Bemerkungen zum Libanon


Herrscht im Libanon nun Frieden? Nein – «Waffenstillstand».

Unser Präsident Jean-Claude Cantieni schrieb den folgenden Beitrag noch vor dem Waffenstillstand. An Aktualität hat er nichts eingebüsst.

… und wir vernichteten Männer, Frauen und Kinder in jeder Stadt (Dtn. 3.6.).Das genau passiert im Libanon. Seit Wochen erfüllt der Nachbar Israel sein‚Versprechen’, den Libanon in den (Bürgerkriegs-) Zustand vor 20 Jahren zurück zu bringen. Flugblätter fordern dazu auf zu fliehn, wichtige Medikamente wie Antibiotika fehlen Apotheken, und eine Blockade aller Wege nach ‚draussen’ kommt dazu…’ (Reverend Adeeb Awad, evangelische Synode, Beirut). Der Verfasser dieser Brief- Zeilen war nie froh über die zitierte Bibelstelle, welche ans klassische Axiom ‚Der Krieg ist der Vater aller Dinge’ erinnerte, sie konnte bestenfalls als Motivation, über eine bessere Alternative, das verheissne Reich Gottes des Neuen Testaments zu predigen .Mit dem Leiden der Libanesen hat diese Hoffnung mitgelitten.

Israel ist ausser sich, gereizt, gekränkt durch Entführungen. Ausser sich, weg wohin? Weg vom Andrange der Entführungen von Bürgern, die es in Gewahrsam zurück holen legitimerweise will; Gewahrsam stammt aus der ‚War’, Hut. Das Wahren ist das lichtend versammelnde Bergen in casu von Entführten, frei nach Martin Heidegger; der mahnt, unser vernutztes Wort Wahrheit wiede raus dieser Wahrnis zu denken, doch sie ist eine der Erwahrnis des Seinsselbst, das als Anwesen ihr ein zu verstehn ist. Sein und Erwahrnis sind das selbe. Erwahrnis der Verschleppten hat in keinen Rachfeldzug zu münden, das (Menschen-)Recht u.a. auf religiösen Friede hat sich aus seine retymologischen Quelle Rache emanzipiert.

Ein vielleicht ältester Satz abendländischen öffentlichen Denkens, eines Anaximanders des 6. Jahrhunderts auf Samos, spricht davon, dass die Dinge dahin zurück zu kehren haben, woraus sie entstanden. Israel ist aus einerbritischen Kolonie entstanden. Anstelle des Kolonialismus ist die Völkergemeinschaft der Vereinigten Nationen getreten, ihr obliegt deshalb, die Entführten in Gewahrsam zu nehmen und die libanesische Regierung zu ermächtigen, ihre Souveränität übers Land wahrzunehmen. Die UNO hat sich so zu verhalten, dass keins ihrer Mitglieder erniedrigt wird, auch der Nation kommt eine Würde zu, und das universelle Recht der UNO ist, dass diese Würdeeinklagbar zu sein hat und – spiegelbildlich zur individuellen Menschenrechtsklage auf religiösen Frieden – keinem noch so diplomatischen Poker überantwortet wird. Die Institution UNO braucht in ihrem Wesen das Wesen der Nation Libanon in ihrem – des Libanon und von sich selbst -Erwahren, woanders ein Denken der Wahrheit leidet, welche für Liberale das Wahre ist, und spätestens hier hat unsere theologisch-liberale Stimme sich fürs (Menschen-)Recht auf religiösen Frieden zu erheben (nicht überheben).

«Zwei Soldaten wurden entführt, viele Menschen sind gestorben, viel wurde vernichtet, zerstört oder beschädigt und wer bezahlt den Schaden? Die Allgemeinheit – vor allem über Hilfswerke!» Eine heutige Bemerkung einer Dame mit islamischem Glauben, die sich für Minderheiten auf dem amerikanischen Kontinent einsetzt.

Zusammenstellung: Stephan Marti-Landoltfinanzblog

3 Gedanken zu „Bemerkungen zum Libanon“

  1. Wir sollten jetzt unsere Beziehungen zu Israel ernsthaft überdenken. Wir sind zuerst unserem Europäischen Friedensversprechen und der Charta der Grundrechten verpflichtet: ales was Israel jetzt nicht mehr respektiert.

  2. Lieber Rembrandt
    es ist beachtzlich, was da auf 439 Seiten alles zusammengetragen wurde. Professionel gemacht, auch erstaunlich, dass dieses Buch in knapp 5 Sekunden heruntergeladen wurde. Etwas länger habe ich darin gelesen und durchstreift, aber um das ganze Buch zu lesen fehlt mir eher die Lust als die Zeit – da schaue ich lieber ein Kunstmuseum an, mit alten Meistern.

    Vielleicht haben sie Recht. Das wird die Geschichte in einigen hundert Jahren zeigen. Nur, wir leben im Heute und da gibt es die überwiegende Mehrheit von Menschen, die weniger fanatisch sind, als die Beispiele im Buch.

    Und auch unter uns Christen git es immer noch welche, die weiterhin missionieren – und das im 3. Jahrtausend. Für die reformierte Berner Kantonalkirche (inkl. JU und Teile von SO) z.B. ist die Mission keine Aufgabe mehr. So ändern sich die Zeiten und wir sollten vielleicht eher Unionsbürger als Missionare werden.

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