Nicht nur eine Filmpremiere


Zwei Filmpremieren am gleichen Tag – und alles spricht nur vom The Da Vinci Code und keiner über «Glockenroll» von «hiddenframe».

Zuerst einmal etwas über die Filmpremiere, die ich selbst besucht habe. «Glocken Roll» so der Arbeitstitel ist ein Film der die Jugendarbeit der reformierten Kirche Langenthal-Untersteckholz vorstellt. Mit dieser Internetseite habe ich nichts zu tun. Wenn man deren Besucherzahlen anschaut, brauchen wir nicht Jahre dazu, die erreichen wir spielend in einem Monat. Und genau so ist auch das Verhältnis der Zuschauerzahlen bei diesem Film. Rund 40 Leute waren an der Premiere. Der Film wurde 10 Minuten vor Zugsabfahrt fertig erstellt!

Das hat alles gar nichts mit der Qualität zu tun. Oder doch? Wird der gute Schweizer Film heute zu sehr vernachlässig. Der Film ist richtig toll gemacht – herzliche Gratulation. Das Team von hiddenframe ist erstaunlich jung und erfahren – und haben einen Toppeinsatz gezeigt. Den Film werden sie vermutlich demnächst einmal auf ihrem Bildschirm zu Gesicht bekommen (Anmerkung: das Einfachste wird wohl sein, wenn ihr den Film bei hiddenframe als Streamer aufschaltet und ich diesen verlinke – so ist das technische Know How am einfachsten gelöst).

«Glocken Roll», der Name kommt von «Rock in Church». Diese Idee stammt ursprünglich von der Kirchgemeinde Bern-Bethlehem, die vor über 35 Jahren ein Rockkonzert in der Kirche aufführte – während meiner Konfzeit (Konfirmations-Unterricht). Eine ähnliche Jugendarbeit haben wir nun auch in Langenthal aufgebaut. In den 6 1/2 Jahren, wo ich Kirchgemeinde-Ratspräsident war (bis Ende Juni 2006), hat sich vor allem in diesem Sektor viel verändert. Angefangen mit den wieder eingeführten Konfirmationslager und …. – das sehen sie dann eben einmal im Film. Nicht nur Jugendgottesdienste. Es braucht wesentlich mehr um Schüler und Jugendliche für die Kirche zu gewinnen. Ein herzliches Dankeschön allen Personen die bei der Jugendarbeit und beim Film mitgeholfen haben. Sogar mein Sohn kommt im Film vor – am Konferlebnistag sinnigerweise als Regisseur und Kameramann zugleich. Aber nicht ganz so professionell wie hiddenframe.

Andere haben sich am gleichen Tag THE DA VINCI CODE angesehen. Pressestimmen gibt es zu Hauff. Die Ansichten könnten unterschiedlicher nicht sein. In Manila zum Beispiel wurde der Film bereits verboten. Die evangelische Allianz schlägt vor, den Film im Gottesdienst zu thematisieren. Das Dossier der Redaktion kath.ch erleichtert den Einstieg ins Thema und ermöglicht eine kritische Auseinandersetzung mit den im Buch von Dan Brown aufgeworfenen Fragen. Das Dossier wird bis Ende Mai 2006 laufend ergänzt.

Der Film von «Sony Pictures» entstammt dem über 40 Millionen mal verkauften Buch «Sakrileg» von Dan Brown und ist «einer der beliebtesten und umstrittensten zeitgenössischen Romane». Dokumentarfilm, Fiktion oder von beidem ein wenig. Machen sie sich selbst ein Urteil auf einem Logenplatz über Logen. Zum Beispiel am Sonntag, 18. Juni im Kino «Scala» in Langenthal – anstelle einer Predigt. Pfarrer Dr. Werner Sommer wird den Film bei einem anschliessenden Lunch diskutieren.

Hier noch die aktuellen, kritischen Zeilen eines Bloglesers (demnächst mit eigenem Blog) die zum Thema passen und die wir gleich im Blog und nicht im Kommentar veröffentlichen:

«Als wir an der Kommunionfeier in der Kirche M. waren, hat unser älterer Sohn nebenbei bemerkt (er war mal Ministrant = Messdiener), dass sich noch nichts wesentlich verändert hätte, damit man motiviert wird, sich zu engagieren. Selbst der alte Wein wird noch in alten Schläuchen gelagert….!

Unsere Kirche (katholische) hat verschiedene Probleme: – Sie verkündet etwas anderes als sie selber weiss (Das Volk ist immer noch Manipuliermasse) – Sie ist dogmatisch (Wenn du nicht glaubst, gehst du nicht ins Himmelreich ein, ein raffinierter Kuhhandel, der den Verführern, wie den Verführten gleichermassen nützt)
– Sie ist machtgierig; wer nicht glaubt….
– Sie ist auch fundamentalistisch (siehe auch christlicher Fundamentalismus, Wikipedia)
– Sie fördert den Aberglauben ( Das Wunder von Fatima – eine einträgliche
Geldmaschine)
– Sie hat als Hüterin der Wissenschaft vor etwa 5 hundert Jahren begonnen auszudienen, anerkennt dies aber (noch) nicht!
– Sie lässt die Menschen glauben anstatt wissen!
– Sie beharrt auf ihrer Ideologie! Wäre sie philosophisch geprägt, würde sie der Wahrheit frönen und neue Erkenntnisse einbeziehen und somit sich lebendig erneuern.

Diese, um nur einige zu nennen!

Vielleicht findest du einen Punkt, der zum Denken anregt. Kirchen haben eine wichtige Funktion. Deshalb sollte man sie nicht irgend welchen „Gesundbetern“ und „Erbschleichern“ überlassen. Und sie sollten sich auf die „Schäflein“ in direkter Umgebung konzentrieren und nicht das gesamte Elend der Welt in die Schweiz transferieren wollen! Die Lösung der Probleme andernorts, muss der dort legitimierte Staat und die dort ansässige Kirche angehen. Hilfe leisten, sofern es Hilfe für Selbsthilfe und nicht dem Selbstweck dient, ist ok.

in deiner Glaubensrichtung gibt es vermutlich weniger Dogmen. Viel Erfolg!»

davincicode

… viel Spass beim Film und angeregte interessante Diskussionen. Alle reformierten Filmbesucher die nicht in die Kirche gehen müssten wir eigentlich «abholen» – es sind vermutlich liberale Christen.

Text: Stephan Marti-Landoltfinanzblog

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