Wenn ich einmal reich wär …


… das Musical Anatevka kennt jeder – den zugrunde liegenden Roman „Tewje, der Milchmann“ von Scholem Alejchem, weniger.

„Ich bräuchte nicht zur Arbeit.“ Ribidibidibidibididibidum … ungefähr so ertönt der Refrain. Refrain blasen wollen wir auch ein wenig, das Jahr 2013 Revue passieren lassen und einiges zum 2014 schreiben. Nicht vergessen, der 25.10.14 – die Preisvergabe des prix libref. – vielleicht erzählt der Preisträger auch über seine … und der Milchmann, oder den Militärkollegen „Heuschrecke“

sauterelles

Nicht zuviel erzählen. Geheimkrämen wie die Heuschrecken und dabei nicht rot werden, wenn sie extrem reich werden – alles Themen, die auch das 2013 geprägt haben. Und die Datenüberwachung nicht vergessen. Und wer „böse“ schreibt, wird neuerdings abgestraft. Google sei dank, resp. der US-Nachrichtendienste die dahinter stehen. Suchen sie einmal „libref“ bei Google oder einer anderen Suchmaschine. Die Unterschiede sind zum Teil extrem. Keine Ahnung, ob Google dies absichtlich macht oder ob sie riesengrosse Softwareprobleme haben. Die Suche auf Deutsch wird meist von englischen Suchresultaten angeführt – wir nun auf Stelle 9 (seit 8 Jahre immer auf Platz 1). Auf Platz 10 kommt stadtbranche – echter Quatsch aus Pinneberg. Und um bei der Literatur zu bleiben, kommen mir „Die Zwerge in Pinneberg“ in den Sinn. Von August Kopisch – ca. 7. Klasse, Strafaufgabe, dieses Gedicht über Nacht auswendig lernen. Kein Problem – nur, es war das letzte mal, das ich je ein Gedicht auswendig lernte.

Heuschrecke

Lesen sie die Zwerge – sie passen zur zeit. Es wird getrickst, wo man nur kann. „Böses Alter“? Nein, wechseln wir zur Musik. Endo Anaconda (der Link stimmt schon!) ist auf Platz 43 der „Berner des Jahres 2013“ und auf Platz 44 Jean Ziegler, der in den Beratenden Ausschuss des Menschenrechtsrates der UN gewählt wurde. Ein Thuner, heute eher Tun-er, besser gesagt ein echter „Sender.“ In der Zwischenzeit wird er garantiert einmal das Finanzblog gelesen haben. Ja freuen wir uns über das 2014, was es alles an Literatur, Musik und Menschenrechten bieten wird.

Und Menschenpflichten. Der Beitrag folgt doch noch im zu Ende gehenden Jahr … wer den Text nicht versteht, kann es mal mit einer Google-Übersetzung versuchen, versuchen, versuchen.

Die Worte von libref. im UNO-Menschenrechtsrat

Plaidoyer

concernant des constitutions comme sources des droits des minorités religieuses vulnérables au Conseil des Droits de l’Homme, Palais des Nations, 26 novembre 2013. Merci, Madame la présidente, pour nous accorder la parole.

Je parlerai au nom de IARF, l’International Association de la Paix religieuse. IARF est une association internationale, avec plus de 70 associations membres, qui s’engage pour la liberté de la religion ou de la foi, travaillante dans plus de trente pays mondialement. Je mettrai l’accent sur l’importance pratique de s’engager pour la construction d’une constitution qui protège la liberté de religion et des minorités.

Lobbying de la majorité pour les minorités en vue d’une unanimité La Suisse, et plus directement notre union des protestants libéraux, dont je suis le président, peuvent partager une expérience historique pour la lutte pour une constitution qui intègre les minorités. La Suisse moderne est l’effet d’une guerre civile entre des conservateurs, catholiques, et des réformateurs, protestants. La constitution était donc le dictat des vainqueurs en 1848, des protestants libéraux. Le général de troupes réformatrices, Guillaume Henri Dufour, citoyen de cette ville de Genève, avait néanmoins comme but principale déjà, de ménager et sauvegarder l’ennemi fraternel.

Notre union est fondée au moment où la constitution est revisionnée radicalement. C’ était en 1871. Comme protestant, faisant parti de la majorité, nous nous sommes engagés pour que les minorités, elles aussi, aient la liberté de la foi et des consciences. La constitution de 1874 prévoit dans l’article 15 la liberté de croyance et de conscience. Notre union, libref, était donc un lobbyiste, qui a réussi la longue haleine. Elle poursuit son chemin. Les statuts de notre union la déclarent comme ouverte pour tous crédos non révisionnistes. Il y en a par exemples des musulmans entre nous. Ce faisant, nous suivons un autre genevois :

Jean-Jacques Rousseau, pour lequel la pluralité est une espèce, qualité d’unanimité. Nous n’entendons pas la voix de la majorité, mais cette voix, qui exprime la volonté effectivement générale.

Pour le travail ici du forum, nous avons trois encouragements :

1) L’engagement pour le plus haut « legal framework », la constitution, est longue. Pourtant, l’engagement sur ce niveau vaut la peine.

2). La majorité est à encourager d’ inclure la voix des minorités en vue d’une unanimité, afin de ‘sauvegarder l’ennemi fraternel ‘ à la constitution

3). Un état n’a pas et ne peut avoir une conscience. Nous encourageons donc des individus et des associations, d’exprimer les différentes consciences.

C’est à eux, donc à nous, d’exprimer cette conscience concrète. C’est à l’état et sa constitution, de les protéger et de leur accorder un espace

von Jean-Claude Cantieni, Chur

Gottesanbeterin

Wie Heuschrecken? Nein eine Gottesanbeterin. Wir halten uns aber an unser Wappentier – den Hahn und wünschen alles Gute zum reformierenden und protestierenden 2014 – .

Nachtrag: 6.1.14 – Die Feldgrille wurde zum Tier des Jahres gewählt. Heuschrecken, zu diesen zählt auch die Grille, nicht aber die Gottesanbeterin – das ist eine Fangschrecke. Fangen sie diese Insekten nicht, die in fremden Ländern zu Delikatessen gehören, denken sie an die Menschenrechte oder eben an die Tierrechte. Schon wären wir beim Thema „wir grillen““ – vegatisch ja oder nein?

… einige zusätzliche Überlegungen zum Jahreswechsel im Finanzblog.

Vor einem Jahr:
Kleiner Vorrat an Publikationen

Vor 2 Jahren erschienen:
Dutzende tote Christen bei Anschlagsserie in Nigeria

Vor 3 Jahren erschienen:
prix libref. 2011 – Gewinnsumme CHF 5000.-

Vor 4 Jahren erschienen:
Umdenken ist in Zukunft angesagt

Vor 5 erschienen:
Der Finanzblogger sagt „adieu“ …

Vor 6 Jahren erschienen:
Wer ist der Täter von Benazir Bhutto? Yahya Hassan Bajwa direkt aus Pakistan

Vor 7 erschienen:
Goggel, Googel …

Vor 8 Jahren erschienen:
Weihnachtsgeschenk in letzter Minute

© libref – Begleit-Text und Fotos: Stephan MartiFinanzblog

Kirchgemeindeverband stellt Fragen zum SEK-Verfassungsentwurf


Zum Heiligen Abend darf ich die Stellungnahme des „kirchgemeindeverband des kantons bern“ (KGV) zum Verfassungsentwurf des SEK präsentieren.

Danke dem KGV, dass wir das Dokument veröffentlichen dürfen.

KGV-Signet
Rat des
Schweizerischen Evangelischen
Kirchenbundes SEK
Sulgenauweg 26
3000 Bern 23

Thun, 24 September 2013

Entwurf neue Verfassung

Sehr geehrter Herr Präsident
Sehr geehrte Damen und Herren

Auf Ihrer Webseite laden Sie “alle kirchlichen Kreise” ein, sich zu Ihrem Entwurf zu einer neuen Verfassung zu äussern.

Der Kirchgemeindeverband des Kantons Bern umfasst über 80 % der evangelisch-reformierten Kirchgemeinden des Kantons Bern und ca. 97 % deren zirka 600’000 Mitglieder. Es ist seine primäre Aufgabe, die Interessen seiner Mitglieder wahrzunehmen. Der Vorstand des Kirchgemeindeverbandes fühlt sich somit als Gesprächspartner legitimiert und hat sich im Rahmen zweier Sitzungen eingehend mit Ihrem Projekt und den Vorlagen auseinandergesetzt. Der Vorstand kam dabei zu folgenden Feststellungen und Anträgen:

1. Einbezug der Kirchgemeinden

Das reformierte Kirchenverständnis des Kantons Bern ist wesentlich durch die Reformation Zwinglis beeinflusst. Nach reformatorischem Verständnis ist die örtliche Kirchgemeinde im Vollsinn Kirche. Die Landeskirchen sind die von den Kantonen zur Regelung ihrer Angelegenheiten auf dem Kantonsgebiet eingesetzt.
Kirchgemeinden und Landeskirchen sind nach demokratischen Grundsätzen organisiert.
Die Vorschläge des Schweizerisch evangelischen Kirchenbundes (SEK) zur Bildung einer „Kirche Schweiz“ führen zu einem neuen Kirchenverständnis. Im Wesentlichen fallen dabei auf:

– eine Doppelstruktur von Kirchengemeinschaft und Verein,
– eine hierarchisch gegliederte Kirchenstruktur mit einem Präsidialamt, dem eine geistliche „Vorreiterrolle“ zukommt,
– eine fehlende demokratische Beauftragung und Kontrolle der Exekutivorgane der Kirchengemeinschaft durch die Legislative.

Aus unserer Sicht ist es deshalb dringend notwendig, dass sich die Basis zu einem derartigen Umbau äussern kann. Da die neu zu bildende Kirchengemeinschaft erst noch auf die Grundlage einer Verfassung gestellt werden soll und eine Verfassung eine Vereinbarung unter Bürgern darstellt, erachten wir eine demokratische Legitimation noch zusätzlich als angezeigt. Wir weisen zudem darauf hin, dass Bekenntnisse nur in einen Verfassungstext aufgenommen werden können, nachdem sie unter den Kirchgemeinden weitestgehend Zustimmung gefunden haben.

Wir verlangen deshalb ein Abstimmungsverfahren, in welches auch die Kirchgemeinden einzubeziehen sind.

2. Synode als Legislativorgan

Der Verfassungsentwurf für die zu bildende Kirchengemeinschaft sieht eine einmal jährlich zusammentretende Synode vor. Wir gehen davon aus, dass die Synode als Legislativorgan dient. Wir sind jedoch überzeugt, dass ein in dermassen grossen, zeitlichen Abständen zusammentretendes Organ kaum geeignet sein wird, eine verantwortungsvolle Gesetzgebungs- und Kontrollarbeit zu leisten. Das Organ dürfte weder einen Zusammenhalt erreichen, der für eine solide parlamentarische Arbeit Voraussetzung ist, noch wird es für Kontinuität sorgen können.

3. Finanzen

Da unsere Landeskirche über keine eigene Steuerhoheit verfügt sondern durch die Beiträge ihrer Kirchgemeinden finanziert wird, sind die Kirchgemeinden auch an der Kostenwirksamkeit der neuen Kirchenstruktur in hohem Masse interessiert.
Da wir wissen, dass die finanziellen Möglichkeiten der verschiedenen Landeskirchen höchst unterschiedlich sind, begrüssen wir es, wenn die Stimmrechte angesichts der einzelnen Landeskirchen im Verhältnis zu den geleisteten Beiträgen zugeordnet werden. Die Frage der Beitragsleistungen und der Stimmrechte dürften politisch umstritten sein.

Wir beantragen deshalb, die Grundsätze über die zu leistenden Beiträge und über die Stimmrechte detaillierter in den Statuten zu verankern.

Zudem stellen wir mit Erstaunen fest, dass die Vereinsstatuten für die Mitglieder einen Austritt per Ende Jahr vorsehen, jedoch von einem Globalbudget für sechs Jahre ausgehen. Wer soll bei Austreten eines Mitgliedes den entstehenden Einnahmeausfall decken?

Wir bitten Sie, diese Fragestellung zu überprüfen.

Schlussendlich fällt auf, dass die Verfassung für die Kirchengemeinschaft im Gegensatz zum Verein keinen freiwilligen Austritt vorsieht. Bedeutet das, dass ein Mitglied aus dem Verein austreten kann und somit keine Beiträge mehr zu bezahlen hat, andererseits aber weiterhin zur Kirchengemeinschaft gehören kann?

Wir bitten Sie, diese Frage näher zu prüfen und zu beantworten.

4. Präsidialamt und Gemeindeautonomie

Die neue Verfassung sieht unter den Aufgaben der Präsidentin oder des Präsidenten die Mitwirkung an Gemeindegottesdiensten vor. Wie ist diese Regelung gemeint?
Grundsätzlich bestimmt der Kirchgemeinderat, wer in „seiner Kirche“ einen Gottesdienst leitet. Dass die Präsidentin oder des Präsidenten des Kirchenbundes auf Einladung hin einen Gemeindegottesdienst mitgestalten kann, versteht sich von selbst. Die Ermächtigung dazu kann Bestandteilt deren oder dessen Pflichtenheftes sein. Weshalb bedarf dieser Einsatz einer Verankerung auf Verfassungsstufe? Sollte jedoch die Ermächtigung damit verbunden sein, dass die Präsidentin oder Präsident in eigener Kompetenz einen Gemeindegottesdienst leiten kann, wäre dies im Blick auf die Gemeindeautonomie eine Akzentverschiebung.

5. Klarheit über die Mitgliedschaften

Wir gehen davon aus, dass für alle Mitglieder gleiche Rechte und Pflichten zu gelten haben. Neu möchten Sie auch Kommunitäten als Mitglieder aufnehmen. Leider wird der Begriff nur unklar ausgeführt. Wir können uns beispielsweise kaum vorstellen, dass theol. Fakultäten zu Beitragsleistungen gewillt und in der Lage sind.

Sehr geehrte Damen und Herren, wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie unsere Überlegungen und Anträge bei der Weiterbearbeitung der Vorlage berücksichtigen können.

Freundliche Grüsse

Kirchgemeindeverband des Kantons Bern

Fridolin Marti, Präsident

Zufälle gibt es nicht. Im Hintergrund läuft bei mir „Dieser Tag ist schön“ von Lino Moreno … in der Originalsprache, heisst der Schlager „Piccola und fragile“ – klein und zerbrechlich. Die Idee „Reformierte wollen einen Bischof“ kann wohl beim Durchlesen dieses analytischen Briefes endgültig einge-locher-t werden.

Gott, Fried erhalten! Gedanken des Schwiegervaters des Initianten müsste man nachgehen. Wenn sie nicht folgen können, spielt dies keine Rolle. Vielleicht finde ich auf diesem Weg jemanden, der über Ulrich Neuenschwander und z.B. über die Standortbestimmung schreiben könnte.

Soll niemand sagen, die Berner seien langsam. Schliesslich ist heute am Heiligen Abend „reformiert. – saemann / BE-JU-So“ bei mir eingetroffen. Die Aargauer-Ausgabe werde ich in der Silvesterwoche erhalten. „Die Kirche ist oft der letzte Service public“ – „der letzte“ darf hier zeitlich interpretiert werden. Auf Seite 2 in der BE-Januarausgabe (im Dezember erschienen – noch nicht aufgeschalten) finden sie das Interview mit Synodalratspräsident Andreas Zeller über die verordnete Sparrunde.

Änderungen auch in Rom, im Vatikan? „Ich weiss nicht, ob der Papst Bier mag„, ein Interview mit Kardinal Kurt Koch. Er weiss aber, dass der Papst Franziskus Wein servieren lässt. Mit Ihrer Eminenz, damals noch (katholischer) Bischoff von Basel, durfte ich einmal über das Abendmahl diskutieren. Das gibt vielleicht einmal eine andere Geschichte. Nun bleibt mir nur noch ein schönes Weihnachtsfest mit einem guten Weihnachtsessen zu wünschen. Und der katholische Vertreter im KGV – „mein Gott Walter“ – hat vor 14 Tagen die Schnellvariante eines Tischgebets für Gestresste zum besten gegeben:

Für Speis und Nass – deo gratias.

Ja, vielleicht bräuchte es auch im Kanton Waadt einen Kirchgemeindeverband, denn die Kathedrale Lausanne bleibt reformiert, protestante – die Geschichte lässt sich nicht zurückdrehen. Sonst wären wir ja alle katholisch.