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Sintflut? Nein, wenn Engel pilgern scheint die Sonne – 4. Tag durch Bern

Einige Eindrücke vom 4. Tag „Friede herrscht – proref pilgern“ – Kanton …

und Druck. Wir haben in der Corona-Zeit beschlossen, uns nicht unter Druck zu setzen und so das Thema „Druck“ auf den 5. Tag pilgern zu schieben. Ja, wenn alles klappt, werden wir im 2021 in der Altstadt beginnen. Das Wetter war entgegen aller vortäglichen Prognosen so angenehm, dass wir nicht alle geplanten Punkte anpilgerten. Wir haben es total genossen. Es waren herrliche 8 Stunden  in Bern … einige mussten sich vorher ausklinken.

Ja das Wetter! Regen während des ganzen Tages möglich! Über Prognosen habe ich schon einmal geschrieben. Ich schaue im Wetterradar nach – um 10:10 hört der Regen in Bern auf. Es war 10:15 oder 10:20 – wir haben einen Kaffee im Kirchenfeld genossen. Die ersten drei Tage war herrliches Wetter – manchmal spanische Pilgerwärme – Hochsommertage. Heute war es total angenehm. Kunststück, wenn Engel pilgern, scheint die Sonne. Zwei Engel stammen aus Bern und die wussten noch viel mehr zu erzählen, als ich. Einer war mal Major oder Oberst … so ein extrem hohes Tier, von denen ich noch keinen Respekt hatte. Aber Respekt, was er weiss. Und schön, dass er heute mitgekommen ist. Was Werner erzählte, war super … nur, die Planung wurde gelinde gesagt, etwas über den Haufen geworfen. Wenn wir an jedem Pilgerpunkt so lange gewesen wären, wie die am Samstag genossenen, wären wir vermutlich heute noch am 4. Tag pilgern. Coronamässig mussten wir halt flexibel sein und überall haben wir unsere Adresse hinterlassen und auch www.libref.ch angeführt.

09:55. Wir treffen uns vor dem Histerischen, sorry Historischen Museum. Wir harren länger als bis zum Glockenschlag aus, um allfällige Nachzügler auffangen zu können. Verschieben uns ins Kirchenfeld. „Wir sind ja schon im Quartier Kirchenfeld!“ Als Berner weiss man, wenn man sich im Chilefäud treffen will, wo. Da haben wir schon letztes Jahr den Kaffee zu uns genommen. 17 Jahre ist es her, dass in diesem Restaurant, unserem Verein noch einmal Leben eingehaucht wurde. Nächstes Jahr 150 Jahre – vielleicht nicht viel länger.

Dieses hohe Tier wird wohl auch nicht i Bärn leben können. So kalt war es nicht, aber doch einige Grade unter 30. Perfektes Wetter. Danke nach ganz oben. Also starteten wir mit einiger Verzögerung vor dem wohl imposantesten Gebäude ausserhalb der Aarehalbinsel. Der Eintritt wäre an diesem Tag ins Historische Museum sogar gratis gewesen, aber erst ab elf Uhr und da waren wir doch schon auf der Brücke unterwegs.

Homo Migrans – 2 Millionen Jahre unterwegs. Wir waren eindeutig schneller. Ich, im Aargau wohnhaft, aber immer noch Stadtberner, kam mir wie der feldweibliche Migrant vor. Eine Peitsche, um die Leute anzutreiben, wäre ersten nutzlos gewesen und zweitens total schade. Was die Teilnehmer wussten – wirklich echt toll. Kommt das nächste Mal mit! Ich habe total Neues über die Stadt Bern kennengelernt.

Fixierbild? Nein, das alte und das neue Museum. Die 50 Meter zurück wurden nicht mehr angetreten … hätte vermutlich eine halbe Stunde gedauert.

Altes und neues Geländer der Kirchenfeldbrücke. Das Gusseiserne ist bei einem Verkehrsunfall nicht stabil genug. Und es gab schon früher einige, die hier zu schnell fuhren. Vom Casino her war die Feuerwehr mit Blaulicht und Sirene ins Kirchenfeldareal unterwegs. Der „Expressler“ der Post hat sie überholt. War ja wirklich in Eile. Zurück in der Schanzenpost musste er sein Billet abgeben. Der Kollege meines Vaters, hatte einen einsatzfähigen Pöstler weniger. Das sind einfach mal so Geschichten rund um Bern. Werner und Therese wüssten noch viel mehr. Die beiden wüssten, wie man schreiben kann … eine hat sogar ein Passwort für das Blog. Die „Beerdigung der Sektion Bern“ wurde krönend verschoben. Merci, dass ihr mitgekommen seid.

Die NZZ hilft mit dem Witz über Dällebach Kari bei der Kirchenfeldbrücke weiter. Der Link ist zwar tod, aber in der Suchmaschine ist der mit der versenkbaren Nähmaschine zu orten … beim Pfeiler der Brücke … halt doch gesunken. Details zu den Brückenpfeilern und dem Coiffeur meines Grossvaters? Kommt nächstes Jahr halt mit. Mindestens vier begnadete Geschichtenerzähler waren dabei – Andreas I zum Glück nicht aus Bern … sonst wären wir heute noch nicht zurück. Wer es nicht weiss, soll demnächst zu Nachtzeiten über diese Brücke laufen … die Beleuchtung der Gehwege wird auf LED umgebaut.

Dann wird es global. Bananen und Rüebli auf dem Samstagsmarkt in Bern. Bébébrei … was anderes fällt mir nicht ein. Die Banane ist von der Sumitomo-Gruppe. Eine der grössten Konzerne aus Japan – unter den 30 grössten japanischen Unternehmen. Nicht ganz regionales Futter. Aber wen interessiert es …

… Bern ist wieder einmal eine Baustelle. Les Amis steht zum Glück noch, aber vor einer Stunde, war bei Magnus, einem Bedeutenden, noch nicht zum Frühschoppen geöffnet … und das in der Gassenachse, wo die drei Studentenlokale der Oeconomia Bernsis waren oder noch ist … Metzgergasse, später Rathausgasse, weiter unter die ehemalige Hauptverkehrsachse in Bern , die Postgasse – dazwischen der Mani-Matter-Stutz. An diesen Strassen haben wir einige Stunden verbracht. Aber zuvor noch zur Bibliothek Münstergasse zurück – die blieb letztes Jahr auch auf „der Strecke“.

Die alte Burgerbibliothek ist heute am Thunplatz … zumindest die Front. Hätten sie es gewusst. Ich glaube, die Bibliothek in Werners Rucksack ist fast grösser, als die neben dem umgebauten Casino. Rucksack! Da kommt mir der ehemalige Münsterpfarrer Bruno in den Sinn – Punkt 61 – und eine Steinmetzstiftin und deren Vater. Zufälle gibt es nicht. Ein grosses Thema auf unserer Pilgerei.

Münsterportal … Papst in den Himmel …

… Papst ins Fegefeuer …

… „machts nach“ – zum Glück vor der Reformation noch Katholisch – also Geschichte, keine Ironie. Aber das folgende Bild ist fast Sarkasmus …

… Fotoverbot im Berner Münster. Wollt ihr eigentlich, das gar keine Menschen mehr in eine Kirche kommen! Silentium traurig. Silentium war angesagt, auch für diejenige, die mit lauter Stimme referierte. Daniel Glaus war an der Orgel. Ein Gratiskonzert. Schöner, weicher, herrlicher Klang. Von der alten Orgel ist noch eine Pfeife bei mir zuhause. Jcc, das wäre einer für Biel. Er kennt es. Nur mit der winddynamischen Orgel wird er dort nicht spielen können.

Pfarrer, Organisten, Synodalräte – in der Mehrzahl, mit * oder sonst wie – wichtig ist, dass ihr mit der Kirchgemeinde Münster und Bethlehem eigentlich alles Wichtige beisammen habt. Jean-Claude, das ist fast wie ein öffentlicher Hinweis, was mit wem du am 12. oder 13. Juni zu unserer 150-Jahr-Feier in Biel organisieren könntest. Am Samstag haben Pfarrpersonen frei. Ein Streitgespräch als Idee – die Kirche ist heute wieder einmal umstritten.  Nun hat zumindest BEJUSO Ruhe. „Erstmals steht eine Frau an der Spitze der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn. “ Zudem eine aus 3027 Bethlehem – ich hatte 100 Punkte. Herzliche Gratulation Frau Pörksen. Gruss an ihren Mann Hans Marti-n Roder. Er liess mich 30 Minuten in „meiner, seiner Kirche“ reden. Tolle News, beim Pilgern ganz neu erfahren.

Der Weinberg unter dem Münster. Wer hat die Foto geschossen …

… Nr. 54, der Heilige Stephanus war es nicht, es war der Scheinheilige mit dem gelben T-Shirt.

Hier sind die Steinmetze zu Hause – in der Zunft zum Affen. Und nun gebt doch einmal von Hand www.aff.ch ein – hoppla. Die Bernischen sind neben dem Münsterplatz. Am Sonntag trafen sich dann hier die Ferrari-Fahrer … aber da schweigt das Internet. Einen Link finde ich bei der NZZ – haargenau an diesem Samstag 66 Jahre alt – Formel 1 in Bern – und ich war damals schon dabei.

Ganz Bern ist total friedlich. Ganz Bern? Einer macht den Rathausplatz unsicher …

… nein, es ist nicht der Gir-Affe vor dem Stadttheater … vielleicht sehen sie sogar eine Mitpilgerin auf dem Bild, die uns frühzeitig verlassen musste. Der kläffende, kleine, plumpe …

… wurde einfach an der Leine hochgezogen. So nach dem Motto – Köterchen, schweig endlich. Das ist eigentlich nicht die Erziehung, wie wir sie uns vorstellen. Nur zu hoffen, dass diese Dame keine Kinder hat.

Frau sieht es, in Bern hat es vor kurzem stark geregnet. Zwei Dolologen waren dabei, die Schutzgötter haben beide gewirkt. Die eine lebte/lebt an der südlichen Parallelstrasse zum „Schluch“. Der Schlauch ist die heutige Hauptgasse – Spital-, Markt-, Kram- und Gerechtigkeitsgasse.

DIESCHREIBWEISEINDERCHRISTKATHOLISCHENKIRCHESANKTPETERUNDPAULISTNICHTGANZEINFACHZULESENUNDEINIGEHABENDARÜBERGESCHMUNZELTERSTAUNLICHWIEVIELEPILGERERNOCHNIEINDIESERKIRCHEWAREN.

Dann kommt ein biologischer Rundgang. Löwenzahn, Chrötepösche, Häliblume oder wir sagen einfach Söiblume und viele andere Blümchen und Unkräuter, die heute Beikräuter oder Kulturpflanzenbegleiter heissen. Auf der andern Seite der Treppe hat es allenfalls einige „Kulturpflänzchen“ spezieller Art, die hier durchgehen.

Dieses Haus sucht Rat, wie man das Grünzeug in Zukunft wegbringt. Gift, brennen oder heisse Luft, jäten. Vielleicht fällt dem Kanton Bern das Geld und allenfalls kommt es mal hier im Rathaus zu einer Diskussion. Allfällige Resultate bitte veröffentlichen, denn dieses Problem wird uns in den nächsten Jahren ganz extrem beschäftigen.

Berns Brunnen sind wirklich einmalig. Über die Gallionsfiguren, wie hier auf dem Kronenbrunnen oder Lischetti-Brunnen kann Mann und Frau ja streiten, aber nirgends hängt ein Schild „kein Trinkwasser“.

Ganz in der Nähe der Len-Brunnen. Den kenne ich auch nicht. Er ist versteckt. Ein Durchgang, leicht verborgen, lässt man lieber sein. Dem Gestank nach hilft auch eine Corona-Maske nichts.

Also, Geruchkulisse ändern und etwas für die spätere Mittagszeit suchen …

… Postgasse 48 – mit Video – so was, wie ein Geheimtipp. In der Gasse und dem Strassenkaffee hat es genügend Platz und nach zehn Minuten wechseln wir unter die Lauben. Schatten wird kurz abgewechselt mit regensicher. Mich befällt ein leichtes Zittern. Muss ich jetzt doch noch meine Reisezahnbürste aus dem Gepäck nehmen … Salome. Nicht die Schwester von Herodes, der in unserer Kirchengeschichte nicht so gut davon kommt. Sie ist Zahnärztin und Tochter eines Pilgers. Punkt 31, damals beim 2. Tag pilgern. Kaugummi muss heute reichen.

Für den ganz harten Kern gibt es dann noch Oboen-Soli von Martin Bliggenstorfer und die Besichtung seiner doppelten Oboenblätter-Sammlung. Jetzt wird es für den Laien langsam kompliziert.

Die Südfranzosen haben es nicht echt einfacher. Sie nennen ihre Oboe „au bois“, aus Holz – genau Autbòi oder oder oder. Im letzten Blogbeitrag sind wir schon auf die Oboe gestossen. Zufall? Nein, die soll es nicht geben.

Hier noch einige Links, die uns Martin gibt:

Und keinesfalls vergessen:

Schaut euch das Bild an – zumindest einen solltet ihr nun kennen. Martin. Wenn du mal einen aussergewöhnlichen Lebenslauf hast, so stelle ich den auch ins Finanzblog, wie vom zweiten auf dem Bild, den ich kenne: Heinz Holliger – bei den Weblinks schauen. Zufälle gibt es nicht.

 

Wenn ihr diese Musik nicht mögt, dann seid ihr selbst schuld, vermutlich halt konservativ und nicht liberal, progressiv. Schaut euch mindestens die zwei letzten Minuten an.

Und für die ganz starken, modernen Zuhörer: Daniel Glaus – die hellen Nächte – gespielt von Proton Ensemble Bern. Martin am Lupophon.

Jcc, für Biel sollten jetzt genügend Vorschläge vorhanden sein.

Dann werden wir noch durch den Progr geführt. Progr – die meisten Berner sagen Proger (o und e gleich schwach betont).

Wer hat von hier oben eine schöne Aussicht?

Die Mauersegler – da, die Frage vom Zufall – am Freitag aufgeschaltet. Es fällt mir anscheinend zu.

Die Treppe zum besten Lehrerzimmer in Bern.

Da wären noch 21 Dinge, die eigentlich nur echte Berner kennen. Den Ingwerer wäre was für einige Pilger – andere finden, Ingwer stinke immer und ausschliesslich nach Seife. Knoblauch werde ich in den nächsten Tagen im finanzblog.ch erwähnen. Speziell den aus China.

Auf dem Weg zum Parkhaus …

Wie halte ich um Gottes Willen zwei Meter Abstand ein, um diesen Automaten zu bedienen? Coronamässig könnte man manchmal mit den Vorschriften überfordert sein. Beim Markt musste hinter dem weiss-roten Absperrband gewartet werden und gestern an einem Schalter vor dem gleichen Band – seitwärts war nicht abgesperrt. Also, bleibt gesund, kommt das nächste Mal mit zum pilgern und stellt ruhig Fragen.

Die beste Frage dieses Mal: „Sind Stündeler, Stundenlöhner?“ Auszuschliessen ist das nicht. Bei unserem Pilgern sind nicht nur Papierchristen willkommen. Auch andere. Über Stundisten hätten wir heute diskutieren können. In der Kirche ungefähr auf der Höhe der Einfahrt zum Parkhaus …

… sie war geschlossen.

 

 

Ausflug in den Süden … verlorene Socken und Nebbiolo

 

Nur mal einige Bilder von der Alpensüdseite …

… wir besuchten unser ehemaliges Vorstandsmitglied Verena. Sie hat uns eingeladen …

… war echt toll.

Die Konzernverantwortungsinitiative … sogar von den Brissago Inseln sichtbar. Als merci habe ich diverse Hölzer gereinigt, die jetzt wieder „Durchzug“ haben. Und das in der Ortschaft …

… wo alles geschlossen war. Sogar der Sacro Monte in Brissago … wenigstens war es so an einem provisorischen Zettel notiert. Etwas schweisstreibend, der Aufstieg durch die Quartiere und hinunter zum Flüsschen im Tal. Echtes Dschungelwetter. An den See hinunter dann über die Pilgertreppe, vorbei an unzähligen Kapellen des Kreuzweges.

Aber zuerst noch einige Bilder …

… die Rückseite ist etwas verwittert …

… aus der Kirche war wunderschöner Trompetenklang zu vernehmen …

… „Lost Socks“ am Aufnehmen. Ich entschuldigte uns, dass wir „eingebrochen“ sind, aber manchmal kann ich der Musik nicht wiederstehen. Marco von Orelli und Sheldon Suter faszinieren. Das Schlagzeug kann auch durch die Wände, Türe, Fenster klingen. Nur etwas warten, dann wird es kräftig …

… die Akustik der Kirche kriege ich nicht ins Blog. Wirklich schön, eindrücklich. Am Schluss diskutieren wir noch kurz über Basel … Heinz Holliger, man kennt sich, spielt ja auch mit „modernem Stil“. Musik für Geniesser. Musik zum Träumen.

Wir haben noch einige Kirchen gesehen. Alle still. Fast ausgestorben, denn in Italien ist die Gesichtsmaske vorgeschrieben. Nur ein Messedienser läuft ohne herum.

San Giovanni Battista in Mogno … zufällig durchgefahren. Sofort als Werk von Mario Botta erkennbar. Erinnerungen an den Monte Tamaro kommen auf.

Die Madonna del Sangue in Re, in der Fortseztung des Centovalli. All diese Kirchen haben einen Standort, den man eigentlich nicht erwarten würde. Energie spendend.

Die Kirche San Donato in Barbaresco. Die von weitem sichtbare Kirche ist geschlossen. In San Donato (spenden, schmeicheln) mag ich nicht degustieren. Wir werden am Montag zu einem gehen, dessen Vater ich vor 25 Jahren besucht habe. Barbaresco, der Wein der Königin, weicher, der zum Glück nur 9 Monate im Fass lagern muss. Und was steht bei Daniele im Weinkeller vor den Holzfässern – eine Harley Davidson (Sohn des Davids). Fast nicht vorstellbar, dass Harley auch ein weiblicher Vorname ist. Und was steht auf dem Helm: „Red Wine is my GASOLINE“. Und wem gehören das Motorrad und der Helm – wenn ich es richtig verstanden habe, der Freundin. Mehr demnächst im Finanzblog.

Noch etwas zum Barolo, den wollen wir keinesfalls verteufeln. In den 80-iger Jahren hat Peter Bichsel mal Wein aus Italien nach Solothurn gebracht, der seinen Kollegen nicht gefallen hat. Wie ich damals auch. Es war Barolo! Jahrzehnte später spinnen die Menschen nach Barolo … und er wurde sicherlich nicht überall besser, aber feiner, weicher, „feministischer sagt Mann“. Ich kenne mehrere Frauen, die die Gegensätze lieben und das weich Ausgebaute, wenn möglich noch in klingenden Weingläsern, lieber dem Nasentrinker überlassen und den schönen Genuss  zum Schluss auf dem Zungenhintergrund zum Rachen geniessen. Aber erwähnen sie bei einem Weintrinker mal das Wort Rachen. Da kann man Bier runterschütten! Denken sie beim Weintrinken an meinen Spruch, wo man zusätzlich den Wein spürt. Ich selbst habe den Vorteil, dass ich nicht sehr stark auf Bitterstoffe reagiere und deshalb der Zungenhintergrund viel besser einsetzen kann. Und die Punktepapste, die Degustatoren benutzen meist diesen Punkt nicht – sie spucken den Wein vorher aus. Teuflisch nicht!

Aber zuerst noch zu einem Nachtessen vor über 20 Jahren. Es wird ein Name für das Pony gesucht, das meine Eltern meinen Kindern geschenkt haben. Nach einer Stunde immer noch keine Einigung. Die Jungmannschaft trinkt Fanta, wir Barbaresco von Vater Carlo. „Fanta“ – mein Vorschlag. Dreimal Jubel und einmal: „Geht nicht, Fanta ist weiblich und das Pony männlich.“ Schade, meinen die Kinder. Coca Cola etc. bieten nicht das gleiche Gefühl. Der Name des Weins, den wir trinken ist zu lang und die Traubensorte Nebbiolo echt zu neblig.

Pinocchio † und Barolo – noch Fragen? Echt teuflisch und das bei Reformierten, die eigentlich gar nicht an den Teufel glauben …

… der Teufelstein in Lavizzara im Maggia Tal, einen Steinwurf weg von Bottas Kirche – höllisch heiss hier …

… am Tag zuvor, die Teufelsbrücke in der Schöllenen. Teuflisch kalt und windig …

… und hoffen wir doch, dass am Samstag zum Pilgern das Wetter gut ist. Die Prognosen sprechen zwar von Regen am Nachmittag, nur, die Wetterprognosen waren bisher im 2020 häufig teuflisch verhext.

4. Tag – 22. August 2020 – Kanton und Altstadt  –  „Friede herrscht – proref pilgern“

 

Kirche und Küche … der dritte Tag durch Bern

Wenn sie Kirche und Küche etwas schnell schreiben, könnte es fast gleich aussehen. Wir haben am 3. Tag pilgern beides genossen.

Wir beginnen bei der Swisstopo …. den Bericht beginne ich in den Sendepausen von „Stalingrad„. Toll, was die da in Wabern, nicht in Russland, für Schaufenster haben. Im Haus nebenan haben die Bundesangestellten mit den Emigranten zu tun. Vermutlich haben viele ihre Heimat verlassen, weil Krieg herrscht. Sie gar vertrieben wurden. Tolles Bild. Bin froh, dass ich hier nicht Direktionsassistent wurde. Kriegsspiele sind in. Begeistern. Kriegsfilme: „Brutal, das können wir nicht anschauen.“ Brutal ja, aber gespielt in den Erinnerungen an Geschehnisse. Wieso können Menschen so einen Irrsinn befehlen? Und noch viel schlimmer, wieso gibt es immer so viele Mitläufer? Keiner hat den Mut, die Schnauze aufzureissen. Alles, zumindest die meisten, sind Mitläufer.

Nicht ganz alle. Es gibt Querköpfe, wie ich. Dem „Zumi“ habe ich einmal gesagt, dass ich im Krieg in die Resistance gehe. Er hat mich auf den Weg zur P-26 geschickt und ein brick layer hat die Papiere entsorgt oder versteckt, der damals für die Swisstopo oberster Chef war. Vielleicht wiederhole ich mich. Ich hab mal einen, der die Kirche und die Swiss Army sehr gut kennt, gefragt, was haltest du von Amherd? … Was von Parmelin? … Was von Maçon – nicht Macron? Hier kommt die erste eindeutige, für Berner extrem schnelle Antwort: „Noch nie gehört!“

Noch irgendwelche Fragen. Unser heutiges Thema lautete ja: inter-/nationale Kirchen-/Politik. Muff? Nein nicht wirklich, aber Herr Muff, der Sigrist der reformierten Kirche von Wabern erlaubt uns, bei seiner Kirche zu parkieren. „Aber bitte, nicht 20 Fahrzeuge.“ Eines reichte. Bei Stalingrad kämpfte man ums Überleben … unser über 150-jähriger Verein, der die Landeskirche massgeblich mitgestaltet hat, tut Ähnliches. Ich parke bei der Kirche und marschiere mit meiner Begleitung zum Treffpunkt. Da ruft einer an … ich hab verschlafen … beim zweiten Wahlgang sollte er dann schon wach sein. Der Verantwortliche für heute, kann höchstens 20 Minuten zu Fuss gehen. Böse Zungen behaupten, dass er nie etwas beim Pilgern gesagt hat. Überraschungen hat er keine organisiert. Also muss man alles dem Zufall überlassen und der ist zumindest mir immer gut gesinnt.

Schauen sie sich den Film von Stalingrad … nicht den alten, wo nur geballert wird, an. Dann begreifen Sie, wieso wir 10 Pilgerpunkte links (oder rechts) liegen lassen konnten. Die Politik funktioniert heute ähnlich wie die Weinliebhaberei. Viel Gelaber, viel Misch-Masch und wenig Persönlichkeit. Wein wird heute nach dem Geldbeutel, vorgespieltem Prestige und den Etiketten gekauft. Es ist auch beim Essen so. Ausgefallenes gefällt: lang gesottene Fichtenzapfenspitzen an Hagenbuttenmelasse, frittiert mit Meerretichschwänzen … und dann noch eine Prise Holundersalz dazu. Schaut den Film mal an. Wir haben heute keine eigene Meinung mehr. Küche und Kirche verschmelzen.

Bei der Gurtenbahn … Talstation natürlich … Rassenfest!? Wir überspringen die heiklen Punkte und begeben uns auf die andere Talseite … zumindest auf die andere Aare-Seite, denn Berner haben nie das Gefühl, dass die Aare ein hier Tal bildet.

Vor dem Veloständer musste ich den Opferstock der Polizei füttern – die Parkuhr … beim ehemaligen Gelhaar. Teppichhaar wäre treffender. Den Sohn des Restaurator Alagheband habe ich in der Kirche erlebt. Schön, wenn man Erlebnisse verknüpfen kann, wie Teppiche aus Täbris.

Pilgern mit dem Velo. Ja, manchmal muss man auf die Sprünge helfen. In diesem Restaurant habe ich im 2003 gesagt, dass ich weitermache, aber einen Präsidenten suche. Kaffee und Gipfeli zur Stärkung. Hier hat Jean Claude, der heutige Verantwortliche, als Präsident zugesagt und Andreas Bliggenstorfer half mit. Da waren wir zu dritt. Ich wollte nie Präsident werden, denn ich will Ideen einbringen, infiltrieren, manipulieren, demonstrieren, demontieren … ich will meiner Fantasie freien Lauf lassen.

Und den hatten wir nachdem wir den noch verschlafenen Res gefunden hatten. Zumindest habe ich seine Kreditkarte gefunden, die er bei der Parkuhr liegen gelassen hat. Da sind doch wieder einige träfe Bibelsprüche angesagt:

Heiliger Petrus, was hast du alles geschrieben. Schön, wenn es im Quartier ein Fest gibt. Ist ja absolut normal, wir haben beim Pilgern immer eine Festwiese gefunden. Hier war keine Wiese … ehemalige Tramgeleise, das Tramdepot mit Flohmarkt. Meine Spielwiese. Cohiba knochen trocken gefunden und später mit Hilfsblättern eingekleidet … so lassen sich sogar schlecht gelagerte Cigarren rauchen. Sieht fürchterlich aus, aber ist zehnmal billiger … und noch ein grosses Bild im Kofferraum mitgenommen. Wir waren ja mit dem Wagen pilgern.

Religiöse Kronkorkenheber … wenn sie nicht religiöse haben, ich sammle auch diese. Bin ja wirklich tolerant.

Die Bruder Klaus Kirche im Kirchenfeld. Nicht nur in diesem Quartier die schönste Kirche. Herrmann Baur hat mehr als 30 römisch-katholische Kirchen gebaut – nach dem Vorbild von Rongchamp von Le Corbusier. Beides Kirchen, um das Lichtspiel zu geniessen. Wo ist diese Kirche. Neben dem ältesten Kreisel der Schweiz. Aber fragen sie um Himmels Willen nie einen Journalisten – schreibt doch einer „Worb“ für den Kanton Bern. Dieser Kreisel hat doch immerhin mit Worb zu tun. Hier fährt das Sagen umwobene Worb Bähnli durch und biegt das erstemal ab. Zumindest als es noch bei unserem Znünihalt startete.

Das ist keine Znünibox. Ein wunderschöner Hostienschrank.

Sieht fast wie eine Comicfigur aus … man könnte die Stettler Kunstglaserei anfragen.

Schauen sie sich diese Kirche einmal an. Sie werden begeistert sein. Falls nicht, gebe ich einfach zu bedenken, dass wir seit einiger Zeit im 3. Jahrtausend sind und vieles ändert. Kirchen sind diesem Wandel auch unterworfen.

Diese Kirche trafen wir auf unserem Rundgang nicht an, aber Rottweil ist mit Bern historisch Verbunden. Dieses Gebäude war als Kirche geplant, aber wurde für diesen Zweck nie benutzt. Heute stehen moderne Maschinen einer Schreinerei, eines Restaurationsbetriebes, der Holzmanufaktur drin. Schauen sie sich auf dem dritten Bild die Umgebung an.

Auf der andern Strassenseite der Bruder Klaus Kirche begrüsst uns ein Hahn, das Zeichen der Reformierten, im Garten des Restaurants. Das Mittagessen war ein Wohlgenuss.

Die nächste Stärkung, ein Bier, gab es im Hochgarten auf der Schützenmatte neben der Reithalle.

Wir sind es uns gewohnt, dass wir immer beim Pilgern auf ein kirchliches Fest stossen. Das Sommerfest in Bethlehem und diesen Sonntag bin ich wieder dort in dieser modernen Kirche. „Du lebst nur einmal.“

Zwingli pilgert bis Liverpool

Keine Angst, nur einiges, was man so in den Ferien erfährt.

Schlange stehen sie in Zürich, um sich neben Zwingli zu stellen … na ja, die Stimme kenn ich doch: Andrea Bianca, unser Mitglied und im Vorstand der Zürcher. Toll gemacht. Vermtlich weiss Andrea auch, dass Zwingli unseren prix-libref. erhält. Dass die Statuen umstritten sind, macht Sinn. Das ist Religion life, die wundersame Vermehrung von Zwingli.

Und in Liverpool? Die Musikreformatoren nannten sich Beatles … heute eher ein Marketing-Instrument, als ein echter Renner, wo sich die Leute anstellen.

Da findet sich doch auch ein Beitrag über Hans Ruh, der wirklich Zwingli sein könnte. Auf alle Fälle, sein Engagement für die Ethik, könnte jenes vor 500 Jahren noch übertreffen. Nur, das waren damals ganz andere Zeiten. Zum 86. gratuliere ich natürlich Hans Ruh ganz herzlich. Er hat mich auch mal weitergebildet. Bei einer späteren Diskussion über das Martische 6-Eck meinte er zwar, dass man Ethik wohl nie ins Anlagegeschäft werde bringen können. Da sind nun auch schon zwanzig Jahre in der Finanzwelt verflossen. Ökologie ist heute ein bekannter Bestandteil, Ethik doch noch nicht so recht … oft eher das Gegenteil.

Und was üben die hier mitten in der Stadt über den Gewässern?  Die Luftwaffe fliegt mehrere Einsätze über den Mersey an der UNESCO geschützen Skyline vorbei. Könnten ja die Schweizer sein … aber bitte nur während der Bürostunden in die Schweiz eindringen. Flugzeuge taugen nur im Friedensfall etwas. Dann kann man den Eindringling zum Ausweichen auffordern. Im Kriegsfall hilft hier nur die Flab. Wir sehen auf unserer Reise, was man in wenigen Minuten alles zerstört würde, bis die Swiss Air auftauchen würde. Frankreich, England, Wales – alle erinnern, dass im 2020 75 Jahre Weltkrieg vorbei sind. So kann man die Sonderausstellung von Yoko Ohno im Gebäude von Liebeskind zusammen fassen: Double Fantasy – oder „nie mehr Krieg“.

Lassen sie mal ihre Fantasie spielen – hier 1968. Und nun raten sie, welche der folgenden Kirchen älter ist!

Die echt protestierende …

… oder die katholische Kathedrale, die fünf Jahre früher im 1967 fertig erstellt wurde. Bauliche Kriegsschäden kann man beseitigen … aber Erinnerungen bleiben, sollen zum Nachdenken anregen …

… Zeit dazu vielleicht im St. Peter in Chester. Die weit über 500 Jahre alte ausgestellte Bibel ist nicht ganz einfach zu lesen.

Nicht die Abbey Road der Beatles und auch nicht der Rasen der Fussballclubs von Liverpool – die Abaty Tyndryn  oder die Tintern Abbey, die jezt für Gymnastikübungen verwendet wird.

Eglise St. Joseph in Le Havre. Die eindrücklichste und faszinierendste Beton-Kirche, die ich je gesehen habe. Entschuldigen sie, aber vom Schiff her, habe ich sie zuerst als Leuchtturm wahrgenommen … und das soll sie ja sein.

… und es wird weitergehen, gestern sind wir noch auf den Pilgerweg gestossen …

 

 

Auch für Pilger ändert die Welt

Einige Details zum dritten Pilgertag und was in vergangener Zeit Pilger berührte.

31. August 2019 – Treffpunkt um 09.00 Uhr – Wabern Tram-Endstation bei der Swisstopo, dem Bundesamt für Landestopografie (das zweitletzte Gebäude, bevor das Tram Nr. 9 in die Wendeschleife fährt).

Die Verantwortung für diesen Tag hat unser Präsident Jean-Claude Cantieni. Und jeder hat sein Bürde Holz zu tragen. Jean-Claude ist das Holzen in die Knochen gefahren und leider hängengeblieben. Er kann 20 Minuten gehen … kein Problem, es wird genügend Leute geben, die uns bis zu jcc in die Berner Innenstadt führen.

Machen wir aber zuerst einen Abstecher nach Frankreich. Nicht der Tannen willen, die anderer Willen nicht auf unsere Köpfe gefallen sind. Rückenweh hatte ich in Paris. Langsam laufen, immer wieder Museen bestaunen, Rucksack rumtragen und dann die Notre Dame. 35 000 Bovis Einheiten habe ich im Schiff gemessen und die Energie in den Körper aufgenommen. Eine halbe Stunde später waren die Schmerzen für den restlichen Parisaufenthalt weggeblasen. Nicht der wichtigste, aber sicher der bekannteste Startort für die Pilgerreise nach Spanien ist abgebrannt. Das Wahrzeichen von Paris, wie mehrmals berichtet wird. Entschuldigen sie bitte, aber das ist der Eifelturm.

Sofort kamen jede Menge Meldungen über Brandstiftung. Altes Holz könne nicht so leicht brennen! Wer schon mal in einer Kirche im „Estrich“ unter dem Dach war, hatte vielleicht gesehen, wieviel Dreck da rumliegen kann und Vogelnester, Vogelkot – alles zum „Anfeuern“ geeignet. Vermutlich war es einfach Pech. Und Schwefel war es nicht, der jetzt Umweltprobleme gibt. Blei! 300 Tonnen hochgiftiges Blei sind beim Brand geschmolzen.

Alt oder neu aufbauen? Jeder hat seine eigene Meinung. Als ich den Brand im Netz sah, meinte ich, dass ein moderner Glasaufbau, ähnlich wie im nahen Louvre bei der Pyramide wohl geeignet sei, die heutige Zeit zu zeigen. Zudem dürfte das viele Menschen anziehen, denn sie wollen eine Veränderung ansehen. Für einen genau gleichen Wiederaufbau werden vermutlich viel weniger Menschen nach Paris strömen.

Sofort hatte man eine riesengrosse Summe zugesagt, um die Notre Dame wieder aufzubauen. Ein Geschenk zurück an den Staat! Wir „Kleinen“ werden Steuerpolitik nie begreifen. Die Vermögenssteuer in Frankreich ist abgeschafft. Nicht ganz. Jeder muss für sein Haus pro Jahr zwei Steuerrechnungen bezahlen. In rund 50 Jahren bezahlen Hausbesitzer so viel Steuern, wie das Haus gekostet hat. Spätestens jetzt verstehen wir die Gilet Jaune – zumindest die friedlichen.

Die Schweiz ist nicht viel besser. Eigentlich bin ich sehr stolz, was wir beim USR III erreicht haben. Ein herzliches Dankeschön gilt für Res Peter, der mich zuerst auf eine Teilproblematik aufmerksam gemacht hat. Unser Einsatz hat sich bezahlt – USR III wurde abgelehnt. Sogar Jacquelin Badran ist für STAF. Zwei Sachen mit einer Abstimmung vermischen, wo bleibt da unsere echte Demokratie. Bitte verwechseln sie in diesem Link nicht die Bernerin Kathrin Bertschy mit der Aargauerin Karin Bertschi.

Wenden wir uns wieder Bern zu. Die Berner Sektion von libref. – das Forum Kirche & Gesellschaft – hat noch ein Programm für die Saison 2019/2020 aufgelegt. Der letzte Anlass, die Vereinsauflösung wird am 5.5.2020 stattfinden – zusammen mit Ben Vatter.

Auf unserem Pilgertag von Wabern wird Res Peter über das SEM (Punkt 39) und die Neustrukturierung der Bundesasylzentren berichten. Vermutlich wird ihm Andreas Nufer zur Seite stehen, der uns vielleicht auch einen Kaffee in seiner offenen Kirche – der Heiliggeistkirche einschenken wird.

Wenn treffe ich an der BernExpo, der BEA am Stand der Landeskirchen – Hans Zoss (rechts im Bild).  Hans hat uns am ersten Dezember im Adventskalender berichtet. Er kennt Andreas als Vorgänger garantiert und wir würden uns freuen, ihn beim Pilgern auch begrüssen zu dürfen. Selbstverständlich auch Hans Ruedi Spichiger, welchen wir am Stand auch begrüssen durften, der am ersten Pilgertag den Preis gewonnen hat. Diesen hat er einer Äusserung von Erich Hess zu verdanken. Zufall, dass wir Erich kurz darauf an einem andern Stand getroffen haben?

Im oben erwähnten Adventskalender kommt am Schluss auch Werner Gallusser zu Wort. Letzten Sonntag habe ich ihn mit unserem alevitischen Mitglied Mehmet im Altersheim in Basel besucht. Erstaunlich, wie der bald 90-jährige geistig noch mit Volldampf berichtet. Er freut sich über jeden Besuch.

Auf obigem Bild diskutiert der Stiftungsdirektor Peter Friedli von Diaconis, die ihr 175-jähriges Jubiläum feiern über „Loslassen“.

Loslassen ist nicht immer so einfach, wie die Mitarbeiterin, die für mich diesen Ballon steigen liess. Daher hatte sie am Schluss, beim geplanten Loslassen, nur noch zwei Ballone. Übrigens, Hans Zoss ist der Stiftungspräsident von Diaconis. Die erste Diakonissin, die mich schon bei meiner Taufe in der Pauluskirche getragen hat, ist meine Gotte. Vorher war sie „Mitstreiterin“ mit meiner Mutter, Hebamme, im Schweizerisch-Amerikanischen Spital in Neapel.

Danke für die Verpflegung an diesem Stand. „Grüner Güggel“ und Bier. Vergleicht doch mal ihr Signet und das unsere.

Lasst euch überraschen, was wir am dritten Tag unserer Pilgerei anbieten werden. Zweimal Weihnachten – vielleicht können wir das Berner Mitglied Roland Jeanneret gewinnen. Er würde uns vermutlich auch etwas über die Dolologie erzählen. Für das Museum, das ganz in der Nähe ist, werden wir wohl keine Zeit haben. „Wir wollen nicht nur Schlimmes lesen“ – ein lesenswerter aktueller Beitrag von ihm (Seite 9 resp. 8 im PDF).  Dafür gibt es allenfalls beim SEK, der dann vielleicht schon offiziell „Evangelische Kirche Schweiz“ heisst, etwas über den Namenswechsel zu hören. Evangelisch tönt für uns Liberale etwas heilig. Wieso nicht „Reformierte Kirche Schweiz“? Cantieni hat dazu sicher etwas im Köcher.

Vielleicht unterlassen wir von der Münstergasse aus den Abstecher ins Kirchenfeldquartier. Jemanden können wir zum Thema Brücken nicht mehr einladen. Christian Menn ist letztes Jahr verstorben. Auch der Abstecher in die Petrus Kirche wird vermutlich ins Wasser fallen, dort wo normalweise die Sektion Bern tagt. Letzte Woche an deren Hauptversammlung und dem Vortrag von Lorenz Marti, habe ich noch was vernommen. Das Mitglied Heinrich Hügli war am Bau der Bethlehem Kirche beteiligt. Die Kirche, die mich geprägt hat. Werner Küenzi war der leitende Architekt (Seite 4 resp. 3 im PDF) und auch die Sek Schwabgut wurde von ihm gebaut. „Meine“ SEK-undarschule.

Erinnerungen zum letzten Flug von Walter Riedweg

Lieber Walter

du hast die „mobile Kommunikation“  in der Schweiz eingeführt. Dank dem Handy, Mobile, das ich immer noch Natel nenne, kommunizieren heute Abermillionen in unserem Land. Nicht im Sekundenbereich, Stundenlang heutzutage. „Mein Gott Walter„, einen Tag vor deinem 65. Geburtstag haben wir einige Stunden darüber diskutiert und es der Nachwelt festgehalten. Deine Erinnerungen und Gedanken für die Zukunft. Der Originalbeitrag auf dem Blog des Kirchgemeindeverband des Kantons Bern ist zwar ganz verschwunden und bei libref unter „Mein Gott Walter“ fehlen die Bilder, aber Finänzler, du sogar mit Doktortitel, lassen sich nicht aus der Ruhe bringen: Im Finanzblog mit allen Bildern!

Du hast in der Schweizer Kommunikation Geschichte geschrieben und heute bringst du mich in Verlegenheit. Vermutlich kannst du diese Zeilen aus weiter Ferne lesen, aber so ganz sicher bin ich mir da nicht. Sie warten draussen im Briefkasten, dass der Brief an „Walter Riedweg sel“, morgen mitgenommen wird. Für heute war die Zeit zu knapp. Eine spezielle Briefmarke ist drauf – aus der Karibik. Helvetia steht drauf. Nicht ganz französisch Guayana, das dir und deinen Kunden später zu noch moderner Kommunikation verhalf. Dein letzter Flug geht höher als diese Raketen mit den Sateliten. Guter Flug und wir treffen uns wieder einmal. Deinen Angehörigen, vor allem deiner Frau Ida wünsche ich viel Kraft. Und entschuldige mich, wenn ich im „Plämpu“ nicht dabei sein kann. Ich bin in Leipzig an der Denkmal. Danke noch einmal, für dein Mitwirken und speziell dein Kommentar (am Schluss des Beitrages), als wir uns das letzte Mal in „Deiner“ Kirche getroffen haben und um in deiner humorvollen Sprache zu bleiben, „nimm die Pilger-Sondermünze mit, als Notgroschen für die letzte Pilgerei“.

An diesem ersten Pilgertag waren wir am Jordenweiher und haben über den Tod gesprochen. Auf meiner Beileidskarte ist ein Fluss abgebildet. „Jeder von uns muss einmal über den Jordan gehen“. Geniessen sie die ihnen verbleibende Zeit und setzen sie sich wie Walter für den Frieden unter den verschiedenen Religionen ein.

Waffenlieferung zum x-ten

Es ist fast wie schwarzer Humor – die Schweiz darf Waffen in Bürgerkriegsländer liefern.

Über dieses Thema gibt es schon einige Beiträge auf libref.ch.

Über meine Berufsgattung gab es politische Entscheide, die rund gleich viele Menschen in die Arbeitslosigkeit trieb, wie wenn die Schweiz keine Waffen mehr in Bürgerkriegsländer liefern dürfte. Wir von der Finanzseite waren gut ausgebildete Unternehmer oder hohe Angestellte und weil in der Finanzkrise nicht ganz alles zufriedenstellend lief, hat man die Kontrollen verschärft.

Ich schreibe es ganz böse. Wer betrügen will, kann dies immer noch problemlos machen. „Auf der Stelle blieben“ nur die Ehrlichen. Die Grossen und Unehrlichen können erschwert leicht weiter wursteln. Für sie sind die entstandenen Gebühren kein Problem.

Da mischt Politik mit. Hoffen wir, dass die heutige Crew der Finma aus den Führungs- und Kontrollfehlern der Finanzindustrie gelernt hat. Es ging ja, wie heute auch noch, nur um Finanzen. Das heisst, es ging um Geld, möglichst das, das in die eigenen Taschen landen soll.

Um Finanzen geht es auch bei der Kriegsindustrie. Rüstungsindustrie sagen die einen. Rüstung, das ist doch so ein metalliges Kleidungsstück – klobig, sperrig, hart.  Da sagt mir doch ein Bekannter: „Wenn wir die Waffen nicht liefern, dann liefern die andere und der Verdienst bleibt nicht in der Schweiz.“ Bireweich! Oh du Fröhliche. Gar Ostereier essen und früher Eiergranaten produziert. Das „Bireweich“ müssten auch andere hören.

Das passt nicht in die Schweizer Neutralität!
Der Blick: Saudis töten mit Schweizer Sturmgewehren!

2/3 sind dafür, dass wir keine Waffen liefern sollen – so das Resultat in der Umfrage. Nur, die Frage ist echt verfänglich gestellt. Negativ und da muss man anders reagieren!

Soll die Schweiz den Saudis keine Waffen mehr liefern? Auf diese Frage kann man nicht mit NEIN antworten. Die Antwortmöglichkeit müsste „DOCH“ sein und ich bin überzeugt, dass ein schöner Prozentsatz mit NEIN geantwortet hat und die wollen auch, dass man keine Waffen mehr liefert.

Beim Pilgern nächstes Jahr gibt es genügend Stoff über die politische Strecke durch Bern – mehr am Schluss des Beitrages der heurigen Strecke „Kinder Krieg-en“.

Waffen liefern ist behördlich in Ordnung, Werbung erlaubt.

Kugeln sind erlaubt!

„Waffen können tödlich sein, fragen sie ihren Arzt oder Bestatter.“

 

Nahrungsergänzungsmittel und die Komplementärmedizin haben es da viel schwerer. Behördlich kein Segen für Heilsversprechen.

Kügeli sind verboten!

„Calendula oder Schwedenbitter helfen gegen Kriegs-Verbrennungen“

 

Und noch etwas aus der Schule geplaudert. Weil die Lang-Stiftung rein theoretisch Geld waschen könnte, verlangen die Behörden grobgesagt, dass sie revisionstechnisch einer kirchlichen Behörde unterzuordnen sind. So weit so gut, aber wir sind absolut niemandem verpflichtet. Die Lang-Stiftung wurde von ibref., damals noch unter anderem Namen, gegründet. Vorher hatte unser Verein einmal die reformierte Kirche der Schweiz geprägt. So gesehen, müssten die kantonalen Kirchen eigentlich uns unterstellt werden.

Viele Juristen sind wie Engel! Weltfremde Lebewesen – vielleicht gar Fabelwesen!

 

 

Samstag, 25. August 2018 – 2. Etappe bei „Friede herrscht – proref pilgern“

Die einzelnen Pilgerstationen 20 – 39 mit dem Thema „Kinder Krieg-en“ sind hier ausgiebig beschrieben. Ich beschränke mich auf einzelne Stationspunkte mit Ergänzungen oder speziellen Erlebnissen.

Zufall? Als ich heute die friedlich geschossen Bilder auf den Kompi rüberbeame und zu schreiben beginne, spricht einer im Radio. Ralph Wiki. Ralph kennen wir doch, wie er genau eine Woche vor unserem ersten Pilgertag betet (unten am Beitrag). Die Hitparade August 1981 läuft. Damals war ich etwas mehr im Stress – mitten in den Abschlussprüfungen. „Oh no no“ in der Parade – ich hab es trotzdem geschafft, also „Flieg nicht zu hoch mein kleiner Freund„. Eine der schönsten Schnulzen, die je die Leiter erklomm. „La Provence“ und „Angel of the morning„, das gut zum gestrigen Pilgermorgen passt.

Wir treffen uns am Europaplatz beim Haus der Religionen. Rund hundert Anwesende! Huch, uns dürfte ein anstrengender Tag bevorstehen! Nur keine Angst, die PilgerfreundInnen halten sich in Grenzen. Wir stossen auf die Vorbereitung des Festes der Hindus und verweilen länger als geplant hier. Toll die Stimmung hier. Wie das Fest genau heisst, bekomme ich nicht mit … schaut selbst. Eine Pilgerin begleitet uns, die als Kleinkind etwas Tamil verstanden hat und bis zum Alter von 5 1/2 Jahren in Indien lebte. Deutsch der Eltern und Englisch mit dem Hauspersonal und im Kindergarten war schon genug. Also begnügten wir uns Englisch und Deutsch.

Wir werden von Vasanthamala Jeyakumar ganz herzlich begrüsst und stellen fest, dass das Fest in zwei Stunden beginnt. Brigitte Rothach weilt in den Ferien. Ihr Mann, Konrad Schmied ist der Präsident der Lang-Siftung und am Freitag habe ich meinen Kommentar zur Stiftungsaufsicht abgegeben. Die Teilnehmer würden sich freuen, wenn wir die übernehmen werden. Damit sind schon mindestens drei Vorstandsmitglieder dafür. Statutengemäss brauchen wir jetzt noch zwei und der „Handel“ ist abgeschlossen und die Stiftung kann den Handelsregistereintrag vervollständigen. Greifen wir zwei Stunden vor:

Feuer auf dem Kopf! Dabei ist es heute gar nicht so heiss. Der erste „vernünftige“ Tag diesen Sommer fürs Pilgern – 17 Grad. Einmal gab es kurz Regen … aber später mehr dazu und jetzt wieder der geplanten Reihenfolge der Pilgerroute nach.

Vorbei an der schönsten Stein-Brache in der Stadt Bern – dem Warmbächli, dem Standort der ehemaligen Verbrennungsanstalt. Verbrennung – das Stichwort. Drei Tage vorher habe ich es fertig gebracht, Tapeten zu entfernen, die siebenundvierzig Jahre hinter einem Schrank angeklebt waren. Genau dort, wo keine UV-Strahlen hinkommen. Tapete, Kleister und Wand haben sich so total verfestigen können. An Stellen, wo Licht dazu kam, hat Wasser und der Tapetenfuchs oder Tapetenigel gereicht, um alles zu entfernen. Also muss man das Dampfgerät zu Hilfe nehmen. Dampf am Körper macht nicht wirklich Spass. Vor allem in der Halsgegend, wo es beim Pilgern vom Stoff reibt. Schwedenbitter ist nicht ganz einfach in der Schweiz aufzutreiben, aber eine Schwedenmischung geht auch. Bräuchte vierzig Tage zum Ansetzen. Daher improvisieren und mit Biorahmquark vermischen und darunter gehackten Breit- oder Spitzwegerich und Frauenmänteli mischen. Hilft echt gut und vor allem die Brandstellen täglich mehrmals mit Ringelblumensalbe einreiben …

… immer scheine ich zumindest einen gut gesinnten Engel um mich zu haben. Ich schalte eine Gedenkminute auf dem Bremgartenfriedhof ein und danke, dass ich hier, damals noch Teich, „nur“ eine Nahtoderfahrung hatte. Die meisten, die hier ruhen, waren eine Stufe weiter gekommen. Todernstes Thema, aber wir haben heute extrem viel gelacht … das hilft über manches hinweg. Wer Sarkasmus nicht verträgt, springt zum nächsten Absatz. „In Österreich ist ein Gleitschirmpilot in den Friedhof abgestürzt. Bisher hätten sie 200 Tote geborgen.“ Das erzählte mir ein Gleitschirmpilot, als wir im Tandemflug sechshundert Meter über dem Friedhof von Adelboden schwebten – bei aufziehendem Wintersturm. Eines stellen wir fest, auf dem Bremgartenfriedhof hat es immer weniger Gräber. Heute werden vor allem Gemeinschaftsgräber bevorzugt …

… wo heute vor allem Engel vorherrschen.

Auf der andern Seite der namenlosen Brücken schauen wir uns die Drehscheibe an. Sie existiert immer noch. Vermutlich sogar unter Denkmalschutz. Einen brauchbaren Link finde ich nicht. Drehscheibe ist ein vielfältiges Wort. Wir könnten es in der Schweiz für Frieden brauchen, wobei die Mehrheit der Politiker unsere Meinung nicht nachvollziehen kann. Die Hitparade kommt mir in den Sinn. Genau genommen Nicole – „Ein bisschen Frieden„. Übrigens, auf unserer Pilgerei entdecken wir viele schöne Blumen …

… und die ersten „Herbstblätter“. Blätter, die nach langer Dürrezeit beim ersten Regen abgeworfen werden.

Wir diskutieren über ein kleines Buch – „Wer war der Apostel Paulus?“ herausgegeben von Jochen Streiter. Es folgt demnächst eine Rezension auf diesem Blog. Das Buch wird von einer Pilgerin auf der Nachhausefahrt ins Tessin gelesen und heute an jemanden weitergegeben, der Martin Werner, den Verfasser, kannte.

Die Paulus Kirche, die schönste Kirche in Bern, war am Samstag geschlossen. Das erste mal hab ich sie von innen gesehen, als ich noch nicht einmal einjährig war. Taufe. Von aussen ist sie auch wunderschön. Grund genug, dass einige Pilger noch einmal nach Bern kommen werden. Wir werden aber entschädigt. Bei der Uni Tobler findet das Sommerfest der Paulus Kirchgemeinde statt.

… ein herrliches Gebäck von syrischen Flüchtlingen. Wir denken an die Panzerhallen der von Roll, die einige Strassen entfernt sind. „Bundesrat lockert Exportverbot für Waffen.“ Der wohl traurigste und umstrittenste Entscheid unseres heutigen Bundesrates. Wir Pilgerer sind eindeutig dieser Meinung. Übrigens, es müsste ja Pilger heissen, aber darüber haben wir in der Routenbeschreibung geschrieben.

Wir denken kurz an den Europaplatz zurück. Wieso heisst der nicht Weltplatz?

Zumindest hier herrscht Frieden. Auf dem grossen Flohmarkt kauft sich eine Pilgerin, eben nicht Pilgererin, eine modische Jacke für zehn Franken … gut, denn später bricht ein Sturm los, begleitet von Regen.

Die Kirche Köniz „von“ Max Balsiger zeigt sich von aussen in ihrer düstersten Stimmung.

Die Engelbank ist zum Abflug bereit, schon auf Schemeln – „auf dem Weg zu Max?“. Er wird von oben Freude an den nächsten Bildern haben!

Ursprünglich die älteste Kirche im Raum Bern …

Katholisch, zumindest der Decke nach zu urteilen – falsch, reformiert.

Die Königin Bertha von Claude beschrieben. Die Beschreibung von Longchamp geht nächste Woche in geänderter Schrift an eine Bekannte, die heute in hohen Alter mit einer übergrossen Lupe lesen muss.

Auf alle Fälle hatte unser früherer Präsident ein ganz stattliches Zuhause.

Langsam, nur 30, am Schluss des heutigen Tages und schon etwas müde.

Vielfältig war der Tag – der riesengrosse Wandbehang an der St. Michael Kirche in Wabern …

… und was finden wir fast am Schluss, kurz vor der Swisstoto. Einen Dolendeckel und ganz in der Nähe müsste das Lager der Dolologen zu finden sein – „der Einstieg zur Unterwelt„. Ein Mitglied in diesem Verein ist auch aktives Mitglied in der Sektion Bern. Vielleicht kommt er nächstes Jahr mit und erklärt uns einer der nächsten anzupilgernden Punkte in der nächsten Umgebung.

Der dritte Pilgertag – Inter-/Nationale Kirchen-/Politik -könnte spannend werden. Unser Präsident Jean-Claude Cantieni hat sich letztes Jahr bereit erklärt, diesen zu leiten. Diskussionspunkte gibt es viele. Zwei der letzten Tage:

Aber ganz am Schluss haben wir noch einen Blick nach oben gemacht …

.

… zum Garten Tower, dem neuen Wahrzeichen von Wabern.

Hier geht es zur Übersicht – Friede herrscht – liberales Pilgern.

„Konfessionslos zu sein, bedeute nicht einfach, nichts zu glauben.“

Das sagt Professor Dr. Martin Sallmam im Artikel „Wie die etablierten Kirchen an Boden verlieren„.

Ein lesenswerter Artikel. Martin erwähnt auch die katholische Kirche Heiligkereuz im Tiefenau – Punkt 88 bei proref. pilgert. Über Punkt 89 – die reformierte Mathäuskirche  in der Nachbarschaft wird Übermorgen entschieden. Abriss, wie es schon vor zwei Jahren zur Debatte stand? Ganze drei Kommentare und einer vermutlich von einem Studienkollegen, der die wirtschaftlichen Aspekte betrachtet.

Die beiden Antworten, die er erhalten hatte sprechen für sich. Die Kirche soll sich aus der Politik raushalten! Da sind wir etwas anderer Ansicht. Und wenn sie noch etwas Spannendes lesen wollen, dann Peter Bichsel. Hier der Lead-Spruch:

„Ich habe den Eindruck, dass ich in einem Land lebe, das sehr, sehr gefährdet ist. Und zwar nicht durch Terrorismus, sondern durch uns selbst.“

Nun schreibe ich gleich den Text des zweiten kirchenunpolitischen Kommentators hin. „Peter, der Spruch könnte von mir sein …“.

pilgern in Bern-West: „Alles hat seine Zeit und alles braucht seine Zeit“

Einige Stimmungsbilder und das Wichtigste von der Podiumsdiskussion.

500 Jahre Reformation – was nun?  

          Flyer     –      libref.ch

Erster Tag – Samstag, 19. August 2017 – Leben und Sterben

Im vergangenen Jahr holten sich 278’041 Pilger eine Urkunde.“ Die stolze Zahl von durchschnittlich 760 pro Tag haben wir bei unserem ersten Pilgertag in Bern bei weitem nicht erreicht. Aber es war toll, gab kein böses Wort – Friede herrschte.

Eine Stunde vor dem Start. Die Aare zieht mit relativ viel Wasser gegen den Wohlensee. Normalerweise ist hier praktisch kein fliessendes Wasser mehr auszumachen. Wir hatten richtig Wetterglück. Ja, wenn Engel pilgern, scheint die Sonne. Keiner hätte das gedacht. Am Abend vorher waren wir noch im Haus der Religionen und genehmigten uns draussen ein Getränk. Plötzlich zieht ein Sturm auf. Der erste Subway-Pappbecher fliegt durch die Luft, dann der Aschenbecher und kurz darauf vier Deziliter Pepsi gefolgt von Plakatständern und mobilen Fahnen. Es giesst in Kübeln. Andernorts ist es weit schlimmer.

Frühstück auf dem Campingplatz – ein Pfarrsohn bedient uns – der Tag scheint unter einem guten Stern zu stehen. Vielleicht sieht man sich auf der andern Seite der Stadt wieder.

Am Pilgertag haben wir es schön warm, nicht heiss … und geniessen die Wolken. Eine wunderschöne Wetterstimmung während des ganzen Tages.

Am Hafen von Bern werden wir mit einem „Achter mit“ begrüsst und von Peter Bichsel darf ich die besten Wünsche zum Tag ausrichten.

Das werden auf unserem Bummel nicht die einzigen Zuschauer bleiben, die …

… uns interessiert nachschauen.

Wegwerfgesellschaft. Im Gegensatz zu andern, lassen wir nichts liegen.

Keine fünfzig Meter neben der Tafel!

Die Engel scheinen zu helfen. Nach dem Start herrscht vorwiegend Sauberkeit. Irgendwo steht bei einem Pult, einem Bürostuhl und einem Schrank „gratis“. Gegenstände, die beim Pilgern eher hinderlich sind. Wir lassen sie stehen. Vielleicht kann ein anderer diese wiederverwerten.

Es gibt doch ein Bild, wo drei vom Vorstand Schweiz, Therese von Bern und mein „Probepilger Jiri“ auf einem Bild zu sehen sind – Res fotografiert. Am Jordeweiher gedenken wir der Mutter eines Vorstandskollegen und sprechen unser Beileid aus.

Von den Kirchen und andern Gebäuden oder dem Bümpliz-Friedhof zeigen wir keine zusätzlichen Bilder.  Die sind statisch, ändern sich kaum. Pflanzen sind anders, die passen sich der Jahreszeit an.

Fast ein botanischer Rundgang mit den Erläuterungen verschiedener Teilnehmer. Hier ein Beispiel, wie heute der Stadtbach aussieht. Reisende in Tram, Bus, Auto und Auto fahren daneben vorbei. Vielleicht gibt es einige Radfahrer und Fussgänger, die diese Schönheiten sehen. „Stadtgrün“ verwaltet einige Meter daneben, aber diese grüne Insel gibt es schon seit Jahrzehnten. „Hier können sie noch Forellen sehen.“ Erst fünf Meter später eine riesengrosse. Nur eine. Die Sonne scheint zu stark. Schatten unter den Brücken ist gefragt. Wir gehen darüber oder mal unten durch. Allen Kirchen danken wir, die für uns geöffnet hatten. Nur zwei hatten geschlossen. Nicht „besetzt“, aber genau diejenigen, die sich „frei“ nennen.

Etwas muss ich noch erwähnen. Die besten Ravioli, die ich jemals gegessen habe. Teigwaren, das ist Weltanschauung, Vermarktung pur. Ich mag mich nicht besinnen, dass eine Mahlzeit jemals im Tscharni so gut war. Echt Spitze. Und das ist nicht das erste mal, dass ich dort war. An die Band „Hinkelstein“ werden sich wenige erinnern. Hardrock und einer spielt immer noch Unterhaltungsmusik und Mozart. Heute geht’s die Treppe nur noch runter zum Pinkelstein, aber einen Pilgerstein finden wir nicht …

… dafür drei Klöppel, das Wahrzeichen der St. Antionius Kirche in Bümpliz – genannt „dr Plämpu„.

Hier folgt eine herrliche Diskussion. „Mein Gott Walter“ führt in die Geschichte der Kommunikation ein. Von der Trommel bis zum Satellit hat er alles erlebt – in Französisch Guyana. Grund genug, beim späteren Nachtessen etwas zu geniessen, das den gleichen Ursprung hat, wie Castros Staatsgeschenk und in (Britisch) Guyana „zwischen“-gelandet ist.

Der erwähnte Hans lässt sich heute entschuldigen, ebenso BR Schneider-Amman, Stadtpräsident Alec von Graffenried,   Synodalrat Stefan Ramseier (Bümpliz) und der ref. Synodalratspräsident Andreas Zeller, der uns nächstes Jahr durch Holligen begleiten wird. Es kann sogar sein, dass wir zwei in diesem Quartier in den Jugendjahren zusammen gespielt haben. Er kennt meine Cousine und die Brige, die auch trommelt.

Einweg- oder Zweiwegkommunikation mit Walter Riedweg, kann man nicht schriftlich festhalten, das muss man erleben. Danke. Die Kirche kann, muss in der heutigen Zeit wo viel gesendet, aber wenig zugehört wird helfen, den richtigen Weg aufzuzeigen. Patrick Schafer, der Gemeindeleiter von St. Antonius (Bümpliz) und St. Mauritius (Bethlehem) erzählte viele praktische Beispiele, wie Leute integriert werden und wie sie unter Christen zusammen arbeiten.

Ein wichtiges Anliegen für alle ist, dass Einwanderer das Christentum akzeptieren und Frauen nicht unterdrücken. Sie sollen sich in unser christliches Abendland integrieren.

Es wird erwähnt: Wir wollen sprechen, wie uns der Schnabel gewachsen ist und wer hat uns den Massstab gesetzt, dass wir nicht mehr „zehn kleine Negerlein“, „lustig ist das Zigeunerleben“ oder „C.A.F.E.E“. singen dürfen? Die Politik sollte öfters auf die Kirche hören. Über solche Worte wird heute viel geschrieben und Leute verpönt, die unsere Sprache sprechen. Das Mikrofon wegnehmen! Dieser „cho“ hat nichts mit unserem „cho“ zu tun, der den Hahn gezeichnet hat. Viel interessanter für mich ist die Redaktionskollegin. Demnächst treffe ich ihren Vater und wir sprechen über drei Kinder, die mitten in den Medien stecken. Erich, heute schreibt eine prominente Zeitung, was wir gestern besprochen haben.

Auf der andern Seite geht von der Presse, die am Freitag informiert wurde, niemand dem Hinweis nach, dass bei der Suche auf local.ch nach „Bundesasylzentrum“ eine Schädlingsbekämpfungsfirma kommtsiehe Punkt 41. Der  Besitzer wusste nichts davon und sagte mir am Telefon. „Ich habe sicher nichts gegen Ausländer, ich verdiene ja sogar Geld damit.“

Die Kirche und die Politik müssen sich einsetzen, dass für die Schweiz mehr ethische Normen eingehalten, gesetzt werden. Zum Beispiel beim Import sollen für alle gleichlange Spiesse gelten und der Umgang mit Ressourcen soll geschont werden.

Am Schluss der Diskussion wurde für die beste Bemerkung ein Power Handy als Preis abgegeben. Der ehemalige Beauftragter für kirchliche Angelegenheiten und Präsident des Kirchgemeinde-verband des Kanton Bern, Hansruedi Spichiger, meinte: „I ha doch scho eis.“

Hansruedi, herzliche Gratulation, zum Power Handy. Ja, kommunizieren ist nicht immer einfach. Der Brief an die Heiliggeistkirche, Spitalgasse 44, 3011 Bern kam von DiePost als „unbekannt“ zurück. Genaugleich bei der katholisch-apostolischen Gemeinde. Ein Armutszeugnis in Sachen Kommunikation für die beiden ehemaligen Bundesbetriebe sei das. Heute machen alle zu viel, aber zu wenig richtig.

Hansruedi Spichiger und Walter Riedweg bei der anschliessenden Diskussion im kleineren Kreis … zwei essen Muscheln, aber keine Jakobsmuscheln. Walter, der in der heutigen Zeit vermutlich wichtigste ehemalige PTT-Direktor, hat das Handy in der Schweiz eingeführt. Das sieht man seiner Handynummer an – fünf Nullen. Meist kommt dann: „Ich bin zur Zeit nicht erreichbar.“ Wer kann heute schon darauf verzichten. Wie oft nehmen sie es zur Hand, während zwei Stunden beim Nachtessen? Drei von uns fünfen können das nicht. Sie verzichten bewusst aufs Digitale und geniessen die analoge Fünfwegkommunikation und das zweite Mal „italienisch“ essen … die sind heute integriert. Früher hatten sie den Übernamen von „cinque la mora“.  Wenn man nicht die finanzielle Bedeutung von mora nimmt, kann sogar dies rassistisch sein, die Brünette – Blonde sind diesmal ausgeschlossen. Der Kreis schliesst sich und beim Wirt stellt sich heraus, dass er der Sohn unseres Mortadella-Lieferanten war. Sein Laden war im Postgebäude quer gegenüber. PTT und Kirche unterliegen den Zeitbedingen – manchmal genau im Sinn des Wortes. Morgen legen sie den Weg zur Integration, Fusion frei.

Leben und sterben, war das Thema beim Pilgern am 19. August 2017. Am Tag danach starb einer der weltbesten im Bereich Kommunikation und Komikeraktion. Eine Art Einwegkommunikation die besonders jetzt zu Tränen rühren könnte. Die Schreibmaschine von Jerry Lewis

… und wer mehr über Kommunikation erfahren will, geht ins neu eröffnete Museum für Kommunikation.

Alles hat seine Zeit und alles braucht seine Zeit.

 

 

Kommentare:

Lieber Stephan
Herzlichen Dank für die deine guten Ideen zum Pilgern von Proref und die erfrischende Berichterstattung. Auch wenn nicht Tausende oder Hunderte gepilgert haben, so war  unsere Diskussion doch anregend und einige Erkenntnisse könnten die kirchliche Zukunft erneuern. Angefangen bei ernsthaften Gesprächen (ohne Handy und dauernde Chat-Unterbrüche) über die gesellschaftliche Entwicklung, die Bedeutung unserer Landeskirchen und Kirchgemeinden für die Bewahrung einer auf christlichen Wertvorstellungen basierenden Schweiz …..
Ich würde mich freuen, wenn proref auch in Zukunft zum ökumenischen Dialog unserer Landeskirchen beitragen wird. Nicht zu vergessen den Dialog mit den nichtchristlichen Religionsangehörigen, die wir nicht genug auf unsere Verfassung, Gesetze und christlichen Werte verpflichten müssen, mit dem Ziel den religiösen Frieden zu bewahren.
Beste Wünsche für das weitere Gedeihen von proref und Grüsse
Walter