Design oder nur Schein

Sind das Menschenrechte verletzt, wenn ich Hamlet etwas anders interpretiere und von Pluderhosen schreibe. Ist das Rassismus und die UNO kann besorgt über uns Schweizer sein?

Ich mag mich nicht oft erinnern, dass über 600 Kommentare in der BZ geschrieben wurden. Das sind mir zuviele, um alle zu lesen. Das bewegt die Leute. Zudem bin ich froh, wenn wir die Kommentarschreiber bei uns in die Bahnen lenken könnten und wieder frei aufschalten. Captcha, damit muss ich mich mal befassen.

Ich wage einen Versuch, die Meinungen zu interpretieren. Die Menschenrechte in der Schweiz werden sehr gut eingehalten – aber an einigen Stellen happert es. Wurde in den vergangenen Jahren schlimmer. Dazu soll sich jeder seine eigene Meinung machen.

Einer, der über Menschenrechte spricht, wandelt in Pluderhosen. Ironik und Sarkasmus versteht Res. Hamlet wird ja auch in Talar ähnlichen Kleidern zitiert. Zwar immer weniger. Hyperallergic – passt zur Stunde! Jeder soll die Kleider anziehen, die ihr gefallen … ich verletzte dauern die Menschenrechte, zumindest die Frauenrechte, denn ich schreibe normalerweise in der männlichen Form. Muss ich jetzt noch mals zur Schule? Quatsch. Es geht mir so halt einfacher, schneller.

Die Gleichberechtigung kenne ich seit Jahrzehnten. Meine Mutter hat für Frauenrechte gekämpft. Vernünftig, nicht extrem. Hat sogar Mercedes auf die Welt gebracht. „In der Schweiz darf kein Kind Mercedes oder Chanel heissen.“ So ein journalisitischer Quatsch. Vielleicht darf heute keines mehr so getauft werden. Die armen Spanier- und Portugiesen-Kinder unterstünden ja einem Einreiseverbot. BWM, das hätte früher und heute niemand gewählt. BMW tut Busse und das ganz saftig. Selbst schuld, wer immer noch so einen fährt. Mal einer hat fast soviel Öl gesoffen wie Most. Ich habe ihn dann für symbolische 316.– verkauft – ohne Garantie.

Bei der BMW-Geschichte stellt sich ja eigentlich die Frage, was Menschenrechte nun genau sind. Was ist erlaubt, was ist gesetzlich verboten, was ist einfach nur unethisch. BMW hat den Preisaufschlag schon lange. Meinen Jaguar haben wir gekauft, a, weil meine Frau vielleicht mehr in diesen verliebt war als in anderes, b, es mein Bubentraum war und der war ganze satte 20% billiger als nicht nur der BMW. Und ich glaube, vielleicht nicht immer an Gott, dass er über alle Menschenrechte richtig wacht, aber dass ich eine solche Analyse ganz neutral durchführen kann. Das ist ja meine Stärke und dazu habe ich noch einige Jahre in der Autozulieferindustrie gearbeitet und dann reingesehen.

Menschenrecht und Ethik ist grob gesagt das Gleiche.

Freiwillig kann ich anziehen was ich will, worin ich wohl bin, was ich bereit bin auszugeben … oder kann. Aber da wären wir zum Teil schon in den Menschenrechten mittendrinnen. „Der Mensch braucht nicht viele Kleider, es müssen bloss die richtigen zu sein.“ So Christa de Carouge, die Dame, die auch Pluderhosen macht. Vielleicht müsste mann mit frau in diesem Zitat über das Wort müssen etwas Zeit verliehren.

To be or not to be, that’s the question? Und ob ich jedem seine eigene Narrenfreiheit lasse … übrigens, wir hatten eben 11.11. 11:11. und wenn ich das so aus meiner Sicht anschaue, haben wir das ganze Jahr über jede Menge an Narren … immer mehr, glaube ich. Genau analysieren kann man das nicht.

 

Die Waldenser

Dienstag, 21. November 2017, 19.00 Uhr
Kirchgemeindehaus Petrus
Brunnadernstrasse 40, Bern
Bus Nr. 19 bis „Petruskirche“

Von der mittelalterlichen Armutsbewegung zur Kirche der Reformation

Vortrag von Pfr. Dr. Martin Hirzel

In der Mitte des 12. Jahrhunderts in Lyon entstanden als eine kirchliche Reformbewegung, orientierten sich die Waldenser am einfachen Leben der Apostel und an der Bergpredigt. Anders als die etwas später entstandene Bewegung des Franziskus von Assisi, konnten sie sich nicht mit der Kirche arrangieren. Aufgrund der Laienpredigt und ihrer Kritik am Reichtum und gewissen Praktiken der Kirche, wurden die Waldenser zunehmend von der Inquisition in die Verborgenheit gedrängt. Dies behinderte die Ausbreitung der Waldenserbewegung in Europa jedoch nicht. Aufgrund der wichtigen Rolle der Laien und des starken Bibelbezugs zeigte sich im 16. Jahrhundert die Nähe zur Reformation. Eine grosse Gruppe Waldenser in Norditalien schloss sich ihr an.

Das Referat zeichnet die Entstehung der Waldenserbewegung nach und fokussiert anschliessend auf den Übergang der piemontesischen Waldenser zur Reformation.

Pfr. Martin Hirzel ist beruflich als Beauftragter für Ökumene und Religionsgemeinschaften des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes tätig. Bis 2006 war er Professor für Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät der Waldenserkirche in Rom. Martin Hirzel ist Präsident der Bernischen Waldenserhilfe.

Forum Kirche und Gesellschaft

Hammerschläge und Schwert – Bierfreuden und Wurstessen

Urteile und Vorurteile gegenüber Luther und Zwingli

Vortrag von Pfr. Dr. Niklaus Peter, Zürich

Dienstag, 17.10.2017 um 19.00 Uhr im Kirchgemeindehaus Petrus, Brunnadernstrasse 40, 3006 Bern, Bus Nr.19 bis „Petruskirche“

Von Luther gibt es mehr als 500 Gemälde und Zeichnungen, die zu seinen Lebzeiten verfertigt wurden und eine lebendige Persönlichkeit zeigen – von Zwingli nur die zwei posthumen Porträts von Asper, die ihn ziemlich steif und verkniffen zeigen. Stellen wir uns einmal vor, wir hätten ein kraftvolles, lebendiges, sympathisches Porträt von Zwingli – vielleicht wäre unser Bild des Reformators dann ein anderes. Es gibt jedenfalls Gründe, einmal die unsäglichen Vorurteile gegenüber Zwingli abzubauen und wegzuräumen – und darum soll es in unserem Vortrag gehen.

Zum Referenten, Niklaus Peter:

Studium der Theologie in Basel, Berlin und Princeton, Assistent an der Theologischen Fakultät Basel, Dissertation über den Basler Theologen Franz Overbeck, Oberassistent für Systematische Theologie mit Lehrauftrag, Universitätspfarrer und Studentenseelsorger in Bern, seit 2004 Pfarrer am Zürcher Fraumünster, ab 2015 Dekan des Pfarrkapitels der Stadt Zürich. Pfr. Peter ist editorisch und publizistisch tätig, unter anderem für das Magazin des „Tages Anzeiger“ und des „Bund“.

 

 

Buchvernissage „Pfaffkids“

21 Persönlichkeiten aus dem Pfarrhaus werden portraitiert. Alle Porträtierten sind in einem reformierten Pfarrhaus gross geworden.

Sie erzählen dem Autor Matthias A. Weiss, wie sie sich aus dem elterlichen Pfarrhaus als «religiöser Anlaufstelle ihres Dorfes» gelöst und ihren eigenen Lebensentwurf entwickelt haben. Ausserdem berichten sie aus ihrem Leben und schrecken auch nicht vor der Frage nach dem eigenen Glauben zurück. Entstanden sind so 21 eindrückliche und zum Teil sehr persönliche Porträts über bekannte und weniger berühmte Persönlichkeiten aus dem Pfarrhaus.

Freitag, 6. Oktober, 19.00 Uhr,
Kirchgemeindehaus Küsnacht,
mit Autor Andreas A. Weiss, Live-Interviews
mit Portraitierten und
Musik von Richard Broadnax
Moderation Pfr. Andrea M. Bianca, Vorstandsmitgleid prolibref.

Mehr Informationen hier.

Pfaff Res Peter bittet mich, diesen Beitrag doch noch schnell beim Dachverein zu publizieren. Danke, hab ja nur „klauen“ müssen. Ganz speziell freut mich, dass dich mal einer angehauen hat, dass sich Marti (der jetzt Schreibende), erlaubt hat, bei „Friede herrscht – proref pilgern“ Pfaff zu schreiben. Fall dieser am Freitagabend auch kommt, lass ihn von mir grüssen: „Er könne am Pfaffensteig (18. und 19.) das Erlebnis vertiefen.

 

pilgern in Bern-West: „Alles hat seine Zeit und alles braucht seine Zeit“

Einige Stimmungsbilder und das Wichtigste von der Podiumsdiskussion.

500 Jahre Reformation – was nun?  

          Flyer     –      libref.ch

Erster Tag – Samstag, 19. August 2017 – Leben und Sterben

Im vergangenen Jahr holten sich 278’041 Pilger eine Urkunde.“ Die stolze Zahl von durchschnittlich 760 pro Tag haben wir bei unserem ersten Pilgertag in Bern bei weitem nicht erreicht. Aber es war toll, gab kein böses Wort – Friede herrschte.

Eine Stunde vor dem Start. Die Aare zieht mit relativ viel Wasser gegen den Wohlensee. Normalerweise ist hier praktisch kein fliessendes Wasser mehr auszumachen. Wir hatten richtig Wetterglück. Ja, wenn Engel pilgern, scheint die Sonne. Keiner hätte das gedacht. Am Abend vorher waren wir noch im Haus der Religionen und genehmigten uns draussen ein Getränk. Plötzlich zieht ein Sturm auf. Der erste Subway-Pappbecher fliegt durch die Luft, dann der Aschenbecher und kurz darauf vier Deziliter Pepsi gefolgt von Plakatständern und mobilen Fahnen. Es giesst in Kübeln. Andernorts ist es weit schlimmer.

Frühstück auf dem Campingplatz – ein Pfarrsohn bedient uns – der Tag scheint unter einem guten Stern zu stehen. Vielleicht sieht man sich auf der andern Seite der Stadt wieder.

Am Pilgertag haben wir es schön warm, nicht heiss … und geniessen die Wolken. Eine wunderschöne Wetterstimmung während des ganzen Tages.

Am Hafen von Bern werden wir mit einem „Achter mit“ begrüsst und von Peter Bichsel darf ich die besten Wünsche zum Tag ausrichten.

Das werden auf unserem Bummel nicht die einzigen Zuschauer bleiben, die …

… uns interessiert nachschauen.

Wegwerfgesellschaft. Im Gegensatz zu andern, lassen wir nichts liegen.

Keine fünfzig Meter neben der Tafel!

Die Engel scheinen zu helfen. Nach dem Start herrscht vorwiegend Sauberkeit. Irgendwo steht bei einem Pult, einem Bürostuhl und einem Schrank „gratis“. Gegenstände, die beim Pilgern eher hinderlich sind. Wir lassen sie stehen. Vielleicht kann ein anderer diese wiederverwerten.

Es gibt doch ein Bild, wo drei vom Vorstand Schweiz, Therese von Bern und mein „Probepilger Jiri“ auf einem Bild zu sehen sind – Res fotografiert. Am Jordeweiher gedenken wir der Mutter eines Vorstandskollegen und sprechen unser Beileid aus.

Von den Kirchen und andern Gebäuden oder dem Bümpliz-Friedhof zeigen wir keine zusätzlichen Bilder.  Die sind statisch, ändern sich kaum. Pflanzen sind anders, die passen sich der Jahreszeit an.

Fast ein botanischer Rundgang mit den Erläuterungen verschiedener Teilnehmer. Hier ein Beispiel, wie heute der Stadtbach aussieht. Reisende in Tram, Bus, Auto und Auto fahren daneben vorbei. Vielleicht gibt es einige Radfahrer und Fussgänger, die diese Schönheiten sehen. „Stadtgrün“ verwaltet einige Meter daneben, aber diese grüne Insel gibt es schon seit Jahrzehnten. „Hier können sie noch Forellen sehen.“ Erst fünf Meter später eine riesengrosse. Nur eine. Die Sonne scheint zu stark. Schatten unter den Brücken ist gefragt. Wir gehen darüber oder mal unten durch. Allen Kirchen danken wir, die für uns geöffnet hatten. Nur zwei hatten geschlossen. Nicht „besetzt“, aber genau diejenigen, die sich „frei“ nennen.

Etwas muss ich noch erwähnen. Die besten Ravioli, die ich jemals gegessen habe. Teigwaren, das ist Weltanschauung, Vermarktung pur. Ich mag mich nicht besinnen, dass eine Mahlzeit jemals im Tscharni so gut war. Echt Spitze. Und das ist nicht das erste mal, dass ich dort war. An die Band „Hinkelstein“ werden sich wenige erinnern. Hardrock und einer spielt immer noch Unterhaltungsmusik und Mozart. Heute geht’s die Treppe nur noch runter zum Pinkelstein, aber einen Pilgerstein finden wir nicht …

… dafür drei Klöppel, das Wahrzeichen der St. Antionius Kirche in Bümpliz – genannt „dr Plämpu„.

Hier folgt eine herrliche Diskussion. „Mein Gott Walter“ führt in die Geschichte der Kommunikation ein. Von der Trommel bis zum Satellit hat er alles erlebt – in Französisch Guyana. Grund genug, beim späteren Nachtessen etwas zu geniessen, das den gleichen Ursprung hat, wie Castros Staatsgeschenk und in (Britisch) Guyana „zwischen“-gelandet ist.

Der erwähnte Hans lässt sich heute entschuldigen, ebenso BR Schneider-Amman, Stadtpräsident Alec von Graffenried,   Synodalrat Stefan Ramseier (Bümpliz) und der ref. Synodalratspräsident Andreas Zeller, der uns nächstes Jahr durch Holligen begleiten wird. Es kann sogar sein, dass wir zwei in diesem Quartier in den Jugendjahren zusammen gespielt haben. Er kennt meine Cousine und die Brige, die auch trommelt.

Einweg- oder Zweiwegkommunikation mit Walter Riedweg, kann man nicht schriftlich festhalten, das muss man erleben. Danke. Die Kirche kann, muss in der heutigen Zeit wo viel gesendet, aber wenig zugehört wird helfen, den richtigen Weg aufzuzeigen. Patrick Schafer, der Gemeindeleiter von St. Antonius (Bümpliz) und St. Mauritius (Bethlehem) erzählte viele praktische Beispiele, wie Leute integriert werden und wie sie unter Christen zusammen arbeiten.

Ein wichtiges Anliegen für alle ist, dass Einwanderer das Christentum akzeptieren und Frauen nicht unterdrücken. Sie sollen sich in unser christliches Abendland integrieren.

Es wird erwähnt: Wir wollen sprechen, wie uns der Schnabel gewachsen ist und wer hat uns den Massstab gesetzt, dass wir nicht mehr „zehn kleine Negerlein“, „lustig ist das Zigeunerleben“ oder „C.A.F.E.E“. singen dürfen? Die Politik sollte öfters auf die Kirche hören. Über solche Worte wird heute viel geschrieben und Leute verpönt, die unsere Sprache sprechen. Das Mikrofon wegnehmen! Dieser „cho“ hat nichts mit unserem „cho“ zu tun, der den Hahn gezeichnet hat. Viel interessanter für mich ist die Redaktionskollegin. Demnächst treffe ich ihren Vater und wir sprechen über drei Kinder, die mitten in den Medien stecken. Erich, heute schreibt eine prominente Zeitung, was wir gestern besprochen haben.

Auf der andern Seite geht von der Presse, die am Freitag informiert wurde, niemand dem Hinweis nach, dass bei der Suche auf local.ch nach „Bundesasylzentrum“ eine Schädlingsbekämpfungsfirma kommtsiehe Punkt 41. Der  Besitzer wusste nichts davon und sagte mir am Telefon. „Ich habe sicher nichts gegen Ausländer, ich verdiene ja sogar Geld damit.“

Die Kirche und die Politik müssen sich einsetzen, dass für die Schweiz mehr ethische Normen eingehalten, gesetzt werden. Zum Beispiel beim Import sollen für alle gleichlange Spiesse gelten und der Umgang mit Ressourcen soll geschont werden.

Am Schluss der Diskussion wurde für die beste Bemerkung ein Power Handy als Preis abgegeben. Der ehemalige Beauftragter für kirchliche Angelegenheiten und Präsident des Kirchgemeinde-verband des Kanton Bern, Hansruedi Spichiger, meinte: „I ha doch scho eis.“

Hansruedi, herzliche Gratulation, zum Power Handy. Ja, kommunizieren ist nicht immer einfach. Der Brief an die Heiliggeistkirche, Spitalgasse 44, 3011 Bern kam von DiePost als „unbekannt“ zurück. Genaugleich bei der katholisch-apostolischen Gemeinde. Ein Armutszeugnis in Sachen Kommunikation für die beiden ehemaligen Bundesbetriebe sei das. Heute machen alle zu viel, aber zu wenig richtig.

Hansruedi Spichiger und Walter Riedweg bei der anschliessenden Diskussion im kleineren Kreis … zwei essen Muscheln, aber keine Jakobsmuscheln. Walter, der in der heutigen Zeit vermutlich wichtigste ehemalige PTT-Direktor, hat das Handy in der Schweiz eingeführt. Das sieht man seiner Handynummer an – fünf Nullen. Meist kommt dann: „Ich bin zur Zeit nicht erreichbar.“ Wer kann heute schon darauf verzichten. Wie oft nehmen sie es zur Hand, während zwei Stunden beim Nachtessen? Drei von uns fünfen können das nicht. Sie verzichten bewusst aufs Digitale und geniessen die analoge Fünfwegkommunikation und das zweite Mal „italienisch“ essen … die sind heute integriert. Früher hatten sie den Übernamen von „cinque la mora“.  Wenn man nicht die finanzielle Bedeutung von mora nimmt, kann sogar dies rassistisch sein, die Brünette – Blonde sind diesmal ausgeschlossen. Der Kreis schliesst sich und beim Wirt stellt sich heraus, dass er der Sohn unseres Mortadella-Lieferanten war. Sein Laden war im Postgebäude quer gegenüber. PTT und Kirche unterliegen den Zeitbedingen – manchmal genau im Sinn des Wortes. Morgen legen sie den Weg zur Integration, Fusion frei.

Leben und sterben, war das Thema beim Pilgern am 19. August 2017. Am Tag danach starb einer der weltbesten im Bereich Kommunikation und Komikeraktion. Eine Art Einwegkommunikation die besonders jetzt zu Tränen rühren könnte. Die Schreibmaschine von Jerry Lewis

… und wer mehr über Kommunikation erfahren will, geht ins neu eröffnete Museum für Kommunikation.

Alles hat seine Zeit und alles braucht seine Zeit.

 

 

Kommentare:

Lieber Stephan
Herzlichen Dank für die deine guten Ideen zum Pilgern von Proref und die erfrischende Berichterstattung. Auch wenn nicht Tausende oder Hunderte gepilgert haben, so war  unsere Diskussion doch anregend und einige Erkenntnisse könnten die kirchliche Zukunft erneuern. Angefangen bei ernsthaften Gesprächen (ohne Handy und dauernde Chat-Unterbrüche) über die gesellschaftliche Entwicklung, die Bedeutung unserer Landeskirchen und Kirchgemeinden für die Bewahrung einer auf christlichen Wertvorstellungen basierenden Schweiz …..
Ich würde mich freuen, wenn proref auch in Zukunft zum ökumenischen Dialog unserer Landeskirchen beitragen wird. Nicht zu vergessen den Dialog mit den nichtchristlichen Religionsangehörigen, die wir nicht genug auf unsere Verfassung, Gesetze und christlichen Werte verpflichten müssen, mit dem Ziel den religiösen Frieden zu bewahren.
Beste Wünsche für das weitere Gedeihen von proref und Grüsse
Walter

 

 

 

 

Pilgern – die vier Startorte in Frankreich

Vorneweg, an den vier Startorten in Frankreich zu den Pilgerwegen nach Spanien hat es wesentlich mehr Touristen, als Pilger.

500 Jahre Reformation – was nun?  

        Flyer     –      libref.ch     –     FRIEDE HERRSCHT – proref pilgert

Wenn wir schon pilgern werden, so ist es doch naheliegend, dass ich in Frankreich einen Umweg mache, denn geplant, war vom Süden via Paris zu fahren. Also Arles, Le Puy, Vézelay und Paris – einige Eindrücke.

Arles, der Sumpfort, wie es die Kelten nannten, ist die grösste Gemeinde innerhalb Frankreichs. Fast so gross wie der Kanton Solothurn und nur etwas über 50 000 Bewohner. Vermutlich sind ebenso viele Touristen dort. Eine wunderschöne, kulturell veranlagte Stadt. Sie ist ein Besuch wert.

Alte Steine noch und nöcher und am Eingangstor, das abgesperrt ist, hängen Plakate von Jane. Die Krautrockband in der Provence, die mein Freund bei Schweizer Auftritten managt? Der Sheriff am Tor: „Nichts zu machen, die deutsche Band ist ausgebucht.“ Da ist halt der Detektiv gefragt und der stellt nach den Ferien fest, dass er wirklich Pech hatte. Jane, die französische Jain spielt diesen Freitag am Heitere Open Air. Na ja, die Sprachen – gleich ausgesprochen und anders geschrieben. Die könnte bei uns bekannter werden, als die Jane-Jungs, die ich von zwei Konzerten und dem Besuch im Backstage kenne. Nach Zofingen pilgern? Nein. Erstens zu teuer und zweitens wird Schlangenbrot gebacken.

Das Pilgern nach Arles hat sich so gesehen schon gelohnt.

Andere pilgern für Stiere hin. Das hingegen ist auf meiner Wunschliste sicher nicht drauf. Friede herrscht!

Es gibt schöneres zu sehen und die meisten Menschen ziehen schattige Plätzchen vor. Vinzenz van Gogh, Paul Gauguin und Pablo Picasso haben diese Stadt geschätzt – und es gibt hier einige ihrer Schätze – auch des hellen südlichen Lichtes wegen. Das hat zuweilen meine Nikon überfordert. Mein zweites Objektiv ist endgültig hin – das gibt noch eine zweite Mitteilung an die Tochter des Mitsubishi-Konzerns. Freundlich, aber ziemlich bestimmt.

Keine Ahnung, wie viele Kirchen ich besucht habe, aber eine muss erwähnt werden, obschon sie kein Startpunkt ist.

La Chaise Dieu – der Stuhl von Gott. Und vielleicht auch Teile der Route du Fromage geniessen. Zugegeben, das reizt mich mehr, als nach Spanien zu schustern. Was ich sonst noch so in dieser Gegend erlebt habe, lesen sie demnächst im Finanzblog.

Le Puy-en-Velay – eine Stadt, die man immer wieder besucht.

Nicht nur der Windkraftwerke wegen, die in den vergangenen Jahren wie Pilze aus dem Boden schiessen. Mindestens sieben Schwertransporter pro Rad.

 

Erinnerungen ans Bundeshaus werden wach. Hier werden sogar digitale Brücken gebaut. Entrez les Artistes nicht vergessen. Und viel Glück beim Suchen eines Parkplatzes in der Hochsaison. Vor einigen Tagen dürfte es noch schwieriger gewesen sein.

Die entsprechenden Kleider der Tour de France gibt es in den Boutiquen immer noch zu kaufen. Auf diesen Tross muss ich bis Paris zuwarten.

Vézelay [vezlɛ], der dritte Ort ist aber noch angesagt. Absolut sehenswert und es hat wesentlich mehr Touristen, als Einwohner.

 

Durstige und hungrige Seelen kommen hier auf ihre Rechnung. Erstaunlicherweise sogar bezahlbar, was man von Paris nicht immer behaupten kann.

Miro ähnlich und die Predigt ist eben fertig …

… der Grund, weshalb ich praktisch ungestört Kraft tanken kann. Wallfahrtskirchen wurden immer auf Kraftorten gebaut. Und wer es nicht spürt und da gibt es in unserer heutigen Zeit viele, dem hilft vermutlich die Statue.

Nicht jeder wird in der Hochsaison eine praktisch menschenleere Kirche dieses Ausmasses antreffen. Pilgern wäre heute recht angenehm. Es ist seit Tagen wieder einmal bedeckt und nur knapp über 30 Grad warm.

Fast wie ein Nachruf. Das letzte Bild der Katze. So als Erinnerung an den „Aortariss“ mit einer Viertelmillion Kilometern. Drei Stationen haben wir mit einem Citroën C3 angefahren. Aufgeführt sind die Pilgerstandorte aber in Richtung Norden und von hier gibt es hauptsächlich bis Paris und anschliessend nur eines zu sehen …

… kilometerweise Getreidefelder und ab und zu mal einen Baum. Erholsam im Gegensatz zur Hauptstadt. Die ist anregend, aufregend und eigentlich anstrengend. Rund sieben Mal mehr Menschen pro Quadratkilometer, als Bern. Touristen nicht mit eingerechnet. Englischkenntnisse oder Chinesisch sind ganz praktisch. Interessant für sechs Tage, eine Woche Paris wäre fast anstrengend.

Eine Stadt, in der manchmal nicht mal mehr die Kirche im Dorf steht, sondern nur der Turm …

… und deren Kommunikation nicht unbedingt unseren Vorstellungen entspricht. Sie machen immerhin Werbung fürs Laufen, Pilgern.

Am Tag zuvor habe ich durchs anschliessende Schaufenster geguckt. Zwei zerfranste Wellkartonstücke kleiner als A4 habe ich unbeabsichtigt betreten. „Bitte, darf ich die wegnehmen, das sind meine Kopfkissen.“ Entschuldigen ist eins, was dann im Kopf abläuft das Andere. Zeitgeschichte pur.

Manchmal echt schräg, unsere Welt. Etwas mehr „Eigentum“. Was will der Schuh? Zutreten, zum Pilgern auffordern?

Das ist kein Sommerjungendlager, das sind Flüchtlinge in Paris. Leben in einer Stadt, wo ein grosses Bier im Restaurant schnell einmal zehn Euro kostet, ist nicht für alle einfach. Unterschiede auf Schritt und Tritt.

Ein Brunnen in der Nähe des Louvre. Kein Chlor, es hat sogar Algen. Es muss eine Quelle sein. Viele Leute holen sich hier Wasser. Es schmeckt köstlich.

Ein Weihwasserbecken in Jakobsmuschelform, dem Erkennungszeichen von Pilgern, im Invalidendom. Der wurde zur Grabstätte für Napoleon I umgebaut und beherbergt heute …

… zweierlei Orgeln.

Eindeutig ein Antikraftort. So kurz habe ich noch ganz selten eine Kirche angeschaut. Nichts wie raus und da reinigt einer mit einem Zwiesel den Gehweg …

… derweil vier Soldaten mit Maschinenpistolen für „Sicherheit“ sorgen.

Hier darf nicht gewischt werden. Asche zu Asche. Grabstein und Rammstein kommen mir in den Sinn. Es gibt bessere Musik. Auf dem Friedhof Père Lachaise liegen Gilbert Bécaud und Edith Piaf nahe beieinander. Im Schnitt zehntausend Besucher pro Tag.

Der bekanntere George Harrison wird nicht hier liegen. Den Sterbeort geheim zu halten, ist gar nicht so einfach.

Ein spannender Ort, der für viele aber lieber gemieden wird, weil ihnen die Kraft dazu fehlt …

… umkippen ist aber nicht nötig. Aber ausruhen kann man vor dem Louvre …

… oder beim Anstehen zur Notre Dame. 10 000 Sitzplätze gibt es hier …

… ich empfehle die vordersten. Wer’s kann, kann hier gut und schnell Kraft tanken, wenn er die Gedanken richtig nach oben und unten leiten kann. Das eindrücklichste Gefühl beim Besuch der vielen verschiedenen Kirchen …

… und wenn sie das Gefühl haben, unter dem Eifelturm führt heute eine dicht befahrene Strasse durch, dann ist das nur Täuschung …

… aber das Flugzeug in der Kirche ist echt, nur für den Flug nach Rüeggisberg nicht echt geeignet …

… vier pilgern bei den Klosterruinen ein …

… der Leiter Wiki ist schon da und scheint zu beten. „Ufstah nach em umgheie.“ Ein Leitspruch von Ralph, den man sich merken sollte. Also, reisst euch zusammen und kommt am nächsten Samstag zum Pilgern. Wer es nicht auswendig weiss:

www.proref.ch

 

Aus den Medien:

„Wieder liberaler in die Zukunft

Bern / Uns interessiert die Zukunft, sagen die liberalen Reformierten. Der alte Verein pilgert zum Reformationsjubiläum in verschiedene Ecken der Bundesstadt“ … mehr von Marius Schären in Reformiert.

„Proref-Pilgern in Bern: 500 Jahre Reformation – was nun?“

mehr in der Agenda von refbejuso.ch.

 

 

 

 

 

Das Chorherrenstift St. Vinzenz in Bern

Dienstag, 2. Mai 2017, 19.15 Uhr

Vortrag im Anschluss an unsere Hauptversammlung im Kirchgemeindehaus Petrus, Brunnadernstrasse 40, Bern

von Frau PD Dr. phil. Dr. theol. h.c. Kathrin Utz Tremp, Fribourg

Das Chorherrenstift St. Vinzenz am Münster in Bern ist nur rund vierzig Jahre vor der Reformation gegründet und in der Reformation gleich wieder aufgehoben und dann rasch vergessen bzw. verdrängt worden. Trotzdem gibt es in Bern einiges, was daran erinnert, so das Renaissance-Chorgestühl im Münster, die Vinzenzteppiche und ihr Stifter Heinrich Wölfli, der Chorherr im Totentanz des Niklaus Manuel, und das Stiftsgebäude. Es gibt aber auch nicht wenige recht bekannte Berner Persönlichkeiten, von denen man sich nicht immer bewusst ist, dass sie Mitglieder des Vinzenzstifts waren, so die Pröpste Johann Armbruster und Niklaus von Wattenwyl, die Dekane Burkhard Stör und Ludwig Löubli, der Kantor Heinrich Wölfli, der Kustos Thomas Wyttenbach und schliesslich der Chorherr Berchtold Haller, der zum Reformator Berns geworden ist. Nach der Gründung und den Widerständen, die es dabei zu überwinden galt, kommt der erste Generationenwechsel zur Sprache, der ausgerechnet in die Reformationszeit fiel.

Kathrin Utz Tremp: Studium der mittelalterlichen Geschichte an den Universitäten Bern, München, Lausanne und Freiburg i. Ue., Dissertation über das Kollegiatstift St. Vinzenz in Bern (1982 in Freiburg), Habilitation 2000 in Lausanne, 1999-2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Staatsarchiv Freiburg, verantwortlich für die Bestände des Mittelalters und der frühen Neuzeit, 2013 Dr. h. c. der theologischen Fakultät der Universität Bern.

Nächstenliebe kann gefährlich sein …

… so zumindest der Titel im digitalen Bereich von reformiert. Ein Porträt von Yahya Bajwa … oder Yahya Hassan Bajwa

… wie er in allen unseren Beiträgen genannt wird.

„Der Landeskirche steht er als Berater für Fragen zum Islam zur Verfügung“ und bei uns ist mein Freund Revisor – echt gelebte Ökumene.

Mit Bruder Faida (links) …

… dürft drei mal raten, wer sein Portraitfoto  auf Facebock geschossen hat … nicht im Schiessstand Baden, sondern auf der Panzersperre im See auf dem Julierpass … ohne baden, das Wasser war zu kalt.

 

Friede herrscht – proref pilgern

Dies ist kein normaler Blogbeitrag – eher eine Ideensammlung, ein Hilfeschrei kurz vor dem 50-Jahr-Jubiläum der Mit-68iger. libref.ch organisiert mehrere Pilgertage durch Bern, zur Feier von 500 Jahren Reformation und zudem sind wir seit 150. Jahren medial liberal in der Schweiz vertreten.

          Flyer     –      libref.ch

Hier geht es zur allgemeinen Einführung über „Friede herrscht – proref pilgern“ und zum Verzeichnis der einzelnen Pilgertage.

Ausgearbeitet von einigen, die die Kirche – was immer das auch genau ist (Gotteshaus oder Glaube) – den Mitmenschen näher bringen wollen. Progressiv sein bedeutet, Tabus zu brechen, an das gute Morgen nicht nur zu glauben, daran zu formen. Global bis hin zu kommunal, arm bis ganz reich. Mitmacht mit.

Reformiert! Revolutioniert!

Dieser Blogbeitrag ist der umfassendste Gotteshausführer  von Bern – das Gegenteil müsste erst bewiesen werden. Er eignet sich auch für Touristen, die Bern auf eine etwas andere Art kennen lernen wollen.

Wir wollen nicht zurückschauen, was in Bern vor 500 Jahren war. Uns interessiert, was in Zukunft geschieht … die nächsten 500 Jahre wäre etwas weit gegriffen … manchmal stimmt ja schon ein Rückblick nicht – lasst euch überraschen.

Jeder darf mitmachen. Egal ob, an was oder wen er glaubt. Was wir nicht brauchen, sind Extremisten, Fundamentalisten. Wir wollen verbinden.

Einen Tag der Brücken gibt es noch nicht, nur Brückentage. Dabei schlagen wir sinnbildliche Brücken, feiern den Thesenanschlag in Wittenberg in Deutschland und möchten die heutige Zeit wieder etwas reformieren. Einiges läuft heute, wie vor 500 Jahren, nicht mehr ganz so gut, wie es sein müsste.

Bei uns kann jeder freiwillig wie im Mittelalter daher kommen. Lieber Zukünftiges, gar Futuristisches statt Historisches. Bequem soll es sein. Pilgern ist in. Schauen sie Radio … sie können auch hören.

Es wird nicht einen einzigen Tag geben, sondern sechs, verteilt auf sechs Jahre. Die Reformation fand auch nicht an einem Tag statt.

Vielleicht die letzte Chance, dass wir Liberalen der Reformierten Landeskirche wieder ein Zeitzeichen setzen können. Vor 150 Jahren wurde im Kanton Bern Kirchengeschichte geschrieben mit der Gründung des Bernischen Vereins.

Wer ist „wir“.  Das müssen wir doch schnell mal erklären. Drei aus dem Vorstand.

  • Werner – nicht der von Brösel – der wird noch Einiges an Verlinkungen , Verknüpfungen und Verrenkungen zu erreichen haben. Die Kirche von Bern kennt er bestens und auch den Islam aus erster Hand.
  • Dann ist da der Pfaff Andreas der Erste – jetzt lacht er. Bleiben wir ernst. Sollte ich vor ihm sterben, hält er die Andacht und sonst Adreas II – selbstverständlich auch aus dem Vorstand. Der 1. ist ruhig, fast zu ruhig. Ich liebe seine Fragen, seine Bemerkungen. Er stellt fest, fast unbezahlbar und dabei sind unsere Finanzen nicht in Milliardenhöhe, wie heute üblich. Streichen sie etliche Nullen.
  • Für Finanzen bin ich zuständig, auch fürs Internette. Ab und zu schreibe ich etwas oder habe andere, progressive Ideen. Zum Beispiel das progressive Pilgern. Ich danke für ihren Mut und  Durchhaltewillen diesen Beitrag zu lesen und hoffe auf Unterstützung. Einerseits mit Arbeit vom Vorstand und andererseits, dass sie als Leser auch mitpilgern. Ansonsten können wir diese tolle Übung beerdigen. Aber dieser Tätigkeit werden wir einige Male begegnen. Und wenn sie Ironie nicht mögen sind sie bei den Liberalen fehl am Platz – 150. Jahre ohne reformierten Sarkasmus, das geht nicht. Und Ziel wäre eigentlich, dass diejenigen, die im letzten Drittel des 18. Jahrhunders die heutige schweizerische reformierte Kirche massgeblichst gestaltet haben, wieder mal zu Wort und Tat kommen. Liberal reformiert – libref.ch eben. Eigentlich müsste es progressiv proref.ch heissen. Liberal nennen sich viele, die heute eher konservativ, dem Gegenteil von liberal, sind. Und bitte, wenn sie meinen Schreibstil nicht mögen, Luthers Thesen sind bei vielen auch auf Unverständnis gestossen. Kappiert? „Friede herrscht, trägt meine Handschrift und wiedergibt meinen Geist.“ Also, Reklamationen bitte nur an mich.
  • Lady’s last oder wie hiess der Spruch nun mal schon? Eigentlich sollte mann das ja heute wissen, aber Therese ist wichtig. Sie ist Präsidentin der Liberalen in Bern, hat Ideen und ist unvoreingenommen. So gesehen die Jüngste bei den Projektierenden.
  • Und da denkt im Hintergrund auch noch einer zu 95 neuen möglichen Thesen. Normalerweise auch ein Vielschreiber, zudem Erfinder unseres stolzen Hahns im Header. Er hätte eigentlich schon mit „Kirchenbewegen“ mitpilgern können. Er bringt beste Voraussetzungen mit: Katholisch und echt ein Nachbar von Bruder Klaus – wohnt am Pilgerweg und 3 Steinwürfe weg von der Wallfahrtskirche in Sachseln. Steine werfen wir höchstens in ihren Garten, wo halb so viele Rosenarten anzutreffen sind, wie im Rosengarten Bern.

Wann fand die Reformation statt? Am 31. Oktober 1517? Nein. Damals schlug Martin Luther die 95 Thesen an:

Disputatio pro declaratione virtutis indulgentiarum

oder auf Deutsch, abr fischet nid im Trübe, di evangeij Tese gäbs och uf Hochdeutsch. Und wen würde ich da für eine Rede gewinnen wollen – Prof. Dr. Reiner Anselm, Vorsitzender der Kammer für öffentliche Verantwortung der EKD, Evangelische Kirche in Deutschland
Prof. für Systematische Theologie und Ethik an der Universität München. Er arbeitet schon eine Zeilang nicht mehr an der Uni Zürich, ist aber immer noch bei uns Vorstandsmitglied. Nicht immer, aber bei wichtigen Terminen ist er dabei. 2019 vermutlich auch wieder in Erlenbach mit Blick auf Stampa im Bündnerland. Das für „Geweihte und Rätselfreaks“. Karikaturenzeichner sollten auch auf ihre Rechnung kommen.

Ja, wann fand dann die Reformation statt? Sicher nicht an einem Tag, sondern über Jahrhunderte und im Grunde genommen läuft die Reformation in heutiger Zeit auf Hochtouren. These 95 – sie werden sagen, das ist die letzte, da hat man ja noch viel Zeit. Vielleicht haben wir eine Chance, mit einer These, die „er“ vor einigen Tagen angeschlagen hat. Via Militär hat unser „Hohes P“ Ende der Siebziger Jahre den damligen Nationalratskanditaten zu uns ins Schlüsselloch an einen Verbindungsstamm eingeladen. „Ich einmal Bundesrat? Ich bin viel zu angriffig!“ Hat mein Tischnachbar zu meiner Bemerkung gesagt. Damals hat er sich und vor Kurzem viele andere trumpiert.

These 95: Und so dürfen sie darauf vertrauen, eher durch viele Trübsale hindurch in den Himmel einzugehen als durch die Sicherheit eines Friedens.

Freude herrscht“ – aber es wäre doch schön, wenn der Spruch umgeschrieben würde:

Friede herrscht„.

Adolf Ogi will Brücken bauen, sieht eine Riesenchanche für die Schweiz, dass sie sich als neutrales Land – mit Uno Sitz in Genf – zur Verfügung stellt, dass Putin und Trump zusammen verhandeln.

Denkgrenzen und Denkblockaden abbauen!

Übrigens, die Reformation begann erst 1519 in der Schweiz mit dem Wirken Ulrich Zwinglis. Halt! Stopp! Sichern! Einwand. Zwingli  schrieb: „Ich habe angefangen das Evangelium zupredigen im Jahr 1516.“ Seite 62. In Glarus und zwar zu einer Zeit, wo ihm Luther noch gar nicht bekannt gewesen sei.

Und wer ist dem Kern nachgegangen? Einer der von Kernen extrem viel weiss. Weniger von Apfelkernen, denen unser Ex-Präsident nachgegangen ist. Wer hat den Apfel im Paradies vom Baum gepflückt? Eva! Nein, die Schlange. Und wer ging im Cern dem Kern nach? André Arn, erm. Professor und akribischer Detailsucher. André, was du da an die Öffentlichkeit trägst, ist   eine Sensation – des Pudels Kern.

Und im Grunde müsste nicht der 31. Oktober gefeiert werden, denn im Reformjahr 1582 wurden 10 Tage bei der Umstellung auf den Gregorianischen Kalender ausgelassen. Am 10. November 2017 sind es genau 500 Jahre, seit die 95 Thesen angeschlagen wurden. Die aktuellen Thesen zu 500 Jahre Reformation.

Wir suchen Leute, Institutionen, die sich von den nachfolgenden Ideen begeistern lassen und einen Brückentag, -schlag in Bern gestalten und durchführen helfen. Es werden nun verschiedenste Orte aufgeführt, die ergänzt oder gestrichen werden können.Beim Pilgern an einem einzigen Tag wären eh alle Orte nur in einem Sternmarsch mit verschiedenen Gruppen denkbar, die sich unter der Autobahnbrücke beim Haus der Religionen treffen können. Wir können auch Tage einplanen wo jeweils in einer anderen Kirche mit einer Predigt gestartet wird. Bis zum Reformationjubiläum von 2019 werden wir die halbe Strecke geschafft haben. Wir beginnen den Pilgerweg 2017 einmal bei „A wie Aare“ und hören in sechs Jahren bei „Z wie Zollikofen“ auf.

Wie wann wer für die Folgejahre ist noch nicht definitiv festgelegt. Nur warum ist festgelegt. Brücken verbinden nicht nur Hindernisse geografischer Natur, man kann auch Brücken zu anderen Kulturen und Religionen schaffen – sich kennen lernen, sich achten, nebeneinander friedlich existieren.
Das ist nichts anderes als reformieren ohne missionieren. Bedenken müssen wir auch, dass Brücken auch Nachteile mit sich bringen.

Ein Teil der Bilder stammt aus meinem bisherigen privaten Archiv  und die übrigen entstanden auf den verschiedenen Rundgängen,  zum Teil mit Andreas I oder Werner.

Andreas I ist Feldprediger, aber auf einen wirklich aktuellen Link, was wir hier zu Krieg und Frieden – vor allem Letzterem – anbieten können, sind wir bisher noch nicht gestossen. Über Grossonkel Fritz, der ehemalige Oberarmeefeldprediger oder hiess es Armeeoberfeldprediger, finde ich auch nichts. Google: meinten sie „Oberarme Feldprediger“. Er hat nicht nur Mückenstiche gesehen. Hätte von seinem Einsatz in Korea berichten können, wie versucht wird Frieden zu erhalten oder herzustellen. Und da wäre noch  Andreas Goerlich, der Flüchtlinge aus Syrien betreute und jetzt unseren Andreas III vertritt, der im Sabbatical ist.

500 Jahre Reformation. Grob gesagt, die ersten 300 verliefen ähnlich und der grosse Umbruch fängt Anfangs 19. Jahrhundert an. Auslöser bei uns war die Schlacht am Grauholz – Luftline 3 km von unserem Schlusspunkt „Z wie Zollikofen“ entfernt – dort wo das alte Bern unterging und die erste Finanzkrise begann. Die Bahai könnten im Haus der Religionen die zwei letzten Jahrhunderte aus eigener Sicht erwähnen. In ihren Grundsätzen steht ein Satz, den ich am Schluss als Start in die neue Reformation setzen möchte:

Die Menschheit steht am Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter.

oder anders gesagt:

Nach den Bedürfnissen der Menschen fragen.

Für das liberale Pilgern hat es nun zig Vorschläge. Und wenn das zu wenig sind, oder mehr Details her müssen, dann fragen wir den Bloggerkollegen Claude der Stadtwanderer. Spätestens bei diesem Link wüsste er, woher wir uns kennen. Er könnte auch verlässlichere Prognosen machen, wie viele Leute mitwandern, marschieren, pilgern. Vielleicht ist auch die Berner Kirche oder die Stadt Bern an diesen Ideen interessiert – wir setzten keine Grenzen, wir wollen Brücken bauen, heutige Abgründe überwinden helfen.

Eure Ideen und Bemerkungen könnt ihr als Kommentar erfassen oder hier unsere Kontaktdaten.

Schreibfehler sind noch nicht korrigiert, wenn ich sie überhaupt entdecke, aber meine Vorstands-KollegInnen sollen sich alles mal anschauen.  Änderungswünsche anbringen und überlegen, welche der zig Ideen, andere, wann, ob einer der erwähnten möglichen Referenten angefragt werden soll …?

Nach 150 Jahren hätten wir wieder mal eine Chance, dass wir uns öffentlich profilieren könnten. So nach dem Motto:

Wer in der Religion nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Vielleicht schaffen wir es neue Thesen, Behauptungen für die heutige Zeit zu formulieren. Moses hatte einige Gebote, Luther brauchte schon 95. Wieso gerade 95? Wenn wir interpolieren dann sind es haargenau auf die fünfte Nachkommastelle

111 Punkte oder würden 3 genügen! Das wäre für die heutige Zeit revolutionär … viele möchten das.

Mein Versuch für drei Weisheiten:

  1. Sei recht und offen mit allen und allem.

  2. Sei friedlich und hilfreich, damit Recht Sinn gibt.

  3. Sei sinnlich, damit Erbe und Progessives sich sinnvoll ergänzen.

Grün ist die Farbe der Hoffnung und des Islam, auch die Linkfarbe, die hoffentlich richtig verdrahtet und nicht schon dead sind.

Sie sollen reformieren, protestieren, revolutionieren, manchmal reklamieren, umbrechen, umformen, rebellieren.

Ein Pilger ist ein Fremdling. So hoffe ich doch, als heute im Aargau ansässig, dass ich Verschiedenes in Bern, das mit dem Glauben  zusammenhängt, aufzeigen konnte, das nicht ganz jedem bekannt ist. Danke denen, die schon mitgeholfen haben und jenen, die Ideen und Vorschläge anbringen, damit wir in den nächsten sechs Jahren je einmal durch Greater Bern pilgern und Brücken schlagen können.