Kategorie-Archiv: 10 Diverses

Zukunftsdialog

Eine öffentliche Debatte zum bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) im Chor des Grossmünster. Einige Aussagen, einige Textbruchstücke.

Zum BGE und zum Programm verweisen wir auf den letzten Beitrag.

Sigrist und Peter

Die Moderatoren, die Pfarrer Christoph Sigrist (Grossmünster) und Res Peter (Neumünster) konnten etwas über 100 Personen begrüssen. Rund ein Dutzend war als „unter 50-jährig“ zu taxieren, diejenigen, die sich vermutlich einmal mit den Auswirkungen des BGE befassen müssen oder dürfen.

Muschg

Atsuko Muschg zusammen mit ihrem Ehemann Adolf Muschg, der sich sichtlich freut, im Grossmünster eine Reformation auszurufen, mit dem Rücken zur Kanzel, wie er betont. „Seine Tochter, Mutter eines Kleinkindes werde für ihre Leistung, die sie erbringt, nicht bezahlt. Millisekunden, das ist der heutige Arbeitstakt des Geldes, im Gewinntrieb gibt es keine Grenzen.“

Bete und arbeite, sagte schon Zwingli und kurz zuvor erzählt mir jemand, dass etliche Mitarbeiter bei einer Grossbank wegrationalisiert werden. Neu wird in Polen gearbeitet. Vermutlich wie Viseca, die fast drei Wochen braucht, um sich bei mir zu melden, nachdem ich mitgeteilt habe, dass ich für eine Übernachtung zweimal belastet wurde. Fehler gibt es überall, aber wenn wir in der Schweiz alles auslagern, dann braucht die Fehlerbehandlung extrem viel länger. Sie wird zwar billiger, meist schlechter, aber 80 Angestellte in Bundesbetrieben verdienen ja dann noch mehr, als BundesrätInnen. Vielleicht verdienen ja sogar von diesen 7 einige zu viel. Par merlin, durch eine  Spaltaxt, müsste allenfalls mal Remedur geschafft werden. Sorry wegen meiner bösen Worte, aber was ich in Zürich höre und nur stichwortartig festhalte, bestätigt, dass einige Menschen in Zukunft in der Schweiz unweigerlich Probleme kriegen – wenn sie die nicht schon haben. Schön für alle die, die eine Pension bekommen. Zumindest hier war die Grossbank generös und hat 2/3 übernommen.

Muschg muss weiter nach Solothurn, an die Literaturtage. Sein Weg führt über Olten und er wird Peter Bichsel wieder sprechen. Ich höre beide philosophieren. Peter, du bist genau 10 Monate, 10 Tage, 10 Stunden und 10 Minuten jünger. Und mein Vater ist 8 Jahre und einen Tag älter und wie hoch ist der Wellengang, den Leute auslösen, die vermutlich mit der AHV und der Pensionskasse mehr als 2500 pro Monat zur Verfügung haben? Total spannend, was hier alles erzählt wird. Sorry, aber ich finde keinen einzigen Beitrag, der über diesen Anlass berichtet und ich erhalte nicht einmal ein BEG, damit ich mich mit diesen Zeilen finanzieren kann. Aber Spass macht der Anlass und er regt an.

Nach 50 Jahren, wo ich mich mit Politik „rumgeschlagen“ habe, wäre es vielleicht wieder mal an der Zeit – in dieser grosskapitalistischen Zeit – über den Marxismus nach zu denken. Leute, quere werden überleben aber viele andere, denen es heute zu gut geht, werden untergehen.

Teilnehmer

Jacquelin Padran, „garantiert unbestechlich und ohne Tatoo“ und die Gespräche nach der Veranstaltung „mit den Rednern“, wie sie im Flyer erwähnt sind. Frank Mathwig, einer unter ihnen, erinnert sich … viel Text, wichtig sind Randbedingungen. Thomas Wipf fragte ich, wieso er nicht die 2-3% der Extremisten links und rechts der friedlichen „Masse“ nicht mehr beachtet und als SKE Präsident, sich mit den mindestens 95% vernünftigen aller Religionen beschäftigt. Sorry, die Nebenbemerkung, aber hier geht es ja ums Geld, ums bedienungslose resp. bedingungslose Geld.

Dann spricht Klaus Heer. Sein letztes Buch „Was ist guter Sex?“ Schnipp. In Deutschland einen Drittel billiger. Sicher nicht schlechter. 10 Thesen, nicht 95 wie vor 500 Jahren bei Luther. „Die neue Freiheit ist viel anspruchsvoller, als die alten Sachzwänge.“ Diesen Punkt, sieben, den müssen sie sich merken.

Mann diskutiert über 4,8 Mia – Milliarden – Einkommen, die ein Fondsmanager in einem Jahr verdient hat – oder waren es 14 Milliarden, wie sich die Vortragenden wiedersprechen. Diejenigen, die ich angefragt habe, wissen es auch nicht. Egal, 4 800 000 000 USD oder CHF verdient anscheinend einer jährlich. Die Währung ist total nebensächlich – 1 USD gleich 1 CHF oder ein Euro. Die Differenzen sind viel zu marginal um hier zu diskutieren. Wenn ich einigermassen korrekt gerechnet habe, ergibt das 40 000 Einheiten pro Minute!!!!!!Und wir diskutieren hier über 30 000 pro Jahr!!!!! Vielleicht kommt er auf etwas mehr produktive Arbeitsstunden pro Jahr, als wir armen Kirchenmäuse, die wir hier im Chor zuhören.

Noch so einige Highlights: „Arbeitsmarkt ist eines der zynischsten Wörter, die es gibt!* „Wir gehen an den Bürkiplatz, zum weiteren Diskutieren.“ Das ist einen Einschub wert, was ich hier, zwei Stunden später erlebe. Superschnäppchen, sucht die in dieser Finanzmetropole wo viele das Gefühlt haben, sie gehören irgendwie zum Geldadel. Grosse, sehr gut erhaltene rund 150-jährige Biedermeier Meerschaumpfeife (Mundstück fehlt), für zwanzig Franken, die Asche ist noch drin. Sowas gibt es nur in Zürich. Dazu gratis eine Bruyère, die wie ein Baumstrunk geschnitzt ist und ein langes Holzmundstück aufweist. Zwei wunderschöne Sammlerstücke. Als Dreingabe noch eine Holländische handgefertigte extralange Tonpfeife, die regulär gekauft schon teurer ist, nie geraucht wurde, aber schon (oder eher noch) mit Tabak gefüllt ist. Dafür viel Plunder, der meist überteuert ist. Schickimicki sagen die einen, Zürcher lieben das Fremdwort Sciccheria. Zwei drei Bereiche dazu sind super und relativ günstig. Aber wie beim Finanzblog, es gibt nur versteckte Tipps. Und beim Abfall Kissen, Computerspiele … ein Mostkrug aus Steinzeug. Wer bezeichnete das Ding immer als Bembel. Heinz Schenk vom Blauen Bock.

Und geschenkt wird beim BGE nichts, daher noch mal Praxis und Theorie. Ein Pfarrer verdiene heute 8000 CHF, dann erhalte er in Zukunft 2500 BGE und 5500 Pfarrlohn. „Wir müssen den Siegeszug des Kapitalismus bremsen!“

Tu um Gottes Willen etwas tapferes!

Das hatte Zwingli und heute Adolf Muschg gesagt.

Und ich warte immer noch auf das Bild mit dem Originalspruch. In Zürich habe ich es schon in riesengrosse Goldlager geschafft, aber im Grossmünster in die Sakristei, der Arbeitsraum der Pfarrer, vorzudringen da braucht es weiss Gott gegen oben bessere Beziehungen. Es ist wie mit dem BGE. Der Wille und die Notwendigkeit wären da, aber das Denken wird noch zwanzig Jahre hintendrein hinken. Zusammenfassend wurde gesagt oder kann geschrieben werden: „Das BGE wird kommen, aber noch nicht in diesem Jahr. Die AHV und das Frauenstimmrecht – heute nicht mehr wegzudenken – brauchten auch mehrere Anläufe.“

JA für Grundeinkommen dank Panama

Beim BGE, dem bedingungslosen Grundeinkommen scheiden sich nicht nur die Geister, sondern auch helle Gestirne. Es wird wohl die umstrittenste Abstimmung werden, die ich je miterlebt habe. „Die grösste Frage der Welt“ sollte nicht von den wenigen grossen entschieden werden. JA – tragt ein JA ja in die Welt. Seit mal mutig und leitet eine notwendige Wende ein.

Das Original ist vor vierzehn Tagen im Finanzblog erschienen. Ob von anderer Seite von libref. noch etwas kommt, werden wir ja sehen. Auf alle Fälle ist es Zeit auf den

ZUKUNFTSDIALOG im GROSSMÜNSTER vom 7. Mai 2016 – 11.00 – 12.45

aufmerksam zu machen. Vielleicht wird der Moderator aus unseren Reihen, von diesem Anlass hier berichten.

Der Kommunismus ist tot. Aber ein bisschen gesunder Marxismus würde der Welt nicht schaden. „Die UdSSR ist tot, es lebe die Schweiz„. Zugegeben, es gibt weltweit zumindest noch ein Land, wo knallharter Kommunismus vorgelebt wird. Nord Korea. In welchem Land wurde deren King Kong ausgebildet? In der Schweiz und vermutlich nicht nur vermutlich, sondern echt. Nicht in der Hauptstadt der neutralen Schweiz, in Bern. In den beiden südöstlich gelegenen Nachbargemeinden Köniz und Muri. In der einen habe ich gewohnt und in der andern unser früherer Präsident. Eigentlich libere Vororte der Hauptstadt.

Noch bin ich alles andere als ein Verschwörungs-Theoretiker, aber wenn man solchen Tatsachen in den Rachen schaut, dann begreife ich jeden, der behauptet, wir werden gesteuert. Mit dem BGE kommt alles andere als der Kommunismus zurück. Das BGE ist eigentlich kein ökonomisches Thema, sondern zur jetzigen Zeit eher ein philosophisches. Die haargenauen Auswirkungen kennt niemand und Nobelpreise wurden eh schon für gegensätzliche Meinungen vergeben. Also total müssig, über jedes Detail im Voraus nach zu denken. Die Zeit wird es erst zeigen und dann können wir Korrekturen einfügen. Die Schweizer Gesetzgebung ist mustergültig dafür in der Handhabung.

Wie lebt es sich mit 2500 Franken?“ im Monat. Ich kenne wenig Leute, die diese Erfahrung wirklich haben und damit leben wollen, geschweige denn können. Man kann in der Schweiz sogar mit weniger leben. Aber das braucht echte Grösse. Den meisten würde dies nicht gelingen, die wollen mehr. Und haargenau diesem Umstand ist es zu verdanken, dass die Schweiz so weit gekommen ist. Die Schweiz ist eigentlich ein Superland. Nur vergessen wir dies oft. Es kommt wenigen Personen in den Sinn, auszuwandern oder nach den Ferien nicht mehr zurück zu kommen. Das Grundeinkommen würde vor allem denjenigen helfen, die in der heutigen Zeit alles andere als verwöhnt sind: Aussenstehenden, einigen Randständigen, Benachteiligten, einigen Philosophen und vermutlich einigen faulen und bequemen Leuten. Aber die letzte Gruppe hat es im Mittelstand und immer wieder zu beobachten in der öffentlichen Verwaltung auch geschafft, mit „Schleimscheissen“ ohne grossen Arbeitsaufwand nach oben zu rutschen.

Diese Gruppe ist strikt gegen das BEG, weil sie Angst haben, dass es viele Faule gibt, die sich nicht so einfach in Hierarchien anpassen und wie sie selbst dem Chef um den Mund schmeicheln können. Dann gibt es viele hand- und landwerklich Beschäftigte, die für ihren Lohn krampfen müssen und nie gesehen haben, wie sehr viele Schweizer ihren schönen Lohn eigentlich viel zu leicht verdienen. Und genau diese Gegner könnten sich eine bessere Zukunft aufbauen, denn denen wäre es möglich zahlbare Arbeitskräfte zu bekommen, welche gerne eine sinnvolle Arbeit ausführen möchten.

Mit dem Bedingunslosen Grundeinkommen wäre es uns sogar möglich einige hunderttausend Flüchtlinge aufzunehmen und der Schweiz einen noch nie dagewesenen Energie-Schub zu geben, der die Schweiz an einigen Orten zu ganz neuen Ufern bringen könnte – Landwirtschaft, Tourismus, Pflegewesen, Kunst – nur um einige zu nennen.

Dann gibt es eine weitere Überlegung, die für das BGE spricht. Die Rationalisierung. In den vergangenen gut 100 Jahren hat diese in der Schweiz zu Wohlstand geführt. Die nächsten 100 Jahre dürften anders aussehen. Viele der wegrationalisierten Jobs wurden durch Administration und Kontrolle wettgemacht – Dienstleistungsaufbau heisst das moderner ausgedrückt. In der Schweiz hergestellte Produkte und Dienstleistungen die wir ins Ausland verkaufen, schaffen Wohlstand. Gegenseitige administrative Beschäftigungs-therapie bringt keine echte Wertschöpfung. Unnütze Produkte eigentlich auch nicht. Und wenn sie in noch brauchbarem Zustand entsorgt werden, schaden sie der Volkswirtschaft nur. Alles andere ist Unkenntnis der ökonomischen Grundlagen, geschweige denn der ökologischen.

In der Schweiz ist ein Umdenken angesagt, denn es wird so viel von oben berichteter Unsinn gedruckt oder digital verbreitet. Aber es sind doch die Kreise, die froh sind, wenn ein benutzbares Bett, ein Schrank, ein Buch … weggeworfen wird, denn jemand oder gar ein Freund kann dann eher ein neues verkaufen, weil derjenige, der jetzt ein Gratisbett hätte, sich vielleicht einen Fernseher mit dem eingesparten Geld kaufen würde. Schade haben viele keine Kollegen, die TV-Geräte verkaufen, sonst würden sie eine volkswirtschaftliche Erfahrung machen, die eigentlich jedes Kindergartenkind schon nachvollziehen kann.

Ironisch sperbern auch andere: „Mindestlohn für humanoide Roboter„. Lesen sie diesen Beitrag. Denken sie an ihr bisher angedachtes Nein in der Abstimmung. Zumindest falls sie Scanner, e-Banking und andere moderne Errungenschaften etc. benützen, bevor sie selbst mit moderner Technik in Produktion und Handel und demächst auch im Büro jobgekillt werden.

Früher oder länger regieren nur Grosse die Welt. Das war früher anders.

„Girls, Girls, Girls“ und Boys hört euch einmal den Songtext von Panama der Sailor an. Dieses Land war damals vor allem für Dutyfree bekannt, für die Kleinen ein Einkaufsparadies. Heute wird Grossen „der Spiegel für die Panama Papers“ vorgehalten.

Wollt ihr diese Entwicklungen. Packt die Chance und stimmt JA! Die Welt braucht wieder mal ein mustergültiges Land und wir sollten auch wieder einmal ein Vorbild sein. Wir können dies nämlich – besser als all die andern.

Nachtrag: Der US-Ökonom und ehemalige Arbeits-Minister Robert B. Reich (unter Bill Clinton) – bekannt von Supercapitalism – sagt: „Ohne Grundeinkommen wird es nicht gehen„.

Tamara Funiciello von der JUSO ist für die 25-Stunden-Woche. Hier wage ich „Schiffbruch“ voraus zu sagen. Auf freiwilliger Basis wird dies nie gelingen, denn von den Gutverdienenden haben zu viele einen Job, der sich nicht so leicht ersetzen lässt. Und wenn man die unproduktiven Stunden pro Mitarbeiter anschaut, werden die sich bei einer Verdoppelung der Mitarbeiter vermutlich so weit steigern, dass mit zwei zukünftigen Mitarbeitern gleich viele produktive Arbeitsstunden geleistet werden, wie bisher mit einem. Dass jeder nur noch 25 Stunden arbeiten darf, das ist reine Utopie.

Eintrittstest zur FDP⸮

Wer kennt schon das Ironiezeichen – ⸮ – ? Vor allem bei den Kommentaren im Beitrag „… Ausgehverbot für Muslime“ wäre dieses einige Male angebracht. Oder meinen die es wirklich ernst?

In der FDP der schweizerischen Durchschnittsstadt habe ich einmal im Vorstand einen Eignungstest für FDP-Kandidaten vorgeschlagen. Der Test war alles andere als ironisch gemeint. Eine Dame, die an eine Hochkultur aus Zentralamerika erinnert, lag mit minus 50% im Lager der stark Konservativen. Die ersten 25 stellen einen liberalen Querschnitt dar. Erschreckend, wie schon vor einem Jahrzehnt die politische Einstellung dargestellt werden konnte.

Über diesen Eintrittstest hat man diskutiert, aber meines Wissens nie einen erstellt. Vielleicht wäre es heute an der Zeit, einen solchen ins Leben zu rufen. Diese FDP-Stadtpartei weiss, wo die FDP anzusiedeln ist. Sie hat heute zwei bekannte Vertreter. Sie stellt einen Bundesrat und den Präsidenten der Konferenz der Kantonalen Polizei-Direktorinnen und Direktoren.

Über den BZ-Artikel möchte ich nichts schreiben, da soll jeder selbst entscheiden. Mir kommt nur in den Sinn, dass am Sitz dieser Partei – Knofligen, wie das Dorf in Mundart oft genannt wird – „Bärenmilch“ konzentriert in Konservendosen abgefüllt wird. Bärenmilch ist nichts anderes, als Milch von Kühen. Meiner Ansicht nach sollte die dortige Büchse der Pandora geschlossen werden⸮

Die Auswirkungen rund um den Bürgerkrieg in Syrien ist heute das Weltthema Nr. 1. Mindestens zwei unserer Beiträge haben sich damit befasst:

Lösungsansätze sind heute gesucht und keine Hetzereien von jeglicher Seite. Wir werden uns zum 150-Mediumjubiläum von libref. 2016 zu diesem Thema äussern. Wir arbeiten im Hintergrund. Es wird ein Preisausschreiben mit viel Spannung geben. Dafür garantieren wir. Liberal, progressiv wie wir sind. Und wenn sie weitere ironische Hiebe vertragen, denken sie zwischen den Zeilen von „Weltausstellung – Füttern des Planeten“ nach und holen ab und zu mal tief Atem, wie die heutige Welt so aus dem Ruder zu laufen droht.

Zwei drei Sekunden zum Nachdenken


„Zuerst ändert man und dann plant man“

Keine Ergebnisse für „zuerst ändert man und dann plant man“ gefunden. Dieses Zitat ist brandneu und ich weiss, von wem es ist. Es ist nicht von mir. Aber man (resp. Frau) erwähnte es gestern im „Kanton Bern“.

Man oder frau kann es auch anders ausdrücken: Der Pessimist sieht bei Möglichkeiten Schwierigkeiten und der Optimist sieht bei Schwierigkeiten Möglichkeiten.

Jetzt läuft „Tu t’en va“ von Alain Barrière auf SRF1 – eigentlich die Musik, die zu unserem zweiten Thema passt, neben der Hähne, das uns beschäftigte – das nicht einfache Leben und das Nichtmehrleben.

Läbet guet und läng und geniesst den zuende gehenden Song – This World Today is a Mess von Donna Hightower und den anfangenden von Peret über den Esel Borriquito
ihr Beret

Glockengeläute


Glocken klingen nach. Wer zu nah ist und zuhört, hört diese noch zwei drei Tage lang in den Ohren nachhallen. Zufall, was sich vorgestern und gestern via Mail und Blog ereignet hat?

Entschuldigen Sie, dass ich nicht immer gleich alles in on time ins Netz stellen kann. Aber das hat manchmal auch sein Gutes. Fangen wir gleich damit an, als ich hinsitze und selbst zu schreiben beginne. Was läuft im Radio – „Summer“ von Stiller Has. Und dann das Geräusch, wie eine kleine schrille Glocke – Klapperschlange oder gar Anakonda? Schön, wenn ihr nächstes Jahr über diesen Zufall hoffentlich schmunzeln könnt. Sein ehemaliger Partner Balz hat einen Vater, wie die meisten andern, denn beide sind leider noch nicht geklont und der ältere Balsiger bei libref. seinen Nachfolger „jcc“, der eben vorgestern einen Vortrag über Glockengeläute in Chur hatte. Nils, mit dem bürgerlichem Namen Ueli, wie seinem Namensvetter mit dem ich auf der Hohwacht etwas progressiv kurz über die Zukunft der Langenthaler Liberalen diskutiert habe … und den Herbst in einem Jahr angetönt habe – namenlos. Haben sie ein Durcheinander?

Schön. Und ich erst, ich muss in der Vergangenheit schreiben und dabei bin ich in der Vorvergangenheit, weil das was ich jetzt in die Tasten haue, erst morgen, also heute erscheinen wird. Und schon sind wir bei den Glocken. Die können über Tasten bedient werden. Digital oder analog mit herrlichem Klang, wenn der analog wiedergeben wird. Schöne Beispiele sind das Glockenspiel im Tscharni (Bethlehem) oder am Münster zu Bern, wo für mich das 2009 begann.

Geschrieben habe ich, dass dieses Jahr Höhepunkte haben wird. Ja genau vor vier Jahren bin ich nach dem Rückflug zu Petrus wieder erwacht. Wie Clooney, der die Nespresso-Maschine als Pfand dort lassen musste. Die Werbung ist dort kalt gestellt worden – tot. Aber die Liberalen – oder vielleicht besser, die Progressiven – sprechen über den Tod. Vergiessen eine Träne, haben feuchte Augen.

Glockengeläut – das E-Mail bekam ich am 31. Juli. Genauer als „Hüt isch nid Morn, aber Morn isch Hüt de scho Geschter“, vom Matte Housi.

Glockengeläute – Was verlautet es?

Das Geläut der Kirchtürme behauptete bis zur französischen Revolution die Lufthoheit, Hoheit in dem Sinne, dass, wer über die Glocken gebot, souverän war. Er läutete zu Bette, weckte am Morgen zur Arbeit, und zum Frühgottesdienste. Er bot die Truppen mit der Alarme-Glocke auf (alarme, a l’arma, zur Waffe). .Die Revolution verfügte nichtsdestotrotz das Abhängen der Geläute. 100’000 Glocken ab 60’000 Kirchtürmen wurden zu Kanonen eingegossen.

Was fehlte damit: Die Glocken tauchen in der Literatur als Warnerinnen vor. In Hoffmannsthal „Jedermann“ monieren sie „Jedermann“, sich zu mässigen, diesfalls erfolglos. Die Glocken werden übertönt. The show must go on. Albert Schweitzer ist mit einem Jugendfreunde auf Vogeljagd. Spannt den Bogen: Da ertönt ein nahes Geläut. Er hält inne., wird nachdenklich, entspannt den Bogen, rettet das Tier: Den Glocken sei Dank! Gottfried Keller ist als „Grüner Heinrich“ unterwegs nach München, wo er Kunstmaler werden will.

Er rechnet gedanklich mit der Vergangenheit ab, auch mit der Kirche als solcher, bis ein Geläute zu läuten beginnt. Er beginnt sich zu fragen, was dann wäre, wenn die Kirchtürme einmal geschleift würden, wie dem durch die Französische Revolution so war. Welche Botschaft würde dann ausbleiben. Schweitzer, Keller und „Jedermann“ wurden durch die Geläute davon zu tun abgehalten, was sie gerade relativ bedenkenlos tun wollten. Die Glocken stehn sehr persönlich für ein Gewisssen, jede Glocke ist einzigartig in ihrem Guss, wie die Person. Als Gewissen mahnt sie bzw. es, das Geläut in seiner Vielstimmigkeit bestenfalls, kommandiert nicht. Die Glocken schwingen in sich. Alle Glocken sind in der jeweils andern – negativ – vorhanden zu denken. Das Geläute ist die Summe seiner Interpretation, deren Geschichte nie fertig ist. – Die Glocken sind eine Metapher für das, was freies Christentum heisst.

Von jcc – Jean-Claude Cantieni

Da müsste man doch noch etwas mehr über Glocken berichten. Herrlichem Klang steht oben! Das muss nicht immer sein. Da kommt mir Meckermann in den Sinn, der über Kuhglocken und Kirchenglocken lästerte. Wo? Im Nachbardorf vom „Dorf, das sich Stadt nennt“ wie es Peter, der Meckerer nannte, wo Simon Kuert aus dem Beitrag vom 30. lebt und noch einen Tag länger arbeitete. Also in Aarwangen würde ich Doe, so sein Kürzel, wieder mal gerne treffen. Wir sind ja alle älter und allenfalls vernünftiger geworden. Und da steht auch einiges über die Kirche Aarwangen zu lesen. Wer hat’s geschrieben? Simon Kuert, Langenthal, natürlich.

Und tönten die Glocken in Langenthal immer gut? Nein. Zu meiner Zeit als Ratspräsident mussten wir die reparieren lassen. Die hei gschärbelet. Den meisten ist es nicht kalt den Rücken runtergelaufen. Mir schon, als ich am 31. das E-Mail von Simon las:

Lieber Stephan
heute beendige ich meine Tätigkeit in der Kirchgemeinde. Ich möchte Dir und allen von Herzen danken, dass mein Abschied genau so erfolgt ist wie ich es mir vorstellte: Mit der Veranstaltung vom 5. Juli „Volksmusik und Volkspoesie“, der letzten wunderbaren Hochwachtpredigt (vgl. Bild in der Beilage) und schliesslich dem gestrigen Abend den ich sehr genossen habe. Ich danke allen für die lieben Worte und sinnvollen Geschenke. Als ich heute den Schlüssel zur Langenthaler Kirche, in der ich getauft und konfirmiert wurde, in der ich Abschied nahm von meinem Vater, der genau vor 50 Jahren mit 40 Jahren durch einen Unglücksfall ums Leben kam( ein Ereignis, welches mein künftiges Leben bestimmen sollte)- beim elfi Glüt in einen Umschlag einpackte und Urs abgab,hatte ich Tränen in den Augen. Ich liess sie fliessen.
Das zeigt: Auch wenn die letzten 10 Jahre in der Kirchgemeinde Langenthal für mich und meine Familie nicht immer einfach waren, darf ich am Schluss mit Käsers Gedicht Vertrauen doch sagen: „S’wär lätz wenns angers wär“.
Ich möchte euch dieses schlichte Gedicht widmen:

„Vertroue

Flieht ou di Zyt grad wie ne Schwick

Es git gäng öppe, wem e will

Zum Nochedänke, ärnscht und still

E liebe, schöne Ougeblick.

De chunnt ein mängs, wo ein het düecht

es sig vergässe, wieder ds Sinn.

Es rüehrt si töif im Härze inn,

u üsi Ouge wärde füecht.

Doch luegt mes gwöhnli angers a

We de ne gwüssni Zyt vorby,

Wenn ou nid alls het chönne sy

Wie mir hei gmeint und ghoffet gha.

Mi briegget mängisch halbi Nächt,

statt dass me eim ds Vertroue schänkt,

bi allem still, bescheide, dänkt:

„Wies üse Herrgott macht, isch s rächt“.

Wie mängisch muess me nochethär

We ds Läbe eim ä Wunsch verseit,

ou wenn me schwär het dranne treit

zuegä: s wär lätz, wes angers wär.“

Ich wünsche Dir immer alles Gute.
Herzlich
Simon

Ja, vermutlich kommt ihnen beim „Bim bam, bim bam“ eher eine Träne, als heute beim „Bum bum bum“ der Raketen und der Landeshymne, obschon sie „… Fährst im wilden Sturm daher, Bist du selbst uns Hort und Wehr …“ was Besinnliches an sich haben würde. Glocken hallen aber länger nach … und es gibt keine Zufälle.

Kirchenglocken Langenthal
… Liebe ist das Band der Vollkommenheit Gal 3,13 …

Steuerung Uhr und Glocken
… ohne diese Steuerung ertönt weder Glocke noch läuft die Uhr am Turm …

Glockenguss Rüetschi
… Rüetschi hat auch die Glocken von Langenthal gegossen und ausgebessert …

geschmolzene Glocke 1
,,, geschmolzene Glocke – Stadtkirche Muri AG

waren das mal Glocken
… waren das mal Glocken?

Da gäbe es noch viel über Glocken zu erzählen. Zum Beispiel aus dem Nachbardorf, wo die Glocken zu laut sind. Dort wurden sie geklaut und …

Kirche Wynau und Lotus
… abtransportiert, aber sicher nicht mit dem Lotus Elise, denn aus „gut unterrichteter Quelle“ weiss ich, dass der Beifahrersitz belegt war … die beiden Glocken sind unter dem Kirchenfenster rechts knapp zu sehen … oder in wieder in Wynau

Vor einem Jahr:
Der letzte Flug

Vor 2 Jahren erschienen:
Das legislative Heilmittel gegen den Terrorismus gibt es nicht

Vor 3 Jahren erschienen:
Rappaz, der „kleine“ Mahatma Gandhi?

Vor 4 Jahren erschienen:
Portrait des Vereins freier Protestanten CH

Vor 5 erschienen:
Jalsa Salana der Ahmadiyya Bewegung in Frauenfeld

Vor 6 Jahren erschienen:
Le Temple

Vor 7 erschienen:
Sommer: Sakrileg – The Da Vinci Code – 1. Teil

Vor 8 Jahren erschienen:
Kongress der IARF in Siebenbürgen – CV von „jcc“

© libref – Zusammenstellung und Foto: Stephan MartiFinanzblog

Bethlehem – Teil I – die kleine Revolution


3027 Bern-Bethlehem dürfte dem Namen nach eines der bekanntesten Quartiere aller Schweizer Städte sein. Und zu Weihnachten ist das Sonderpostamt weltweit beliebt. Wenn möglich pilgere ich dieses Jahr zum 46 mal dorthin, denke an meine Jugendzeit zurück und versende meine Festtagsglückwünsche aus dem Tscharnergut mit einem liberalen Link zum Christentum.

Libref., das liberale Christentum feiert am Bettag anlässlich der Hauptversammlung und beim Verleih des prix libref. das 140. Vereinsjahr – gegründet 1871 in Biel – auf Schloss Reichenau.

Pinot Tscharnergut

Schlossherr ist der Winzer Gian Baptista von Tscharner, der unter anderem auch schon einen Pinot Noir mit dem Namen „Tscharnergut“ ausbaut hat. Im „Tscharni“, dem heutigen Zentrum von Bethlehem, bin ich aufgewachsen. Unser Präsident war vor kurzem im ursprünglichen Bethlehem. Grund genug diese beiden Orte im Schlossgarten zu präsentieren und Bündner Spitzenwein zu geniessen. Vielleicht gibt es sogar die zwei oben abgebildeten Spezialitäten zu verkosten. Wie wäre es wenn wir die nächste Versammlung in Genf machen – Apéro auf der Domäne Balisiers, zum Beispiel den namenlosen „Sine Nomine“. Wer heute keine Trauben lesen oder geniessen kann, liest mit Genuss das Interview mit diesen beiden Spitzenwinzern über die damals noch fast unbekannte Weinausbaumethode mit dem Konzentrator.

3027 Bern-Bethlehem

3027 ist die höchste Postleitzahl einer Stadtberner-Quartierpost. Zumindest bei der Durchreise hat man den Eindruck, dass es auch das neueste Quartier sei. Die Poststelle befindet sich über 50 Jahre im heutigen Zentrum Bethlehems, im Einkaufszentrum des Tscharnerguts. 1959 hat man die Schwerkraft überwunden. Die Russen im kalten Krieg mit der ersten Raumsonde, die das Schwerefeld der Erde verliess und die Ideen von Hans Reinhard die den Grosssiedlungsbau revolutionierten.

Einkaufszentrum Tscharnergut

Weihnachtsstimmung vom Fellergut (Bümpliz) aufgenommen.

Einwohnermässig ist Bethlehem das 2. grösste Quartier der Stadt Bern – 12 500 Einwohner. Zahlen sind leicht gerundet. Bümpliz hat einen Viertel mehr.

Bethlehem

Einwohner je Quadratkilometer:

2600 im Kirchenfeld – nobel und für die Wohnqualität gelobt

5300 im Monbijou und in Bümpliz – Wohnqualität besser, als vermutet

9600 in der Länggasse – das feine Quartier, alteingesessen, Uni

10100 im Mattenhof – wo liegt der – zumindest nicht an der Aare

13850 im Breitenrain – grössere Grünflächen sind im Kasernenareal zu finden

2997 in Bethlehem – extrem viel öffentlicher Erholungsraum

Im Tscharnergut alleine sind es schätzungsweise 20 – 25 000. Nur hat es hier extrem viel Freifläche und es halten sich nie alle zusammen darin auf. Nicht nur Kinder und Jugendliche werden dafür benieden.

Tscharnergut

Das Westend in Wiesbaden hat 25′ und ist nicht mit dem West-End im Brünnengut von Bethlehem zu verwechseln. Schleichreklame sei bei diesem Link erlaubt. Unser einziges islamisches Mitglied (ohne Stimmrecht, das ist den Reformierten vorenthalten) und pakistanischer Bürgermeister kandidiert im Kanton Aargau für den Nationalrat – Dr. Yahya Hassan Bajwa.

Übrigens, der Distrikt Freguesia de Santo Antonio innerhalb von Macao hat eine Bevölkerungsdichte von praktisch 100’000 Personen. Heute gilt das Tscharnergut als weltweiter Meilenstein im Grosswohnungsbau. Am Anfang hatten es die Medien, vor allem das Schweizer Fernsehen mit Werner Vetterli und seiner Extremmanipulation schlecht gemacht. Deshalb vermutlich der Ausdruck „Vetterliwirtschaft“ (s. 3. Link oben).

Heute hat Bethlehem den 2. grössten Ausländeranteil in der Stadt Bern. Nur im gelben und roten Quartier (Hirschenplatz bis Zytglogge) ist er grösser. Am Anfang war er im Tscharnergut sehr klein – Wohnungen waren knapp, man konnte auslesen. Und manche Familie mussten innert kürzester Zeit umziehen, weil Berner Baugeschäfte ältere Häuser aufkauften, Bauarbeiter einquartierten und später Neubauten mit mehr Wohnungen bauten. Sogenannte Renditeobjekte. In unserer ehemaligen 3-Zimmerwohnung in der Länggasse wurden über 20 (!) Italiener einquartiert. Das Wort „Menschenrechte“ hätte es schon damals gegeben.

Auf obigem Bild sehen sie den Bahnhof Bümpliz Nord. Früher sogar offizielle Haltstelle des TGV nach und von Paris. Wenn das Bahnhofsgebäude auf der nördlichen Seite der Schienen liegen würde, hiesse er Bethlehem. Eine knallharte Grenzlinie wie sie in dieser Länge in der Schweiz vielleicht einmalig ist. Der Container-Zug der weltweit grössten Container-Schiff-Reederei aus der Gruppe Møller – Mærsk wird aber den Hafen auf dem Bethlehemer Quartiergebiet nie erreichen, obschon Bethlehem einen solchen am Wohlensee aufweist. Das einzige Quartier in der Stadt Bern mit zwei Seen. Der Weyermannshaus See, bis in die 50iger Jahre ein Naturteich, ist das grösste Beton-Schwimmbecken der Schweiz – mit Gratiseintritt.

In der Nähe im Nachbarquartier Holligen wird auf dem Europaplatz das Haus der Religionen errichtet. Mitinitiant ist der „Verein runder Tisch der Religionen“ der sich seit 1993 aus den fünf grossen Weltreligionen und den Christ-Katholiken zusammensetzt und sich den gemeinsamen Alltagsproblemen in Bethlehem annimmt.

Tram

Bethlehem war eigentlich immer schon liberal den Religionen gegenüber. Und modern, was die Kirchenbauten anbelangt. Hinter dem jahrelang Schlagzeilen machenden Tram ist die Sankt Mauritius Kirche zu sehen. Eine katholische Kirche mit nur einer einzigen kleinen Glocke.

Kirche Bethlehem

Aber seien sie versichert. Selbst die kleinste Glocke der reformierten Kirche Bethlehem tönt reiner. Diese Kirche und mein Elternhaus haben mich mit dem liberalen Gedankengut geprägt. Mein Pfarrer war so liberal, dass er aus der Berner Kirche ausgeschlossen wurde. Eigentlich müssten wir Liberalen uns einsetzen, dass die Geschichte von Pfarrer Koch aufgearbeitet würde. Einer der besten Pfarrer, die ich je erlebt habe. Und Diskussionen gab es, denn wir waren nicht immer gleicher Meinung. Einen Sitzstreik vor dem Migros und dem ABM, dem zweiten als Providurium erstellten Einkaufszentrum im Tscharnergut, hat er abgesagt. Auf den Einkaufsrausch vor Weihnachten wollten wir aufmerksam machen. Wenn schon, hätten wir vor allen Läden einen Sitzstreik durchführen müssen. Aber sicherlich nicht nur vor Duttis Laden und schon gar nicht vor dem andern, der damals dem Kloster Einsiedeln gehörte. Und das Schönste kam dann noch. Irgendwann mal später habe ich erfahren, dass mein Vater hier im Kirchgemeinderat war. Alls Mitglied einer Kollegialbehörde hat er nie etwas über diese Geschichte erzählt.

„Herr Gott noch einmal“, warum sind wir Liberalen so verklemmt und sagen unseren Kindern nicht, dass wir liberal sind und vor allem, was liberal ist. Letzten Montag war die Hauptversammlung der liberalen Sektion Langenthal und da bemerkte eine Dame: „Wieso macht ihr nicht Werbung, um unsere Kinder als Mitglieder zu werben. Vor über zehn Jahren, als ich deren Präsident war, haben wir das gemacht. Resultat – kein einziges zusätzliches Mitglied. An der Versammlung wurde auf ein Grosskind aufmerksam gemacht, das eine Berndeutsche CD herausgegeben hat. Wenn er Mitglied wird (CHF 8.– je Jahr), dann bin ich bereit, ein Konzert mit ihm für libref. durchzuführen. Vermutlich wird er diese Zeilen nie lesen, denn die liebe Grossmutter wird rein statistisch gesehen nicht den Mut aufzubringen, über die liberale reformierte Kirche zu sprechen und ihn anzuwerben. Meine Kinder wissen, dass ich (und sie) liberal sind. Mitglied werden scheint für die meisten Liberalen kein Thema zu sein. Schliesslich ist man nicht der Kirche sondern dem reformierten Glauben verpflichtet. Echte, nicht bekennende Liberale eben mit einer abendländischen Kultur.

Zuviel Nebensächliches, das ja eigentlich das Leben prägt? Dann lesen sie eben quer. Ich erlaube mir hier meine Gedanken zu meinem Buch aufzuschreiben, das langsam aber sicher sich von den Strukturen her abzeichnet. Jetzt beim Schreiben höre ich im Radio Chuck Berry – my Dingeling. Beautifull, zumindest so Chuck. Die Originalversion dauert länger, als ich Zeit habe, in Reichenau über das Tscharni und Bethlehem zu sprechen.

1970 hat Pfarrer Koch in der Kirche Bethlehem ein Rock-in-Church Konzert durchgeführt. Ich konnte das erste für Langenthal rund 30 Jahre später ganz revolutionär (!?) zum etwa 45-jährigen Bestehen des Rocks durchführen. Zeit, um in die Geschichte einzugehen.

Der Beginn des Tscharnerguts ist auf das 17. Jahrhundert einzustufen. Ein von Tscharner hat von von Erlach das Fellergut übernommen …

Fellerstock

… und eine Allee führte ins heutige Tscharnergut. Die trennende Eisenbahnline trennte noch nicht. Geplant war vor Jahrzehnten eigentlich der grösste Flugplatz der Schweiz. Wechseln wir zum Velo. Mein Schulweg führte fünf Jahre an den Überbleibseln dieser quartierverbinden Strecke vorbei. Links war Scapa, , das alte und das neue Schloss Bümpliz und unter uns – fünf Stöcke genau – Ändu …

Patent Ochsner - Stadt Bern

… er wohnte im 9. Stock Büne Huber mit seiner W. Nuss vo Bümpliz. Genau genommen in dieser Zeit eher bei seinen Eltern mit Muschle, seiner Schwester. Irgendwie kommt mir jetzt mein Bruderherz in den Sinn. Ganz patent, an seinen Texten zu beurteilen ein echt Liberaler. Aber vermutlich weiss er das nicht. 95% aller Liberaler wissen nicht, dass sie liberal sind. Ja, da war noch der nicht ganz liberale Pfarrer vom vergangenen Samstag, der manchmal nur drei Kirchgänger hat. Der sagte was extrem Tiefgreifendes. „Liberal oder nur Distanziert?“

Gehen wir wieder auf Distanz oder werden wir nah zum Geschehen. Je nach Blickrichtung. Das Schloss Reichenau mit dem Nachfahren derjenigen die dem Tscharnergut den Namen geben haben, leben denkmalfreier. Meine beiden ehemaligen Zuhause in Bern-West …

Waldmannstrasse 61 - Tscharnergut

… sind heute denkmalpflegerisch und geschichtlich interessanter. 9/11 würde es im Schweizer Bethlehem nie geben. Ranglistenmässig sind die fünf 20ig-stöckigen Wolkenkratzer mit rund 50 Metern Höhe auch nur Winzlinge. Wenn wir die Zählart der Chinesen brauchen, sind es deren 13. Weltweit gibt es 6oo Wolkenkratzer über 200 Meter, 50 mit mehr als 300 Metern und der islamische Buri Khalifa in Dubai ist mit 828 Metern am höchsten … aber die höchste Kirche steht in Chicago. Zehn Meter höher als die „echte Kirche“, das Ulmer Münster und noch mal 30 dazu für das Minaret der ‏مسجد الحسن الثاني‎ in Marokko

Ja, dann gibt es noch ein weiteres Bethlehem (ganz unten) in der Schweiz. Genau genommen in Schwyz. Ruedi unser Revisor wurde Ende Juli im Rollstuhl daran vorbei gestossen. Er konnte meine Rechnungen nicht mehr revidieren. Seine Frau hat die Karte geschrieben. Ich kann ihm nachfühlen, weiss wie es ist, gerollstuhlt zu werden, nicht schreiben zu können, auf andere angewiesen zu sein. Ruedi, ich kann heute wieder relativ gut selbst gehen und schreiben. Langsamer zwar und mit viel mehr Tippfehlern. Ds Hirni isch viu schnäuer aus d’Finger u de due i mi haut mängisch verbuchstable – sorry. Gnies das wo us Richenau chunt.

Und die andern müssen sich gedulden, bis ich über den zweiten Part von Bethlehem etwas ins Blog stellen werde. Ja unser Präsident muss mir halt die digitalen Unterlagen nachreichen und ich werde den Bettag ausdehnen und noch drei Tage rund ums Bündnerland die Welt erkunden. Und merken sie sich: Beten allein hilft nicht, an sich glauben und kämpfen ist wichtig. Und wenn ich Glück habe, treffe ich als Liberaler auf meinen Reisen Pfarrer Klaas Hendrikse der sagt „Es gibt keinen Gott“ oder auf die vikarische Bloggerin Carla Maurer in ihrem Jahr als Vikarin.

Glockenturm

Beim Glockenturm im Tscharnergut findet keine Bettgspredigt statt. Der hat mit der Kirche nicht viel gemeinsam, aber mit unserem Glauben. Übrigens, ein ausführliches und lesenswertes Dokument. Nehmen sie es bitte ihr und allenfalls auch mir nicht übel, wenn Zahlen nicht korrekt sind. Diese sind schon für Bethlehem fast nicht zu bekommen, geschweige denn für eine der vier Hochhaussiedlungen in diesem Quartier. Und falls sie die drei heiligen Könige suchen – Kaspar, Balthasar und Melchior – die findet man nicht im Tscharnergut, wohl aber in Bethlehem.

Liberale, verbindet euch, zusammen wären wir stark. Wir müssten nur Farbe bekennen.

Hahn

Einen speziellen Gruss noch von unserem etwas griesgrämig dreinschauenden „Wappentier“ aus dem Tscharnergut-Zoo

Vor einem Jahr:
Zum Gedenken an Anne-Marie Bianchi-Segond

Vor 2 Jahren erschienen:
Die notwendige schöpferische Pause

Vor 3 Jahren erschienen:
SEK – Dank für Gedankenaustausch

Vor 4 Jahren erschienen:
Kreationismus – Evolution oder aus der Rippe von Adam

Vor 5 erschienen:
Turmgiesserei in Langenthal

Vor 6 Jahren erschienen:
Der schleichende Fundamentalismus in den Schweizer Landeskirchen

© libref – Text und Foto: Stephan MartiFinanzblog

Pakistan – eine Naturkatastrophe!


living education

www.LivingEducation.org info at LivingEducation dot org
PC 60-223344-6
Pakistan – eine Naturkatastrophe!

Baden, 11, 8. 2010

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger

Die Medien haben über die historische Flutkatastrophe berichtet. Tausende Menschen sind umgekommen. Millionen sind obdachlos und haben ihr Hab und Gut verloren.

Helfen Sie direkt, indem Sie den Badener gemeinnützigen Verein LivingEducation vor Ort unterstützen. So wissen Sie genau, wo und wie Ihr Geld eingesetzt wird.

LivingEducation bekämpft seit 2004 eine andere, permanente Katastrophe: Die Missachtung der Menschenrechte der Frauen. Wir kämpfen für deren Rechte und für die Ausbildung von mittellosen Mädchen.

Leider kommen jetzt beide Katastrophen zusammen. Denn viele der Schülerinnen des Mädcheninternats stammen gerade aus der von der Flut heimgesuchten Gegend.

Durch die Flutkatastrophe steht der Keller im Menschenrechtsbüro unter Wasser. In diesem Grossraum stehen die PC und Nähmaschinen, die für die Fortbildungskurse verwendet werden. Im Mädcheninternat stürzten zwei Lehmhäuser und eine Grenzmauer ein. Personen kamen aber zum Glück nicht zu Schaden.

Wir sind nun mit den Reparaturen und dem Wiederaufbau beschäftigt und hoffen, dass wir mit dem Schulbetrieb ab Mitte September wieder beginnen können.

LivingEducation hat auch ein internes Konto eröffnet mit dem Vermerk „Flutopfer 2010“.

Als Einwohnerrat von Baden und als Mitglied des Grossen Rats, bürge ich mit meinem Namen für LivingEducation.

Unterstützen Sie die Projekte von LivingEducation, einer kleinen Badener Hilfsorganisation, die im Aargau und in Pakistan seit Jahren gut verankert ist.

Als Präsident bin ich auch gerne bereit, vorbeizukommen, um die Projekte mittels einer kleinen Präsentation vorzustellen und Ihre Fragen zu beantworten.

Im Namen der betroffenen Frauen und Mädchen danke ich Ihnen schon jetzt für jede Unterstützung und der Schweizer Obrigkeit, dass dieser in der Steuererklärung absetzbr ist.

PC 60-223344-6
LivingEducation
Bahnhofstr. 7, PF 1351
5400 Baden / Schweiz

Wenn Sie speziell für die Flutopfer spenden wollen, bitte den Vermerk „Flutopfer2010“ anbringen. Ansonsten wird der Betrag für die übrigen Sozialprojekte verwendet.

Mit freundlichen Grüssen
Dr yahya hassan bajwa
Präsident LivingEducation Schweiz
Einwohnerrat Baden
Grossrat Aargau

Yahya kann keine aktuellen Bilder zur Verfügung stellen, denn das Internet ist zusammengebrochen. Stellvertretend hier ein Video von Youtube:


Unsere Spende wird morgen dem Postfiance-Konto PC 60-223344-6 mit dem Vermerk „Flutopfer 2010 gutgeschrieben. Viel Erfolg und Durchhaltewillen beim Wiederaufbau.

Vor einem Jahr:
Sendepause

Vor zwei Jahren erschienen:
Jalsa Salana der Ahmadiyya Bewegung in Frauenfeld

Vor drei Jahren erschienen:
Europa, Asien, Amerika und Afrika in Bivio

Vor vier Jahren erschienen:
«Krieg ist inhuman»

Vor fünfJahren erschienen:
George W. Bush und die Darwinsche Evolutionstheorie

© libref – Zusammenstellung: Stephan MartiFinanzblog

!–30127733– Blogverzeichnis

Ethik ist wie Regenwetter – unangenehm aber bitter nötig


38 : 31 ist nicht das Resultat eines Superspiels an der WM in Südafrika, sondern das Ergebnis der Wahl für den neuen SEK-Präsidenten Gottfried Locher.

Neuer Ratspräsident bei den Reformierten“ – nur Radio Vatikan schreibt, wer schlussendlich Gottfried Locher zur Wahl des SEK-Präsidenten verholfen hat … die französischsprachige Schweiz. Herzliche Gratulation Herr Locher und wir von libref. hoffen mit ihnen genau so gut oder noch intensiver als mit ihrem Vorgänger Thomas Wipf zusammenarbeiten zu können.

Wir gratulieren auch David A. Weiss für seinen Achtungserfolg.

Den wesentlich längeren Originalbeitrag finden sie auf Freie Welt oder im Finanzblog.

Vor einem Jahr erschienen:
Portrait des Vereins freier Protestanten CH

Vor zwei Jahren erschienen:
Einmal ein wirklich ethisches Konzept

Vor drei Jahren erschienen:
Bethlehem und zwei mal Tscharnergut

Vor vier Jahren erschienen:
Davinci beim St. Peter

© libref – Text und Foto: Stephan MartiFinanzblog