Kategorie-Archiv: 03 Lesenswertes

Kirche und bundesgerichtliche Rechtssprechung


Manchmal sind Kommentare so interessant, dass man diese am besten als Blog-Beitrag hineinstellt.

Das Bundesgericht in Lausanne ist die höchste Gerichtsbarkeit in der Schweiz. Wer mit einem Urteil aus einem Gerichtsverfahren des Bundesgerichts nicht einverstanden ist, hat die Möglichkeit, sich aufgrund der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten dank der Europäischen Menschenrechtskonvention, an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EuGMR) in Strassbourg zu wenden.

Hier der Beitrag von Jean-Claude Cantieni:

Lieber Stephan,

las Dich zum Tode von Frère Roger in Taizé. Dazu gedacht: Welch Merk-Würdigkeit: Das griechische Wort Märtyrer assoziiert Erinnern, das doch ‚schönt’. Einmal wird jedes Zeitalter zum ‚goldnen’. Der Herbst vergoldet, er braucht nicht nochmals geschönt zu werden. Erinnern versöhnt, vergibt, Paul Ricoeur, der reformierte französische Philosoph, der kürzlich starb, hat der Komplementarität von Geschichte/Gedächtnis/Vergebung ein Kapitel in ‚Gedächtnis, Geschichte, Vergessen, gewidmet. Wenn wir von Aktualisierbarkeit der 1. Kappeler Milchsuppe sprechen, hat das vielleicht damit zu tun, dass wir dafür halten, dass Erinnern als historische Gebärde eine Gabe ist, die Vergebung, Versöhnung enthält (don, par-don)?

Und: Aus aktuellem Anlasse angesichts der Überschwemmungen gedacht: Wie nahe stehn sich Macht und Ohnmacht: In Taizé & ( im Reusstale bzw. dem übrigen Lande, wenn ein halbes Land nach drei Regentagen fast in den Zustand der ersten Schöpfungstage zurückversetzt wird, als (bis zum dritten Tage) Land und Wasser noch nicht geschieden waren.

Ob Du eine Übersicht zur bundsgerichtlichen Rechtssprechung à but religieux in den Blog stellen magst?

Mit gutem Gruss,

Jean-Claude

Nachtrag von Stephan Marti-LandoltFinanzblog. In der Bundesgerichtssprechung wurden auch Glocken erwähnt – mehr dazu vom Kritiker aus dem Dorf, wo die Brücke sicherheitshalber gesperrt werden musste, weil die andere vom Unwetter weggerissen wurde.

George W. Bush und die Darwinsche Evolutionstheorie


Der amerikanische Präsident George W. Bush hat sich dafür ausgesprochen, ausser der Darwinschen Evolutionstheorie auch die Vorstellung einer „intelligenten Erschaffung“ der Welt im Schulunterricht zu behandeln.

In der Pressemitteilung von www.ref.ch nimmt G.W. Bush Stellung zur Darwinschen Evolutionstheorie. Steckt was dahinter und will er sich vom Virus des Konservatismus schützen? Ich weiss es nicht!

Geben sie ihren Kommentar am Ende des Blogs ein. Wir stellen ihnen ein Sprachrohr zur Verfügung – wenn sie wollen total anonym. Sie können aber auch «Farbe bekennen» und Namen, E-Mail und/oder Homepage angeben. Aber das braucht schon ein bisschen Mut. Nur Mut!

Die Bibel ist eins der meistgelesenen und übersetzten Bücher. Eigentlich sind es mehrere Bücher – zum Beispiel diejenigen von Moses. Und testen sie doch mal ihr Wissen! Wie viele Tiere jeder Gattung hat er auf die Arche genommen?
Geben sie die Antwort doch als Kommentar ein! Viel Spass!

Gefunden bei: www.abi-bayern.demehr von ihnen

Text: Stephan Marti-Landoltfinanzblog

Der neue Papst – „Sehr intelligent und guter Theologe“


Den Leitartikel von Prof. Bernard Reymond erschienen in «Le Protestant – Mai 2005» hat Pfarrer Max U. Balsiger übersetzt:

So haben die Kenner nach der Papstwahl die Haupteigenschaften des Neugewählten charakterisiert. Wir wollen ihnen gerne glauben und in Zukunft beobachten, wie diese Eigenschaften angewendet werden. Vorläufig haben wir einige Mühe, zu verstehen, wie ein mit den genannten Qualitäten begabter Mensch übereinstimmen kann mit all dem, was der Wahlvorgang bedeutet für die Erfüllung seiner neuen Funktion und deren Protokoll. Dies alles ist doch verdächtig, jedenfalls aus einer streng evangelischen Sicht. Wie kann er behaupten, er wolle sich einsetzen für die Einheit der Christen, wo er doch wissen muss, dass allein die Existenz eines Papstes, wie ihn die Kirche Roms versteht, eines der wichtigsten Hindernisse auf dem Weg der Ökumene ist? Wie konnte er als 78-Jähriger die Wahl annehmen, wo doch seine Bischöfe mit 75 Jahren zurücktreten müssen? Aber vielleicht hat er noch eine Überraschung bereit, die ein Zeichen wirklichen Scharfsinns wäre und das Bild, das das Papsttum von sich selbst gibt, merklich verändern würde: demissionieren, sobald er die Kräfte auch nur ein wenig schwinden fühlte, die Kräfte, die ihm zur Zeit anscheinend noch zur Verfügung stehen.

Aber wir haben auch vor der eigenen Türe zu wischen, wie Jesus es geboten hat; beachten wir den Balken, der uns die Sicht verdeckt und uns hindert, unsererseits möglichst „intelligente und gute Theologen“ zu sein. Der amerikanische Theologe John Adam hat im Blick auf den Protestantismus in seinem eigenen Land kürzlich geschrieben: „Für die meisten Zeitungsleser ist der Name ‚Christ‘ gleichbedeutend wie ‚konservativ‘. Vor etwa einer Generation beschrieben die Wörterbücher eine ‚christliche‘ Person als ‚humanistisch‘ und ‚ehrwürdig‘; heute verbindet sich mit diesem Begriff der Gedanke an geistige Enge, Dünkel und Frömmelei.“

Nicht alle Christen, Protestanten und Katholiken fallen glücklicherweise unter dieses wenig erfreuliche Verdikt. Jeder soll Umschau halten, ohne sich selbst zu vergessen, um festzustellen, wer diesem Bild entspricht. Viel besser wäre aber, die Worte Albert Schweitzers zu beherzigen: „Das Christentum kann das Denken nicht ersetzen, sondern muss es voraussetzen. Der denkende Mensch steht der überlieferten religiösen Wahrheit freier gegenüber als der nichtdenkende; aber das Tiefe und Unvergängliche, das in ihr enthalten ist, erfasst er lebendiger als dieser.“
Und wenn Benedikt XVI. diesem grundlegenden Punkt zustimmen würde?…

Bernard Reymond in „Le Protestant“ Nr.5/2005, JAB 1211 Genève 4
(Übersetzung M.U.Balsiger)

Le Protestant – Mai 2005


«Le Protestant» – protestantisch, modern und nächstes Jahr schon 175 Jahre alt.

Im Leitartikel vom Mai 2005 lesen Sie von Prof. em. Bernard Reymond unter dem Titel «Très intelligent et bon théologien» (sehr intelligent und guter Theologe) einen Beitrag über Papst Benedikt XVI.

Mehr über die theologischen und architektonischen Kenntnisse von Bernard Reymond in der «Évangile et Liberté», dem Französischen Pendents des «Le Protestant».

Text und Fotos: Stephan Marti-Landoltfinanzblog

Rückkehr des Religiösen


Bundesrat Pascal Couchepin und Pfarrer Thomas Wipf sprechen an der FDP-Tagung über «Rückkehr des Religiösen: Herausforderung für die liberale Gesellschaft?»

An der vor rund 100 Teilnehmern besuchten Fachtagung der FDP Schweiz vom 21. Mai 2005 referierten

Bundesrat Pascal Couchepin, Vorsteher des Eidg. Departements des Innern über Religion in Gesellschaft und Politik

und

Pfarrer Thomas Wipf, Präsident des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes über «Die Wertegesellschaft in einem veränderten Umfeld».

Foto: www.fdp.ch
Text: Stephan Marti-LandoltFinanzblog