Alle Beiträge von Stephan Marti

Geburt unseres Güggels

Bei der Schweizerischen Nationalbibliothek werden sämtliche Ausgaben des Schweizerischen Reformierten Volksblattes (SRV) seit 1866 aufbewahrt. Zudem verfügen wir über die Ausgaben ab 1950. Vermutlich wurden diese, wie alle anderen historisch relevanten Akten schon, ans Staatsarchiv des Kantons Bern überreicht.

In der Nr. 12 – 112. Jahrgang – vom 2. November 1978 wird von einem Wechsel in der Geschäftskommission des SRV geschrieben:

SRV etwas Geschichte

In diesem Artikel ist auch Interessantes über die Geschichte des SRV geschrieben. Nach dem präsidialen Wechsel erscheint in den folgenden zwei Auflagen das erste Mal unser bekannter Güggel:

1. Erscheinen des Gockels im SRV

Wie man dem Rand ansieht, erschien das SRV damals in Orange. Diese Farbe spielt in verschiedenen Religionen eine wichtige Rolle. Klicken sie auf das Bild, um es zu vergrössern und sie lesen, was das Signet des Hahns bedeutet.

1. SRV-Titelblatt mit Gockel

Das SRV war auch Publikationsorgan für die Albert Schweizer Werke in der Schweiz sowie die Ostasien-Mission.

Wahrnehmung, Bewusstsein und freier Wille

Alles Einbildung? Alles Hirngespinste? Ein Vortrag von Prof. Dr. Willi Stadelmann vom 12. Januar 2016 im Forum Kirche und Gesellschaft Calvinhaus Bern.

„Lernen macht intelligent! Kein Kind wird intelligent geboren! Intelligenz ist ein Produkt aus Potenzialen und Stimulation durch Umwelteinflüsse.“ Für Lernwillige und Lernfähige geht es hier zum Freier_Wille_Forum Kirche und Gesellschaft_12. Januar 2016 def. (2) Fassung-2

Möchten sie leichter lernen, dann besorgen sie sich die letzte Ausgabe von Bild der Wissenschaft oder gedulden sich einige Monate, bis  die Artikel frei zugänglich sind. Oder möchten sie gar selbst ins philosophieren kommen, dann lesen sie „geerbte Angst“ und überlegen sich, ob es da Zusammenhänge zur Quantenphysik und dem Boskop-Test geben könnte. Lesen sie auch den Kommentar bei diesem Beitrag – so quasi das Tüpfelchen aufs i. Für einige Liberale vielleicht nicht ganz einfach zu glauben.

libref – wir schreiben den 150. Jahrgang

Im 150. Jahr melden wir uns medial zu Wort. Auf dem letzten „Schweizerisches Reformiertes Volksblatt (SRV)“ stand zu lesen – 138. Jahrgang. Um das liberale landeskirchliche Sprachrohr nicht zu beerdigen, haben wir uns damals entschlossen, mit www.libref.ch nahtlos ins digitale Zeitalter umzusteigen.

Unseres Wissens gibt es im reformierten Bereich in der Schweiz nichts, das uns übertreffen würde. Anderslautende Informationen nehmen wir gerne entgegen und würden diesen zu ihrem noch langjährigeren Erfolg natürlich gratulieren. Uns gratulieren wir natürlich nicht – das können allenfalls andere machen. Aber danken möchte ich allen Vorgängern, die zum Teil ganz intensiv im SRV mitgewirkt haben und ganz speziell würde ich mich freuen, wenn aus unseren Reihen im 12. Jahrgang von libref.ch ein zusätzlicher aktiver Blogger mithelfen würde. Entschädigung zahlen wir keine – es ist einfach Freude, liberales oder besser gesagt progressives reformiertes Gedankengut zu verbreiten.

Für den ersten Beitrag im Blog haben wir eine Veranstaltung mit Bundesrat Pascal Couchepin und SEK-Präsident Thomas Wipf besucht. Bei beiden sollte es nicht das einzige Mal sein.  Dieser Bundesrat und der Flugzeugentführer Karan Singh auf einem Bild, das um die ganze Welt ging. Das haben wir meinem Freund, dem Sikhs zu verdanken, der durch seine Tat zum Tod verurteilt wurde und heute als ehemaliger politischer Flüchtling seit Jahren in der Schweiz lebt. Karan und die Sikhs nehmen wohl den zweiten Platz ein von andere Religionen über die wir berichteten.

Bei Thomas Wipf und was uns besonders freut, bei seinem Nachfolger Gottfried Locher gab es eine ganz herzliche Annäherung, eine echte religiöse Anfreundung. Einige Beiträge, die eigentlich auch zu libref passen, sind im www.finanzblog.com zu finden. Wer hätte vor acht Jahren gedacht, dass auf einem Foto mit Couchepin auch der heutige Bundespräsident Johann Schneider-Ammann zu sehen ist.

Auch den Bundespräsidenten Moritz Leuenberger haben wir zum ersten Mal in einer Kirche getroffen und durften noch einmal am Blogcamp persönlich mit ihm diskutieren. Erwähnenswert sind zwei, die gerne über Religion sprechen – Peter Bichsel und Yahay Hassan Bajwa, die intensiv zusammen in ein Gespräch vertieft sind. Peter, als Preisträger des prixlibref und Yahya, als intensiver „Zurverfügungsteller“ seiner Texte, vor allem über Pakistan. Wir haben uns nie gescheut, Berichte über den gemässigten und leider auch den ungemässigten Islam, zu veröffentlichen.

Dazu werden wir uns demnächst exakter mit dem prixlibref über Karikaturen äussern. Vermutlich folgen auch einige Beiträge über Vollgeld, zum Pazifismus und vielleicht gar weitere Tests im Bereich der Quantenphysik mit verdammten Apfelhälften.

Wir wünschen Ihnen ein spannendes 2016, gute Gesundheit und dass Ihre Wünsche in Erfüllung gehen mögen.

Zum Schluss noch die letzten Zeilen aus dem TA-Magazin-Blog von Daniel Binswanger, die zum Nachdenken anregen sollen.

„Entschieden aber wird die Auseinandersetzung mit dem radikalen Islam nicht durch einen Krieg. Der Sieg über den Terrorismus wird errungen werden in den Köpfen und den Herzen. Die offene Gesellschaft wird ihn erringen. Aber einfach zufallen wird er ihr nicht.“

Für Frieden unter den Religionen

Vielleicht sollte man die neue Broschüre „10 Sätze zum Zusammenleben in der multireligösen Gesellschaft“ von Bern nach Konolfingen i. E. tragen. Bitte beachten sie meine Ironie, aber hier steht i.E. wirklich für „im Elend“.

Dass es im Kanton Bern auch anders geht, beweisen die reformierte, katholische und christ-katholische Kirche. Lesen sie die Broschüre und geniessen sie den gesunden Menschenverstand, wie diese zehn Punkte zustande gekommen sind:

  1. Religionen sind in sich vielfältig.
  2. Religionen verändern sich.
  3. Religionen sollen der Integration dienen.
  4. Menschen dürfen nicht auf ihre Religion reduziert werden.
  5. Religionsangehörige dürfen nicht diskriminiert werden.
  6. Religiöser Extremismus ist inakzeptabel.
  7. Die Menschenrechte sind zu achten.
  8. Religiösen Überzeugungen ist mit Respekt zu begegnen.
  9. Für interreligiöse Begegnungen braucht es Offenheit.
  10. Interreligiöser Dialog bereichert.

Punkt sechs, hier können sie tagtäglich mitsprechen. Es vergeht heutzutage praktisch keine Diskussion, wo nicht über andersgläubige, hauptsächlich über den Islam, gelästert wird. Erwähnen sie, dass es nur wenig Extremisten gibt und die andern darunter leiden.

Eintrittstest zur FDP⸮

Wer kennt schon das Ironiezeichen – ⸮ – ? Vor allem bei den Kommentaren im Beitrag „… Ausgehverbot für Muslime“ wäre dieses einige Male angebracht. Oder meinen die es wirklich ernst?

In der FDP der schweizerischen Durchschnittsstadt habe ich einmal im Vorstand einen Eignungstest für FDP-Kandidaten vorgeschlagen. Der Test war alles andere als ironisch gemeint. Eine Dame, die an eine Hochkultur aus Zentralamerika erinnert, lag mit minus 50% im Lager der stark Konservativen. Die ersten 25 stellen einen liberalen Querschnitt dar. Erschreckend, wie schon vor einem Jahrzehnt die politische Einstellung dargestellt werden konnte.

Über diesen Eintrittstest hat man diskutiert, aber meines Wissens nie einen erstellt. Vielleicht wäre es heute an der Zeit, einen solchen ins Leben zu rufen. Diese FDP-Stadtpartei weiss, wo die FDP anzusiedeln ist. Sie hat heute zwei bekannte Vertreter. Sie stellt einen Bundesrat und den Präsidenten der Konferenz der Kantonalen Polizei-Direktorinnen und Direktoren.

Über den BZ-Artikel möchte ich nichts schreiben, da soll jeder selbst entscheiden. Mir kommt nur in den Sinn, dass am Sitz dieser Partei – Knofligen, wie das Dorf in Mundart oft genannt wird – „Bärenmilch“ konzentriert in Konservendosen abgefüllt wird. Bärenmilch ist nichts anderes, als Milch von Kühen. Meiner Ansicht nach sollte die dortige Büchse der Pandora geschlossen werden⸮

Die Auswirkungen rund um den Bürgerkrieg in Syrien ist heute das Weltthema Nr. 1. Mindestens zwei unserer Beiträge haben sich damit befasst:

Lösungsansätze sind heute gesucht und keine Hetzereien von jeglicher Seite. Wir werden uns zum 150-Mediumjubiläum von libref. 2016 zu diesem Thema äussern. Wir arbeiten im Hintergrund. Es wird ein Preisausschreiben mit viel Spannung geben. Dafür garantieren wir. Liberal, progressiv wie wir sind. Und wenn sie weitere ironische Hiebe vertragen, denken sie zwischen den Zeilen von „Weltausstellung – Füttern des Planeten“ nach und holen ab und zu mal tief Atem, wie die heutige Welt so aus dem Ruder zu laufen droht.

Graubünden – gestern und heute

Illanz hat vor rund 500 Jahren Geschichte geschrieben und Chur schreibt sie heute.

«Ilanzer Religionsstreit hatte Konsequenzen für Berns Reformation» – so lautet der Beitrag von Jan-Andrea Bernhard bei ref.ch.

DSC_8369Jan-Andrea Bernhard anlässlich unserer Synode in Bivio.

Illanz darf sich anlässlich der 500 Jahre Reformationsfeier von 2017 als offizielle Reformations-Stadt bezeichnen – nebst Basel, Genf und Zürich.

In der heutigen Zeit wird in Chur vermutlich auch Geschichte geschrieben. Über die Homosexualität. Stellungnahmen von reformierter Seite finden sie im vorletzten Blogbeitrag. Im Beobachter nehmen vier Personen aus dem Bistum Chur Stellung und kritisieren Bischof Huonder. „Der Verständnisvolle“, „der Energische“, „die Vorsichtige“, „der Private“ und aus dem Bistum Basel „die Fortschrittliche“. Der Beobachter-Artikel „Viele in der Kirche leben homosexuell. Aber halt heimlich„. Diese Beobachter-Ausgabe ist nicht 500 Jahre alt – es ist die neuste Ausgabe.

Schweiz – Schweitzer – Schwei(t)zerer – am Schwei(t)zersten

Es wäre anmassend, wenn ich ausführlich über Albert Schweitzer schreiben würde, der vor genau 50 Jahren am 4. September 1965 in Lambarene, Gabun, starb.

Da kennen andere sein Lebenswerk besser. Vielfach nimmt man einflussreiche Menschen erst war, wenn sie sterben. Ich vermute, es war ein SJW, als wir in der Schule das erste Mal über und von Schweitzer gelesen haben. Für mich ist er so etwas wie der Pestalozzi für die Kranken aus Afrika.

Oft hört man, dass Schweitzer ein Schweizer war, andere Quellen erwähnen, dass er in Frankreich geboren sei. Genaugenommen war er in Kaysersberg, damals zum Deutschen Reich gehörend, auf die Welt gekommen.

Das ist eigentlich alles nebensächlich. Seine Idee muss weiterleben. Aus diesem Grunde haben wir auch auf den heutigen Tag eine kleine Spende an Médecins Sans Frontière überwiesen.

Die Schweiz steht nicht immer im Mittelpunkt, aber oft am Rande. Vor 600 Jahren endete Jan Hus, der Frühreformator, in Konstanz auf dem Scheiterhaufen. Und 100 Jahre später die Schlacht von Marignano – heute noch ein historischer Disput. Wie hätten wir auch in der Schule begreifen sollen, dass hier Weltgeschichte geschrieben wurde, militärische Strategie zum Umdenken gezwungen wurde. Die erste grosse Schlacht seit der Antike, bei der sich ein Heer zurück gezogen hat – die Eidgenossen. Schweizerischer könnten die nicht gehandelt haben.

Am schweisteristen ist uns aber die Gegenwart. Einige geben sich modern. Die NZZ zum Beispiel.

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Könnte es gar sein, dass der Werber und der Auftraggeber gar nichts gedacht haben. Liberal kann jeder sein, ob links oder rechts – oder wie viele in der Mitte. Liberal ist, oder sollte ich besser sagen/schreiben, war das Gegenteil von konservativ. Sorry, wenn ich mich in einigen Blogbeiträgen wiederhole. Aber der Quatsch, den einige mal angesehene Blätter schreiben, stinkt heute eigentlich zum Himmel. Da freut es mich, wenn Daniel Binswanger ab und zu im TA-Magzin Gegensteuer hält. „Die Wirtschaftsliberalen werden konservativ.“ Auf die Religion gemünzt hören zumindest unsere Liberalen der Kirche diesen Satz des öfters seit Jahren von mir. Deshalb haben wir mal vorsorglich www.proref.ch – progressiv-liberal – reserviert.

Die Zürcher, die reformierten Zwinglianer, sind uns voraus. Da kennt man ja auch den „Grünen Güggel“ – so was wie die Minenergie Kirche. Und die Kirche wird auch zweisprachig. Zumindest die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn mit dem neuen ENSMBLE. Zwei Artikel finde ich besonders lesenswert im Zusammenhang oder eher in der Auseinandertriftung von Staat und Kirche. Diejenigen von André und Jeanrudolphe. Ja, die Namen werden nichts ins Französische übersetzt. Andreas Zeller  und Hansruedi Spichiger, der neue Präsident des Kirchgemeindeverband des Kantons Bern. Der letzte Link zeigt auch die Änderung der Kirche in Bern deutlich. Vor 4 Jahren hätte das keiner gedacht, was jetzt in Ensemble „zusammen-geschrieben“ ist und nicht nur historisch hoch brisant ist, sondern auch als Deutsch-Franz-Lehrheft verwendet werden kann.

Bern wird auch im Aargau erwähnt – hier am Beispiel von Schöftland. Alle Aargauer reformierten Kirchen werden aufgeschaltet – neu die Kirche Rued in Kirchrued. Daraus eine kleine Legende über die Patrizierfamilie May aus Bern, deren Vorfahren vor 585 Jahren die Hammerschmitte in Schmiedrued gebaut haben. Fünfzehn Jahre, nachdem die Habsburger hier vertrieben wurden.

2015 ein Jubiläumsjahr aller Gattungen und trotzdem sind einige noch nicht ganz progressiv. Zumindest einer. Oh Wunder Plunder Holunder! „Auch Homosexualität entspricht Gottes Schöpfungswillen“ (Seite 3 unten) entgegnet Gottfried Locher dem Churer Bischof Vitus Huonder. Man und frau beachte die beiden Vornamen. Veit kann auch Wald bedeuten. Aus Bäumen können Bretter angefertigt werden, die vor dem Kopf getragen oder Särge hergestellt werden. Es wäre an der Zeit, aus der Vergangenheit zu lernen und das Zusammenleben lebenswerter zu machen – wie dies Albert Schweitzer vorgelebt hat.

1500 Meter – drei Arten „Ton“

Ton ist einer der Hauptbestandteile von Lehm und solchen verarbeiteten wir am Lehmbaukurs für Grundputze der IG Lehm zu Schlafzimmer-und Werkstattwänden. Und dazwischen fanden wir Zeit „über Gott und die Welt zu diskutieren“.

Dieser Beitrag ist auch unter www.finanzblog.com zu finden.

Es ist heiss. Seit Tagen und es wird noch heissere Rekord-Tage geben. Trotz hoher Luftfeuchtigkeit trocknen die Lehmwände schnell. Eigentlich erstaunlich, dass diese Masse, die wie Schokoladen-Creme aussieht und wie Staldencreme dahinschlappert …

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… an der Wand hält und steinhart wird. Egal, ob von Hand aufgetragen, oder wie auf dem Bild mit Technik und Schlauch gespritzt. Nebenbei, gegessen haben wir herrlich … marokkanisch und und und.

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Heiss verlangt nach Abkühlung. Zwei gehen nicht in den Greifensee baden. Den kenne ich aus meiner Kindheit und Jugendzeit, denn meine weitgereiste Gotte hatte dort den Familien-Camping-Wagen in den ferienunfreien Zeiten abgestellt und selber wurde oft beweekendet. War echt toll gewesen und später hat man beruflich mehr über die Ortschaft mitbekommen, aber mit Krawatte an den See gehen und baden, das gehörte nicht zum feinen Ton.

Bei Hitze muss man nicht nur ans Baden denken, auch ans Kochen. An den Dampfkochtopf und seine Vorläufer. Dabei kommt das erste Mal die Religion zum Tragen. Der Papin’sche Topf wurde vor 336 Jahren von Denis Papin erfunden, der durch die Protestantenverfolgung von Frankreich nach Deutschland flüchtete. Vielleicht liegt es am Dampfkochtopf-Pfeifton oder-Gen, dass andere Hersteller auch Flüchtlingen helfen. Kuhn Rikon den Tibetern, im Tibet Institut.

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Hans, der sich später als höchst seltener Selfie-Ersatz bewährt,  interessiert sich auch für den Tempel der Buddhisten. 1500 Meter entfernt, wenn man das kürzeste Strässchen wählen würde. Dampfkochtöpfe kenne ich aus der Migros, dem Tösstal, Drucktöpfe aus Deutschland und konsolidiert, werden sie alle, wie dies zu gutem Ton gehört, hier im Kanton Zürich. Zumindest ein „Big Star“, den ich vor Jahren kennen lernte, war sogar nebst Pfannen auch mit Jeans liiert, die hierzulande nicht mehr zum guten Ton oder letzten Schrei gehören. Es wurmt mich noch heute, dass wir auf das Angebot je einer massgefertigten Jeans-Schale inkl. Halsbinder nicht eingingen. Insiderwissen durften wir nicht verwenden, aber zumindest haben wir das Unternehmen vor dem Börsengang der Öffentlichkeit vorstellen dürfen, denn man bedinete sich der kotierten H.E.C. aus Aarwangen. Von diesem Nebenwert hört man keinen Ton mehr, obwohl die Aktie immer noch in Depots geführt wird. Der Size Effekt funktionniert für Späteinsteiger nicht immer.

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Eigentlich hätte ich orange Jeans wählen sollen oder zumindest meinen Orangen Turban mitnehmen sollen, den ich von den Sikhs, von Karan Singh, erhalten habe. Vom buddhistischen Mönch, welcher uns im kühlen Wald mit gewieften Augen beobachtet, werden wir herzlich willkommen geheissen gemeinsam auf der Bank Platz zu nehmen.

Ihm ist sichtlich wohl hier. Er kennt auch Karan und erzählt wie dieser ganz begeistert vom 14. Dalai Lama, mit dem Ordensnamen Tenzin Gyatso. Zu seinem 80. Geburtstag wird es ein Fest geben. Ganz jede Bemerkung haben wir nicht verstanden, denn der tibetisch-deutsche Dialekt hat für uns so seine Tücken. An der Lautstärke des Tons allein kann es nicht liegen, hier versteht man alles. Kein Lärm. Zumindest, bis die Windrichtung und die Anflugschneise wechselt … oder bis am nächsten Morgen früh noch vor den eingeladenen Festbesuchern.

Lautlos, fast kein Ton und dabei könnte der Schrein aus Ton/Lehm gefertigt sein, wie es im Tibet eigentlich Brauch ist. Genau genommen, entstehen Bräuche, weil man nur dies zur Verfügung hat. Stein und Lehm – und wenig Holz. Holz als Träger und nicht als Wandverkleidung. Eines der schönsten und grössten Lehmgebäude habe ich noch nie selbst gesehen – der weltbekannte Potala-Palast in Lhasa.

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Wandmalereien im Tibet erfolgen oft auf Lehmuntergrund. Von der Art, wie unser Diskussionspartner, der Mönch, nach der herzlichen Verabschiedung das heilige Relikt, den Schrein, im Uhrzeigersinn meditierend umkreiste, müsste es sich um eine Stupa handeln. Hier sind auch Tsa-Tsa’s zu sehen – aus Ton, wohlverstanden.

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Anderthalb Kilometer weiter schauen wir uns noch die reformierte Kirche Wildberg an. Einerseits erstaunt mich das moderne Auftreten. Die erste Kirche mit automatischer Schiebetüre, festinstalliertem Beamer und riesiger Leinwand. Die Kirchenfenster sind modern gehalten, könnten vielleicht dem Fraumünster zu Zürich nachempfunden worden sein. Eine echte Hochzeitskirche. Am nächsten Tag erholen sich einige Hochzeitsgäste im Dorfbrunnen neben der Kirche. Der Greifensee ist nicht in greifbarer Nähe.

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Andererseits frage ich mich, in welchem Jahrtausend wir hier wohl stecken. Gehört dieses „Ding“ nicht in eine andere Landeskirche? Reformierte könnten sich fragen, was sie mit diesen kleinen Kirchen-Kerzen grillieren könnten. Und was ist auf der Wetterfahne – Hahn oder Kreuz? Eine Wetterfahne! Wer’s noch nicht mitbekommen hat, wir befinden uns hier tatsächlich im Kanton Zürich – mindestens beim Alphabeth am Schluss.

Und die dritte Art von Ton? Ziemlich lautes Dezibel-Geklirr, den wir  waren eben noch am Schlafen im Dachstock des Nachbargebäudes. Etwas unreiner Ton und wie ich es vor allem aus Italien kenne, nur ein aller einziger Ton, zwar mit einigen Untertönen, das einem ein leichtes Schauern über den Rücken laufen lässt, obwohl es alles andere als kalt war. Die Kirchenglocke soll das sein. Ich hätte eher an Sturmglocke gedacht. Ein Thema das Meckermann, mein zweiter Bloggötti, vor über zehn Jahren dauernt traktiert und trakdandiert hat. Er war 500  Meter neben seinem „Übel“ in, sie erraten es, in Aarwangen. Dokumentiert wurde auch sein Ärger über Kuhglocken. Die waren etwa gleich weit weg, wie wir von der Kirchenglocke – keine 50 Meter. Und es war nicht um 09.15 Uhr sondern um 05.00 Uhr – also kurz nach Mitternacht – geschweige denn alleinig am Sonntag.

Sorry, wer wundert sich da noch, dass heute viele die Kirche verlassen und schlecht über sie reden … oder schreiben. Ich hab es mit Humor genommen und die Waldkapelle aufgesucht. Den Katholiken haben wir das vor 50 Jahren in Bern-Bethlehem abgestellt. Wohlgemerkt, um 07.00 am Sonntag. Zumindest am Montag, dem Geburtstag des Dalai Lama, konnten die wilden Bergler zwei Stunden länger schlafen.

Der Ton zum Ton und drei Stunden später geht es erneut zum Werken mit Ton. Einem der ältesten und zugleich modernsten Baustoffe. Kostengünstig, vor Ort zu finden, extrem vielseitig … aber nicht so ganz einfach aus der Tube zu drücken. Fragen über Fragen. Nur eine ist ungeklärt!

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Wozu wurde dieser Behälter gebraucht? Vermutlich zum Vergären einer Flüssigkeit. Für Sauerkraut und Wasserleitungen werden die gleichen Materialien verwendet. Einheitston braun, weil es immer so war. Etwa gleich alt, wie der älteste Teilnehmer an unserem Kurs – hergestellt von der Steinzeugfabrik Embrach. Fassungsvermögen  wie der Durst der Kursbesucher, – Leitung und der Küchenmannschaft.

Zwei wunderschöne bunte Tage, nicht nur alles in Braun, Ton in Ton.

Auferstehung

Zu Ostern, dem Fest der Auferstehung, spricht Gottfried Locher

Ein Interview das mehr als nur interessant ist. Eigentlich ein echt liberales Gespräch. Mancher Liberale könnte sich hier einige Gedanken zu Herzen nehmen.

Gottfried Locher SEKGottfried Locher, SEK, anlässlich der Verleihung des prix libref.

Auferstehung auch für unser Blog. Es wurde erfolgreich auf Hoststar gezügelt. Danke allen, die mitgeholfen haben. Demnächst wird auch ein anderes Template aufgeschaltet und auf eine Webseite ausgebaut.