Sintflut? Nein, wenn Engel pilgern scheint die Sonne – 4. Tag durch Bern

Einige Eindrücke vom 4. Tag „Friede herrscht – proref pilgern“ – Kanton …

und Druck. Wir haben in der Corona-Zeit beschlossen, uns nicht unter Druck zu setzen und so das Thema „Druck“ auf den 5. Tag pilgern zu schieben. Ja, wenn alles klappt, werden wir im 2021 in der Altstadt beginnen. Das Wetter war entgegen aller vortäglichen Prognosen so angenehm, dass wir nicht alle geplanten Punkte anpilgerten. Wir haben es total genossen. Es waren herrliche 8 Stunden  in Bern … einige mussten sich vorher ausklinken.

Ja das Wetter! Regen während des ganzen Tages möglich! Über Prognosen habe ich schon einmal geschrieben. Ich schaue im Wetterradar nach – um 10:10 hört der Regen in Bern auf. Es war 10:15 oder 10:20 – wir haben einen Kaffee im Kirchenfeld genossen. Die ersten drei Tage war herrliches Wetter – manchmal spanische Pilgerwärme – Hochsommertage. Heute war es total angenehm. Kunststück, wenn Engel pilgern, scheint die Sonne. Zwei Engel stammen aus Bern und die wussten noch viel mehr zu erzählen, als ich. Einer war mal Major oder Oberst … so ein extrem hohes Tier, von denen ich noch keinen Respekt hatte. Aber Respekt, was er weiss. Und schön, dass er heute mitgekommen ist. Was Werner erzählte, war super … nur, die Planung wurde gelinde gesagt, etwas über den Haufen geworfen. Wenn wir an jedem Pilgerpunkt so lange gewesen wären, wie die am Samstag genossenen, wären wir vermutlich heute noch am 4. Tag pilgern. Coronamässig mussten wir halt flexibel sein und überall haben wir unsere Adresse hinterlassen und auch www.libref.ch angeführt.

09:55. Wir treffen uns vor dem Histerischen, sorry Historischen Museum. Wir harren länger als bis zum Glockenschlag aus, um allfällige Nachzügler auffangen zu können. Verschieben uns ins Kirchenfeld. „Wir sind ja schon im Quartier Kirchenfeld!“ Als Berner weiss man, wenn man sich im Chilefäud treffen will, wo. Da haben wir schon letztes Jahr den Kaffee zu uns genommen. 17 Jahre ist es her, dass in diesem Restaurant, unserem Verein noch einmal Leben eingehaucht wurde. Nächstes Jahr 150 Jahre – vielleicht nicht viel länger.

Dieses hohe Tier wird wohl auch nicht i Bärn leben können. So kalt war es nicht, aber doch einige Grade unter 30. Perfektes Wetter. Danke nach ganz oben. Also starteten wir mit einiger Verzögerung vor dem wohl imposantesten Gebäude ausserhalb der Aarehalbinsel. Der Eintritt wäre an diesem Tag ins Historische Museum sogar gratis gewesen, aber erst ab elf Uhr und da waren wir doch schon auf der Brücke unterwegs.

Homo Migrans – 2 Millionen Jahre unterwegs. Wir waren eindeutig schneller. Ich, im Aargau wohnhaft, aber immer noch Stadtberner, kam mir wie der feldweibliche Migrant vor. Eine Peitsche, um die Leute anzutreiben, wäre ersten nutzlos gewesen und zweitens total schade. Was die Teilnehmer wussten – wirklich echt toll. Kommt das nächste Mal mit! Ich habe total Neues über die Stadt Bern kennengelernt.

Fixierbild? Nein, das alte und das neue Museum. Die 50 Meter zurück wurden nicht mehr angetreten … hätte vermutlich eine halbe Stunde gedauert.

Altes und neues Geländer der Kirchenfeldbrücke. Das Gusseiserne ist bei einem Verkehrsunfall nicht stabil genug. Und es gab schon früher einige, die hier zu schnell fuhren. Vom Casino her war die Feuerwehr mit Blaulicht und Sirene ins Kirchenfeldareal unterwegs. Der „Expressler“ der Post hat sie überholt. War ja wirklich in Eile. Zurück in der Schanzenpost musste er sein Billet abgeben. Der Kollege meines Vaters, hatte einen einsatzfähigen Pöstler weniger. Das sind einfach mal so Geschichten rund um Bern. Werner und Therese wüssten noch viel mehr. Die beiden wüssten, wie man schreiben kann … eine hat sogar ein Passwort für das Blog. Die „Beerdigung der Sektion Bern“ wurde krönend verschoben. Merci, dass ihr mitgekommen seid.

Die NZZ hilft mit dem Witz über Dällebach Kari bei der Kirchenfeldbrücke weiter. Der Link ist zwar tod, aber in der Suchmaschine ist der mit der versenkbaren Nähmaschine zu orten … beim Pfeiler der Brücke … halt doch gesunken. Details zu den Brückenpfeilern und dem Coiffeur meines Grossvaters? Kommt nächstes Jahr halt mit. Mindestens vier begnadete Geschichtenerzähler waren dabei – Andreas I zum Glück nicht aus Bern … sonst wären wir heute noch nicht zurück. Wer es nicht weiss, soll demnächst zu Nachtzeiten über diese Brücke laufen … die Beleuchtung der Gehwege wird auf LED umgebaut.

Dann wird es global. Bananen und Rüebli auf dem Samstagsmarkt in Bern. Bébébrei … was anderes fällt mir nicht ein. Die Banane ist von der Sumitomo-Gruppe. Eine der grössten Konzerne aus Japan – unter den 30 grössten japanischen Unternehmen. Nicht ganz regionales Futter. Aber wen interessiert es …

… Bern ist wieder einmal eine Baustelle. Les Amis steht zum Glück noch, aber vor einer Stunde, war bei Magnus, einem Bedeutenden, noch nicht zum Frühschoppen geöffnet … und das in der Gassenachse, wo die drei Studentenlokale der Oeconomia Bernsis waren oder noch ist … Metzgergasse, später Rathausgasse, weiter unter die ehemalige Hauptverkehrsachse in Bern , die Postgasse – dazwischen der Mani-Matter-Stutz. An diesen Strassen haben wir einige Stunden verbracht. Aber zuvor noch zur Bibliothek Münstergasse zurück – die blieb letztes Jahr auch auf „der Strecke“.

Die alte Burgerbibliothek ist heute am Thunplatz … zumindest die Front. Hätten sie es gewusst. Ich glaube, die Bibliothek in Werners Rucksack ist fast grösser, als die neben dem umgebauten Casino. Rucksack! Da kommt mir der ehemalige Münsterpfarrer Bruno in den Sinn – Punkt 61 – und eine Steinmetzstiftin und deren Vater. Zufälle gibt es nicht. Ein grosses Thema auf unserer Pilgerei.

Münsterportal … Papst in den Himmel …

… Papst ins Fegefeuer …

… „machts nach“ – zum Glück vor der Reformation noch Katholisch – also Geschichte, keine Ironie. Aber das folgende Bild ist fast Sarkasmus …

… Fotoverbot im Berner Münster. Wollt ihr eigentlich, das gar keine Menschen mehr in eine Kirche kommen! Silentium traurig. Silentium war angesagt, auch für diejenige, die mit lauter Stimme referierte. Daniel Glaus war an der Orgel. Ein Gratiskonzert. Schöner, weicher, herrlicher Klang. Von der alten Orgel ist noch eine Pfeife bei mir zuhause. Jcc, das wäre einer für Biel. Er kennt es. Nur mit der winddynamischen Orgel wird er dort nicht spielen können.

Pfarrer, Organisten, Synodalräte – in der Mehrzahl, mit * oder sonst wie – wichtig ist, dass ihr mit der Kirchgemeinde Münster und Bethlehem eigentlich alles Wichtige beisammen habt. Jean-Claude, das ist fast wie ein öffentlicher Hinweis, was mit wem du am 12. oder 13. Juni zu unserer 150-Jahr-Feier in Biel organisieren könntest. Am Samstag haben Pfarrpersonen frei. Ein Streitgespräch als Idee – die Kirche ist heute wieder einmal umstritten.  Nun hat zumindest BEJUSO Ruhe. „Erstmals steht eine Frau an der Spitze der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn. “ Zudem eine aus 3027 Bethlehem – ich hatte 100 Punkte. Herzliche Gratulation Frau Pörksen. Gruss an ihren Mann Hans Marti-n Roder. Er liess mich 30 Minuten in „meiner, seiner Kirche“ reden. Tolle News, beim Pilgern ganz neu erfahren.

Der Weinberg unter dem Münster. Wer hat die Foto geschossen …

… Nr. 54, der Heilige Stephanus war es nicht, es war der Scheinheilige mit dem gelben T-Shirt.

Hier sind die Steinmetze zu Hause – in der Zunft zum Affen. Und nun gebt doch einmal von Hand www.aff.ch ein – hoppla. Die Bernischen sind neben dem Münsterplatz. Am Sonntag trafen sich dann hier die Ferrari-Fahrer … aber da schweigt das Internet. Einen Link finde ich bei der NZZ – haargenau an diesem Samstag 66 Jahre alt – Formel 1 in Bern – und ich war damals schon dabei.

Ganz Bern ist total friedlich. Ganz Bern? Einer macht den Rathausplatz unsicher …

… nein, es ist nicht der Gir-Affe vor dem Stadttheater … vielleicht sehen sie sogar eine Mitpilgerin auf dem Bild, die uns frühzeitig verlassen musste. Der kläffende, kleine, plumpe …

… wurde einfach an der Leine hochgezogen. So nach dem Motto – Köterchen, schweig endlich. Das ist eigentlich nicht die Erziehung, wie wir sie uns vorstellen. Nur zu hoffen, dass diese Dame keine Kinder hat.

Frau sieht es, in Bern hat es vor kurzem stark geregnet. Zwei Dolologen waren dabei, die Schutzgötter haben beide gewirkt. Die eine lebte/lebt an der südlichen Parallelstrasse zum „Schluch“. Der Schlauch ist die heutige Hauptgasse – Spital-, Markt-, Kram- und Gerechtigkeitsgasse.

DIESCHREIBWEISEINDERCHRISTKATHOLISCHENKIRCHESANKTPETERUNDPAULISTNICHTGANZEINFACHZULESENUNDEINIGEHABENDARÜBERGESCHMUNZELTERSTAUNLICHWIEVIELEPILGERERNOCHNIEINDIESERKIRCHEWAREN.

Dann kommt ein biologischer Rundgang. Löwenzahn, Chrötepösche, Häliblume oder wir sagen einfach Söiblume und viele andere Blümchen und Unkräuter, die heute Beikräuter oder Kulturpflanzenbegleiter heissen. Auf der andern Seite der Treppe hat es allenfalls einige „Kulturpflänzchen“ spezieller Art, die hier durchgehen.

Dieses Haus sucht Rat, wie man das Grünzeug in Zukunft wegbringt. Gift, brennen oder heisse Luft, jäten. Vielleicht fällt dem Kanton Bern das Geld und allenfalls kommt es mal hier im Rathaus zu einer Diskussion. Allfällige Resultate bitte veröffentlichen, denn dieses Problem wird uns in den nächsten Jahren ganz extrem beschäftigen.

Berns Brunnen sind wirklich einmalig. Über die Gallionsfiguren, wie hier auf dem Kronenbrunnen oder Lischetti-Brunnen kann Mann und Frau ja streiten, aber nirgends hängt ein Schild „kein Trinkwasser“.

Ganz in der Nähe der Len-Brunnen. Den kenne ich auch nicht. Er ist versteckt. Ein Durchgang, leicht verborgen, lässt man lieber sein. Dem Gestank nach hilft auch eine Corona-Maske nichts.

Also, Geruchkulisse ändern und etwas für die spätere Mittagszeit suchen …

… Postgasse 48 – mit Video – so was, wie ein Geheimtipp. In der Gasse und dem Strassenkaffee hat es genügend Platz und nach zehn Minuten wechseln wir unter die Lauben. Schatten wird kurz abgewechselt mit regensicher. Mich befällt ein leichtes Zittern. Muss ich jetzt doch noch meine Reisezahnbürste aus dem Gepäck nehmen … Salome. Nicht die Schwester von Herodes, der in unserer Kirchengeschichte nicht so gut davon kommt. Sie ist Zahnärztin und Tochter eines Pilgers. Punkt 31, damals beim 2. Tag pilgern. Kaugummi muss heute reichen.

Für den ganz harten Kern gibt es dann noch Oboen-Soli von Martin Bliggenstorfer und die Besichtung seiner doppelten Oboenblätter-Sammlung. Jetzt wird es für den Laien langsam kompliziert.

Die Südfranzosen haben es nicht echt einfacher. Sie nennen ihre Oboe „au bois“, aus Holz – genau Autbòi oder oder oder. Im letzten Blogbeitrag sind wir schon auf die Oboe gestossen. Zufall? Nein, die soll es nicht geben.

Hier noch einige Links, die uns Martin gibt:

Und keinesfalls vergessen:

Schaut euch das Bild an – zumindest einen solltet ihr nun kennen. Martin. Wenn du mal einen aussergewöhnlichen Lebenslauf hast, so stelle ich den auch ins Finanzblog, wie vom zweiten auf dem Bild, den ich kenne: Heinz Holliger – bei den Weblinks schauen. Zufälle gibt es nicht.

 

Wenn ihr diese Musik nicht mögt, dann seid ihr selbst schuld, vermutlich halt konservativ und nicht liberal, progressiv. Schaut euch mindestens die zwei letzten Minuten an.

Und für die ganz starken, modernen Zuhörer: Daniel Glaus – die hellen Nächte – gespielt von Proton Ensemble Bern. Martin am Lupophon.

Jcc, für Biel sollten jetzt genügend Vorschläge vorhanden sein.

Dann werden wir noch durch den Progr geführt. Progr – die meisten Berner sagen Proger (o und e gleich schwach betont).

Wer hat von hier oben eine schöne Aussicht?

Die Mauersegler – da, die Frage vom Zufall – am Freitag aufgeschaltet. Es fällt mir anscheinend zu.

Die Treppe zum besten Lehrerzimmer in Bern.

Da wären noch 21 Dinge, die eigentlich nur echte Berner kennen. Den Ingwerer wäre was für einige Pilger – andere finden, Ingwer stinke immer und ausschliesslich nach Seife. Knoblauch werde ich in den nächsten Tagen im finanzblog.ch erwähnen. Speziell den aus China.

Auf dem Weg zum Parkhaus …

Wie halte ich um Gottes Willen zwei Meter Abstand ein, um diesen Automaten zu bedienen? Coronamässig könnte man manchmal mit den Vorschriften überfordert sein. Beim Markt musste hinter dem weiss-roten Absperrband gewartet werden und gestern an einem Schalter vor dem gleichen Band – seitwärts war nicht abgesperrt. Also, bleibt gesund, kommt das nächste Mal mit zum pilgern und stellt ruhig Fragen.

Die beste Frage dieses Mal: „Sind Stündeler, Stundenlöhner?“ Auszuschliessen ist das nicht. Bei unserem Pilgern sind nicht nur Papierchristen willkommen. Auch andere. Über Stundisten hätten wir heute diskutieren können. In der Kirche ungefähr auf der Höhe der Einfahrt zum Parkhaus …

… sie war geschlossen.

 

 

Ausflug in den Süden … verlorene Socken und Nebbiolo

 

Nur mal einige Bilder von der Alpensüdseite …

… wir besuchten unser ehemaliges Vorstandsmitglied Verena. Sie hat uns eingeladen …

… war echt toll.

Die Konzernverantwortungsinitiative … sogar von den Brissago Inseln sichtbar. Als merci habe ich diverse Hölzer gereinigt, die jetzt wieder „Durchzug“ haben. Und das in der Ortschaft …

… wo alles geschlossen war. Sogar der Sacro Monte in Brissago … wenigstens war es so an einem provisorischen Zettel notiert. Etwas schweisstreibend, der Aufstieg durch die Quartiere und hinunter zum Flüsschen im Tal. Echtes Dschungelwetter. An den See hinunter dann über die Pilgertreppe, vorbei an unzähligen Kapellen des Kreuzweges.

Aber zuerst noch einige Bilder …

… die Rückseite ist etwas verwittert …

… aus der Kirche war wunderschöner Trompetenklang zu vernehmen …

… „Lost Socks“ am Aufnehmen. Ich entschuldigte uns, dass wir „eingebrochen“ sind, aber manchmal kann ich der Musik nicht wiederstehen. Marco von Orelli und Sheldon Suter faszinieren. Das Schlagzeug kann auch durch die Wände, Türe, Fenster klingen. Nur etwas warten, dann wird es kräftig …

… die Akustik der Kirche kriege ich nicht ins Blog. Wirklich schön, eindrücklich. Am Schluss diskutieren wir noch kurz über Basel … Heinz Holliger, man kennt sich, spielt ja auch mit „modernem Stil“. Musik für Geniesser. Musik zum Träumen.

Wir haben noch einige Kirchen gesehen. Alle still. Fast ausgestorben, denn in Italien ist die Gesichtsmaske vorgeschrieben. Nur ein Messedienser läuft ohne herum.

San Giovanni Battista in Mogno … zufällig durchgefahren. Sofort als Werk von Mario Botta erkennbar. Erinnerungen an den Monte Tamaro kommen auf.

Die Madonna del Sangue in Re, in der Fortseztung des Centovalli. All diese Kirchen haben einen Standort, den man eigentlich nicht erwarten würde. Energie spendend.

Die Kirche San Donato in Barbaresco. Die von weitem sichtbare Kirche ist geschlossen. In San Donato (spenden, schmeicheln) mag ich nicht degustieren. Wir werden am Montag zu einem gehen, dessen Vater ich vor 25 Jahren besucht habe. Barbaresco, der Wein der Königin, weicher, der zum Glück nur 9 Monate im Fass lagern muss. Und was steht bei Daniele im Weinkeller vor den Holzfässern – eine Harley Davidson (Sohn des Davids). Fast nicht vorstellbar, dass Harley auch ein weiblicher Vorname ist. Und was steht auf dem Helm: „Red Wine is my GASOLINE“. Und wem gehören das Motorrad und der Helm – wenn ich es richtig verstanden habe, der Freundin. Mehr demnächst im Finanzblog.

Noch etwas zum Barolo, den wollen wir keinesfalls verteufeln. In den 80-iger Jahren hat Peter Bichsel mal Wein aus Italien nach Solothurn gebracht, der seinen Kollegen nicht gefallen hat. Wie ich damals auch. Es war Barolo! Jahrzehnte später spinnen die Menschen nach Barolo … und er wurde sicherlich nicht überall besser, aber feiner, weicher, „feministischer sagt Mann“. Ich kenne mehrere Frauen, die die Gegensätze lieben und das weich Ausgebaute, wenn möglich noch in klingenden Weingläsern, lieber dem Nasentrinker überlassen und den schönen Genuss  zum Schluss auf dem Zungenhintergrund zum Rachen geniessen. Aber erwähnen sie bei einem Weintrinker mal das Wort Rachen. Da kann man Bier runterschütten! Denken sie beim Weintrinken an meinen Spruch, wo man zusätzlich den Wein spürt. Ich selbst habe den Vorteil, dass ich nicht sehr stark auf Bitterstoffe reagiere und deshalb der Zungenhintergrund viel besser einsetzen kann. Und die Punktepapste, die Degustatoren benutzen meist diesen Punkt nicht – sie spucken den Wein vorher aus. Teuflisch nicht!

Aber zuerst noch zu einem Nachtessen vor über 20 Jahren. Es wird ein Name für das Pony gesucht, das meine Eltern meinen Kindern geschenkt haben. Nach einer Stunde immer noch keine Einigung. Die Jungmannschaft trinkt Fanta, wir Barbaresco von Vater Carlo. „Fanta“ – mein Vorschlag. Dreimal Jubel und einmal: „Geht nicht, Fanta ist weiblich und das Pony männlich.“ Schade, meinen die Kinder. Coca Cola etc. bieten nicht das gleiche Gefühl. Der Name des Weins, den wir trinken ist zu lang und die Traubensorte Nebbiolo echt zu neblig.

Pinocchio † und Barolo – noch Fragen? Echt teuflisch und das bei Reformierten, die eigentlich gar nicht an den Teufel glauben …

… der Teufelstein in Lavizzara im Maggia Tal, einen Steinwurf weg von Bottas Kirche – höllisch heiss hier …

… am Tag zuvor, die Teufelsbrücke in der Schöllenen. Teuflisch kalt und windig …

… und hoffen wir doch, dass am Samstag zum Pilgern das Wetter gut ist. Die Prognosen sprechen zwar von Regen am Nachmittag, nur, die Wetterprognosen waren bisher im 2020 häufig teuflisch verhext.

4. Tag – 22. August 2020 – Kanton und Altstadt  –  „Friede herrscht – proref pilgern“

 

Heute 1. August, gestern islamischer Feiertag – allen gute Gesundheit

Eben erhalte ich aus Zürich eine Foto, die ich nicht vorenthalten möchte.

Und dann gleich noch ein Mail von Yahya, unserem muslimischen Revisoren von libref. Gestern habe ich erlebt, wie ein islamisches Fest gelebt wird. Vier Gäste, die muslimische Bekannte haben und einer hat nie telefoniert – Matthias von Hampelstern. Dafür hat er am späten Nachmittag ein Bierglas aus Detmold zum trinken erhalten. Bei diesen beiden Links müsst ihr halt etwas scrollen oder suchen. Dumm, wenn alles immer in der Ferienzeit geschieht, wo man sich Zeit zum schreiben nimmt. Seine Verwandten haben dann plötzlich den Tisch verlassen – schwarze flache, kleine Kiste in der Hand. Alle wurden von ihren Bekannten angerufen. Mann und Frau telefoniert, wenn das Kurban Bayramı zu Ende ist. Wie die Weihnachtsgrüsse bei uns.

Und ein ganz spezielles Dankeschön an einen weiblichen Gast, für die Berichtung. Sie hat mich mit einem ausführlichen Mail informiert. Wer das Blog gestern gelesen hat, findet jetzt einige Korrekturen darin. Es soll zum Ausdruck bringen, dass ich das angerufen werden toll gefunden habe. Und ich gebe zu, dass ich bei den islamischen Festtagen alles andere als sattelfest bin. Unter Eid Mubarak ist das Fest des Fastenbrechens zu finden, das untenstehend von Yahya in der Überschrift erwähnt ist. In der Wikipedia steht auch, dass nicht jedes Fest in jedem Land gleich heisst. In Facebook stelle ich fest, dass er vom Fest am 31.7.2020 spricht.

Dann finde ich auch „Das Opferfest, auch Eid ul-Adha (arabisch عيد الأضحى, DMG ʿĪdu l-Aḍḥā), ist das höchste islamische Fest.“ Die Verwirrung, zumindest für mich, ist da. Dieses Fest wurde am 31.7.2020 gefeiert. Yahya, du als Dr. der Kommunikation, hast nun auch das Recht, nach deinem Text nachträglich noch was beizufügen. Merci.

Eid Mubarak, „glückliches Fest“?
Das Opferfest im Islam – eine Sinnsuche und Diskussion unter christlichen Freunden

Der Opfergedanke besteht seit es Menschen gibt. In den Religionen wurden Früchte, Tiere, aber auch Menschen geopfert. Menschen hatten Angst vor Unerklärbarem und wollten durch diese Opfer die verschiedenen Gottheiten gnädig stimmen. Opfergaben sollten versöhnen, Dankbarkeit ausdrücken und Hilfe herbeirufen.

Bereits in der jüdischen Tradition kennen wir aus der Thora die Geschichte Abrahams, der aufgefordert wird seinen Sohn Isaak zu opfern und im letzten Moment davon abgehalten wird. D.h. Gott lehnt Menschenopfer ab. Der Opfergedanke wird im Kult des jüdischen Tempels fortgeführt und verschwindet jedoch mit dessen Zerstörung im Jahre 70 durch die Römer.    Die gleiche Geschichte kennt man im Islam. Im Koran wird erwähnt, dass Ismail, nach islamischer Auffassung der Erstgeborene von Abraham, geopfert werden soll. Auch hier wird Abraham im letzten Moment aufgefordert, ein Tier zu opfern. Im Islam ist diese Geschichte aber so wichtig, dass sie als Opferfest gefeiert wird.

Paulus, der Jesus zu Lebzeiten nie gesehen hat, überträgt den alten Opfergedanken auf den Kreuzestod von Jesus Christus. Nach christlicher Auffassung stirbt Jesus als einmaliges Sühneopfer für die Menschen. Der Islam lehnt diese Dogmatik ab, in guter Reformtradition der jüdischen Propheten, in der auch Jesus steht: Es braucht ein demütiges, reuevolles Herz und keine blutigen Tieropfer.

Hier kommt nun die Frage, ist ein stellvertretendes Opfer überhaupt möglich? Das stellvertretende Tieropfer wurde deshalb beibehalten, um den Gedanken der Hingabe an Gott und der eigenen Verantwortung gegenüber Gott wach zu halten. Wenn Muslime den stellvertretenden Sühnetod von Jesus ablehnen, wie kann man dann akzeptieren, dass stellvertretend für mich ein Tier geopfert wird? Viele Muslime vollziehen diesen Ritus, ohne sich grössere Gedanken dabei zu machen. Sie entziehen sich einer Selbstreflexion und ihrer Verantwortung vor Gott.

Dr. Yahya Hassan Bajwa und zwei christliche Freunde

Bettet für alle, die in Regierung und Staat Verantwortung tragen – genau darüber haben wir gestern diskutiert … die Steine im Hintergrund gehören zur Panzersperre auf dem Julier.

3.3. Hier nochmals Yayha mit einem Mail. „Danke, dass Du meine Gedanken abgedruckt hast. Werds heute ins fb stellen.
Das Fest war das Opferfest – Eid ul Adha genannt. Eid ul Fitr wäre das „Zuckerfest“ bzw. Abschluss des Fastenmonats!“

Scheint wirklich nicht so einfach zu sein, das mit den Festnamen. Habe ja auch an Ostern, vor fast vier Monaten, geschrieben: Fröhliche Weihnachten! Am meisten hat mich das Echo unserer Pfarrerin Nadia gefreut. „Oh, habe ich gelacht.“ Lachen in schlechten Zeit ist eine gute Medizin. Nicht kassenpflichtig.