Alphorn und die Kirche


Pater Maurus vom Kloster Einsiedel, Mitglied des Benediktinerordens und Dr. Hans-Ulrich Jäger-Werth, ehemaliger Pfarrer der reformierten Kirche Einsiedeln spielten an der zweiten Kappeler Milchsuppe mit den Alphörnern auf.

«Ein traditionelles Alphorn aus Holz ist sperrig, schwer und schnell beschädigt.» Zumindest so steht es im Migros-Magazin geschrieben. Bei Alpflyinghorn gibt es jetzt ein zusammen schiebbares Alphorn aus Karbon. Die beiden Musiker haben uns aber bewiesen, dass es schon früher ohne die grosse Sperrigkeit ging. Schön war es, zu zu hören und ob jeder den Unterschied zu seinem grossen Bruder, dem langen Alphorn und den verschiednen andern Tippen heraushören würde, wage ich zu bezweifeln.

Auf alle Fälle, herzlichen Dank für die musikalische Umrahmung unseres Anlasses.

«Vertrauen statt Angst – eine Einführung in den Evangelisch Reformierten Glauben» von Hans-Ulrich Jäger-Werth empfehlen wir zum lesen:

«In ökumenischer Offenheit gibt das 62-seitige Büchlein eine Einführung in die Besonderheiten unserer evangelisch-reformierten Glaubensweisen und Kirchen. Fragen wie z.B.: ″Was bedeutet Jesus für den reformierten Glauben?″ ″Wie können wir mit Zweifeln umgehen?″ kommen zur Sprache, aber auch das Leben der Gemeinde und die Bedeutung von Gottesdienst, Taufe, Unterricht, Abendmahl, Trauung, etc.

Mit seiner bewusst schlichten Sprache eignet sich das Buch gut für den Unterricht und für Erwachsenenbildungskurse.»

In Langenthal findet morgen Samstag um 17.00 Uhr in der Kirche Geissberg ein Alphorn- und Orgelkonzert mit den Oberaargauer Alphornbläser und Danielle Käser an der Orgel statt. Vor zwei Jjahren fand dieses Konzert zweimal im Berner Münster statt. Organisiert wird dieses Konzert von unserer Sektion in Langenthal, der Vereinigung für Freies Christentum. Der Eintritt ist frei – die Kollekte wird zur Umkostendeckung empfohlen.

Und wer die Organistin noch nicht kennt, kann dies heute Abend nachholen, ihr Ehemann, Hans-Jürg Käser, Kandidat als Berner Regierungsrat, wird ihr vermutlich aber die Show (zumindest heute) stehlen.

Text und Bilder: Stephan Marti-Landolt (StePHan mit PH wie AlPHorn) – finanzblog

Marti an Marti – ein Dankeschön


Der Berner Pfarrer Kurt Marti wurde 85 – dies hat ein grosses Medienecho hinterlassen.

Wenn ich einen schreibenden und dichtenden Pfarrer gerne lese, dann ist es Kurt Marti. Nicht weil er auch Marti heisst und auch in Bern geboren wurde. Nein, weil er eben so schreibt. Manchmal martialisch, kriegerisch, wie die Herkunft seines Namens, dem Kriegsgott Mars. Aber vielen ist nicht bekannt, dass in der römischen Mythologie Mars auch der Gott der Vegetation und des Frühlings, des Erwachens, war.

Vermutlich hat jeder Marti etwas kriegerisches an sich und ist bemüht um eine friedliche Vegetation und um das Aufwachen der Gesellschaft. Der blogschreibende Marti nicht ausgenommen, aber es gibt bekanntere Beispiele. In der Schweiz Dick Marty, der Ermittler der EU protestiert und ist schockiert. Und in Guantanamo, auf Kuba wird einer noch mehr verehrt als Fidel Castro – der Nationalheld, Unabhängigkeitskämpfer und Gedichteschreiber José Marti.

Allen Recht getan ist nicht möglich und das will auch kein einziger Marti. Das revolutionäre Denken und Schreiben kann man keinem absprechen – zumindest nicht den bekannteren der alleine über 20 000 in der Schweiz. Allen alles Recht machen will auch Kurt Marti in seinem Interview «Es gibt kein ewiges Leben» nicht.

Hier einige Reaktionen auf diesen Artikel in der Berner Zeitung:

Er regt uns zum denken an

Die Freiheit des Glaubens gilt auch für ihn

Glauben und Physik

Mut zur Demut

Einspruch, Herr Marti

Bibel falsch zitiert?

«Weil ihn die Kirchensprache nicht befriedigte, suchte er eine, die «genauer, ehrlicher, sachlicher» war.» Und den obigen Leserbriefen nach zu urteilen, gibt es Personen, die seine liberale Schreibweise nicht zwischen den Zeilen lesen können und schon gar nicht Ironie und Sarkasmus verstehen.

Danke Kurt Marti, dass sie so schreiben – die schweigende, nicht schreibende Mehrheit versteht Sie sehr gut. Wer keine Bücher von Kurt Marti hat, kann sich im Internet stundenlang mit Texten auseinandersetzen.

Textausschnitte von Kurt Marti:

aus republikanische gedichte:

Auferstehung

die indianer sind da
vom genocid auferstanden
&
wir schämen uns weisse
zu sein denn die farbe
der unschuld ist braun
&
wir werden einander die körper
bemalen in allen oekumenischen farben
&
die letzte enzyklika
macht rassenvermischung
zur christlichen pflicht

aus rosa loui:

läbe

ungefähr
zwöiezwänzig läbe
müesst i läbe
wett i läbe
dass ig einisch
wirde gläbt ha

doch bevor i
numen einisch
wien i müessti
so cha läbe
dass i gläbt ha
läb i nümme

Zwei Gedichte die zeigen, dass der Artikel «Es gibt kein ewiges Leben» nicht oberflächlich gelesen werden darf. «ein armer teufel» der keine Ironie versteht, hält sich in diesem Gedicht aus den «leichenreden» von Kurt Marti an den letzten Satz:

in ewigkeit amen

Nydegg-Kirche in Bern

Von 1961 bis 1983 war Kurt Marti Pfarrer an der Berner Nydeggkirche.

Text (ohne Gedichte): Stephan Marti-Landoltfinanzblog

Religion ist Privatsache – aber nicht immer


Im Spiegel Online finden sie eine ganz spezielle Stellungnahme zu den Cartoon-Anschlägen der vergangenen Tage.

Der Koran als Ecstasy fürs Volk

Von Claus Christian Malzahn

Rauchschwaden in Beirut, wütender Protest in Jakarta und Damaskus: Ein panislamischer Volkssturm tobt gegen die Mohammed-Cartoons. Sind Muslime empfindlicher als Christen oder Juden? Sie leben jedenfalls in anderen Gesellschaften. Höchste Zeit, mehr Demokratie zu wagen.

Berlin – Über die Qualität der Karikaturen aus Dänemark, die den Propheten Mohammed zum Stammvater des modernen Terrorismus machen, muss nicht lange gestritten werden. Sie sind plump … weiter

Mehr über Religion und Politik finden sie im Profil (pdf – gleiches Fenster) der reformierten Kirchgemeinde Langenthal-Untersteckholz. Meine Meinung als Kirchgemeinde-Ratspräsident und Grossrats-Kandidat finden sie auf Seite 4. Der überarbeitete Text wurde leicht gekürzt – die Kirche soll sich nur in wichtigen Angelegenheiten zu Wort melden. Aber es halt so, dass heute leider fast alles als Wichtig betrachtet wird.

Text: Stephan Marti-Landoltfinanzblog