Kategorie-Archiv: 08 Interkonfessionell weltweit

Farbenfroh feiern – im Sikhtempel Langenthal


> Lieber Stephan,
> herzlichen Dank für Deine Teilnahme beim Einweihen des Sikh-Tempels & Deine breite Blog-Reportage mit all den leuchten Bildern von
fröhlichen Menschen.

Dass

Einzelne von der Feier aus Sicherheitsgründen abgehalten wurden, wie Du schreibst, schlägt einer ‚Eidgenossenschaft‘ ins Gesicht. Die rapportierte Feier in ebenso feierlichen Farben erinnert an ein Wort von R.M. Rilke, wonach der Sinn für das Blumenhafte abhanden gekommen ist, was auf mit der Sikh-Feier
umgemünzte Multireligiosität heisst: Es kommt nicht auf die einzelne Blume (oder Religion), sondern auf den Blumenteppich an. Platon hat den
Unterschied zwischen dem bestimmten und in-definitiven Artikel, d i e
Blumenpracht bzw. e i n e einzelne Blume, Ernst genommen, und vielleicht bleibt das unsere Hoffnung auf Durchsetzung von einem Menschenrecht auf religiösen Frieden, dass die Religionen und Konfessionen sich kompetitiv austarieren, keineswegs, indem sie nach einem kleinsten für alle stimmigen Nennerfragen, sondern, indem sie sich mühn, nach einem Ur-Bilde, dem Selbst des Religiösen, ihrer Grammatik, daraus sie sich generiert, zu forschen.

Im ‚Bonhoefferjahr 2006‘

müsste das Mittragen von Leiden des Nächsten – und von Gott in einer gottfernen Zeit rund 2000 Jahre nach Verheissung des Gottesreiches – mit in Religion enthalten sein, die sich damit von Lehre, System und ihrem Blendwerke abzuheben hat. Kann denn Gott sich überhaupt in einer einzigen Konfession oder Religion offenbaren, so dass diese Religion anzubeten wäre? ‚Soli Deo gloria‘, schrieb Johann Sebastian Bach als reformatorischer Komponist stattdessen über seine Partituren,
darin das (musikalische) Ganze, ‚Ur-Bild‘ von Musik, erstmals erklang. Ob
wir Ähnliches in der Arglist der heutigen Zeit 717 Jahre nach 1291 nochmals ’schaffen‘? Ein paar Nachbarn am Seeufer des Rütli verbündeten sich damals, um darin zusammen frei zu werden, zu konkreten Ur-Weisen des Zusammenlebens versus absolutistischen Hierarchien, Ideologien ‚jenseits von gut & böse‘ zu finden.

Glaubens- & Gewissensfreiheit

, um deretwillen unser Dachverband freier Protestanten CH gegründet wurde, steht im Kontext solcher Verständigungsbereitschaft, national damals global heute mittels der Figur des Menschenrechts auf religiösen Frieden, welches der damalige amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt unter dem Eindruck der pseudoreligiösen Verstrickungen im Kriege erstmals artikulierte
> > Mit gutem Grusse,
> > Jean-Claude Cantieni
> >

Primat


i/S. Primat – in der Religion; Es galt in der Religion der klassischen Griechen. Gott-Vater Zeus regierte als primus inter pares eher schlecht und recht. Der Götterhimmel zeigte für die Menschen einsehbare Schwächen. Aristophanes stellte die Götter als Vögel dar, stellte eine Konkurrenzordnung zum Götterhimmel unter den Menschen auf.

Der alttestamentliche Gott zog die Konsequenz daraus, dass der Olymp mit dem Prinzip von ‚primus inter pares nicht funktionierte, indem er sich als Erster zugleich als Einziger, Einzigartiger setzte. ‚Ich bin dein Gott, und du sollst keine andern Götter neben mir haben.’ Das Primatsprinzip mag im Orchester zwischen dem Primgeiger und den übrigen Geigern funktionieren, doch nicht im Götterhimmel, denn von der Primzahl, welche in der Kryptographie zum Verschlüsseln von Botschaften in Zahlen beliebt ist, sprechen wir als von einer natürlichen Zahl, die einzig durch eins und sich selbst zu teilen ist, das Primat ist nicht als Produkt zweier Zahlen darzustellen. Ein Primus inter pares als so eine Weise von Demokratie existiert somit in der als ideal gedachten Religion zumindest eigentlich keineswegs. (Die katholische Kirche zog daraus die Konsequenz, indem sie sich hierarchisch strukturierte.)

Im göttlichen Primat des Zeus, lateinisch Iovis steckte Justiz, Gerechtigkeit. Mit dem einzigartigen Herabsteigen Gottes, des Einzigen, und dessen Erleiden des irdischen Todes als das dramatische Moment im christlichen Glauben durchbrach dieser auch das Prinzip bzw. die Anklage eines ‚Fiat iustitia, pereat vita’, d.h. Es überlebe mit dem Primat Gottes Gerechtigkeit, auch wenn das Leben dabei verdirbt. Der Satz geht auf Kaiser Ferdinand I zurück, welcher als Ferdinand der Gütige in die Geschichte einging. Neben die Justiz trat ins Recht setzen von Gnade (E. Jüngel?), Einzigartigkeit eines Wissens um Erbarmen (1. Kor. 13.3), als Protestform, Glauben & als Quelle des Menschenrechts im Blickwinkel freier Protestanten.

Die Wende, Abkehr vom Olymp als Göttersitz in der klassischen Antike vollzog sich durch Sophisten, Gelehrte, die ‚Realwissen’ verbreiteten, das als Geist formende Kraft verstanden wurde. Protagoras wurde damit zum Begründer des Humanismus, und doch war dieser noch strikt das, was von Fall zu Fall der Gesellschaft zuträglich war. Sollen wurde zur Frage des sich stets verändernden Zuträglichen Ordnung heisst nun: Krieg ist der Vater aller Dinge. Das Naturrecht des Stärkern begann zugleich den Staat und die Religion zu gefährden, indem die Götter gleichsam zur geheimen Staatspolizei wurden. Zu welcher Macht wächst heute der Geheimdienst im ‚Kampfe versus Terrorismus’ heran? Polizei bedeutet (zumindest in einer tradierten Lehre) rechtsfreier Raum, Gewaltverhältnis.. Die Alternative in heutiger Arglist der kriegslüsternen (Nachkriegs-) Zeit eines göttlichen Interregnums (so der Beginn des Bundesbriefs von 1291 bekanntlich) heisst, Durchsetzen von ‚Menschenrechten auf religiösen Frieden’ als dritte Aufklärung über Primate, Primzahlen als Sujet von Kryptographien, d.h. Verschlüsseltheiten – nach derjenigen der antiken Sophisten und der Solchen im 18. Jahrhundert mit Voltaire, Lessing & Kant.

Menschenrechtsrat


Das Exposé über den Menschenrechtsrat von Jean-Claude Cantieni wollen wir nicht vorenthalten.

Der neue Uno-Menschenrechtsrat im Realitätstest’ titelt die NZZtg. vom 3. Juli a.c. (S. 3). Diese Realität sieht für das Menschenrecht auf religiöse Toleranz, religiösen Frieden prekär aus. Beides war neben weiteren vier Themata als für die erste Session dringlich qualifiziert. Die westliche Gruppe hatte die Glaubens- & Gewissensfreiheit, für welche unser Verein ins Leben gerufen ward und dafür in der Verfassungsrevision von 1874 ‚lobbiert’ hatte, in die Menschenrechtspraxis zu integrieren gesucht, doch sie unterlag. Asien und Afrika haben eine numerisch deutliche Mehrheit im Rate. Ob diese internationale prekäre Ordnung für das unterschlagene Menschenrecht auf religiösen Frieden gar auf die inländische Praxis abfärbt? Der Dachverband freier Protestanten sieht sich plötzlich davor gestellt, Selbstverständlichkeit in Frage gestellt zu sehn. Bleibt auch zu fragen, ob denn richtig ist, dass die Stimmen im Menschenrechtsrate zu zählen statt auf ihre Qualität hin zu wägen sind?

Der Rat hat nun ein Jahr Zeit, sein Funktionieren zu definieren. Unser Dachverband spricht per Blog aus dass dieser, der sich das Menschenrecht für religiösen Frieden als Perspektive seines Engagements an seiner letzten ordentlichen Mitgliederversammlung in Kappel, 2005, gewählt hat, das Signal aus Genf besorgt zur Kenntnis nimmt. Er sieht sich gehalten, die gesellschaftlichen Kräfte im Landesinnern anzuspornen, sich für religiöse Toleranz qualifiziert zu engagieren, um dem schweizerischen Vertreter im Menschenrechtsrat, Herrn Botschafter Blaise Godet, Rückhalt in seinem eignen Engagement zu geben, die freiheitlichen Grundwerte der schweizerischen Verfassung universalistisch zu verankern. Glaubens- &Gewissensfreiheit als Sicherheit des religiösen Friedens sind Teil eines Weltgewissens und keineswegs strikt Ausdruck einer etwa als europäisch empfundnen bzw. aussereuropäisch teils abgelehnten Aufklärung. Der Schweizerische Dachverband freier Protestanten besteht darauf, dass religiöser Friede Rechtscharakter in der Zivilgesellschaft mit historischer Begründung zu beanspruchen hat. Geistliches und weltliches Gericht zu verquicken, zeitigte schlimmste Folgen, so den dreissigjährigen Krieg zwischen 1618 bis 1648 und Hexenverfolgungen. Der negative Abstimmungsvorgang des erstmalig zusammengetretenen Menschenrechtsrates ruft nach einer zweiten Aufklärung mittels u.a. Menschenrechten auf religiösen Frieden, welches der damalige amerikanische Präsident Roosevelt ein erstes Mal in der Folge der parareligiös motivierten Verfolgungen unter anderem von Juden im Weltkriege 1939- 1945 artikuliert hatte.

Der schweizerische Dachverband theologisch-liberaler Christen engagiert sich dafür, dass die Schweiz zu einer Sphäre wird, in welcher das Menschenrecht exemplarisch seine Chance hat, d.h. Menschen, die sich darin verletzt sehn, aufzustehn wagen, klagen, darin anzuhören sind. In diesem Protest verbinden sich Individuum und Protestantismus, aus welchem heraus der Dachverband gegründet wurde.

Ein so kleines Land wie die Schweiz besteht heute, idem es sich dem Diskurs ums Menschenrecht beispielhaft stellt, denn durch das nahe Zusammen-Sein von Menschen in ihm wird ein vielleicht zu wenig beachtetes Interieur, eine Mikrosphäre. Sie ist ein empfindliches und lernfähiges seelenräumliches, wenn man will moralisches, System gestiftet, in welchem das Wir sich versus Ich als das wichtigere Phänomen verkörpert. In einer Zeit, welche von Elementarteilchen fasziniert ist, versteht sich eine solche These keineswegs von selbst. Menschliche Nähewelten charakterisieren sich als surreale Räume, was wir betonen um darzutun, dass selbst nichträumliche Verhältnisse wie Sympathie, Verständnis, Toleranz sich in quasi räumliche Verhältnisse übersetzen, um vorstellbar und lebbar zu sein (P. Sloterdijk). Der Human-Raum ist ‚ an sich’ von Anfang an, buchstäblich ab utero, zunächst bipolar, dann pluripolar geformt. Er ist von einem beseelenden Ineinandergreifen von Lebewesen, die auf Nähe hin orientiert sind, geprägt. Alle Chancen von Liebe Freundschaft, Konkordanz, Nachbarschaft, Nächstenliebe darüber hinaus, sind darin beherbergt. Schweizer sind insoweit von Natur aus das Genie der Nachbarschaften, als solche über die natürliche Grenze hinausreicht (bspw. im Gotthard, und d.h., dass das Massensymbol der Nation ist das Land selbst (E. Canetti). Dass dem so ist, die (Eid-)Genossenschaft e i n e Nachbarschaft ist, darin das Menschenrecht favorisiert eine Chance hat, verdankt die Schweiz auch vielen Ausländern, ob Gästen oder Eingebürgerten. Sie beförderten solche corporated identity, und auch deshalb will die Schweiz das universalistische, kosmopolitisch engagierte Menschenrecht gleichsam in der Tradition eines rationalen Naturrechts sanktioniert wissen. Unser Dachverband freier Protestanten erachtet sich darin als fördernd gefordert.

In der Schweiz bewegen wir uns in einer Nachbarschaft a priori, indem wir morgens ausziehn und abends von welcher Konferenz wir wo auch zurückkehren, wieder daheim sind. Nachbarschaft bedeutet Zugangschancen zueinander. Wir sind von zuhause aus Nachbarn. Die Schweiz erschliesst sich einer Archäologie fürs Mitseiende, Andere, Äussere, etc.). Das Menschenrecht auf religiösen Frieden bedeutet damit zugleich Einsicht in eine ekstatisch-surreale Natur des erlebten und bewohnten Raumes . Selbst Übertreibungen mit dem Menschenrecht sind Stilmittel, Verfahren, Zusammenhänge zu verdeutlichen. Das Menschenrecht, das sich ‚draussen’ sch schwer tut, wie der Menschenrechtsrat bezeugt, gilt hier, oder das bittere Wort F. Dürrenmatts greift, wonach die Schweiz sich dereinst, indem sie des ‚inklusiv- empathischen Gefühls’ für das menschenrechtlich Erreichbar verlustig geht, wie ein Stück Zucker im Café aufzulösen hat. Lokale Existenz der Urkantone löste sich einst in eine Eidgenossenschaft auf. Der beseelte Ort (der Waldstätte am Rütli) schwoll bald einmal zur All-Sphäre mit militärischen Auslandsabenteuern an. Die Schweizer Seele glaubte darin, Halt zu finden. Rücksichtloses Vereinfachen durch Expansion war dafür gedacht, den Weg zum (nationalen) Heile zu bahnen. Diese Blase – Seifenblasen wussten für Nietzsche noch am Meisten vom Glücke – ist zerplatzt, doch hat, um wieder mit einem Philosophen Peter Sloterdijk, zu folgern, ein grosses Übertreiben ausgedient, ereignet sich das Faszinosum, dass sich Schwärme von diskreteren Aufschwüngen erheben, deren wichtigster die Sorge für das Menschenrecht auf religiösen Frieden’, über welches wir den öffentlichen Diskurs ‚mit historischer Begründung’ bzw. im Zurück zu den Quellen’, zum Entstehen unseres Dachverbandes) zu entfachen haben.

Bildlich gesprochen; Als eine Blase wie die einer militärischen Option, gar Mission der alten Schweiz zerplatzte, entstand daraus ein fragiler Schaum, namens Neutralität, aufgelockerte Struktur von Blasen. Was geschieht da? Mischbarkeit von gegensätzlichen Stoffen, die im Schaume zum Phänomen wird. Der Schaum eine Metapher für das Menschenrecht und seine Praxis für den religiösen Frieden in einem multipolar aufgelösten Kosmos? Bleibt zu hoffen, indem dem leichten Moment des Schaumes als Metapher für Neutralität, der fast nichts und doch nicht nichts ist, die fragile Gestalt eines Menschenrechts hat zukommt. Neutralität, verstanden als Engagement für das neutral-universelle Menschenrecht dringe ins Schwerere der Erdenlast mit ihren Verletzungen des Menschenrechts ein. Erde mit Luft vereint gibt stabilen Schaum, wie Lavastein oder verschäumtes Glas – ein Bild, welches der Philosoph Peter Sloterdijk zeichnete – statt Granit, Gotthard, aus welchem die Réduit-Schweiz sich emanzipierte. – Möge dieses Bild vom religiösen Frieden als Luft, Aether, Ruch Gottes im Alten Testament, die sich mit Erde zum verschäumtem, haltbaren, transparentem Glas verbinden, im Engagement für das Menschenrecht für den religiösen Frieden in der Schweiz anleiten.

Jean-Claude Cantiene, Chur

verlinkt durch: Stephan Marti-Landoltfinanzblog

Nicht nur eine Filmpremiere


Zwei Filmpremieren am gleichen Tag – und alles spricht nur vom The Da Vinci Code und keiner über «Glockenroll» von «hiddenframe».

Zuerst einmal etwas über die Filmpremiere, die ich selbst besucht habe. «Glocken Roll» so der Arbeitstitel ist ein Film der die Jugendarbeit der reformierten Kirche Langenthal-Untersteckholz vorstellt. Mit dieser Internetseite habe ich nichts zu tun. Wenn man deren Besucherzahlen anschaut, brauchen wir nicht Jahre dazu, die erreichen wir spielend in einem Monat. Und genau so ist auch das Verhältnis der Zuschauerzahlen bei diesem Film. Rund 40 Leute waren an der Premiere. Der Film wurde 10 Minuten vor Zugsabfahrt fertig erstellt!

Das hat alles gar nichts mit der Qualität zu tun. Oder doch? Wird der gute Schweizer Film heute zu sehr vernachlässig. Der Film ist richtig toll gemacht – herzliche Gratulation. Das Team von hiddenframe ist erstaunlich jung und erfahren – und haben einen Toppeinsatz gezeigt. Den Film werden sie vermutlich demnächst einmal auf ihrem Bildschirm zu Gesicht bekommen (Anmerkung: das Einfachste wird wohl sein, wenn ihr den Film bei hiddenframe als Streamer aufschaltet und ich diesen verlinke – so ist das technische Know How am einfachsten gelöst).

«Glocken Roll», der Name kommt von «Rock in Church». Diese Idee stammt ursprünglich von der Kirchgemeinde Bern-Bethlehem, die vor über 35 Jahren ein Rockkonzert in der Kirche aufführte – während meiner Konfzeit (Konfirmations-Unterricht). Eine ähnliche Jugendarbeit haben wir nun auch in Langenthal aufgebaut. In den 6 1/2 Jahren, wo ich Kirchgemeinde-Ratspräsident war (bis Ende Juni 2006), hat sich vor allem in diesem Sektor viel verändert. Angefangen mit den wieder eingeführten Konfirmationslager und …. – das sehen sie dann eben einmal im Film. Nicht nur Jugendgottesdienste. Es braucht wesentlich mehr um Schüler und Jugendliche für die Kirche zu gewinnen. Ein herzliches Dankeschön allen Personen die bei der Jugendarbeit und beim Film mitgeholfen haben. Sogar mein Sohn kommt im Film vor – am Konferlebnistag sinnigerweise als Regisseur und Kameramann zugleich. Aber nicht ganz so professionell wie hiddenframe.

Andere haben sich am gleichen Tag THE DA VINCI CODE angesehen. Pressestimmen gibt es zu Hauff. Die Ansichten könnten unterschiedlicher nicht sein. In Manila zum Beispiel wurde der Film bereits verboten. Die evangelische Allianz schlägt vor, den Film im Gottesdienst zu thematisieren. Das Dossier der Redaktion kath.ch erleichtert den Einstieg ins Thema und ermöglicht eine kritische Auseinandersetzung mit den im Buch von Dan Brown aufgeworfenen Fragen. Das Dossier wird bis Ende Mai 2006 laufend ergänzt.

Der Film von «Sony Pictures» entstammt dem über 40 Millionen mal verkauften Buch «Sakrileg» von Dan Brown und ist «einer der beliebtesten und umstrittensten zeitgenössischen Romane». Dokumentarfilm, Fiktion oder von beidem ein wenig. Machen sie sich selbst ein Urteil auf einem Logenplatz über Logen. Zum Beispiel am Sonntag, 18. Juni im Kino «Scala» in Langenthal – anstelle einer Predigt. Pfarrer Dr. Werner Sommer wird den Film bei einem anschliessenden Lunch diskutieren.

Hier noch die aktuellen, kritischen Zeilen eines Bloglesers (demnächst mit eigenem Blog) die zum Thema passen und die wir gleich im Blog und nicht im Kommentar veröffentlichen:

«Als wir an der Kommunionfeier in der Kirche M. waren, hat unser älterer Sohn nebenbei bemerkt (er war mal Ministrant = Messdiener), dass sich noch nichts wesentlich verändert hätte, damit man motiviert wird, sich zu engagieren. Selbst der alte Wein wird noch in alten Schläuchen gelagert….!

Unsere Kirche (katholische) hat verschiedene Probleme: – Sie verkündet etwas anderes als sie selber weiss (Das Volk ist immer noch Manipuliermasse) – Sie ist dogmatisch (Wenn du nicht glaubst, gehst du nicht ins Himmelreich ein, ein raffinierter Kuhhandel, der den Verführern, wie den Verführten gleichermassen nützt)
– Sie ist machtgierig; wer nicht glaubt….
– Sie ist auch fundamentalistisch (siehe auch christlicher Fundamentalismus, Wikipedia)
– Sie fördert den Aberglauben ( Das Wunder von Fatima – eine einträgliche
Geldmaschine)
– Sie hat als Hüterin der Wissenschaft vor etwa 5 hundert Jahren begonnen auszudienen, anerkennt dies aber (noch) nicht!
– Sie lässt die Menschen glauben anstatt wissen!
– Sie beharrt auf ihrer Ideologie! Wäre sie philosophisch geprägt, würde sie der Wahrheit frönen und neue Erkenntnisse einbeziehen und somit sich lebendig erneuern.

Diese, um nur einige zu nennen!

Vielleicht findest du einen Punkt, der zum Denken anregt. Kirchen haben eine wichtige Funktion. Deshalb sollte man sie nicht irgend welchen „Gesundbetern“ und „Erbschleichern“ überlassen. Und sie sollten sich auf die „Schäflein“ in direkter Umgebung konzentrieren und nicht das gesamte Elend der Welt in die Schweiz transferieren wollen! Die Lösung der Probleme andernorts, muss der dort legitimierte Staat und die dort ansässige Kirche angehen. Hilfe leisten, sofern es Hilfe für Selbsthilfe und nicht dem Selbstweck dient, ist ok.

in deiner Glaubensrichtung gibt es vermutlich weniger Dogmen. Viel Erfolg!»

davincicode

… viel Spass beim Film und angeregte interessante Diskussionen. Alle reformierten Filmbesucher die nicht in die Kirche gehen müssten wir eigentlich «abholen» – es sind vermutlich liberale Christen.

Text: Stephan Marti-Landoltfinanzblog

Rat der Religionen gegründet


Gestern, wurde der Rat der Religionen in Bern gegründet.

Hier die ersten Pressemeldungen:
«Heute» war gestern am schnellsten – eine kleine Meldung, aber auf der Titelseite.

– DRS3 hat in den Nachrichten nichts gebracht – es ist halt doch einfacher, einige Zeitungen oder diverse Internet-Seiten an zu sc hauen, als mehrere Radiostationen zu verfolgen.

Radio Vatikan – meldet sich. Für mich aber noch kein Grund, den Sender zu wechseln.

Jesus.ch kommt auch zu Wort – vielleicht braucht es liberales Verständis, um diese Seiten durch zu ackern.

– Der Adventische Pressedienst berichtet auch aus einer anderen Sicht, als die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die über den Tod des Präsidenten des (deutschen) Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, berichtet. Übrigens, dieser Artikel ist sehr lesenswert.

Text: Stephan Marti-Landoltfinanzblog

Weihnachtsgeschenk in letzter Minute


Dr. Yahya Hassan Bajwa war an der zweiten Kappeler Milchsuppe nicht dabei – er half in Pakistan den Erbbebenopfern.

Was am Stephans-Tag, meinem Namenstag vor einem Jahr geschah, weiss vermutlich jeder. Das Spendenergebnis war überwältigend. Vermutlich weiss auch jeder Leser, dass der Zunami am 26. Dezember gemeint ist. Das Datum des Erdbebens in Pakistan kennt praktisch niemand – es waren auch mehrere Beben über verschiedene Tage verteilt. Die Informationen sind spärlicher – die Sammelergebnisse werden es vermutlich auch sein. Das einzige, das vielen von Kaschmir bekannt ist, sind warme Pullover – und solche haben sie dort jetzt nötiger den je. Sie brauchen Wärme – vielleicht hilft die Ihre, dass einige wieder ein Zuhause erhalten, einen Schulplatz im Internat der Living Education

Sehr geehrte Damen und Herren

Es ist etwas geschehen, das wir wohl nur aus Katastrophenfilmen aus Hollywood kennen. Es ist etwas ge-schehen, womit man nicht bei sich zuhause rechnet. Die Erde bebt und wir rennen alle aus dem Haus. Viele Schülerinnen sitzen in Todesangst auf dem Boden, die Hände schützend über dem Kopf, die Augen weit aufgerissen. 45 Sekunden bebt die Erde, unser Haus schwankt erst nach links, dann nach rechts und knirscht. Dumpf dröhnt der Boden und wir wissen nicht, ob, wo und wann er sich öffnet und uns verschlingt. Einige Kinder haben in der Eile ihre Schuhe vergessen und weinen. Alles ist ungewiss. Die wenigen Sekunden dau-ern eine Ewigkeit. Der Boden grollt und wir warten. Die Kinder sitzen völlig verängstigt auf dem Boden, einige umarmen sich. Niemand weiss, wie es weiter geht. Gibt es überhaupt noch ein Weiter?

Die Angst kehrte bei jedem der über 1’000 Nachbeben, die nach jenem Unglückstag vom 8. Oktober 2005 Islamabad und Kaschmir heimgesucht haben, zurück. Doch im Gegensatz zu den Menschen im Kaschmir hatten wir grosses Glück. Die Bilanz des verheerenden Bebens ist erschütternd: Etwa 100’000 Tote, zwei Millionen ohne Obdach und der bittere Winter steht vor der Türe. Weiter … zum Text und zum Postcheckkonto.

Pakistan

Zusammenstellung: Stephan Marti-LandoltFinanzblog

Spiritus contra Benzin


Spiritualität ist das Thema des Kirchensonntags 2006 im Kanton Bern. Anderer Art dürfte der Vortrag «Integrating Spirituality into Medicine“ nächsten Mittwoch in Bern sein.

Spiritualität (v. lat.: spiritus = Geist, Hauch) dürfte in den Religionen von mir aus gesehen als etwas Frieden stiftendes angesehen werden. Aber wenn es um den Geist, um Ideologien geht, gehen die Meinungen manchmal auseinander.

Sei dies am oder über den Sonntag. In unserem Blog ist eine höchst lesenswerte Antwort von Jean-Claude Cantieni, unserem Präsidenten, zu lesen. Noch mehr Reaktionen zu diesem Thema hat es im Originalbeitrag auf meinem Blog. Aber unser «Spiritus» ist gesund, wir diskutieren und regen an und manchmal auch auf. Wenn man etwas in Gang setzten will, darf man als Hilfsmittel eine extremere Haltung einnehmen. Handgreifflich aber nur, was die Tastatur oder den Griffel anbelangt.

Aber nicht gleich übertreiben, wie in Paris. Unruhen, in Frankreich, die nicht erst seit knapp zwei Wochen brodeln. Schon im September gab es in Korsika Ausschreitungen, die nach Marseille übergriffen. Keine Arbeit oder Stellenabbau in Sicht, das ist die Ursache der Krawalle in Frankreich. Und vielfach sind es nicht alt-eingessene Franzosen, die es betrifft. Eingewanderte, Immigranten, Leute aus den eigenen Kolonien. Hier kann (könnte) die Kirche helfen, mit Spiritualität oder mit Integration, wie an der zweiten Kappeler-Milchsuppe angestrebt wurde – aber dies funktioniert nur langfristig. Und Arbeitsplätze können wir auch nicht anbieten. Aber versuchen, dass weniger Benzin ins Feuer gegossen wird.

Vielleicht hilft Spiritualität in der einen oder andern Weise. Vielleicht kommt der eine erst darauf, wenn er krank ist. Aber für echt «spirituelle» Leute, egal ob liberal oder evangelikal, ist Vorsorge billiger und angenehmer, als heilen.

Dr. med. René Hefti hat mich auf die nachfolgende Veranstaltung (in Englisch) aufmerksam gemacht. Hefti ist Facharzt für innere Medizin und Psychosomatik an der Klinik-SGM und ehemaliges Ratsmitglied der Kirche Langenthal-Unterteckholz. Ein Vortrag, der den einen vielleicht zu weit geht, aber gehen sie hin, machen sie sich ein eigenes Urteil. Wir sind ja tolerant, diskussionsbereit und meist ängstlich und froh, wenn Krawalle nicht bis zu uns kommen.

Herzliche Einladung zu einem Gastvortrag (in englisch)

Integrating Spirituality into Medicine:
Ethical Issues and Practical Tools

Mittwoch, 16. Nov. 2005 um 19:00 Uhr

Hörsaal Chirurgie, Stock F, Inselspital Bern

Eintritt frei

Dr. med. Christina Puchalski

Founder and Director of The George Washington Institute for Spirituality and Health (www.gwish)

Associate Professor, Departments of Medicine and Health Care Sciences at The George Washington University School of Medicine, Washington, D.C.

Veranstalter:

– Universität Bern, Kollegiale Instanz für Komplementärmedizin KIKOM, Dozent für Anthroposophische Medizin, Dr. med. P. Heusser

– Forschungsinstitut für Spiritualität und Gesundheit, Langenthal, Dr. med. R. Hefti, Leitender Arzt, www.fisg.ch

Organisation: Dr. med. ML Gander, mlgander@swissonline.ch

pdf zum Drucken

Übrigens, wie wäer es , wenn sie nächsten Sonntag der Autobahnkirche einen Besuch abstatten würden. Rein spirituell natürlich, auf dem Daten-Highway.

Schweizer Protestanten beten für islamische Welt


Die Reformierte Presse informiert über die Aktion „30 Tage Gebet für die islamische Welt“ .


Datum reserviert?Anmeldung

Heute beginnt der Ramadan und damit für viele Menschen auf der Welt die Fastenzeit,die von der evangelische Allianz international seit Jahren mit dieser Gebetsaktion begleitet wird. Bei der evangelischen Allianz vieler Länder finden sie viele weitere Informationen zu dieser Aktion.

Bei der EA Österreich können sie die Broschüre bestellen und auf dem Kalender der EA Deutschland lernen sie zum Beispiel am 19. Fastentag, dem 22. Oktober, dass Marokko Sonnenuntergang bedeutet.

Und damit habe ich für die zweite Kappeler Milchsuppe eine Frage auf der Zunge: Hier in Südfrankreich habe ich seit dreissig Minuten «Marokko» und so langsam kommt ein Hungergefühl auf – Lust auf ein Filet Mignon. Wieso dürfen wir dies und viele andere Menschen nicht? Haben sie zumindest nicht auch Lust, solche Fragen zu stellen? Bei der Anmeldung können sie übrigens angeben, ob sie Suppe essen möchten. Wenn nein, nehmen wir an, dass sie Suppe zwar mögen, aber am fasten sind.

Text: Stephan Marti-Landoltfinanzblog

PS: Die Schweizerische Vereinigung für freies Christentum und ihre Sektionen, sowie viele reformierte Landeskirchen sind nicht Mitglied bei der Schweizerischen Evangelischen Allianz