Kategorie-Archiv: 14 SRV Reform. Volksblatt

Geburt unseres Güggels

Bei der Schweizerischen Nationalbibliothek werden sämtliche Ausgaben des Schweizerischen Reformierten Volksblattes (SRV) seit 1866 aufbewahrt. Zudem verfügen wir über die Ausgaben ab 1950. Vermutlich wurden diese, wie alle anderen historisch relevanten Akten schon, ans Staatsarchiv des Kantons Bern überreicht.

In der Nr. 12 – 112. Jahrgang – vom 2. November 1978 wird von einem Wechsel in der Geschäftskommission des SRV geschrieben:

SRV etwas Geschichte

In diesem Artikel ist auch Interessantes über die Geschichte des SRV geschrieben. Nach dem präsidialen Wechsel erscheint in den folgenden zwei Auflagen das erste Mal unser bekannter Güggel:

1. Erscheinen des Gockels im SRV

Wie man dem Rand ansieht, erschien das SRV damals in Orange. Diese Farbe spielt in verschiedenen Religionen eine wichtige Rolle. Klicken sie auf das Bild, um es zu vergrössern und sie lesen, was das Signet des Hahns bedeutet.

1. SRV-Titelblatt mit Gockel

Das SRV war auch Publikationsorgan für die Albert Schweizer Werke in der Schweiz sowie die Ostasien-Mission.

Wilder Mann und stille Frau 3er


„Zufälle gibt es nicht“ … langsam bin sogar ich als eigentlich analytisch denkender Mensch davon überzeugt. Zwei Beispiele gefällig, die sich innert einer Woche abspielten?

125 Jahre Schokolade Frey. Keiner beobachtet die Drohne die praktisch auf Augenhöhe schwebt …

Drohne und Dreier

… die Distanz bis zum Dreier-Lkw beträgt rund 100 Meter (Bildausschnitt) … ich habe ihn erst auf dem Bildschirm zuhause beachtet… die friedliche Drohne will ich möglichst gut „einfangen“. Dr. Yayha Hassan Badjwa hat bei libref. schon über andere Drohnen berichtet. Wollen sie mehr über die Unkunks wissen? Die Thematik des letzten Blogbeitrags beim Finanzblog ist nahrhaft – nicht wegen der Schokolade, wegen der Ethik und Unbekanntem.

Unbekannt war uns ja auch, was wir für Papierstösse aus dem Nachlass von Ruth Dreier aus Ebmatingen abholen werden. Eines wussten wir … den Hahn werden wir oft antreffen.

Schweizerisches Reformiertes Volksblatt

Die jahrelange, jahrzehntelange Adresse der liberalen reformierten Medienstimme der Schweiz – das „Schweizerisches Reformiertes Volksblatt„. Von ihrem Bruder haben wir noch Vieles von der stillen, sanften Schafferin erfahren. Die Gespräche waren hochinteressant.

Der reformierte Gockel hat mich aber schon beim Mittagessen überrascht. Nicht, dass wir diesen verspiesen hätten. Es gab eine herrliche Pizza „zum wilden Mann. Vom Holzofen. Diese können sie auch im Internet bestellen – auch auf der einfach zu merkenden Adresse eat.ch. Na ja, zugegeben, wenn man schon Wirtschaft studiert hat, darf man ab und zu eine Wirtschaft empfehlen. Wir haben uns sauwohl gefühlt …

Ebmatinger-Hahn

… Henne-wohl im engsten Sinn des Wortes. Blenden wir zwei Stunden zurück. Hans und ich kommen ins Restaurant: „Haben sie einen freien Tisch für drei Personen?“ „Nehmen sie diesen hier.“ Wir waren früh, es hat noch rund zehn andere freie Tische gehabt. Wieso um Gottes Willen ausgerechnet diesen Tisch? Es hätte ja auch ein anderer sein können. Die Aussicht war hier nicht besser als bei den andern, es war nicht heller, ruhiger, anders … aber erst nach dem Absitzen bemerkte ich den Tischnachbarn bei Wandlampe … der Ebmatinger Gockel. Ein guter Ohm von oben? Der einzige Hahn im ganzen Restaurant. Kein Zufall. Ich habe zu Hause eine kleine Hahn-Sammlung, dem Symbol der Reformierten und den Wirt gefragt, ob er mir diesen Hahn verkaufe. Er hat nicht verkauft. Ich klaue auch nicht und habe ihn nun trotzdem. Ganz herzlichen Dank … beim Schreiben kann ich ihn anschauen. Ich halte ihn in Ehren. Als Andenken an die stille, ruhige Ruth 3er und als Hinweis, wieder mal zum wilden Mann zu gehen.

© libref. – Text und Foto: Stephan MartiFinanzblog

Der letzte Flug


„Lasse dein Licht leuchten.“ Dieser Satz aus dem Johannes-Evangelium beschreibt zwei unserer Mitglieder. Unser unermüdliches Ehrenmitglied Ruth Dreier die diesen Monat verstorben ist und Grossrat Dr. Yahya Hassan Bajwa, der den Profaxpreis erhielt und aus dem Aargauer Grossen Rat austreten musste.

Ruth Dreier - Foto von Leo Häfliger

Ruth Dreier – das Bild das kurz vor ihrem Tod entstand wird uns freundlicherweise von Leo Häfliger, Buch- und Offsetdruck Werner Schrumpf AG, zur Verfügung gestellt

„Lasse dein Licht leuchten.“ Eigentlich hätte Ruth Dreier einen viel längeren Text auf dem Leidzirkular verdient. „Nach vierzehn Jahren Beschäftigung mit dem SRV (Schweizerischen Evangelischen Volksblatt) habe ich im Moment noch keine Musse, Bilanz über diese Zeit zu ziehen. Alles in allem wars eine Bereicherung all der Jahre seit meiner Pensionierung.“ Ende 2004 schrieb sie dies in der letzten Ausgabe. Einer Zeitungschrift die im 138. Jahrgang eingestellt wurde. Ruth Dreier hätte sich noch jahrelang weiter eingesetzt. Dazu braucht es aber Text-Lieferanten. Genau gleich wie in einem Blog. Ein Licht ist zu sehen. Demnächst schreibt auch der Fernsehpfarrer Andreas Peter. Er wird nicht aus Bülach schreiben, er wird sich vom Neumünster melden. Frischprodukte, nichts aus Einmachgläsern.

An dem Tag, als ich diese Zusage erhielt, hätte ich eigentlich vorgängig bei ihnen all die vielen Unterlagen des SRV abholen wollen. Geplant war es, nur das Datum stand noch nicht fest. Sie haben mich anfangs Mai angerufen. Ich war in Frankreich. Dann rief ich einige Male an. Ich dachte, sie seien nun in Frankreich. Eile ist nicht angesagt. Es sind ja nicht dringende Neuigkeiten, wir wollen der Nachwelt nur einiges erhalten. Zu finden wird das Wichtigste (wie immer) im Staatsarchiv von Bern sein. Keine weiss das besser, als Ruth Dreier, die jahrelang in unserem Vorstand mitgearbeitet hat. Aber niemand weiss anscheinend, wann sie dazu gestossen ist. Und sie hat uns immer unterstützt. Arbeit abgenommen, organisiert, Buchhaltungen geführt und sie konnte nicht nur administrativ sondern auch redaktionell unsere Zeitung herausgeben.

Und sie hat uns finanziell unterstützt, wollte, dass im Blog der Geist des SRV weiterlebe. Heuer sozusagen im 146. Jahrgang. Fünf Jahre mehr, als es die Vereinigung gibt. Meist hat sie im Hintergrund gearbeitet. Sich nicht vorgedrängt. Nicht ein einziges Bild in meiner Sammlung, wo sie alleine zu sehen ist. Wir holen dies nach den Ferien von Herrn Häfliger nach. Wir dürfen sein Bild von Ruth Dreier veröffentlichen, das kurz vor ihrem Tod gemacht wurde. Vielen Dank, auch für die jahrelange Arbeit beim Druck des SRV im Team mit Frau Dreier.

Ruth Dreier

Ruth Dreier zusammen mit Jean-Claude Cantieni an der Burri-Tagung in Täuffelen.

Der Distelfink – (Stieglitz)

… Doch eines Tages erhob sich ein stürmischer Wind, der immer stärker wurde und schliesslich erbarmungslos während drei Tagen und Nächten pausenlos wütete und an Türen und Fenstern rüttelte. Machtlos schauten wir vom geschützten Haus aus zu, für unsere Distelfinken zitternd. Nach dem Sturm hörten wir sie nicht mehr. Aber am Boden lagen zwei zierliche Vogelnestchen, noch eingeklemmt in den Gabeln dünne Zweige.

Entsetzten über die für die grosse Welt winzigkleine Katastrophe und die Grausamkeit der Natur packten uns, und iwr trauerten um ein Stück wunderbares Leben, das wir lieb gewonnen hatten, und das uns bis heute fehlt, dennn die lieblichen Vögel sind nie mehr zurückgekehrt …“

Ruth Dreier – ganzer Text siehe unten im 1. und 2. Teil

SRV 4 2003 Teil 1SRV 4 2003 2. TeilSRV 4 2003 3. Teil – als pdf öffnen

Auch wenn Ruth Dreier nicht mehr zurückkehrt, wir behalten sie in besster Erinnerung.

„Der letzte Flug“ im Grossen Rat hat unser Revisor Dr. Yahya Hassan Bajwa gemacht. Er gibt „zuviel“ Unterricht und muss aus dem Rat austreten. So will es das aargauische Gesetzt. Nicht eben liberal. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Grossräte, die Lehrer sind, begeistern können. Dr. Schmied seinerzeit war der einzige, der mich das erste mal für die französische Sprache überzeugen konnte. Das war im Kanton Bern schon lange möglich. Beim Bericht über seinen Rücktritt in der Aargauer Zeitung erstaunt zumindest ein Kommentar von Karin. Schrecklich, wie heute ohne Wissen, anonym und gemein Meinungen mitgeteilt werden. Es lebe die Feisspuck-Zeit.

Yahya, die Foto, die du in Facebook brauchst, kennen wir vom Julier-Pass her. Du hast bei dieser Bergpredigt über „Betet für alle, die in Regierung und Staat Verantwortung tragen“ gesprochen. Vielleicht vorausahnend habe ich dir an diesem Morgen jenes Plakat geschenkt. Nimm es nicht tragisch, dass du aus dem Grossen Rat geflogen bist. Bajwa heisst ja der Adler, der Raubvogel mit dem scharfen Blick. „Lasse dein Licht leuchten“, sprach Johannes der Täufer – oder für Muslims eben Yahya, so die Übersetzung.

Yahya Hassan Bajwa

Dein Porträt habe ich … Hassan heisst übrigens „der Schöne“. Danke, dass ich libref. bei der Preisverleihung des Profaxpreises 2012 vertreten durfte. Wir gratulieren dir und LivingEducation.org zu diesem Erfolg. Wir hoffen, dass du noch einige Male mit uns über Menschenrechte diskutieren wirst. Und Inputs bringst, was wir via IARF in Genf zu den Menschenrechten vortragen werden. Unsere Ansprechperson für Genf ist der Pfarrer Andreas Peter. Ihn haben wir im Vorstand zu unserem Mitglied gewählt. Das ist nicht ganz statutenkonform, aber die nächste Mitgliederversammlung wird dies garantiert mit Akklamation nachholen. Gute Gelegenheiten muss man am Schopf packen.

Yahya Hassan Bajwa und H.E. Muhammad Saleem

Yahya und His Excellency Muhammad Saalem, Botschafter der Islamischen Republik Pakistan, der seine Glückwünsche überbrachte.

Yahya und die Schüler vom Zugerberg

Yahya und ein kleiner Teil seiner Schüler – die vom Institut Montana auf dem Zugerberg. Ich habe selten einen Lehrer gesehen, der von seinen Schülern so herzlich begrüsst wird.

Der Tod und das Leben sind manchmal so nah beisammen. Der „Distelfink“ erinnert mich von der Art her ans „Amseli“. Yahya möge als Adler noch oft in die Lüfte steigen und seine Schwingen einsetzen.

Einen Rückblick auf die vergangen Jahre bei libref.ch möchte ich diesmal nicht wiedergeben. Nur soviel zur Erinnerung. Nächsten Monat sind wir das siebte Jahr auf dem Blog und somit zusammen mit dem Schweizerischen Reformierten Volksblatt seit 146 Jahren ununterbrochen in den öffentlichen Medien vertreten. Im Jahre 2016 sollten wir das 150-jährige Jubiläum feiern.

© libref – Text und Foto: Stephan MartiFinanzblog – Foto von Ruth Dreier: Leo Häfliger

SRV 1 2003


Einen herzlichen Dank möchte ich nach Ebmatingen an Herrn Häfliger der Druckerei Werner Schrumpf und an unser Ehrenmitglied Frau Dreier richten. Die CD mit den letzten Jahrgängen des SRV, des Schweizerischen Reformierten Volksblattes, habe ich am Tag der Wahl von Barack Obama erhalten …

SRF 1 2003

Aus dem Inhalt

Zwischen Herbst und Frühling
aus einer Predigt von 1899
Albert Schweitzer 1

Bali – Insel der Götter
Hinweis auf die Ausstellung in Basel
und eigene Erinnerungen
Heinrich Hitz 1

Der Fall Pfr. Chavannes-Môtier 1871
Walter Häsler 4

Un ange passe – Kirchen an der Expo 02
Kleine Nachlese
Max Ulrich Balsiger 5

Schweiz. Helsinki-Vereinigung
Aus einem Bericht von
Alt Bundesrat R. Friedrich 6

Judentum – Christentum – Islam
Drei Bilder für die gegenseitigen
Beziehungen
Alain Houziaux in «Evangile et Liberté» 7

Berichte, Kommentare
– Werden die Pfarrämter überflüssig? 7
– Es kann der Frömmste nicht in Frieden
leben, wenn … 8
– Die vergessenen Märtyrer 8
– Krise im Ökumenischen Rat 9

Neue Chancen und Möglichkeiten
liberaler Theologie
Tagung in Bern vom 15.11.2002 9

Wiederholung 12. Seite SRV Nr. 6/2002 12
(Nachruf Pfr. W. Hess)

Buchbesprechungen, Umschlagseiten 3 + 4

SRV 1 2003 Teil 1SRV 1 2003 Teil 2SRV 1 2003 Teil 3 – pdf im gleichen Fenster

Vor einem Jahr erschienen: Kirche – Staat – Gericht oder «Am Anfang war die Blutwurst»

Vor zwei Jahren erschienen: Erschütterte Kirche …

Vor drei Jahren erschienen: Der Hahn – Symbol der Reformierten

Text und Foto: Stephan MartiFinanzblog