Jesus spricht …

… die „Unternehmenssteuerreform fördert Abhängigkeiten zutage

Ich höre sie schon, einige Konservative die sich liberal nennen: „Was soll diese Überschrift?“ Sie kennen Jesus.ch nicht. Eigentlich ein Fehler, denn jeder sollte immer etwas über den Gartenhag schauen. Die Freikirchen sind nicht unsere Feinde, es sind auch Christen, meistens reformierte – wie wir. Nur glauben sie nicht genau das gleiche, dafür meist etwas intensiver. Und an der Swisseglise vor zehn Jahren, habe ich festgestellt, dass der Werbechef ein Kollege meines Kollegen ist. Heute brauchen einige dazu das Facebook, wobei meist lange nicht alle wirklich guten Freunde und Freundinnen verlinkt sind. Einige wollen eben Abhängigkeiten verhindern.

Lesen sie den Artikel über USR III – er ist sehr neutral geschrieben und das zu sagen und zu verlinken haben wir Liberalen eben den Mut. Wir haben fundierte Argumente zu unserer Meinung zum „NEIN“, was man von BR Ueli Maurer nicht behaupten kann. Seine Meinung wird von Jesus auch beurteilt … ver … wäre das richtige Wort – sie sagen „Drohkulisse“. Über seine Meinung habe ich in einem Kommentar schon berichtet. Siehe unten. Es gab eine bitterböse Reaktion: „das ist reine Erpressung“.

http://www.aargauerzeitung.ch/wirtschaft/maurer-gleist-bei-nein-zur-steuerreform-ein-milliarden-sparprogramm-auf-130852280

Na ja, der liebe BR Maurer könnte ja weiterhin an den Investitionen für den persönlichen Schutz der Soldaten in Friedenszeiten sparen. Zwei haben ihm von der Einnahmeseite erzählt und er schreibt gleich in die Zeitung. Einer hat ihm mindestens dreimal etwas zum Lesen und Reagieren zukommen lassen. Ausgabenseite – da reagiert er nicht. Was er erzählt scheint nicht sehr fundiert und schon gar nicht sauber dokumentiert zu sein. Aber sich auf diese Art als Bundesrat in den kurz bevorstehenden Abstimmungskampf einzuschalten, ist doch „eher ungewöhnlich“.

Steuerkunde für Stimmbürger“ schreibt die NZZ. Liebe NZZ, um eine Steuerkunde zu vermiteln, braucht es exakte Angaben und genau die bekommen wir von der Ja-Sager nicht … könnte, , wäre, möglich, einige Kantone würden … die würden nicht nur, die werden ohne Würden werden. Und es sind Ja-Sager-Kreise, die Dividendenzahlen veröffentlicht haben. Und für Stimmbürger biete ich auch Steuerkunde an. 211 000 000 000 Franken gehen heute ins Ausland, ohne je voll besteuert worden zu sein – mehr als 2000 Franken pro Monat und Einwohner. Ein Betrag in der Höhe des Grundeinkommens.

Und trotzdem, lieber Jesus. Einige Abhängigkeiten müssen sein, aber eher auf geistiger, denn auf finanzieller Basis. Und wegen den finanziellen Abhängigkeit der Grossen, sind die Kirchen gegenüber den ganz Kleinen, die Grossen und die Kleinen sind froh, wenn sie bei der Kirche oder Freikirche Unterstützung bekommen.

Also eindeutig am 12. Februar: NEIN

Mich nähme wunder, wer hinter den Statusgesellschaften in Basel-Stadt steckt. Vermutungen bringen nichts. Eine kenne ich und deshalb ist der BAK-Bericht auf Seite 16 interessant. Die in der Genferseeregion kennen wir zum Teil, da hat die Economiesuisse etwas veröffentlicht.

Käse, Schokolade, Uhren und Waffen – Schande über die Schweiz

„Von wegen Käse, Schokolade und Uhren: Die Schweiz ist Vizeweltmeister im Waffenhandel“

Und dies nicht nur pro Kopf der Bevölkerung an Entwicklungsländer, wie in mehreren Zeitungen heute zu lesen ist – Freitag, der 13. als Erinnerung. Sondern auch bei der gesamten Waffenausfuhr. Aus obigen erwähnten 700 Mio USD werden dann halt mal 800 Mio USD. Nur 1/8 ging an Nichtentwicklungsländer.

Zahlen sind ja bekanntlich geduldig, aber auch Definitionen. Was ist ein Entwicklungsland? China, Indien, Brasilien? Gehören die dazu? Nach heutiger UN-Definition, die selbst nicht mehr von allen UN-Organisationen angewendet wird, gehören diese Länder nicht dazu, weil sie über 75 Mio. Einwohner haben. Die Weltbank zählt sie zu den LIC – low income countries.

Oder anders gesagt, die Kommastellen können hier total vernachlässigt werden. Das Prinzip bleibt sich gleich, die Schweiz ist wieder einmal „Spitze“. Pflüge statt Kanonen, galt allenfalls, bevor Luther die 95 Thesen anschlug.

Ich bin garantiert nicht der einzige Schweizer, der auf diese Zahlen und Spitzenränge nicht stolz ist … gelinde ausgedrückt.

Die ersten Zahlen sah ich nicht am Freitag, den 13. – sondern bei Infosperber. Ich habe mit den zugänglichen Daten eigene Berechnungen erstellt. Ungefähr richtig ist richtiger, als genau falsch.

Arms Transfers and Deliveries

Je nach Berichtsperiode und nach Lieferungen oder Vertragsabschlüssen ergeben sich andere „Ranglisten“. Bei den Gesamt-Zahlen ist die Reihenfolge immer die gleiche:

  1. USA
  2. Russland
  3. Frankreich
  4. China

Pro Kopf der Bevölkerung musste ich eine Bewertung vornehmen:

  1. Frankreich
  2. Schweiz
  3. Russland und Schweden

Schweden habe ich nicht speziell nachgeschaut, aber der Spitzenplatz bei den abgeschlossenen Verträgen hängt vermutlich mit den zurzeit heftigen Grippen-Wellen zusammen. Kommentare zu den Schweizer Waffenlieferungen sind hier zu finden:

Und wer es noch lieber präziser hat, was in der Welt abläuft, der schaut mal was ich über den Schwarzen Donnerstag vor dreieinhalb Jahren schrieb – das Resultat kennen wir. Und wir wissen auch, wer Handgranaten produzierte, die zuvor im Bürgerkrieg eingesetzt wurden. Ja, aus gut unterrichteter Quelle weiss ich auch, dass meine Blogbeiträge resp. Mails mehrmals auf dem Pult des Militärvorstehers gelandet sind – Antwort kam nie eine und der Pfeifenblaser erwähnte auch nicht, was und ob darüber gesprochen oder gedacht wurde. Letzteres vermutlich schon, aber das ist nicht jedermans Berufsaufgabe.

„Heute ist erst der 12. und Donnerstag“ – ja, wenn die Welt immer so einfach wäre wie im ehrlichen Mey.

Wie uns die Alten sungen – Alte Kirche als Reformprogramm im Christkatholizismus

 

Vortrag von Pfr. Dr. Adrian Suter, christkatholischer Pfarrer in Schönenwerd/SO und Oberassistent für Systematische Theologie am Departement für Christkatholische Theologie der Universität Bern.

Dienstag, 24. Januar 2017, 19.00 Uhr im Kirchgemeindehaus Petrus, Brunnadernstrasse 40, Bern (Bus Nr. 19 bis Petruskirche)

Zum Vortrag:

In seinem Protest gegen die Papstdogmen des Ersten Vatikanischen Konzils sagte der deutsche Theologe Ignaz von Döllinger 1870, er wolle „für die Alte Kirche“ arbeiten – „aber man hat eine neue gemacht“! So entstand jene Bewegung gegen den römischen Zentralismus, die in der Schweiz zur Gründung der christkatholischen Kirche führte. Die Christkatholische Kirche beruft sich auf die Alte Kirche des ersten Jahrtausends, ist aber keineswegs reaktionär eingestellt. Vielmehr versteht sie die Alte Kirche als Reformprogramm, das sie zu einem fortschrittlich-liberalen Selbstverständnis führt.

Wirtschaft irrt vermutlich – Dividendenabzug

Bei USR III ist die Wirtschaft gegen die Kirche. Da ich beide recht gut kenne, stelle ich den Beitrag aus dem Finanzblog bei der Kirche hinein und schreibe vorab einige Ergänzungen.

 

Es ist garantiert kein Zufall, dass gerade heute Hans Zoss in der BernerZeitung in einem Interview ganz deutlich sagt:

„… Er würde sich wünschen, dass sie (Anm.: die Kirche), wie einst Reformator Luther, die Leute auch mal vor den Kopf stosse. …“

Toll was der Theologe und ehemaliger Pfarrer der freien Heiliggeistkirche in Bern und Gefängisdirektor auf dem höchsten Berg im Kanton Bern äussert. Er brauchte wie die meisten andern auch lange um vom Thorberg herunter zu kommen. Nur der Aufstieg ist für Insassen meist kurz. Theologisch gesehen ein interessanter Berg von rund 600 Metern Höhe, der einmal den kontemplativen  –  (ungefähr: nur auf Gott ausgerichtet) – Karthäusern mit ihren Einzelzellen gehörte. Die Liberalen sind anders gerichtet, offen für neue, andere Ideen. Am Anfang,  gewährte uns Hans ein Interview über Fernwärme und seine Kunden, das in etlichen führenden Blogs der Schweiz im gemeinsamen Adventskalender aufgeschaltet wurde.

Auch andere Wirtschaftsgrössen kennen uns Liberalen, waren schon vor 10 Jahren dabei. Da war eine, die wollte Nationalrätin werden. Echt liberal und Christa, höher geht es in der Schweiz politisch nicht mehr – wir gratulieren. Bei einem anderen Blogger wie alt Bundesrat Leuenberger, denke ich, dass wir mal seinen Abschnitt „Leben“ geniessen dürfen. Die unbekannten Seiten von Führungsgrössen, die heute gefragt sind. Umdenken, revolutionieren oder schon vor 500 Jahren hat man gesagt „reformieren und nicht Fassaden renovieren“.

Bevor sie meine Meinung über USR III lesen, die ich auch dem HIV zukommen liess, können sie aus dem Adventskalender vom 27. Dezember 2007 die Zeilen von Yayha geniessen – vermutlich unser nicht reformiertes Mitglied, das am reformiertesten ist.

Kirche und Wirtschaft müssen zusammen spannen und  progressiv liberalisieren: Kirche und Wirtschaft.

Und hier finden sie Zeitungsartikel pro und contra.

Hier nun der Beitrag, über den vor allem die Wirtschaft, oft auch Industrie genannt, nachdenken sollte. Ich wette, wenn unsere nachplaudernde nicht selbst denkende Wirtschaft so weitergeht, werde ich Recht behalten.

Wieso kompliziert statt einfach und wieso sollen die „Grossen“ und nicht die Mehrheit aller Schweizer profitieren – USR III ist eine Alibiübung und undurchsichtig in den Auswirkungen – NEIN am 12.2.2017.

Die Unternehmenssteuerreform III ist alles andere als einfach zu begreifen. So schreibt das Eidg. Finanzdepartement (EFD): „Mit der USR III soll die ermässigte Besteuerung von Holding-, Domizil- und gemischten Gesellschaften abgeschafft werden.“ International gesehen ist das ja sinnvoll, der Zeit entsprechend. Und was schreibt die FDP.Die Liberalen im Parteiprogramm (5. Abschnitt): „Auch die aktuelle Unternehmenssteuerreform III. soll zur Erhaltung der attraktiven Schweizer Wirtschafts- und Steuerstandort beitragen.“

Sorry, falls ich zu wenig wissen sollte, aber meiner Anischt nach, die ganz viel andere auch teilen, gehen diese zwei Aussagen diametral auseinander. Aber da ist noch die Rede von in Aussicht gestellten Steuerrabatten für Unternehmen, die die Kantone selbst bestimmen können. Das ist eine Alibiübung die bei den ausländischen Holdinggesellschaften u.ä. bis zum Nullsummenspiel gehen kann … oder noch weiter!

Alle sprechen davon, dass Gewinne dort versteuert werden sollen, wo sie anfallen. Das wäre eigentlich gerecht, entspricht aber nicht der heutigen Wirklichkeit. Wieso gibt es dann Panama, die Schweiz und viele andere Offshore Finanzplätze? Die Freie Republik Liberland ist noch nicht einmal erwähnt.

74% der in der Schweiz ausbezahlten Dividenden fliessen ins Ausland. Warum finde ich diesen Beitrag nur beim Tagesanzeiger, nicht aber in der Berner Zeitung? Hier gibt der Bundesrat ganz prisante Zahlen bekann. 211 Mia. fliessen ins Ausland – 211 000 000 000 – 25 000 CHF pro Schweizer. Eine Zahl, die bis dato in dieser Art nicht bekannt war. Netto vielleicht ein Viertel weniger, wenn sie den Artikel genau durchlesen. Das ist eine Riesendifferenz, was bisher bekannt war. Ein grosser Teil dürfte von Gesellschaften stammen, die den Gewinn schon in anderen Ländern abgeschöpft haben, in die Schweiz transferien und eine stattliche Summe wieder ins Ausland fliessen lassen. Aber ganz sicher nicht in die Ursprungsländer zurück. Mehr dazu finden sie in den regelmässigen Publikationen und Mitteilungen von Public Eye (ehemals die Erklärung von Bern – unter Themen und Hintergründe), Greenpeace und anderen.

Wieso wird der Holdingabzug nicht einfach abgeschafft und der Unternehmesgewinn normal besteuert, allenfalls mit einem kleineren Rabatt. Damit die Doppelbesteuerung von Unternehmensgewinnen in der Schweiz mit der Einkommenssteuer auf Dividenden ausgeglichen wird, könnte einfach ein Rabatt auf die versteuerten Einkommensgewinne aus Schweizer Dividenden gewährt werden. Das wäre Steuergerechtigkeit … und dann gleich noch den fiktiven Eigenmietwert abschaffen.

So etwas schaffen nur Liberale. Linke und Rechte würden aus Eigennutz diskutieren. Steuerphilosphie ist eine echte Philosophie.

USR III wird den seit einiger Zeit in Gang gesetzten Umverteilungsprozess zwischen Reich und Arm nur verstärken. Ob die Holdinggesellschaften alle wegziehen würden, ist mehr als nur fraglich. Lusche vielleicht, wobei zu beachten ist, dass dieses Wort im Berndeutschen einen etwas stärkeren Charakter hat, aber es fällt mir kein entsprechendes Synonym ein. Der Standort Schweiz hat extrem viele weiche Vorteile, die manches Unternehmen zum Bleiben veranlassen – Ausbildung, Infrastruktur und Sicherheit, nur um einige zu nennen.

Für die Bevölkerung könnte USR III zum Bumerang werden. Steuerflüchtlinge müssten weniger bezahlen und für (Wirtschafts)-Flüchtlinge hätte es weniger Geld. Wieso? Der überwiegende Teil der Kantonal-Kirchen würde aus dem heutigen Steuersystem gekippt. Der Staat kann Sozialhilfe nicht so günstig anbieten, wie die Kirche … deren Einnahmen versiegen würden und die bis heute viel Sozialhilfe angeboten haben. Und wo gehen die hin, die einfach in der Kirche Ruhe, Frieden und Anschluss gesucht haben. Es würden noch mehr in Freikirchen oder Sekten abwandern. Verhältnisse wie in den USA müssen nicht wirklich auch bei uns sein.

Um das goldene bullische Kalb tanzen, das machen schon viele. Gewinne kapitalisieren, individualisieren und Verluste verstaatlichen, sozialisieren, das wurde schon zur Genüge vorgelebt. Die Auswirkungen sind nicht berechenbar und vielleicht stehen 100 Holdingmitarbeitern, die abgebaut werden, 1000 Kirchenmitarbeiter gegenüber, die nicht mehr oder freiwillig finanziert werden müssten. Mehr zum eher Allgmeinen:

Viele Kirchen, die nicht in den Abstimmungskampf eingreifen, wollen vermutlich nicht darauf aufmerksam machen, dass man ja auf diese Weise ganz einfach aus der Kirche austreten könnte. Ein verdammt schlechtes Argument, in der heutigen religionspolitischen Lage. Mehr dazu mit Ergänzung zum Thema Kirche unter:

Da das Ganze nicht so einfach ist, findet man vermutlich in der Wikipedia noch nichts über USR III. (Nachtrag: jetzt stehen sieben Zeilen drin). Die Steuerreform hilft nicht echt weiter, hat aber einige gute Ideen. Wer sich weiter mit Steuern befassen will, findet sonst in der Wikipedia jede Menge über Steuern und Abgaben, sowie das Steuerrecht.

Und auf einen Beitrag mit Leserbrief möchten wir aufmerksam machen, der aufzeigt, aus welcher Küche USR III stammt.

USR III: „Wirtschaft setzt Kirchen unter Druck“

„In ihrem Widerstand gegen die Unternehmenssteuerreform II fühlen sich die Kirchen unter Druck gesetzt.“ Dies schreibt Henry Habegger in der Aargeuer Zeitung.  Und er kommentiert: „Unabhängig von der USR III: Gerade die Kirchen, wer denn sonst, müssen für ihre Überzeugungen und Werte hinstehen. Das ist gerade 2017, in einer Zeit voller Unwägbarkeiten und Unsicherheiten, wichtiger denn je.“ Siehe den Kommentar hier.

Danke, sehr geehrter Herr Habegger, für diese klare Haltung

Alles Gute für die nächsten 500 Jahre

Gute Wünsche zum Jahresanfang können dieses Jahr sicher gebraucht werden – zumindest für die Landeskirche und die Mittleren und Kleinen mit einem NEIN zu USR III am 12. Februar.

Wir sind liberal und stehen in der Mitte, deshalb hier ein relativ neutraler Überblick über USR III. Die Begründungen für das kirchliche NEIN beim Referendum zum Unternehmenssteuerreformgesetz III (USR III) liefert vor allem Res Peter in den untenstehenden Beiträgen ab September.

USR III ist aber nicht nur für die Kirche gefährlich, sondern vor allem für den Mittelstand und die „Unterdurchschnittlichen“. Ende November habe ich über den Dividendenabzug geschrieben. Die Zahlen dazu habe ich aus kirchlichen Kreisen aus Zürich erfahren. In Bern ist der entsprechende Artikel nicht aufgeschaltet worden, was sonst üblich ist. Dafür habe ich am Sylvester den HIV Bern und den WVO informiert, dass er sich mal meine Zeilen durchliest. In diesem Jahr nehme ich schliesslich das 26. und letzte Jahr als Revisor im Wirtschaftsverband Oberaargau in Angriff und erachte es wichtig, dass auch Verbände nicht einfach immer „alles Gute von Oben“ übernehmen, sondern hinterdenken. Ein Jahr länger als angesagt – stufenweiser Wechsel nennt man das, der Ältere hat nun Vortritt.

Ihm habe ich versprochen, dass ich den Link zur „Parasitären Steuerpolitik“ von Daniel Binswanger aufschalte. Auch von ihm ist  „Die Rechte Linke“ und daraus zitiere ich einen Satz:

„Stammwähler der Linken sind nicht mehr die Arbeiter, sondern die hochqualifizierte, akademische Mittelschicht.“

Obigen Satz habe ich nach meinem Frankreich-Aufenthalt gelesen und dort geschrieben, dass kein Stein auf dem andern bleibt und von den wiederkommenden 68-igern, die nächstes Jahr das halbe Jahrhundert als Jubiläum feiern werden.

Sollten die guten Wünsche für 500 Jahre zu viel für sie sein, so versuchen sie es doch mit „2050 – Gebrauchsanleitung für die Zukunft“. In der letzten Ausgabe von GDI IMPULS, die mich mehr als das halbe Leben begleitet hat und die ich schon ganz am Anfang abonniert hatte.

Zumindest ein gutes 2017 und einen ablehnenden 12. Februar. Hier noch einige Argumente dagegen von der SP.

Katholiken von Solothurn und die USR III

Die Katholische Kirche in Solothurn thematisiert die USR III in ihrer aktuellen Ausgabe im Kirchenblatt für die römisch-katholische Pfarreien im Kanton Solothurn. Dr. theol. Urban Fink-Wagner zeigt auf, warum es für die Mitglieder aller Kirchen wichtig ist, sich über die USR III und ihre Folgen zu informieren. Gerade weil die Vorlage, über die wir am 12. Februar abstimmen, so kompliziert ist, muss man sich ein Bild machen.

Urban Fink-Wagner ist Historiker und promovierte Theologe und Absolvent des Executive MBA an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich. Als Geschäftsführer des katholischen Hilfswerks Inländische Mission ist er täglich mit Kirchgemeinden und Pfarreien konfrontiert, die Unterstützung benötigen, um ihre Aufgaben finanzieren zu können. Als Kenner der kirchlichen Verhältnisse in der ganzen Schweiz erachtet er die Weiterführung des Kirchensteuersystems als dringlich; jegliche andere Variante wäre letztlich für den Staat kostspieliger und für die Gesellschaft weit über das Finanzielle hinaus ein grosser Verlust.

 

USR III: „Die Schleifung der Solidarität mit dem Steuerrecht“

So heisst der Titel der Studie des Ethikers Professor Dr. Frank Mathwig, Mitarbeiter des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes. Lesen Sie die sehr informative Studie hier.

Eine kürzer Version dieser Studie, und die offizielle Haltung des SEK,   ist hier abrufbar. Sie fragt danach, ob die USR III der Lebensdienlichkeit dient. Antworten müssen Sie, liebe liberale Leserin, lieber denkender Leser, selbst.

Die Neue Luzerner Nachrichten haben nun auch über den Verein „Kirchliches-nein.ch“ berichtet. Siehe hier.

Und: Beschwört Stadtrat Daniel Leupi ein Monstrum? Ist alles halb so wild, nur die Abwanderung von150’000 Arbeitsplätzen ist wild? Lesen Sie den  Beitrag von Herrn Fritzsche in der NZZ hier.

USR III: kirchliches-nein.ch hat schon über zweihundertachtzig Unterstützer*innen

Der von Manuel Amstutz, Andreas Nufer und Res Peter, Vorstandsmitglied von libref, gegründete Verein hat schon über hundert kirchliche Supportgivers. Siehe kirchliches-nein.ch

Und: Das demokratisches Kirchenorgan des Stadtverbandes der reformierten Kirchgemeinden der Stadt Zürich, die sogenannte Zentralkirchenpflege, hat an ihrer Sitzung vom Mittwoch, 7. Dezember, in einer Konsultativabstimmung folgenden Satz mit absolutem Mehr unterstützt hat: „Die Zentralkirchenpflege der reformierten Kirche der Stadt Zürich ist für Reformen, aber nicht für die USR III in ihrer jetzigen Form.“

Mit dieser Haltung kann erreicht werden, dass wir als Kirche in den Debatten auf nationaler und kantonaler Ebene endlich wahrgenommen werden in unseren eigenen Bedürfnissen und in dem, wofür wir sozialethische eintreten in unserem ganzen Land und in unserer Stadt.

Und: Der Kirchgemeinderat der deutschsprachigen, ref. Kirchgemeinde Biel, dessen Präsident Herr Gruppen ist, hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, dass sämtliche Ratsmitglieder sich öffentlich und im Namen der Kirchgemeinde gegen die URS III äussern dürfen und sollen.

Das freut das liberale Debattiererherz!

USR III und die Kirchen: „Goodwill verspielt“

Der Zürcher Kirchenratspräsident Michel Müller und Kirchenrätin Katharina Kull-Benz (FDP) sind enttäuscht – und überrascht, dass Regierungsrat Stocker (SVP) die Zürcher Landeskirchen nicht auf dem Radar bei den Ausgleichszahlungen hatte. Ein Achselzucken ist alles, was er für sie übrig hatte. Und dies, obwohl die Landeskirchen in Zürich, gleich hinter der Stadt Zürich und noch vor Winterthur, über 30 Millionen Franken Verlust tragen müssen. Lesen die den Artikel in der NZZ und die Kommentare von Michel Müller im Artikel von Matthias Böhni auf ref. ch

Es freut uns, dass Daniel Binswanger aus liberaler Sicht das Referendum gegen die USR III unterstützt. Er schreibt: „Das Wachstum der Gewinnsteuern konnte sich nur deshalb vom Wachstum der Wirtschaft entkoppeln, weil Steuersubstrat aus anderen Ländern abgesogen wurde. Die Schweizer Fiskalstrategie ist parasitär. Daran sollten nicht nur Sozialdemokraten, sondern auch Wirtschaftsliberale Anstoss nehmen.“

Genau dieses Argument, dass eine ethisch korrektes Steuersystem der Schweiz hilft und der internationale Druck für gerechte Steuersysteme steigt, vertritt libref schon länger. Siehe das liberale Argumentarium hier