher und am Eingangstor, das abgesperrt ist, hängen Plakate von Jane. Die Krautrockband in der Provence, die mein Freund bei Schweizer Auftritten managt? Der Sheriff am Tor: „Nichts zu machen, die deutsche Band ist ausgebucht.“ Da ist halt der Detektiv gefragt und der stellt nach den Ferien fest, dass er wirklich Pech hatte. Jane, die französische Jain spielt diesen Freitag am Heitere Open Air. Na ja, die Sprachen – gleich ausgesprochen und anders geschrieben. Die könnte bei uns bekannter werden, als die Jane-Jungs, die ich von zwei Konzerten und dem Besuch im Backstage kenne. Nach Zofingen pilgern? Nein. Erstens zu teuer und zweitens wird Schlangenbrot gebacken.

Das Pilgern nach Arles hat sich so gesehen schon gelohnt.

Andere pilgern für Stiere hin. Das hingegen ist auf meiner Wunschliste sicher nicht drauf. Friede herrscht!

Es gibt schöneres zu sehen und die meisten Menschen ziehen schattige Plätzchen vor. Vinzenz van Gogh, Paul Gauguin und Pablo Picasso haben diese Stadt geschätzt – und es gibt hier einige ihrer Schätze – auch des hellen südlichen Lichtes wegen. Das hat zuweilen meine Nikon überfordert. Mein zweites Objektiv ist endgültig hin – das gibt noch eine zweite Mitteilung an die Tochter des Mitsubishi-Konzerns. Freundlich, aber ziemlich bestimmt.

Keine Ahnung, wie viele Kirchen ich besucht habe, aber eine muss erwähnt werden, obschon sie kein Startpunkt ist.

La Chaise Dieu – der Stuhl von Gott. Und vielleicht auch Teile der Route du Fromage geniessen. Zugegeben, das reizt mich mehr, als nach Spanien zu schustern. Was ich sonst noch so in dieser Gegend erlebt habe, lesen sie demnächst im Finanzblog.

Le Puy-en-Velay – eine Stadt, die man immer wieder besucht.

Nicht nur der Windkraftwerke wegen, die in den vergangenen Jahren wie Pilze aus dem Boden schiessen. Mindestens sieben Schwertransporter pro Rad.

 

Erinnerungen ans Bundeshaus werden wach. Hier werden sogar digitale Brücken gebaut. Entrez les Artistes nicht vergessen. Und viel Glück beim Suchen eines Parkplatzes in der Hochsaison. Vor einigen Tagen dürfte es noch schwieriger gewesen sein.

Die entsprechenden Kleider der Tour de France gibt es in den Boutiquen immer noch zu kaufen. Auf diesen Tross muss ich bis Paris zuwarten.

Vézelay [vezlɛ], der dritte Ort ist aber noch angesagt. Absolut sehenswert und es hat wesentlich mehr Touristen, als Einwohner.

 

Durstige und hungrige Seelen kommen hier auf ihre Rechnung. Erstaunlicherweise sogar bezahlbar, was man von Paris nicht immer behaupten kann.

Miro ähnlich und die Predigt ist eben fertig …

… der Grund, weshalb ich praktisch ungestört Kraft tanken kann. Wallfahrtskirchen wurden immer auf Kraftorten gebaut. Und wer es nicht spürt und da gibt es in unserer heutigen Zeit viele, dem hilft vermutlich die Statue.

Nicht jeder wird in der Hochsaison eine praktisch menschenleere Kirche dieses Ausmasses antreffen. Pilgern wäre heute recht angenehm. Es ist seit Tagen wieder einmal bedeckt und nur knapp über 30 Grad warm.

Fast wie ein Nachruf. Das letzte Bild der Katze. So als Erinnerung an den „Aortariss“ mit einer Viertelmillion Kilometern. Drei Stationen haben wir mit einem Citroën C3 angefahren. Aufgeführt sind die Pilgerstandorte aber in Richtung Norden und von hier gibt es hauptsächlich bis Paris und anschliessend nur eines zu sehen …

… kilometerweise Getreidefelder und ab und zu mal einen Baum. Erholsam im Gegensatz zur Hauptstadt. Die ist anregend, aufregend und eigentlich anstrengend. Rund sieben Mal mehr Menschen pro Quadratkilometer, als Bern. Touristen nicht mit eingerechnet. Englischkenntnisse oder Chinesisch sind ganz praktisch. Interessant für sechs Tage, eine Woche Paris wäre fast anstrengend.

Eine Stadt, in der manchmal nicht mal mehr die Kirche im Dorf steht, sondern nur der Turm …

… und deren Kommunikation nicht unbedingt unseren Vorstellungen entspricht. Sie machen immerhin Werbung fürs Laufen, Pilgern.

Am Tag zuvor habe ich durchs anschliessende Schaufenster geguckt. Zwei zerfranste Wellkartonstücke kleiner als A4 habe ich unbeabsichtigt betreten. „Bitte, darf ich die wegnehmen, das sind meine Kopfkissen.“ Entschuldigen ist eins, was dann im Kopf abläuft das Andere. Zeitgeschichte pur.

Manchmal echt schräg, unsere Welt. Etwas mehr „Eigentum“. Was will der Schuh? Zutreten, zum Pilgern auffordern?

Das ist kein Sommerjungendlager, das sind Flüchtlinge in Paris. Leben in einer Stadt, wo ein grosses Bier im Restaurant schnell einmal zehn Euro kostet, ist nicht für alle einfach. Unterschiede auf Schritt und Tritt.

Ein Brunnen in der Nähe des Louvre. Kein Chlor, es hat sogar Algen. Es muss eine Quelle sein. Viele Leute holen sich hier Wasser. Es schmeckt köstlich.

Ein Weihwasserbecken in Jakobsmuschelform, dem Erkennungszeichen von Pilgern, im Invalidendom. Der wurde zur Grabstätte für Napoleon I umgebaut und beherbergt heute …

… zweierlei Orgeln.

Eindeutig ein Antikraftort. So kurz habe ich noch ganz selten eine Kirche angeschaut. Nichts wie raus und da reinigt einer mit einem Zwiesel den Gehweg …

… derweil vier Soldaten mit Maschinenpistolen für „Sicherheit“ sorgen.

Hier darf nicht gewischt werden. Asche zu Asche. Grabstein und Rammstein kommen mir in den Sinn. Es gibt bessere Musik. Auf dem Friedhof Père Lachaise liegen Gilbert Bécaud und Edith Piaf nahe beieinander. Im Schnitt zehntausend Besucher pro Tag.

Der bekanntere George Harrison wird nicht hier liegen. Den Sterbeort geheim zu halten, ist gar nicht so einfach.

Ein spannender Ort, der für viele aber lieber gemieden wird, weil ihnen die Kraft dazu fehlt …

… umkippen ist aber nicht nötig. Aber ausruhen kann man vor dem Louvre …

… oder beim Anstehen zur Notre Dame. 10 000 Sitzplätze gibt es hier …

… ich empfehle die vordersten. Wer’s kann, kann hier gut und schnell Kraft tanken, wenn er die Gedanken richtig nach oben und unten leiten kann. Das eindrücklichste Gefühl beim Besuch der vielen verschiedenen Kirchen …

… und wenn sie das Gefühl haben, unter dem Eifelturm führt heute eine dicht befahrene Strasse durch, dann ist das nur Täuschung …

… aber das Flugzeug in der Kirche ist echt, nur für den Flug nach Rüeggisberg nicht echt geeignet …

… vier pilgern bei den Klosterruinen ein …

… der Leiter Wiki ist schon da und scheint zu beten. „Ufstah nach em umgheie.“ Ein Leitspruch von Ralph, den man sich merken sollte. Also, reisst euch zusammen und kommt am nächsten Samstag zum Pilgern. Wer es nicht auswendig weiss:

www.proref.ch

 

Aus den Medien:

„Wieder liberaler in die Zukunft

Bern / Uns interessiert die Zukunft, sagen die liberalen Reformierten. Der alte Verein pilgert zum Reformationsjubiläum in verschiedene Ecken der Bundesstadt“ … mehr von Marius Schären in Reformiert.

„Proref-Pilgern in Bern: 500 Jahre Reformation – was nun?“

mehr in der Agenda von refbejuso.ch.

 

 

 

 

 

Das Chorherrenstift St. Vinzenz in Bern

Dienstag, 2. Mai 2017, 19.15 Uhr

Vortrag im Anschluss an unsere Hauptversammlung im Kirchgemeindehaus Petrus, Brunnadernstrasse 40, Bern

von Frau PD Dr. phil. Dr. theol. h.c. Kathrin Utz Tremp, Fribourg

Das Chorherrenstift St. Vinzenz am Münster in Bern ist nur rund vierzig Jahre vor der Reformation gegründet und in der Reformation gleich wieder aufgehoben und dann rasch vergessen bzw. verdrängt worden. Trotzdem gibt es in Bern einiges, was daran erinnert, so das Renaissance-Chorgestühl im Münster, die Vinzenzteppiche und ihr Stifter Heinrich Wölfli, der Chorherr im Totentanz des Niklaus Manuel, und das Stiftsgebäude. Es gibt aber auch nicht wenige recht bekannte Berner Persönlichkeiten, von denen man sich nicht immer bewusst ist, dass sie Mitglieder des Vinzenzstifts waren, so die Pröpste Johann Armbruster und Niklaus von Wattenwyl, die Dekane Burkhard Stör und Ludwig Löubli, der Kantor Heinrich Wölfli, der Kustos Thomas Wyttenbach und schliesslich der Chorherr Berchtold Haller, der zum Reformator Berns geworden ist. Nach der Gründung und den Widerständen, die es dabei zu überwinden galt, kommt der erste Generationenwechsel zur Sprache, der ausgerechnet in die Reformationszeit fiel.

Kathrin Utz Tremp: Studium der mittelalterlichen Geschichte an den Universitäten Bern, München, Lausanne und Freiburg i. Ue., Dissertation über das Kollegiatstift St. Vinzenz in Bern (1982 in Freiburg), Habilitation 2000 in Lausanne, 1999-2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Staatsarchiv Freiburg, verantwortlich für die Bestände des Mittelalters und der frühen Neuzeit, 2013 Dr. h. c. der theologischen Fakultät der Universität Bern.

Nächstenliebe kann gefährlich sein …

… so zumindest der Titel im digitalen Bereich von reformiert. Ein Porträt von Yahya Bajwa … oder Yahya Hassan Bajwa

… wie er in allen unseren Beiträgen genannt wird.

„Der Landeskirche steht er als Berater für Fragen zum Islam zur Verfügung“ und bei uns ist mein Freund Revisor – echt gelebte Ökumene.

Mit Bruder Faida (links) …

… dürft drei mal raten, wer sein Portraitfoto  auf Facebock geschossen hat … nicht im Schiessstand Baden, sondern auf der Panzersperre im See auf dem Julierpass … ohne baden, das Wasser war zu kalt.

 

Friede herrscht – proref pilgern

Dies ist kein normaler Blogbeitrag – eher eine Ideensammlung, ein Hilfeschrei kurz vor dem 50-Jahr-Jubiläum der Mit-68iger. libref.ch organisiert mehrere Pilgertage durch Bern, zur Feier von 500 Jahren Reformation und zudem sind wir seit 150. Jahren medial liberal in der Schweiz vertreten.

          Flyer     –      libref.ch

Hier geht es zur allgemeinen Einführung über „Friede herrscht – proref pilgern“ und zum Verzeichnis der einzelnen Pilgertage.

Ausgearbeitet von einigen, die die Kirche – was immer das auch genau ist (Gotteshaus oder Glaube) – den Mitmenschen näher bringen wollen. Progressiv sein bedeutet, Tabus zu brechen, an das gute Morgen nicht nur zu glauben, daran zu formen. Global bis hin zu kommunal, arm bis ganz reich. Mitmacht mit.

Reformiert! Revolutioniert!

Dieser Blogbeitrag ist der umfassendste Gotteshausführer  von Bern – das Gegenteil müsste erst bewiesen werden. Er eignet sich auch für Touristen, die Bern auf eine etwas andere Art kennen lernen wollen.

Wir wollen nicht zurückschauen, was in Bern vor 500 Jahren war. Uns interessiert, was in Zukunft geschieht … die nächsten 500 Jahre wäre etwas weit gegriffen … manchmal stimmt ja schon ein Rückblick nicht – lasst euch überraschen.

Jeder darf mitmachen. Egal ob, an was oder wen er glaubt. Was wir nicht brauchen, sind Extremisten, Fundamentalisten. Wir wollen verbinden.

Einen Tag der Brücken gibt es noch nicht, nur Brückentage. Dabei schlagen wir sinnbildliche Brücken, feiern den Thesenanschlag in Wittenberg in Deutschland und möchten die heutige Zeit wieder etwas reformieren. Einiges läuft heute, wie vor 500 Jahren, nicht mehr ganz so gut, wie es sein müsste.

Bei uns kann jeder freiwillig wie im Mittelalter daher kommen. Lieber Zukünftiges, gar Futuristisches statt Historisches. Bequem soll es sein. Pilgern ist in. Schauen sie Radio … sie können auch hören.

Es wird nicht einen einzigen Tag geben, sondern sechs, verteilt auf sechs Jahre. Die Reformation fand auch nicht an einem Tag statt.

Vielleicht die letzte Chance, dass wir Liberalen der Reformierten Landeskirche wieder ein Zeitzeichen setzen können. Vor 150 Jahren wurde im Kanton Bern Kirchengeschichte geschrieben mit der Gründung des Bernischen Vereins.

Wer ist „wir“.  Das müssen wir doch schnell mal erklären. Drei aus dem Vorstand.

  • Werner – nicht der von Brösel – der wird noch Einiges an Verlinkungen , Verknüpfungen und Verrenkungen zu erreichen haben. Die Kirche von Bern kennt er bestens und auch den Islam aus erster Hand.
  • Dann ist da der Pfaff Andreas der Erste – jetzt lacht er. Bleiben wir ernst. Sollte ich vor ihm sterben, hält er die Andacht und sonst Adreas II – selbstverständlich auch aus dem Vorstand. Der 1. ist ruhig, fast zu ruhig. Ich liebe seine Fragen, seine Bemerkungen. Er stellt fest, fast unbezahlbar und dabei sind unsere Finanzen nicht in Milliardenhöhe, wie heute üblich. Streichen sie etliche Nullen.
  • Für Finanzen bin ich zuständig, auch fürs Internette. Ab und zu schreibe ich etwas oder habe andere, progressive Ideen. Zum Beispiel das progressive Pilgern. Ich danke für ihren Mut und  Durchhaltewillen diesen Beitrag zu lesen und hoffe auf Unterstützung. Einerseits mit Arbeit vom Vorstand und andererseits, dass sie als Leser auch mitpilgern. Ansonsten können wir diese tolle Übung beerdigen. Aber dieser Tätigkeit werden wir einige Male begegnen. Und wenn sie Ironie nicht mögen sind sie bei den Liberalen fehl am Platz – 150. Jahre ohne reformierten Sarkasmus, das geht nicht. Und Ziel wäre eigentlich, dass diejenigen, die im letzten Drittel des 18. Jahrhunders die heutige schweizerische reformierte Kirche massgeblichst gestaltet haben, wieder mal zu Wort und Tat kommen. Liberal reformiert – libref.ch eben. Eigentlich müsste es progressiv proref.ch heissen. Liberal nennen sich viele, die heute eher konservativ, dem Gegenteil von liberal, sind. Und bitte, wenn sie meinen Schreibstil nicht mögen, Luthers Thesen sind bei vielen auch auf Unverständnis gestossen. Kappiert? „Friede herrscht, trägt meine Handschrift und wiedergibt meinen Geist.“ Also, Reklamationen bitte nur an mich.
  • Lady’s last oder wie hiess der Spruch nun mal schon? Eigentlich sollte mann das ja heute wissen, aber Therese ist wichtig. Sie ist Präsidentin der Liberalen in Bern, hat Ideen und ist unvoreingenommen. So gesehen die Jüngste bei den Projektierenden.
  • Und da denkt im Hintergrund auch noch einer zu 95 neuen möglichen Thesen. Normalerweise auch ein Vielschreiber, zudem Erfinder unseres stolzen Hahns im Header. Er hätte eigentlich schon mit „Kirchenbewegen“ mitpilgern können. Er bringt beste Voraussetzungen mit: Katholisch und echt ein Nachbar von Bruder Klaus – wohnt am Pilgerweg und 3 Steinwürfe weg von der Wallfahrtskirche in Sachseln. Steine werfen wir höchstens in ihren Garten, wo halb so viele Rosenarten anzutreffen sind, wie im Rosengarten Bern.

Wann fand die Reformation statt? Am 31. Oktober 1517? Nein. Damals schlug Martin Luther die 95 Thesen an:

Disputatio pro declaratione virtutis indulgentiarum

oder auf Deutsch, abr fischet nid im Trübe, di evangeij Tese gäbs och uf Hochdeutsch. Und wen würde ich da für eine Rede gewinnen wollen – Prof. Dr. Reiner Anselm, Vorsitzender der Kammer für öffentliche Verantwortung der EKD, Evangelische Kirche in Deutschland
Prof. für Systematische Theologie und Ethik an der Universität München. Er arbeitet schon eine Zeilang nicht mehr an der Uni Zürich, ist aber immer noch bei uns Vorstandsmitglied. Nicht immer, aber bei wichtigen Terminen ist er dabei. 2019 vermutlich auch wieder in Erlenbach mit Blick auf Stampa im Bündnerland. Das für „Geweihte und Rätselfreaks“. Karikaturenzeichner sollten auch auf ihre Rechnung kommen.

Ja, wann fand dann die Reformation statt? Sicher nicht an einem Tag, sondern über Jahrhunderte und im Grunde genommen läuft die Reformation in heutiger Zeit auf Hochtouren. These 95 – sie werden sagen, das ist die letzte, da hat man ja noch viel Zeit. Vielleicht haben wir eine Chance, mit einer These, die „er“ vor einigen Tagen angeschlagen hat. Via Militär hat unser „Hohes P“ Ende der Siebziger Jahre den damligen Nationalratskanditaten zu uns ins Schlüsselloch an einen Verbindungsstamm eingeladen. „Ich einmal Bundesrat? Ich bin viel zu angriffig!“ Hat mein Tischnachbar zu meiner Bemerkung gesagt. Damals hat er sich und vor Kurzem viele andere trumpiert.

These 95: Und so dürfen sie darauf vertrauen, eher durch viele Trübsale hindurch in den Himmel einzugehen als durch die Sicherheit eines Friedens.

Freude herrscht“ – aber es wäre doch schön, wenn der Spruch umgeschrieben würde:

Friede herrscht„.

Adolf Ogi will Brücken bauen, sieht eine Riesenchanche für die Schweiz, dass sie sich als neutrales Land – mit Uno Sitz in Genf – zur Verfügung stellt, dass Putin und Trump zusammen verhandeln.

Denkgrenzen und Denkblockaden abbauen!

Übrigens, die Reformation begann erst 1519 in der Schweiz mit dem Wirken Ulrich Zwinglis. Halt! Stopp! Sichern! Einwand. Zwingli  schrieb: „Ich habe angefangen das Evangelium zupredigen im Jahr 1516.“ Seite 62. In Glarus und zwar zu einer Zeit, wo ihm Luther noch gar nicht bekannt gewesen sei.

Und wer ist dem Kern nachgegangen? Einer der von Kernen extrem viel weiss. Weniger von Apfelkernen, denen unser Ex-Präsident nachgegangen ist. Wer hat den Apfel im Paradies vom Baum gepflückt? Eva! Nein, die Schlange. Und wer ging im Cern dem Kern nach? André Arn, erm. Professor und akribischer Detailsucher. André, was du da an die Öffentlichkeit trägst, ist   eine Sensation – des Pudels Kern.

Und im Grunde müsste nicht der 31. Oktober gefeiert werden, denn im Reformjahr 1582 wurden 10 Tage bei der Umstellung auf den Gregorianischen Kalender ausgelassen. Am 10. November 2017 sind es genau 500 Jahre, seit die 95 Thesen angeschlagen wurden. Die aktuellen Thesen zu 500 Jahre Reformation.

Wir suchen Leute, Institutionen, die sich von den nachfolgenden Ideen begeistern lassen und einen Brückentag, -schlag in Bern gestalten und durchführen helfen. Es werden nun verschiedenste Orte aufgeführt, die ergänzt oder gestrichen werden können.Beim Pilgern an einem einzigen Tag wären eh alle Orte nur in einem Sternmarsch mit verschiedenen Gruppen denkbar, die sich unter der Autobahnbrücke beim Haus der Religionen treffen können. Wir können auch Tage einplanen wo jeweils in einer anderen Kirche mit einer Predigt gestartet wird. Bis zum Reformationjubiläum von 2019 werden wir die halbe Strecke geschafft haben. Wir beginnen den Pilgerweg 2017 einmal bei „A wie Aare“ und hören in sechs Jahren bei „Z wie Zollikofen“ auf.

Wie wann wer für die Folgejahre ist noch nicht definitiv festgelegt. Nur warum ist festgelegt. Brücken verbinden nicht nur Hindernisse geografischer Natur, man kann auch Brücken zu anderen Kulturen und Religionen schaffen – sich kennen lernen, sich achten, nebeneinander friedlich existieren.
Das ist nichts anderes als reformieren ohne missionieren. Bedenken müssen wir auch, dass Brücken auch Nachteile mit sich bringen.

Ein Teil der Bilder stammt aus meinem bisherigen privaten Archiv  und die übrigen entstanden auf den verschiedenen Rundgängen,  zum Teil mit Andreas I oder Werner.

Andreas I ist Feldprediger, aber auf einen wirklich aktuellen Link, was wir hier zu Krieg und Frieden – vor allem Letzterem – anbieten können, sind wir bisher noch nicht gestossen. Über Grossonkel Fritz, der ehemalige Oberarmeefeldprediger oder hiess es Armeeoberfeldprediger, finde ich auch nichts. Google: meinten sie „Oberarme Feldprediger“. Er hat nicht nur Mückenstiche gesehen. Hätte von seinem Einsatz in Korea berichten können, wie versucht wird Frieden zu erhalten oder herzustellen. Und da wäre noch  Andreas Goerlich, der Flüchtlinge aus Syrien betreute und jetzt unseren Andreas III vertritt, der im Sabbatical ist.

500 Jahre Reformation. Grob gesagt, die ersten 300 verliefen ähnlich und der grosse Umbruch fängt Anfangs 19. Jahrhundert an. Auslöser bei uns war die Schlacht am Grauholz – Luftline 3 km von unserem Schlusspunkt „Z wie Zollikofen“ entfernt – dort wo das alte Bern unterging und die erste Finanzkrise begann. Die Bahai könnten im Haus der Religionen die zwei letzten Jahrhunderte aus eigener Sicht erwähnen. In ihren Grundsätzen steht ein Satz, den ich am Schluss als Start in die neue Reformation setzen möchte:

Die Menschheit steht am Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter.

oder anders gesagt:

Nach den Bedürfnissen der Menschen fragen.

Für das liberale Pilgern hat es nun zig Vorschläge. Und wenn das zu wenig sind, oder mehr Details her müssen, dann fragen wir den Bloggerkollegen Claude der Stadtwanderer. Spätestens bei diesem Link wüsste er, woher wir uns kennen. Er könnte auch verlässlichere Prognosen machen, wie viele Leute mitwandern, marschieren, pilgern. Vielleicht ist auch die Berner Kirche oder die Stadt Bern an diesen Ideen interessiert – wir setzten keine Grenzen, wir wollen Brücken bauen, heutige Abgründe überwinden helfen.

Eure Ideen und Bemerkungen könnt ihr als Kommentar erfassen oder hier unsere Kontaktdaten.

Schreibfehler sind noch nicht korrigiert, wenn ich sie überhaupt entdecke, aber meine Vorstands-KollegInnen sollen sich alles mal anschauen.  Änderungswünsche anbringen und überlegen, welche der zig Ideen, andere, wann, ob einer der erwähnten möglichen Referenten angefragt werden soll …?

Nach 150 Jahren hätten wir wieder mal eine Chance, dass wir uns öffentlich profilieren könnten. So nach dem Motto:

Wer in der Religion nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Vielleicht schaffen wir es neue Thesen, Behauptungen für die heutige Zeit zu formulieren. Moses hatte einige Gebote, Luther brauchte schon 95. Wieso gerade 95? Wenn wir interpolieren dann sind es haargenau auf die fünfte Nachkommastelle

111 Punkte oder würden 3 genügen! Das wäre für die heutige Zeit revolutionär … viele möchten das.

Mein Versuch für drei Weisheiten:

  1. Sei recht und offen mit allen und allem.

  2. Sei friedlich und hilfreich, damit Recht Sinn gibt.

  3. Sei sinnlich, damit Erbe und Progessives sich sinnvoll ergänzen.

Grün ist die Farbe der Hoffnung und des Islam, auch die Linkfarbe, die hoffentlich richtig verdrahtet und nicht schon dead sind.

Sie sollen reformieren, protestieren, revolutionieren, manchmal reklamieren, umbrechen, umformen, rebellieren.

Ein Pilger ist ein Fremdling. So hoffe ich doch, als heute im Aargau ansässig, dass ich Verschiedenes in Bern, das mit dem Glauben  zusammenhängt, aufzeigen konnte, das nicht ganz jedem bekannt ist. Danke denen, die schon mitgeholfen haben und jenen, die Ideen und Vorschläge anbringen, damit wir in den nächsten sechs Jahren je einmal durch Greater Bern pilgern und Brücken schlagen können.

 

1. Tag – Samstag, 19. Augst 2017 – Leben und Sterben

Hier geht es zur allgemeinen Einführung über „Friede herrscht – proref pilgern“ und zum Verzeichnis der einzelnen Pilgertage.

    PDF des ersten Tages                      Flyer        –         libref.ch

Erste Teilstrecke der Route des ersten Tages

1. Die Kappelenbrücke verbindet Hinterkappelen (Wohlen) mit der Eymatt. Überquert sie nun den obersten Teil des Wohlensees oder die einfliessende Aare, die knappe 9 km später neben dem Kernkraftwerk Mühleberg weiter fliesst? Die 2. Kappeler Milchsuppe war unser grösster, ähnlicher Anlass. Hier ging es um Krieg und Versöhnung. Aus der Lehrzeit würde ich noch einen kennen, der am rechten Aareufer wohnt. Edi ist heute für Schutz und Sicherheit zuständig. Das Gegenteil ist gar nicht so einfach zu definieren. Un-Schutz und Un-Sicherheit werden wir beim Pilgern mehrfach thematisieren.

Wenn sie auf die Bilder klicken, werden diese vergrössert.

Was wird uns auf der andern Seite der Brücke erwarten, wo wir uns zum Start treffen? Nebel, Finsternis, Unbehagen oder Licht, Freude und Begeisterung? Nach 95 Punkten in und um die Stadt Bern, die wir anpilgern, wissen wir mehr. 95 entsprechend den 95 Thesen von Martin Luther, die er vor 500 Jahren in Wittenberg proklamierte.

Na bitte, wo soll denn hier eine Brücke sein? Zugegeben, es ist nicht die schönste, die wir anschauen werden. Aber die erste und bedenken sie, wenn Brücken abgerissen werden, entstehen wieder Abgründe. Und es gibt überall etwas das fasziniert. Manchmal muss man nur suchen oder den Standort oder gar Standpunkt wechseln …

… oder Erinnerungen (siehe ganz unten) wach werden lassen. Zaubern, wenn sie das können. Misteln wären jedenfalls für den Zaubertrank geeignet. Den brauchen wir nicht, wir wollen friedlich, ethisch zusammenleben und pilgern.

Am Aareufer unterhalb der Treppe, am südlichen Ende der Brücke,  treffen wir uns um 09.00 Uhr – Google-Ansicht. Tessiner müssen einen Tag früher anreisen, für die meisten anderen sind frühe Verbindungen mit dem öffentlichen Verkehr vorhanden.

2. Wie wär’s, wenn wir „Im Hafen von Bern“ mit Peter Bichsel unserem prix-libref. Preisträger, in der Stadt Bern starten dürften?

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Auf dem TCS-Campingplatz könnte mann und frau auch übernachten. Zum Essen empfehle ich einen Ahmed mit Zwiebel und Speck. Über die Zutaten darf man ruhig schmunzeln. Beide haben etwas Progressives an sich. Zum Trinken empfehlen wir ein Bärner Müntschi. Auch das ist eine Glaubensfrage. Für Diskussionsstoff wäre gesorgt. Und wer noch Mineralwasser kaufen will, es steht der grösste Höhenunterschied vor uns und das längste Stück ohne Läden und Restaurants.

Beim Probepilgern war die gefühlte Temperatur 40 Grad. Mein Begleiter, ein erfahrener Pilger des spanischen Jakobswegs, kann seine Erfahrungen an Ort und Stelle erzählen. Erschwerend für ihn war, dass er das für die Berechnung zugrunde liegende Körpergewicht in Jahren aufwiegen konnte. Genau zwei Tage fehlten ihm. Er wird diesen heissesten Tag in Bern nie mehr vergessen und in Zukunft auch eine Kopfbedeckung und keine kurzen Hosen tragen.

3. Jorde-Weiher – hier könnten wir den Jordan einmal in geistiger Form überschreiten. Es gibt zwischen „Himmel und Erde“ einiges, wo wir noch nicht alle Mechanismen kennen. Der Jordan bedeutet  „Eingang in die himmlischen Berufung“. Diese hatte ich noch nicht, aber es existieren doch eine Anzahl Fotos vom allerletzten Bremgartenrennen, wo ich immerhin den Rücken zum Jordan hatte. Die Tafel auf der andern Strassenseite erinnert an Achille Varzi, der hier 1948 im Training in Bern den Jordan überschreiten musste.

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Je nach der Seite wo sie sich befinden, ist der Jordan auch eine Wasserfrage.

Einer fragte: „Können wir hier nicht eine Taufe durchführen?“ Wenn ein Täufling gefunden wird, können wir dies organisieren. Es braucht nicht ein Bebe zu sein, vielleicht findet sich jemand, der sich im nächsten Jahr konfirmieren lassen möchte und noch nicht getauft ist. 20 Minuten … und die wären vermutlich dann auch dabei. Es braucht ja nicht ein ausgefallener Name zu sein. Heute ist man offener – Jimi Tschumi wurde vor einem guten halben Jahrhundert noch abgelehnt. Der Zivilstandsbeamte hatte echt kein Musikgehör für „Kindergeist“.

4. Je nachdem, ob am Waldrand gemäht wurde, geht es nicht die gleichen 300 Meter zurück.  Weiter am „schon zur Reformationszeit genannte Name des Baches„, dem Gäbelbach entlang. Für ein Foto ziehe ich Frühlingswetter vor.

Nicht weitersagen, aber hier rieche ich Trüffel. Schade, die Hunde, die hier herumtollen sind nicht auf diese Köstlichkeiten abgerichtet und unter der Erde finde ich sie nicht. Andere Hunde werden hier als Eindringling empfunden und vom Biber angegriffen. Das kann ganz einfach verhindert werden. Mit einer Leine.

Falls sie Kinder mitnehmen, würden die vermutlich gerne im Gäbelbachtal bleiben. Eine Brücke bauen, Feuer machen und grillieren.

Den Pont du Gard kennt jeder, aber kennen sie das Aquädukt in Bern, das sogar Wasser führt?

Wer einen Umweg machen will, geht weiter zu einem amerikanischen Konzern, der heute wohl das in der ganzen Welt bekannteste Schweizer Produkt herstellt – die Toblerone.

Diesem handlichen Stück sind wir drei rekognoszierenden Pilger schon einmal begegnet. Der eine hielt auf der Toblerone nicht unähnlich aussehenden Panzersperre, die ihm als Altar diente, eine Predigt – auf dem Julier, im See, anlässlich der Synode in Bivio. Zwei Wege! Genau die gleiche Bedeutung wie der Gäbel-Bach. Aus eins wird zwei. Kakao wurde rund 20 Jahre vor der Reformation von den Europäern entdeckt. Der Lauf der Zeit.

Dann Quer durch Westside oder dem Tingueliweg nach zum Le Corbusier Platz bis zum Brünnengut (9.3.17, Seite 3), wo einmal die Disco Grotte war. Geblieben sind die Lautsprecher und etliches Vinyl, das ein Comeback erlebt. Orgelmusik ab Konserve tönt oft besser, als in vielen Kirchen. Höhen und Tiefen sauber zu überwinden ist ein technisches Problem. Hier stossen wir auf diejenigen, die nachzählen wollten, wie viele Zacken diese Schokolade haben kann.

Die Pilger – oder sollte es Pilgerer heissen – die durch den Gäbelbach wandern, sehen etwas weniger von den Brücken und der Autobahn, dafür imposante Gebäude.

5. Autobahn überbrückende Brücken und Brünnentunnel gab es noch keine, als die katholische St. Mauritiuskirche gebaut wurde. Planerisch gesehen kein Glanzstück. Weder Autobahn noch Kirche. Bitte nehmt es mir nicht übel, aber es war vermutlich die hässlichste Kirche von Bern.

Wir nannten sie nur Wellblechkirche und zudem wurde sie genau dort gebaut, wo ich als Kind immer auf die Wieselfamilien herunterschauen konnte. Das frühmorgentliche Geläut ihrer Schiffsturmglocke wurde relativ schnell auf christliche Zeiten anbeordert, wobei mich das 6-Uhr-Gebimmel nicht störte. Wenn ich schlief, dann schlief ich. Achtzehn (18!) Jahre später wurde sie abgebrochen und in ähnlicher Form wieder aufgebaut. Und so wie es aussieht, braucht sie nach dreissig Jahren wieder eine Renovation.

Während des Autobahnbaus joggte ich viel im Bremgartenwald, von dem ein grosser Teil geopfert wurde. Strategische Fehlplanung pur nördlich der Bremgarten- und der Murtenstrasse. Südlich ist das Gegenteil der Fall, immerhin ab der Parallelstrasse …

6. … von der Waldmannstrasse aus durchqueren wir das Tscharnergut und auch der Jorde (Weiher) gehört zu Bethlehem, wo wir uns seit dem Start befinden. Wie und wann der Name zu uns in die Schweiz kam, weiss man nicht. Auch im Westjordanland ist die Namensherkunft von Bethlehem unbekannt.

Mein Zürcherischer mitrekognoszierender Pfarrer ist erstaunt, dass wir dem Heerführer Hans Waldmann gedenken. Er wurde geköpft, weil die Hunde nicht an der Leine geführt wurden. Was die Zürcher mit ihrer Waldmannstrasse, eine Sackgasse und „Erinnerung an verfehlte Grossstadtplanung“ sein sollte, das ist in Bern gelungen. In den 60-iger Jahren war es die echte Eingangsallee von Westen her in die Stadt Zürich-West. Die Waldmannstrasse ist das nordöstliche Ende des Tscharnergut in Bethlehem, das städtebauliche Weltgeschichte schrieb.

Das beste Beispiel für ein gelungenes sozialpolitisch gut durchmischtes Banlieue. Städte- und kirchenpolitisch ein riesengrosses Problem bei der weltweiten Verstädterung. Markante fünf WulcheChratzer rundum. Einmalig in der Schweiz, damals. Heute unter Denkmalschutz. Ein Haus zu renovieren kostet heute gleich viel, wie vor 45 Jahren ein Felsenauviadukt zu bauen. Baukosten, Luxus wären einige Gedanken wert. Milliarden von Weltbewohnern können sich das nicht vorstellen.

Sorry, wenn über Bethlehem einige Links nicht mehr funktionieren und die Bilder verschwunden sind – es war halt eine Bern Ost Firma, die doch den Text des Blogs transferieren konnte, als sie das Bloghosting aufgab. Und es war auch ein Zürcher, gegen den man posthum noch 95 Thesen anschlagen müsste, der dieses Quartier in der Schweiz in Verruf gebracht hat. Fernsehmanipulation pur. Werners Vetterliwirtschaft pur. Trump lässt grüssen. Und das schreibt einer, der viele Fernsehleute vom „friedlichen Krieg“ her kennt. Obiger unsportlicher Spottreporter war nicht dabei! Hier ist unser 3027 Bern-Bethlehem, das andere, ältere ist gute 2830 km entfernt. Wieso nahmen die nicht als Zahlendreher die Postleitzahl 3028?

Dem SRF muss man zugutehalten, dass sie 50 Jahre später dem  Tscharnergut Kultstatus zuschreiben. Erst nach dem Tod von Ulyss Strasser, Erfinder vom Tscharnergut, des Tscharnis.

Wo heute die Designmöbel aus der Musterwohnung des Tscharnerguts sind, weiss Papst Chugeli, der Viertel vor Erste. Früher standen sie immer im Wohnzimmer von Architekt Volz, einem Miterbauer– und Mieter des Quartiers, später bei seinem Sohn und meinem Schulkollegen Pierre. Ihre Geschichten hätte man aufschreiben sollen. Eigentlich müsste man jetzt zum Apèro einen Tscharnergut von Gian-Babttista von Tscharner trinken und ihn, den urechten Bündner von Tscharner Geschichte(n) erzählen lassen. Nach der Besichtigung des Glockenturms, geht es …

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7. … vorbei am Ort der Weihnachtspoststelle 3027 und wer den Umweg in etwas anderer Reihenfolge durch die Kaspar-, Melchior- und Balthasarstrasse in Kauf nimmt, gelangt auch zur refomierte Kirche Bethlehem  – mehr dazu in den obigen Links. Um bei Google Trefferquoten zu erreichen braucht es manchmal Fallüberlistungen. Hier wurde ich konfirmiert und zum ersten Mal mit Kirchenpolitik konfrontiert. Der Koch, dem  die Suppe so richtig versalzen wurde, hat mir viel Hilfreiches und eine gute Prise Liberales auf den Lebensweg gegeben. Zudem haben wir hier vermutlich das allererste Rock-in-Church durchgezogen. Der Zeit voraus, echt progressiv und das eindrücklichste Vaterunser, dass ich je erlebt habe. 34 Jahre später habe ich das erste Rockkonzert in Langenthal mitorganisiert. Einige sagten, so moderne Musik in der Kirche, das darf nicht sein. Oh doch!

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Bilder sind Ansichtssache und wenn ich dieses Kirchenfenster so anschaue, ist es eines der wenigen, wo man wirklich Kraft tanken kann. Hier kann jeder spüren, wie die Strahlen dem Körper in sekundenschnelle Energie zufliessen lassen. Probiert es an Ort und Stelle aus, wenn das Bild nicht schon reicht. Leicht einschnaufen und sie sollten wenigstens an den Armen und Beinen ein kaltes Kribbeln empfinden. Zum Meditieren braucht es nicht immer ein Mandala zu sein.

zweite Teilstrecke der Route des ersten Tages

8. Hunger? Da gäbe es mit einem kleinen Abstecher zwei Restaurants – der drei Könige und der Jäger, der anscheinend im Volksmund Jericho-Beizli hiess – nur ich lebte 15 Jahre in dieser Gegend und hörte den Namen nie, man isst übrigens im Jäger sehr gut – schon vor über 30 Jahren, wo frau einen runden Geburtstag feierte.

Rechts neben den Königen  das Haus mit dem Jäger, das für viele vom Veloladen her ein Begriff sein dürfte. Den Vorgänger Hofer, ein begnadeter Velomech, kannte ich besser. Er hat mir auch das Rennvelo für meine mitgefahrenen Rennen zurechtgemacht und mit seiner Tochter habe ich schon als Kleinkind in der Länggasse gespielt und später wurde sie eine Klassenkollegin.

Wir kommen beim Brockenhaus der Heilsarmee vorbei wo sinnvolles Recycling betrieben wird. Da gäbe es einige Themen zum besprechen – Wohlstandsgesellschaft pur, Möglichkeiten fürs Recycling, Sammeln.

9. Weiter zur Neuapostolische Kirche Bümpliz. Zu Freikirchen sollten wir wieder Brücken bauen. Sie entstanden fast alle nach der Reformation aus dem Protestantismus. Das ist bei Gott keine Neuerscheinung. Schon unter Weggefährten wie Huldrych Zwingli haben die Täufer ihren alleinigen Anfang genommen. Die NAK ist in Sachen Regenbogen der Landeskirche voraus.

Die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren wurde vor gut einem Dutzend Jahren für die reformierten Kirchen auf freiwilliger Basis gestattet. In der Fachsprache hiess das „gottesdienstliche Feiern für Menschen in besonderen Lebenslagen“. Als einer der ersten durfte ich einen solchen Beschluss im Dezember 2004 unterzeichnen und eine Pfarrerin hat das Pink Cross informiert. Der liberale Geist von Bethlehem war bis in eine durchschnittliche Stadt vorgedrungen. Die evangelikalen und die liberalen Ratsmitglieder haben gleich gestimmt. Ein Gegensatz? Nein, aber es wird oft vergessen.

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10. Entschuldigt bitte, dass hier das Hochhaus mehr zur Geltung kommt. Übrigens, die Architektur ist ein Abbild aus Le Corbusiers Werk. Da bin ich regelmässig zu Besuch und da wohnte nebst mir auch einer, der die W.Nuss vo Bümpliz schrieb und sing. Es dürfte noch einen bekannten Berner geben, der diesen Haustyp von der ersten Liebe her (Ausgabe vom 26.1.2017) kennt, vermutlich der sogenannte „Beamtenblock“. Die Abendstrasse ist eine verrückte Strasse – hier gibt es meines Wissens nur eine einzige Hausnummer – die 30.

So nebenbei haben wir die Eisenbahnlinie Bern-Neuenburg unterquert und sind gespannt, wer den Packt mit dem Teufel gewinnt. Im Fellergut, dem letzten grossen Werk in Berns Westen von Gret und Hans Reinhard, wäre eine gute Möglichkeit, um über Generationen zu sprechen.

Soll ja keiner sagen, dass es hier im Stadtbach keine christlichen Fische mehr hätte. Wir schaffen auf einigen 100 Metern insgesamt sechsmal die anstrengende Überquerung des reissenden Stroms, der offen und sogar aufwärts mitten durch Bern fliesst – des Stadtbachs.

10. Gleich stadtbachgrenzend  das alte Schloss Bümpliz. Ob sie es glauben oder nicht, es gibt auf der Welt kein Schloss, an dem ich häufiger vorbeigefahren oder gelaufen bin, als am Alten Schloss Bümpliz und besitze keine digitale Aufnahme und Dias mag ich nicht einscannen.

Voila und ganz brandneu …

… Raubtiershow hinter Gittern. Auf der Rückseite sieht das alte Schloss neuer aus, als das neue im Hintergrund. Über die Kunst lässt sich bekanntlich streiten und bei Rolf Knie hat es einige wirklich ansprechende Bilder, nur für meinen Geschmack sind das durchwegs solche, ohne grafische Tiere und ich leide sicherlich nicht unter einer Ikonophobie. Mehr dazu wird sicher Werner beim Historischen Museum erzählen.

11. C’est formidable! Friede Herrscht! Wer war Bewohner des neuen Schlosses und gestalte das Buch von Dölf – Ted Scapa. Wenn der Fogsplitter sich noch lange nicht meldet, wäre das eine Überlegung wert. Das werden jetzt wohl nur wenige verstehen, Insider so gesehen – der prix libref. über Karikaturen. Da wären nur die digitalen Fotos und dabei standen diese beiden Schlösser schon vor fünfzig Jahren an meinem Schulweg.

Im Neuen Schloss war auf dem Zivilstandsamt in einem Rodel mein Auszug gefunden worden. In der im nächsten Punkt folgenden PPPräsentation ist er abgebildet. Zeremonielokal, heisst das heute und da wüsste ich jemand, der sicher einige Anekdoten zum Besten geben würde. Ob sie hier noch eine Hochzeit durchführen könnte?

Aber da existieren doch ältere Aufnahmen im Alten Schloss mit Sicht aufs Neue Schloss. Alle bernischen Katholiken sollten zumindest Walter kennen … die andern lernen ihn heute vermutlich als Diskussionsleiter kennen. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass man hier gut essen kann.

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12. Quer durchs Fellergut und in der Unterführung von Bümpliz-Nord steht die Graffiti, die eigentlich zur Kirchengeschichte des Kantons Bern gehört (3. Folie) und allen Kirchgemeinden Ruhe liess – die allermeisten haben ja gar nicht bemerkt, was im Hintergrund in einer politischen Hau-Ruck-Aktion ablief. Mehr beim Nachbar vom Berner Münster am dritten Tag.

13. Wer sprichwörtlich „über den Jordan geht“, findet eine der schönsten Ruhestädten auf dem Friedhof Bümpliz. Schang Hutter hat den nördlichen Teil stark beeinflusst. Ich will leben. Hier könnte ich noch eine Ergänzung über sein Atelier in Huttwil anbringen. Bei mir hängt ein kleines, aber feines Original „ich lebe nur einmal“.  Ein besinnlicher Rundgang und vielleicht an die Opfer der Schoah denken. Gestatten sie mir und meiner Mitorganisatorin, dass wir einen Abstecher zu unseren Müttern machen und kurz beim Gemeinschaftsgrab innehalten.

Mal schauen, ob uns von hier mein Vornamensvetter begleiten würde. Hier könnte auch eine Dame Details zeigen – vom Baum-Hasel, ein Archäophyt der bis zu 20 Meter hoch werden kann oder in der angrenzenden Fröschmatt, städtische Biodiversität vom Feinsten. Über Ausgangssperre für Katzen oder heikle und eingewanderte aggressive und genüssliche Pflanzen liesse sich auch diskutieren – Neophyten. Hier gibt es auch kirchliche Neophyten aber zurzeit keine Venusfliegenfallen. Haben wir eigentlich 500 Jahre Tabak in Europa gefeiert? „Gefeiert“ kann jeder Nicht- und Nichtgenuss-Raucher durch ein ihm passendes Wort ersetzen. Das Leben endet für alle einmal tödlich. Die Frage ist wie …

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… und wann. Zum Tod sage ich immer, dass vor ihm niemand Angst hat, nur vor dem Sterben.

Und daneben steht ein Bogen, fast einer Brücke gleich,  mit Spalt. Die Lehrlinge von Bernhard dem Brückenbauer haben einmal ein Kunstwerk erschaffen, das heute immer noch bei mir in Schmiedrued steht.

Beim Durchqueren des Bachmätteli sehen wir wohl das schönste Stück Stadtbach.

Wer es noch nicht bemerkt haben sollte, Bern-West ist ein richtiges Kinderparadies. Keine Ahnung, wie viele Kinderspielplätze uns schon begegnet sind. All diejenigen, die abschätzig von diesem Stadtteil sprechen, sollen mitpilgern und sich eines Besseren bekehren lassen. Alles andere ist Werner Vetterliwirtschaft pur. Es ist traurig, dass Medienmogule eine ganze Nation falsch beeinflussen konnten und dieses Klischee auch post hum noch oft zu hören ist und als solches, wie der Ursprung des Wortes, nicht gedeutet wurde. Bern-West ist in.

Entschuldigen sie, wenn heute einer mit AG-Nummern am Fahrzeug das Pilgern leitet. Aber einer, der noch Berndeutsch und deutlich spricht und schreibt. Schreiben nicht so oft, das machen Jüngere zu meiner Freude öfters. Ja, „„Bärndütsch isch e Sprach wi grobs Grien (Kieselsteine) und es alts Chilcheglüt“. Dr „L“, mit däm stöh viu (für viel) uf Chriegsfuess. Chiucheglüt oder Chileglüte heisst das. O Chiubi, nid Chilbi. I gloube, das isch scho vo Quartier zu Quartier verschide. Ja, mängisch brucht scho e Bümplizer, trennt vore (Angeri säge vonere) Bahnlinie, für die igsässene Bethlehemer, bsunders Tscharnergütler, z’verstah, e Dixer. D’Barbara mit de glismete Strümpf wär ono eini fürs zäme palavere (3. Silbe unbetont).

14. Nehmen sie es mir nicht übel, dass ich die genau zwischen den zwei Kirchen liegende Post Bümpliz von innen her besser kenne.

Die reformierte Kirche Bümpliz steht auf einem kleinen Hügel, der schon vor rund 2000 Jahren, über 100 Generationen, besiedelt war. Und wer sich mit der Geschichte von Bümpliz befassen will, besucht am besten das angrenzende Haupthaus des Bienzgut – das Ortsarchiv. Oder begibt sich auf den Generationenweg, der südlich dieser Gebäudegruppe gelegen beschildert ist.

15. Zwei Kirchen? Viele vergessen die Evangelisch-methodistische Kirche, die EmK mit der Matthäus Kapelle, weil sie unauffällig ins Strassenbild passt. Und vermutlich ist die gegenüber liegende Poststelle nicht auf der Streichliste. Sie war jahrelang die grösste Filialpost in der Schweiz. Habens sie es gewusst? Mit mehr als 45 000 Einwohnern wäre Bümpliz-Bethlehem die 11. grösste Stadt in der Schweiz – nach Biel und vor Thun, das knapp vor dem im April 2017 fusionierten Bellinzona liegen dürfte.

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dritte Teilstrecke der Route des ersten Tages

16. Die katholische  Pfarrei St. Antonius Bümpliz, „dr Plämpu“, wie sie genannt wird. Als ehemaliges Mitglied des Kirchgemeindeverbandes Bern müsste ich doch  Walter Riedweg, den ehemaligen Synodalratspräsidenten anfragen, ob er uns „seine“ Kirche zeigen und vor allem etwas über die grösste Landeskirche sagen würde. Oder einige Bemerkungen zum Schattenleben in Rom. Habt ihr Walter im Alten Schloss Bümpliz erkannt?

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Kirchentüre – eintreten lohnt sich.

Um 16.00 Uhr findet im Kirchgemeindehaus die Diskussion „Kommunikation zwischen Wegwerfgesellschaft und Neubesinnung“ statt.

Wer pilgert, lässt sich überraschen. Es gibt da so einige Ideen. Wir können uns auch ein Podium nach Anzahl der Teilnehmer vorstellen. Wenn nur ich pilgere, dann führe ich halt ein Selbstgespräch. Im „schlimmsten Fall“ kommen 1000 Pilger. Dann halt alle aufs Podium und ich bin der fragestellende Zuhörer. Das ist fast wie bei Luther. Der spreyt einer Graffiti gleich 95 Thesen in Wittenberg an die Türe und wenn man es genau nimmt, so war erst 1529 der Ursprung der Protestanten – in Speyer (nicht Sprayer) … und Luther nahm gar nicht teil, der war in Coburg. Müsste ich wieder mal besuchen. Nicht Luther, Coburg natürlich – etwas kleiner als Bern-West. Luther predigte dort im St. Moriz.

Sollten sie es noch nicht bemerkt haben, an diesem Tag suchen wir nicht die ganz langweiligen Pilger fürs Podium. Frech, witzig und vor allem in die Zukunft schauend. Nicht das Geld zählt, sondern die Philosophie. Der Mensch lebt nicht von Geld allein. Wer Lust hat und was zu sagen hat, kommt aufs Podium. Walter und ich haben schon schwierigere Probleme lösen können.

Walter ist zurzeit in London. London – das ist doch die Stadt mit dem brennenden Hochhaus. Meines Wissens haben wir heute keines gesehen, das mit Styropor isoliert ist. Grossversuche im Brandschutz seien gefordert. Aber bitte nicht, auf diese Art. Hier verstehen wir uns beide. Sollte niemand zusätzliches Lust auf ein Sprachduell haben, wir beide schaffen das alleine. Aber es werden sich so viele gute Teilnehmer melden, dass ich mich im Hintergrund aufhalten kann

Neubesinnung, das wäre nach 500 Jahren wieder mal angesagt.

Das Öffnen der Kirchentüre hat sich gelohnt. Eine Symbolik, die Kraft gibt.

18. Wenn sie vom Friedhofbesuch und der Diskussion etwas „geschafft“ sind, dann machen sie doch einen kleinen Umweg oder verbringen gar den Abend nach dem Pilgern auf der Bümplizer-Chilbi – schon 70 Jahre jung und bei vielen beliebter als die Schütz – ein „Geheimtipp“. Passt sogar zum Pilgern, denn was bedeutet Chiubi (u betonen) genau? Das Eigenhochfest der katholischen Kirche, der Kirchweih. Schliesslich liegen St. Antonius und Chilbiplatz beide an der Morgenstrasse.

Schleifen war noch nie meine Lebenseinstellung und deshalb habe ich im obersten Stock links vom Pfaffensteig bei der Ascom keine Lehrstelle angenommen. Die ersten drei Monate nur schleifen und das von Hand. Statt Elektronik dann halt Betriebswirtschaft.

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Na ja, aus dieser Sicht wüsste „Mein Gott Walter“ noch viel mehr zu erzählen. Er hat schliesslich das Handy in die Schweiz gebracht. Und Bümpliz schrieb Schweizer Telefongeschichte. Nicht nur die Hasler und deren Nachfolger Ascom, auch die Gfeller Bümpliz.  Die ehemalige Fabrik haben wir kurz vor dem Friedhof gesehen. Heute ist die Steuerverwaltung dort beheimatet. In unserer Zeit würde Luther vermutlich sprayen oder twittern. Andere machen das auch.

Die Einweg- und Zweiwegkommunikation ist heute ein gottloses Gebiet geworden. Junge kaufen das Neueste, möglichst auf Pump und die Älteren haben Mühe, der Technik zu folgen. Und alte Geräte wie Radio oder Festnetztelefon sollen nutzlos sein. Gebührenabriss, Roaminghölle. Einerseits himmlische technische Möglichkeiten, andererseits teuflische Tücken und Falschinformationen. Ein echt strahlendes Thema.

19. Den Pfaffensteig bei der Bodenweid im Könizbergwald hassten wir. In der 5. Klasse mussten wir den beim OL überwinden. Sport war nicht unser Lieblingsfach. Wir waren Denker. Zwei Katholiken und zwei Reformierte. Urban trat zwei Jahre später ins Kloster ein und ich wurde mal CEO Church einer Durchschnittsstadt. Sport ist heute anders. Eine Glaubenssache geworden. Zum Teil Extremismus pur. Eigentlich traurig, was hierzulande abgeht – die Durchschnittsstadt gegen das Kreuz der Schweiz. Als ehemaliger Radrenn- und Rollstuhl-Fahrer kann ich nur hoffen, dass die Kirche etwas machen kann, wird. Das Thema Leistungssport kommt in unseren sechs Tagen zu kurz. Da müssen andere für Remedur sorgen. Wie beseitigt man Extremisten? Sicher nicht mit dem Wunsch, dass sie in den Rollstuhl müssen. Vielleicht kommt Zumi (Seite 14 und 3) mit. Der kennt einige Eisplätze und das ist derjenige, der mit der Bernmobil dafür sorgen kann, dass auch Menschen, die nicht so gut zu Fuss sind, bei uns mitpilgern können. Wer mit dem Zug kommt, fährt mit einem Cityticket am billigsten. Die andern lösen am einfachsten an Ticketautomaten, wie die genannt werden.

Zumi und die andern werden mir verzeihen, dass ich als Exil-Berner mal YB-Fan und sogar Aktionär war, aber für die eisglatten Sachen zu wenig Halt hatte.

Hier könnten wir nun nach Köniz weiterziehen. Dort wurde uns ein ganz spezieller Führer vorgeschlagen. Einer der die Titanic überlebt hat und auch einen Brückenschlag auf dem Pilgerweg zwischen Bümpliz und Köniz machen könnte. Ist es gar ein Hasler, der uns Hintergründe über die Ascom und den örtlichen Vorgänger erzählen kann? Wir drehen aber gegen Osten (links) ab.

Je nach Lust und Laune, welche vielleicht abhängig von der Steigung ist, können verschiedene Wege begehen werden. Über die Autobahnbrücke und dann irgendwo links halten – sechsmal nacheinander sollte dies möglich sein. Und wenn sie an eine asphaltierte Strasse treffen, wieder links halten, bis kurz vor die Ampeln und dann links unten durch. Für viele vermutlich das langweiligste Teilstück heute. Versuchen sie aber mal fünfzig Jahre in die Zukunft zu denken und dann sieht die Welt wirklich schon ganz anders aus.

20. Nach Über- und Unterqueren von Autobahnen gelangen wir zum Haus der Religionen.  Hier muss ich einen Gruss von Andreas dem Dritten aus unserem Vorstand anbringen. Er ist heute Pfarrer, wo die Dame, die für das Kulturprogramm zuständig ist,  stammt. Andreas II lässt auch grüssen. Brücken bauen zwischen Zürich und Bern ist fast schon Geschichte. Und vor kurzem staunte ich. Der Präsident der liberalen Langstiftung, die auf libref. zurückzuführen ist, wusste von unserem Pilgerprojekt. Diese Dame ist seine Frau.

Im Haus der Religionen sind acht Religionsgemeinschaften vertreten. Zwei haben wir zu später Stunde aufgesucht. Wir schauen sicher noch einmal bei den anderen vorbei. Vielleicht treffen wir nächstes Jahr auf Mehmet „unser“ Elevit. Er ist Mitglied   bei libref. Wir bieten Hand zu sinnbildlichen Brücken. Es könnte ja auch sein, dass wir unseren Freund Karan, der Sikhs, wieder einmal treffen.

Einen äusserst herzlichen Empfang gab es durch den Iman der Muslime. Mustafa Memeti ist Schweizer des Jahres 2014. Liberaler und fröhlicher geht fast nicht. Unser Revisor und Blogger, der Muslim Yahya Hassan Bajwa könnte kein Streitgespräch mit ihm machen. Geht nicht, sie sind sich zu ähnlich. Liberal und friedlich. Sie haben sich beide voll in unser christliches Abendland integriert.

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Und bei den Hindus staunt man nur. Soviel Phantasie in Bern.

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Hier können wir Brücken bauen, die vielleicht 500 Jahre halten.

Das Haus der Religionen wird die letzte Station von heute sein. Am zweiten Tag von „Friede herrscht – proref pilgern“ starten wir wieder hier. Programm hier? Wir haben keines. Wir lassen uns überraschen, ob wir mit verschiedenen Religionen zusammen finden. Alleine mit Reformierten, das können sie mir glauben, dann müssten wir noch einige Monate planen. Spontanität, das ist heute gefragt.

Nehmen sie am Pilgern teil. Bestimmen sie, was Sache ist. Wir freuen uns riesig und lassen uns überraschen.

 

2. Tag – geplant 2018 – Kinder Krieg-en

Hier geht es zur allgemeinen Einführung über „Friede herrscht – proref pilgern“ und zum Verzeichnis der einzelnen Pilgertage.

          Flyer     –      libref.ch

erste Teilstrecke der Route des zweiten Tages

19. Beim Haus der Religionen starten wir heute. Mehr dazu finden sie am Schluss des ersten Tages, wo wir den ersten Pilgertag beendeten.

20. Europa, das ist Verwirrung, Baustelle und festgefahrener Beton. In etwa so sieht der Europaplatz, wo das Haus der Religionen zu finden ist, auch aus. Die Europaallee in Zürich lässt grüssen. Deprimierend, schwach beleuchtet und dies wird auch der Grund sein, wieso ich mit den Stichworten Endo Anacondo oder Stiller Has zusammen mit Europaplatz nur einen brauchbaren Link finde – ausser einigen vom Finanzblog oder von libref. Aber die kenne ich ja selbst. Das Beste was ich in dieser Betonwüste je gesehen und vor allem gehört habe.

Tequilla Hallejuia und der Nils Balts ist … lesen sie selbst. Es soll ja niemand sagen dürfen, dass die Liberalen der Landeskirche keine Ironie verstehen.

Bilder anklicken und sie werden vergrössert.

Kennen sie die längste Brücke in Bern? Das ist das Felsenauviadukt.  Und welches ist die zweitlängste und wie heisst sie? Das Lorraineviadukt. Hier steht Nummer drei. Die Weihermannshausbrücke – so könnten wir sie taufen, denn sie scheint namenlos zu sein und jeder macht sich seine eigene Bezeichnung. Vielleicht heisst es auch Weyermannshaus Viadukt, auf alle Fälle wissen diese, das man ihn reformieren, sorry reparieren müsste. Es misst 912 bis rund 1000 Meter. Bauen ist auch eine Art Religion. Innen-, Aussen- oder Mittelradius? Schön, wenn alle Religionsprobleme einfacher und dauerhafter zu lösen wären. Wer Betonbrücken liebt, kommt hier ähnlich wie im Wankdorf auf seine Kosten. Es darf aber keiner sagen, dass ich Beton und Champagner nicht mag.

Wir brauchen jetzt professionelle Hilfe. Wie weiter? Nicht einfach der Brücken nach in die Zukunft ins Quartier beim Weyerli,  wo der Campus Bern geplant wird. Dorthabe ich mal schwimmen gelernt. An selbiger Schule, weiter entfernt, habe ich auch ab und zu mal schwimmen müssen. Nie tauchen und dabei haben wir uns auf die Vorprüfung im Marzili vorbereitet. Schwimmen. Könnte es sein, dass im Glauben einige am schwimmen gelassen werden. Fels weniger Sand.  Das ist heute gefragt.  In Schulbüchern gibt es vermutlich noch heute keine Hilfe.

In welche Richtung nun? Köniz oder Länggasse? Diese Überlegung stellen wir in der Ideenphase und die Wegoptimierung machen wir im Kopf oder besser gesagt mit Bauchgefühl. Wir machen einen Abstecher. Bestaunen den Platz, wo früher die  Ausserholligenkapelle stand. Heute steht dahinter das Berner Bildungszentrum Pflege, die auch ein Begleitprogramm für MigrantInnen anbieten. Leute die kommen. Kirchen die verschwinden – was geschieht alles in den nächsten 500 Jahren? Vielleicht wüsste das die auf der andern Strassenseite ansässige Deza. Hoppla, die sind ja nicht katholisch sondern eidgenösisch: DEZA Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit.

Eher links, der Erinnerung nach. aber weg ist weg.

21. Vorbei am Kirchgemeindehaus Steigerhubel. Kirchenverwaltung und Kirchturm? Luftlinie 1 km. Kurz danach. Türme, Schlote sieht man auch nicht mehr. Die ehemalige KVA wurde zur Brache. Lasst euch überraschen, ob wir übers Warmbächli eine Brücke finden. Es geht nichts über die Vogelperspektive.

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Das Bild aus unserem ehemaligen Adventskalender und heute sieht es etwas anders aus …

… vom Warmbächli im Obergrund keine Spur. Dafür ist in der Nähe noch der Standort der ehemaligen Siebenschläfer-Kapelle.

22. Der Bremgartenfriedhof, früher Galgenfeld, das heute unbekanntere in Bern, wo die Hinrichtungsstätte erst vor 146 Jahren abgebaut wurde. libref. – Schweizerische Vereinung für freies Christentum – wie wir früher hiessen, ist vier Jahre älter. Das zeigt, welchen Gegebenheiten wir in der Schweiz damals entgegenwirken mussten. Die letzte Hinrichtung in der Schweiz erfolgte 1945  vor 71 Jahren. In weit über 20 Ländern, gibt es heute noch Hinrichtungen – 4 christliche Länder und die deutliche Mehrheit der übrigen Länder ist nicht muslimisch. Für libref., mit akkreditieren Personen bei den Menschenrechts-Verhandlungen in Genf, ein Thema, wo es garantiert noch Reforamtionsbedarf gibt. Unser André könnte ja hier seinen Bekannten Jean Ziegler mitnehmen. Auf ein Wiedersehen würde ich mich freuen. Im Gegensatz zum Menschenrechtssaal in der UN Genf dürfte ich hier ein Foto von ihm schiessen. Totenstille würde garantiert nicht herrschen.

Nach dem kürzlich umgebauten Quartierplatz könnten wir zwei Gräber besuchen, das von Michail Alexandrowitsch Bakunin, ein kollektivistischer Anarchist. Der etwas liberalere und progressive Andreas II ist hier gefordert. Das BGE. das bedingungslose Grundeinkommen, hat philosophisch etwas Ähnliches an sich. Zudem unterstützten wir als landeskirchliche Organisation das Referendum gegen USR III an forderster Front- So viel Mut ist fast schon revolutionär. Wir waren von den ersten, die dagegen geschrieben haben. Revolutionärer Sieg. Gabs je eine Abstimmung, die so extrem entgegen der Bundesratsempfehlung Geschichte schrieb?

Da erinnert etwas an die heutige Politik. Wir sind vor der vermutlich längsten Mauer in Bern von der „Welt aus der andern Sicht geschützt„?

Sollte die Wanderung durch den Bremgartenfriedhof zustande kommen, werden wir das Krematorium und den nahegelegenen Teich besuchen. Berichten würde ich über Dällebach Kari und was mir mein Grossvater Ernst Stettler über ihn erzählt hat. Nicht der aus Langenthal, aber den könnte ich am Rande zusammen mit den Machenschaften der Verbandsmolkerei Bern auch noch erwähnen. Mit zwei Jahren muss ich hier ein Nahtoderlebnis gehabt haben. Bilder von diesem Tauchlehrgang gibt es keine, aber Erinnerungen. Über den Tod können nicht alle sprechen. Ich habe ihm mehrmals in die Augen schauen dürfen und er rutscht gerade eiskalt über meinen Rücken runter. Vor dem Tod hat keiner Angst, nur vor dem Sterben.

Statistisch gesehen kann man den Tod vernachlässigen. Er findet an einem Tag statt und ein durchschnittlicher Mensch lebt gute 30 000 Tage. 0,003%. Gibt das nicht Mut. Lebt. Geniesst das Leben. Irgendeinmal ist es für jeden tödlich.

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Nicht die Biohof-fnung hat mir geholfen, auch nicht die Bremslichter am Wagen, die ich auf dem Friedhofsgelände aufleuchten sah, sondern die weit über ein Jahrzehnt höchste Hebamme in der Schweiz, die mir zweimal in Bern das Leben geschenkt hat. Ich kann problemlos über den Tod schreiben und reden, aber feuchte Augen sind ein Zeichen von gelebter Ethik, von Anteilnahme. Und der durch Extremismus verursachte Anschlag – je suis Charlie – greift libref. deshalb mit dem Thema „Cartoon“ beim nächsten prix libref. auf. Die Welt braucht noch einige Reformen, Brücken.

Hier sind nebst Pflanzen und Bäumen auch grössere Rasenflächen zu finden und falls eine Diskussion über die verschiedenen Themen zustande kommt, wäre da noch einer, der sagt: „Sie sehen, ich bleibe Optimist, einfach mit Betonung auf Mist.“ Er war bei USR III auch auf der Gegnerseite dabei.

23. Wir überqueren die Eisenbahnbrücke – alle Züge gegen Westen und ins östliche Gürbetal müssen hier unten durch. Daneben steht der über 70-jährige Güterbahnhof. Der älteste seiner Grösse in der Schweiz? Wer hätte vor 500 Jahren gedacht, wie wir uns einmal fortbewegen und gar fliegen können. Einige erinnern sich vielleicht noch an die Dampflokomotiven die via Drehscheibe hier ins Depot fuhren. Da wüsste vermutlich jemand aus alten Zeiten zu erzählen. Daneben steht eine andere Brücke. Wie heissen die eigentlich?  Die Fabrikstrassbrücke und Murtenstrassbrücke – mit der Hausnummer 2E resp. 85, falls man die mit Häusern überbaut. Wäre ja eigentlich sinnvoll. Wetten, dass kein Menschen alle Brücken in und um Bern kennt.

Zumindest traurig, dass es keine einzige Holzbrücke mehr in Bern gibt. Pilger könnten in mein geliebtes Schwarzenburgerland gehen – aber bitte nicht auf den Zug aufspringen, der taktmässig unten durchfährt – die hochgelobte Technik hat so ihre Tücken. Themen genug um in die Länggasse zu gelangen.

Güterbahnhof, KVA Kehrichtverbrennungsanlage (die neue) und Blick von der einen namenlosen zur andern namenlosen Brücke. Und dieses Dokument zum Güterbahnhof Weyermannshaus finden sie aktuell in keiner einzigen Tageszeitung – eben, hochaktuell gefunden. Zufälle gibt es nicht. Libref ist näher bei der Zukunft.

24. Der Friedhof auf der einen Seite und die ehemaligen Panzerhallen auf der anderen Seite. Panzer wurden meines Wissens hier keine gebaut. Geschütz und Turm wurden montiert.  Das Erstaunliche: Heute findet man nur sehr schwer Informationen dazu – hier einige über das Artilleriewerk San Carlo, der Gotthardfestung. Andreas der II und der III werden nun schmunzeln.

In einem Leben habe ich einige Male eine offerierte Stelle nicht angenommen. Eine war Finanzchef bei der von Roll und ich gab Hahnloser eine Absage. Damals montierten sie keine Panzer mehr, aber in den Siebziger-Jahren hatten wir noch einmal eine offiziellle Führung. Unbequeme Archive, die mal zur Geschichte zählen könnten, werden vielfach vernichtet.

Als kleine Knöpfe waren wir einige Male in den Giessereiwerken und fanden immer jemanden, der uns das alles erklärte. Schliesslich wohnten einige Arbeiter in unserer Umgebung – ich am Waldrand in der hinteren Längasse. Das Quartier erkundet habe ich immer mit Beat und das geheimnisvolle an ihm war zu dieser Zeit, dass er nicht den gleichen Geschlechtsnamen wie seine Mutter hatte. Ein halbes Jahrhundert und jetzt stellen dies vielleicht noch ältere Ureinwohner in ländlichen Gebieten fest. Die Patchworkfamilie ist heute Alltag.

Tritte gab es da früher andere, zum Hinaufsteigen zu Panzertürmen. Hell und dunkel war es immer schon. Keine Mündungsfeuer, nur schmelzendes und zischendes Eisen.

25.  Wir wollen noch einige Fotos schiessen. Also kommen wir durch den Nebeneingang rein und wollen zu den Panzerhallen, aber da strahlt uns was an …

christliches Zentrum Bern. Ein wirklich echt toller Platz, um junge Menschen abzuholen. Sind die neu hier? Nicht wirklich. Vermutlich kommt ein neuer Aushang zu einem Rockkonzert. Eine Freikirche, aber „A Church with a Vision“. Die haben nicht Angst vor USR III. Ehemaliges Waffenindustrie-Areal, da wäre doch mal Werkspionage angesagt, wie junge Christen angesprochen werden. Im gleichen Gebäude fand auch die Stopp-Armut-Ausstellung statt und einige etwas gegensätzlichere. Christliche Themen auf Schritt und Tritt.

Krieg und Frieden ist ein Religionsthema. Den einzigen Krieg, den ich kenne, der nicht durch eine Religon entfacht wurde, ist Nicaragua gegen San Salvador. Er wurde durch ein Fussballspiel ausgelöst und heute muss man Fussball als eine Art Religion anschauen. Ein anderer Aargauer könnte uns hier einige Informationen liefern. Der ehemaligen Direktor der Militärbibliothek – Dr. Jürg Stüssi-Lauterburg. Alles ist in der Wikipedia erwähnt, nur nicht das er bei den Liberalen in der Kirche ist. Keiner erzählt Geschichte so spannend wir er. Einmal kommt mit der Suche noch Matthias Lauterburg. Matthias wäre natürlich der erfahrene Moderator, den wir uns vorstellen können.

Vielleicht ergibt sich hier bei der von Roll eine tolle Diskussion – bei über 40 Hörräumen sollte doch einer bei der Uni Bern zu finden sein.

26. Na ja, dann bewegen wir uns durch die Längige. Ganz hinten im Tierspital gäbe es vielleicht noch Diskussionsstoff über Zellen. Tierische? Es werden auch andere erforscht. Ob wir religionsmässig mitdiskutieren möchten. Mein Beitrag über die Nobelpreiszellen wurde dort auch schon beachtet. 500 Jahre Reformation – wir müssten wieder was Mutiges machen.  Fotos gibt es noch keine, die werden laufend geknipst, aber Mutiges schon. In der ersten Klasse schauten wir uns die Aussicht hoch oben auf dem Kran auf diese Baustelle an … nur gab es da noch keine Fotoapparate für Knirpse. Tägliche Verpflegung war damals für den Kranführer ein Kasten Gurtenbier – heute dänisch, Besser geht es denen, denen Dänen nahestehen hiess es vor 75 Jahren. „Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin“ – eines der ersten Graffiti, das ich in der Länggasse gesehen habe. Ein Satz mit amerikanischem Ursprung. Und was schliessen wir  daraus? Bertold Brecht konnte Englisch – if you copy, copy right – ein Wiederkäuer?

Ein ganz aktuelles Thema könnten wir hier diskutieren – das neu gezüchtete Mischwesen Schwein und Mensch.

27. Und wer es nicht weiss, der Nachbar vom Tierspital ist der Menschenspital Lindenhof. Dreimal war ich dort. Als beteiligter Zuschauer. Auf jahrtausend alte Art gezeugte Kinder. Heute ist die Palette vielfältiger. Geschlechtserkennung, ein Thema, das nicht nur die Kirche beschäftigt. Die medizinischen Zusatzmöglichkeiten beim unerfüllten Wunsch nach Nachwuchs. Das Gegenteil beschäftigt diejenigen, die sich bei der Reformation nicht abgespalten haben, intensiver. Mit welchem Lebewesen werden solche Themen den Kindern erklärt – mit den Bienen. Und was hat es im Honey-Häuschen im Vordergrund?

28.  Früher weiss, heute ockergelb – die ehemalige Bernische Tomatenzuchtanstalt. Der schwatzhafte Beat und ich, es waren immer die gleichen. Hier wurden wir unter strenger Zucht von Fräulein Direktorin Glättli zum Pflanzen von Gemüse verurteilt – die anderen durften im Kindsgi Blumen sähen. Wir pilgern durch den Schlittelweg, dem Ralligweg, nach dem Hochfeldschulhaus , weil wir, nicht aber Google, eine Abkürzung kennen. Dessen Bedeutung war Primlehrer K..  vermutlich nicht mehr unter uns, sicherlich bekannt. Das einzige Lebewesen, dem ich noch heute ein Marron in die Fresse drücken würde. Sorry, wenn sie etwas suchen, lesen müssen. Wir möchten, dass sie sich mit „Friede herrscht“ echt beschäftigen. Und so ergeht es vielen in der Schweiz mit ähnlichen Erinnerungen. Themen nicht aus der Vor-Pestalozzi-Zeit, aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts und immer noch Gesprächstoff in Kirche und Schule. Aktuell, vorverurteilen will keiner.

Der ehemalige Kindergarten gehört heute zur Kirche  Bern. Sie ist heute zum Glück eine Regenbogenstadt und das wäre ein ergänzendes Thema. Im ehemaligen Kindsgi wird heute die Jugend betreut und diese wird sich heute eher ungeniert mit diesem für die Kirche heiklen Thema befassen.

zweite Teilstrecke der Route des zweiten Tages

29. Folgen wir dem Duft der Schockolade. Zumindest früher bei Südwind ging dies, als Jugendlicher dann sieben Jahre bei Nordwind, wenn die Toblerone produziert wurde. Heute ist in der Tobler Fabrik die Uni Bern.

Aber nirgendswo studieren sie den primären oder sekundären Sektor. Sie arbeiten in ehemaligen Fabrikhallen und beschäftigen sich vor allem mit dem teritären Wirtschaftssektor – mit der Verschiebung von Geld und beachten nicht, dass eine produktive Leistung nur entsteht, wenn mehr exportiert als importiert wird.

Dienstleistungsgesellschaften werden untergehen!

Brutal mein Zitat, aber das ist meine Überzeugung und dann wäre wieder die Religion und der liebe Gott gefragt. Ob er auch Schokolade isst? In der alten Schoggifabrik ist zum Glück heute die Theologie zu finden. Da könnte man doch Martin Saalmann mobilisieren, der in der Lang Stiftung ist – gegründet zusammen mit libref. Martin hilft sicher mit, selbst mal Neue Geschichte zu schreiben.

30. Die Pauluskirche, wo ich mein erstes kirchliches Dokument erhielt – den Taufschein. Kunststück habe ich immer Jugend Stil gehabt. Spass beiseite, meiner Meinung nach die schönste Kirche in Bern, die dem ehemaligen FED-Chef Greenspan (ein Grüner?) alle Ehre mit ihrem Kupferdach macht.

Aber noch fehlen einige Schneeballwürfe bis zur Kirche. Und wenn Schmid auf Tschäppät gefolgt wäre, hätten wir zwei Anknüpfungspunkte für Referenten. Der erstere hat am gleichen Ort gearbeitet wie ich sieben Jahre – diesem Beitrag gingen drei Mails aus unterschiedlicher Richtung voraus und das Resultat ist in der Grafik zu finden. Kein Biosprit. Mit dem anderen haben wir zu dritt mal im Kursaal über Glückspiele philosophiert, während andere einen Roulettkurs absolvierten. Nichts für uns. Alex hat dann mal eine Pockerschlacht gewonnen – doch ein Pokerface? Zwei Theman, die unsere heutige Zivilisation betreffen.

Und genau gegenüber wo die Inspektoren früher neben grauen tristen Häusern ausgeschwärmt sind um grüne, rote, gelbe usw. Äpfel und vor allem was daraus gebrannt wurde zu kontrollieren, treffen wir auf seiner Strasse eines echt Grünen – Agronom und Philanthrop Fellenberg  von. „Von“ am Schluss, so musste ich in diesem Gebäudekomplex nach Namen suchen. Alles ändert. Heute schreiben einige Stapi. Garantiert nicht Berndeutsch. Vermutlich eine Abkürzung – mit Tippfehler habe ich nicht gesucht – Stapinus, der Patron der Gichtkranken. Oder ein Vulkan, das könnte er noch werden. Stadtpresidänt heisst das – den Stapi gibt es meinetwegen in Bern-Nordost. Tragt Sorge zu eurer Sprache, meiner Mundart.

Nun wissen wir, wer gewonnen hat. Ein Brückenbauer, Alec von Graffenried. „Ein Linker“ habe ich oft gehört. Der rechteste aller Linken. Nicht ganz Mitte, aber liberal. Vermutlich ist da smartvote nicht ganz unschuldig. Der Smartspider zeigt die politische Ausrichtung ob links oder rechts und ob liberal oder konservativ nicht mehr auf. Es gibt ein falsches Bild. Ich habe vor über 20 Jahren ein NDS Umweltmanagement absolviert und bis heute konnte mir noch niemand schlüssig erklären, wieso Umweltschutz links ist. Früher war das anders, da sah man die Ausrichtung exakt.  Bundesrat Schneider-Ammann hat mich einmal bei einer Diskussion über die Grünliberalen gefragt, ob ich mit den Linken sympathisiere. Heute bin ich parteilos, aber immer noch in der Mitte oben, liberal.

Vom Saulus zum Paulus auf dem Weg nach Damaskus – hier könnten wir eine politische Diskussion abhalten. Nicht nur Krieg und Frieden. Ein ganz liberaler, genau aus der Mitte, mit links und recht gerne diskutierend, würde mitmachen. Aus der Berner Politik kenne ich noch einige, die oben in der Mitte angesiedelt sind. Eine bekannte Liberale mit schönen blauen Augen, aber nicht blauäugig und dem weiblichen Namen für „Christ“ müsste mann zudem anfragen. War mal die „höchste“ Schweizerin. Das geht nicht nur durch Mark und Bein sondern auch fast durch Wälder.

sind in der Kirche ähnlich anzutreffen wie in der Politik.  

31. Wieder wird eine Eisenbahnbrücke überquert und wir sind beim Nachbar des Bremgartenfriedhofs. Leider manchmal ein „Lieferant“, das Inselspital. Die Spitalseelsorge ist wohl eine der wichtigsten, wenn mann und frau das Leben revue passieren lassen muss. An vielen Spitälern betreuen die Spitalpfärrer zwischen Leben und Tod mehrere Religionen und schlagen doppelte Brücken. Für etliche ein Ort, wo sie das erste mal in ihrem Leben wirklich beten und für einige der letzte (Helikopter)-Landeplatz.

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32. Irgendwo hier in der Diagonalen haben wir zweimal den Stadtbach überquert. Verschwunden im Untergrund. So wie wir gehört haben, könnte es auch der hoch überragenden Friedenskirche gedeihen. Anscheinend wird über einen Verkauf diskutiert. Ich bin überzeugt, dass wir beim (G)-Lory-Spital auch auf das offene Warmbächli stossen. Die ursprüngliche Führung dieser beiden Bäche (Seite 7) ist nicht ganz einfach nach zu vollziehen. Meiner Ansicht nach handelt es sich beim eingezeichneten Stadtbach auf Seite 11 um das Warmbächli und der Stadtbach fliesst meines Wissens noch heute unter der Stadtbachstrasse dann irgendwo unter dem Bahnhof Bern durch. Müssten wir uns fragen, ob in der 500-jährigen Geschichte von Historikern einiges verdreht wurde oder gab es unbekannte Gewässerkorrekturen. Wie sieht es mit unserer Bibel aus? Stimmt da wirklich alles?

Die Friedenskirche soll eine tolle Akkustik haben und für Konzerte geegnet sein. Ich kann es nicht beurteilen, Ich war noch nie drin und es war die erste von zwei Kirchen auf unserem Rundgang, die verschlossen war und das am Ende vom Pilgerweg.

Auf ihrem Turm hat man, wie Werner weiss, eine wundervolle Aussicht auf die Stadt Bern und viele ihrer Kirchen. In der Friedenskirche könnte man über den innerstädtischen Frieden sprechen oder über die Mobilfunkantennen in Kirchen. Keine Schweizer Stadt steht so in den Schlagzeilen über Demonstrationen, Freizeit- und Sport-, vor allem Fussball- und Reithallen-Veranstaltungen, wie Bern. Das ist irgendwie das Schicksal der Hauptstädte. Mit dem  Sicherheitsdirektor gäbe es mit Sicherheit eine intensive Diskussion.  libref. hat die Begabung, dass sie mit Links und Rechts und auch Konservativen diskutieren kann. Unsere Position ist liberal – viele werden im Alter aber konservativer.

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Die Säulen sind aus Sand gegossen, echt sehenswert und daneben gibt es das Death Cafe wo man auch über eine sinnlichere Kirche diskutieren darf.

34. Auf dem Weg zur Thomaskirche passieren wir die Vidmarhallen. Mir kommen Erinnerungen ans kunstwerk.fabric8 ag (ab 2. Beitrag) in den Sinn. Hier wäre auch die Freikirche NTG zu finden. Bern haben wir verlassen, wo es mehrere Freikirchen gib. Büroschränke und Tresore wurden früher hier gefertigt. Platz in Schubladen, für lästiges Papier zu archivieren. Heute scheint es, dass viele Ähnliches wie die 95 Thesen ablegen statt lesen – geschweige denn, dannach leben.

Die ersten Gebäude wurden im gleichen Jahr gebaut, wie das Stadttheater Bern – vor 115 Jahren. Heute trifft man sie auch hier, zusammen mit dem Berner Symphonieorchester mit einem Saal, der geeignet wäre … und wen treffe ich bei Flagprint? Luther, der die Bibel auf eine Fahne druckt? Nicht einmal den Gründer. Alles ändert. Die Firmen, die Gebäude und das umliegende Quartier – fast nicht mehr zu erkennen. Nein, da hängt einer beim Eingang …

Meine Gedankenblitze brauchen wohl nicht erläutert zu werden. Kleines Nachmittagskonzert.

Von der MontageStrasse zur KranStrasse – die Räume der NTG.

34. Das Liebefeld gehört zu Köniz. Nicht nur die Thomas-Kirche ist versteckt, auch der Eingang, wenn man auf dem Parkplatz ankommt und eben die Türe zum Kirchgemeindehaus geschlossen wird. 10 Meter würden uns trennen. Dafür können wir dann den Tag nach dem ersten Frost geniessen und das Innere der Kirche, das uns wesentlich besser gefällt, als das Äussere. Frost! Vor kurzem haben wir den ehemaligen Produktionsstandort von Carbagas passiert. Nach dem Tod einfrieren?  Können, wollen, dürfen wird das?

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dritte Teilstrecke der Route des zweiten Tages

35. Schloss und Kirche bilden eine Einheit. Unser ehemaliger Präsident Pfr. Max Balsiger hätte sicher viel über „seine“ Kirche erzählen können und deutlich mehr als ein halbes Jahrhundet über die Geschichte der Liberalen aus eigener Erfahrung. Haben sie gewusst, dass die Berner und Bümplizer früher nach Köniz in die Predig gingen, in die Gemeinde, wo später der nordkoreanische King Kong aufwuchs.

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36. Nicht weit weg, nach einem Marsch durch den Friedhof und der Überquerung des Sulgenbachs stehen wir vor der kath. Pfarrei St. Josef. Eine Kirche, die viele für gewöhnungsbedürftig halten. Der Eingang sieht wie bei einem Industriekomplex aus – entschädigt werden sie im Innern durch die wunderschöne Lichtführung.

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37. Wir gehen in Richtung Gurten in den Spiegel. Den halten wir uns nicht vor sondern geniessen die schöne Aussicht auf Bern – die schönste Stadt der Welt, wer es noch nicht wissen sollte. Wir werden jetzt relativ lange keine Brücke mehr überqueren. Bevor Brücken gebaut werden, ist gemäss Plato ein unüberbrückbarer Abgrund zwischen zwei Seiten. Vor dem Balsigerrain machen wir Halt. Hat der was mit Max zu tun? Wir stehen vermutlich vor der grössten Kirchenspitze in Bern, der Kirche Spiegel – eigentlich heisst sie Stephanuskirche. Die Frage ist immer dieselbe, was ist die „Kirche“. Ein Gebäude oder eine religöse Gemeinschaft.

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Andreas der I: „Das Bild ist auf einer schweizweit bekannten Konfirmationskarte.“

38. Vom Spiegel wo Bundesrätin Simonetta Somaruga wohnte, wäre es ein kurzer Weg zum Zieglerspital.  Die meisten werden jammern, wir pilgern eine Stunde länger zuerst dem Gurtenhang entlang und dann durch das ehemalige Amplewil, heutige Kreisuwil. Schon das Fahren auf dem Rennrad durch Wabern, war früher eine Tortur – mehr Verkehrsampeln als Einwohner. Die Bewohner haben stärker zugenommen, als die heutigen Verkehrskreisel. Echtes wabern bei Bern durch Verkehrsberuhigung …

… nicht Weibern oder Wa-Bern. Für den ÖV, die Mehrheit der Radfahrer und die Fussgänger eine mustergültige Lösung.

Die röm.-kath. Kirche WabernSt. Michael ist von aussen und innen sehr speziell. Meiner Ansicht nach die schönsten Kirchenfenster in Greater Bern.

Und weiter durch die Wandermatte … und falls sie die letzten 400 Meter nicht alleine finden, hier die

dritte Teilstrecke der Route des zweiten Tages

Vielleicht hat schon jemand eine Idee, wie wir das Kartenproblem einfacher gestalten könnten. Denken sie in den nächsten Minuten nach, wer das Problem allenfalls lösen könnte. Und wenns klappt, dann gibt es noch eine Geschichte, wieso ich dort nicht Assistent des Direktors wurde. Verraten wirs doch gleich. „Diese Stelle wäre Ihnen zu langweilig.“ Damals müssen sie also noch über Zeit verfügt haben. Heute braucht es Goodwill oder Geld. Werner, ein ehemals hohes „Militärtier“ wird seinen Charm ausspielen.

… kurz vor der Sprachheilschule der Salome Brunner-Stiftung. Hier könnte man innehalten oder sich mal den Film über das Wasser zu Gemüte führen. Behinderungen jeder Art, sind oft ein Tabuthema. Die Kirche sollte dies ändern.

39. Was lag naheliegender, als dass wir in Wabern nur drei Punkte einzeichneten. Schliesslich wurde Wabern auch nicht von Anfang an auf dem Rundgang als Idee eingetragen. Nun haben wir ein echtes Problem. Auf diese Punkte müssen wir sechs Gebäude verteilen. So weit liegen die nicht auseinander. Je nach Karte alle unter einem Filzstiftpunkt anzutreffen. Die Hauptstrasse hier dürfte aber gegen 150 Meter breit sein. Relativ gesehen, denn das entspricht dem Massstab 1:215 000 aus dem Europa-Autoatlas, der früher in vielen Fahrzeugen auf der Heckablage lag und irgendwo auf Seite 5 stand: *Schweiz – mit Bewilligung des Bundesamtes für Landestopographie.

Pilgern nach Santiago de Compostela ist heute so gesehen eine Kleinigkeit. Ausgelatschte Wege, millionenfach betretene Treppenstufen … Sehende sehen, wo es weitergeht. In der Aglo von Bern, könnte das schwieriger werden. Es gibt sogar Wegweiser zum Jakobsweg in der Schweiz und wir sind hier an der kürzesten Entfernung zum offiziellen Weg – rund zwei Kilometer fehlen. Entscheiden sie sich, ob sie diese kleine Distanz machen wollen, anschliessend wird es härter, als wenn sie „nur“ beim liberalen Pilgern bleiben. Egal wo, Pilger sind  einfach Verkehrsteilnehmer.

Kartenmaterial muss her – von der Swisstopo. Das ist oft genauer als Google, aber etwas trickreicher. Beide haben ihre Vorteile. Ein Thema, das begeistert. Der Filzstiftpunkt auf der Karte ist heut kein Problem mehr. In den vergangenen 500 Jahren hat es auf diesem Gebiet enorme Änderungen gegeben. In ihrem Sortiment gibt es zumindest eine Karte zum Pilgern, die ich mit Garantie nie bis zur Spitze auf 8848 Meter durchwandern werde. Übrigens, George Everst, der Vermesser, Kartograf hat „seinen Berg“ nie gesehen und unser Hausberg, der Gurten hat doch die überragende Höhe von 8858 – 10 Meter höher? Eine Stelle ist zuviel. Welche? Ergäbe eine sensationelle Fotomontage. Entdecke Bern im Kleinen. Wir möchten euch beim Pilgern dabei haben. Abgemacht?

Keine Fotomontage, auch kein Kreuz und der Hahn, das Symbol der Reformierten, finden sie, wenn alles klappt nächstes Jahr auf unserem dritten Pilgertag in der Nachbarschaft auf der reformierten Kirche.