Kategorie-Archiv: 04 Reformierte Landeskirche

Kurz hinter dem Mond ist der Kanton Aargau zu finden …

… so zumindest für einige, sorry ich kann es nicht anders schreiben, christliche Extremisten. Kein Hexenmuseum auf der Liebegg.

Na ja, die AZ schreibt von Christlichen Fundamentalisten. Gibt es einen Unterschied? Fundis lässt sich besser abkürzen. Liebe Fundis, beachtet doch einmal, dass Hexen auch nur Menschen sind. Einige waren sicher böse Frauen, denen Mann dann Hexe gesagt hat. Böse Frauen gibt es immer noch, auch solche die an Hexen glauben. Ich kenne auch einige, bei denen zumindest der zweite Teil des vorderen Satzes zutrifft. Die meisten sogenannten Hexen konnten mehr als andere und auch mehr als Männer. Irgendwie denke ich, dass das männliche Wesen in den letzten paar Hundert Jahren zumindest im Abendland doch umgänglicher wurde. Gemacht wurde. Gleichheit herrscht, sorry frauscht, noch nicht überall. Vermutlich gibt es immer noch mehr böse Männer, als böse Frauen.

Ich kenne einige ganz tolle PfarrerInnen im Aargau und habe Freunde, die in Freikirchen sind. Wir sehen die Welt gleich, manchmal dreht sie heute nicht ganz rund, kratzt. Aber höllische Auseinandersetzungen über Gott und die Welt. Sicher nicht, himmlische Diskussionen. Mit Ursus werde ich heute Abend sicher diskutieren. Vermutlich werden auch einige Prof. theol., verteilt über die ganze Schweiz, mitschmunzeln. David ist nicht mehr dabei aber er wohnt in der verhexten Gemeinde. Auch dort herrscht – frauscht – Ehtik und Regenwetter.

Gränichen ist garantiert verhext. Da gibt es doch Bilder von der Liebegg und ich unten mit der Sense. Himmel und Hölle nochmal, wo sind die bei mir abgelegt. Verhext! Quatsch, das war mir zu gefährlich, mit dem eigenen Fotoapparat herumzuschiessen, derweil 20 mit Sensen bewaffnet, ganzen Ländereien unter der Liebegg zu Leibe rückten. Glauben sie nicht? Sicher doch.

Die verhexte Kirche! Die gibt es nicht. Und auch keine echte Hexen. Nur einige Fundis. Oder solche, die nicht genau wissen, was Sache ist. Sollte ich beim Singen des Männerchors in Kirchrued entgegen allen andern sitzen bleiben, beten wir wieder einmal das Glaubensbekenntnis. Das ist meinetwegen für die Füchse. Für meine Kirche gibt es das nicht. Die ist Bekenntnisfrei. Die wichtigste Unterscheidung zu den Katholiken und dem ökumenischen Rat. Nun ja, der Fuchs sei zum Teil entschuldigt. Der kommt aus dem übernächsten Tal und das ist im Grunde genommen schon fast katholisch. Habsburger – also, ab in die Ferien. Diesmal direkt in den Süden, es ist morgen Frühlingsbeginn. Wenn ich zwar rausschaue, ist das noch ein bisschen verhext.

Verhext? Nicht wirklich. März 1980. 2.50 Meter Neuschnee in 12 Stunden, da hat es nicht nur geflöckelt … oder meinten sie bröckeln? Verhexte deutsche Sprache … SRF ist ja fast wie eine Religion.

Verhext, nein, Anflug von hinten … der Abstecher hält sich in einigen hundert Metern. Und was fliegt hier rum? Krähen – die Mythologie des Kantons Aargau lässt grüssen.

Wir gratulieren Pfarrer Ernst Sieber

Lieber Ernst, heute hast du Geburtstag und es wurde mir eine Gratulation versprochen, die ich einfach hätte hineinstellen können.

Vermutlich werden diese Zeilen noch einmal kommen … du kennst ihn besser, als mich. Über dich zu schreiben, wäre schade … da hört man lieber Radio SRF1 – hoppla, nicht dass ich in die Vergangenheit hören könnte, aber das aktuelle Podcast über dich ist noch nicht aufgeschaltet. Hohlen wir nach. In den News Sozialwerke Pfarrer Sieber ist zu lesen, dass der Geburtstagsgottesdienst im Grossmünster aus familiären Gründen abgesagt wurde. Hoffentlich nichts Schlimmes. Gott behüte euch.

Ernst Sieber ist heute ein Markenzeichen. Anders kann man es nicht sagen. Du bist nicht der erste. Ernst Sieber der Motf Uof kam dir zuvor. Er war auch Mitglied der Weissen Rose. Das erinnert mich irgendwie an was, aber du bist nicht im Geheimdienst, du wirst von der Mafia bewacht.

Fährst du eigentlich immer noch deinen orangen Bus – hat gut zu den Sikhs mit ihrem orangen Ehrentuch gepasst.

Zusammen mit Karan Singh und noch andere haben uns beschützt …

… die Ehrengarde, bis an die Zähne bewaffnet, wie wir Schweizer – nicht für deinen VW, für die Eröffnung des Sikhs Tempels in Langenthal. Und es gab noch einige ähnliche Busse, mit etwas unauffälligerer Farbe, dessen Insassen uns schützten, denn es gab eine Drohung auf den Anschlag auf einen Gemeinderat. Deshalb hat damals auch keiner teilgenommen. Und praktisch niemand hat bemerkt, dass die Einsatztruppen bereit standen.

Friedlich und helfen, das ist dein Lebenswerk …

… am Friedensmarsch in Bern, friedlich, die Polizei gar farblich „in“ …

… Händedruck und das mit der Polizeikaserne Bern im Hintergrund. Keine Sachbeschädigung, wie das leider heute der Fall ist und von Verletzten wollen wir gar nicht erst sprechen …

… halt, da war doch einer, der ein altes Wagenrad zerstörte …

… und dem wünschen wir weitere 90 Jahre erfolgreiches Wirken und statistisch gesehen darf man sagen, dass da noch einige Jahre Nachwirken mitdrin sein werden. Wir würden uns freuen, wenn du beim „liberales Pilgern“ dabei sein könntest. Start am 10. Juni 2017 in Bethlehem.

Die Radiosendung will ich noch nachtragen. Noch immer nicht, aber da ist direkt unter einem Video von dir, das Bild von Endo Anaconda und weiter unten von Nils Balts. Ueli Balsiger, der Sohn von unserem langjährigen Präsidenten Pfarrer Max Balsiger habe ich „leider“ diese Woche gesehen. Und da ist auch ein Lied von Johnny Cash …

… Ernst, „run on for a long time“, wie Hans Bargeld im Text singt!

USR III: „Wirtschaft setzt Kirchen unter Druck“

„In ihrem Widerstand gegen die Unternehmenssteuerreform II fühlen sich die Kirchen unter Druck gesetzt.“ Dies schreibt Henry Habegger in der Aargeuer Zeitung.  Und er kommentiert: „Unabhängig von der USR III: Gerade die Kirchen, wer denn sonst, müssen für ihre Überzeugungen und Werte hinstehen. Das ist gerade 2017, in einer Zeit voller Unwägbarkeiten und Unsicherheiten, wichtiger denn je.“ Siehe den Kommentar hier.

Danke, sehr geehrter Herr Habegger, für diese klare Haltung

Alles Gute für die nächsten 500 Jahre

Gute Wünsche zum Jahresanfang können dieses Jahr sicher gebraucht werden – zumindest für die Landeskirche und die Mittleren und Kleinen mit einem NEIN zu USR III am 12. Februar.

Wir sind liberal und stehen in der Mitte, deshalb hier ein relativ neutraler Überblick über USR III. Die Begründungen für das kirchliche NEIN beim Referendum zum Unternehmenssteuerreformgesetz III (USR III) liefert vor allem Res Peter in den untenstehenden Beiträgen ab September.

USR III ist aber nicht nur für die Kirche gefährlich, sondern vor allem für den Mittelstand und die „Unterdurchschnittlichen“. Ende November habe ich über den Dividendenabzug geschrieben. Die Zahlen dazu habe ich aus kirchlichen Kreisen aus Zürich erfahren. In Bern ist der entsprechende Artikel nicht aufgeschaltet worden, was sonst üblich ist. Dafür habe ich am Sylvester den HIV Bern und den WVO informiert, dass er sich mal meine Zeilen durchliest. In diesem Jahr nehme ich schliesslich das 26. und letzte Jahr als Revisor im Wirtschaftsverband Oberaargau in Angriff und erachte es wichtig, dass auch Verbände nicht einfach immer „alles Gute von Oben“ übernehmen, sondern hinterdenken. Ein Jahr länger als angesagt – stufenweiser Wechsel nennt man das, der Ältere hat nun Vortritt.

Ihm habe ich versprochen, dass ich den Link zur „Parasitären Steuerpolitik“ von Daniel Binswanger aufschalte. Auch von ihm ist  „Die Rechte Linke“ und daraus zitiere ich einen Satz:

„Stammwähler der Linken sind nicht mehr die Arbeiter, sondern die hochqualifizierte, akademische Mittelschicht.“

Obigen Satz habe ich nach meinem Frankreich-Aufenthalt gelesen und dort geschrieben, dass kein Stein auf dem andern bleibt und von den wiederkommenden 68-igern, die nächstes Jahr das halbe Jahrhundert als Jubiläum feiern werden.

Sollten die guten Wünsche für 500 Jahre zu viel für sie sein, so versuchen sie es doch mit „2050 – Gebrauchsanleitung für die Zukunft“. In der letzten Ausgabe von GDI IMPULS, die mich mehr als das halbe Leben begleitet hat und die ich schon ganz am Anfang abonniert hatte.

Zumindest ein gutes 2017 und einen ablehnenden 12. Februar. Hier noch einige Argumente dagegen von der SP.

Katholiken von Solothurn und die USR III

Die Katholische Kirche in Solothurn thematisiert die USR III in ihrer aktuellen Ausgabe im Kirchenblatt für die römisch-katholische Pfarreien im Kanton Solothurn. Dr. theol. Urban Fink-Wagner zeigt auf, warum es für die Mitglieder aller Kirchen wichtig ist, sich über die USR III und ihre Folgen zu informieren. Gerade weil die Vorlage, über die wir am 12. Februar abstimmen, so kompliziert ist, muss man sich ein Bild machen.

Urban Fink-Wagner ist Historiker und promovierte Theologe und Absolvent des Executive MBA an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich. Als Geschäftsführer des katholischen Hilfswerks Inländische Mission ist er täglich mit Kirchgemeinden und Pfarreien konfrontiert, die Unterstützung benötigen, um ihre Aufgaben finanzieren zu können. Als Kenner der kirchlichen Verhältnisse in der ganzen Schweiz erachtet er die Weiterführung des Kirchensteuersystems als dringlich; jegliche andere Variante wäre letztlich für den Staat kostspieliger und für die Gesellschaft weit über das Finanzielle hinaus ein grosser Verlust.

 

USR III: „Die Schleifung der Solidarität mit dem Steuerrecht“

So heisst der Titel der Studie des Ethikers Professor Dr. Frank Mathwig, Mitarbeiter des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes. Lesen Sie die sehr informative Studie hier.

Eine kürzer Version dieser Studie, und die offizielle Haltung des SEK,   ist hier abrufbar. Sie fragt danach, ob die USR III der Lebensdienlichkeit dient. Antworten müssen Sie, liebe liberale Leserin, lieber denkender Leser, selbst.

Die Neue Luzerner Nachrichten haben nun auch über den Verein „Kirchliches-nein.ch“ berichtet. Siehe hier.

Und: Beschwört Stadtrat Daniel Leupi ein Monstrum? Ist alles halb so wild, nur die Abwanderung von150’000 Arbeitsplätzen ist wild? Lesen Sie den  Beitrag von Herrn Fritzsche in der NZZ hier.

USR III: kirchliches-nein.ch hat schon über zweihundertachtzig Unterstützer*innen

Der von Manuel Amstutz, Andreas Nufer und Res Peter, Vorstandsmitglied von libref, gegründete Verein hat schon über hundert kirchliche Supportgivers. Siehe kirchliches-nein.ch

Und: Das demokratisches Kirchenorgan des Stadtverbandes der reformierten Kirchgemeinden der Stadt Zürich, die sogenannte Zentralkirchenpflege, hat an ihrer Sitzung vom Mittwoch, 7. Dezember, in einer Konsultativabstimmung folgenden Satz mit absolutem Mehr unterstützt hat: „Die Zentralkirchenpflege der reformierten Kirche der Stadt Zürich ist für Reformen, aber nicht für die USR III in ihrer jetzigen Form.“

Mit dieser Haltung kann erreicht werden, dass wir als Kirche in den Debatten auf nationaler und kantonaler Ebene endlich wahrgenommen werden in unseren eigenen Bedürfnissen und in dem, wofür wir sozialethische eintreten in unserem ganzen Land und in unserer Stadt.

Und: Der Kirchgemeinderat der deutschsprachigen, ref. Kirchgemeinde Biel, dessen Präsident Herr Gruppen ist, hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, dass sämtliche Ratsmitglieder sich öffentlich und im Namen der Kirchgemeinde gegen die URS III äussern dürfen und sollen.

Das freut das liberale Debattiererherz!

USR III und die Kirchen: „Goodwill verspielt“

Der Zürcher Kirchenratspräsident Michel Müller und Kirchenrätin Katharina Kull-Benz (FDP) sind enttäuscht – und überrascht, dass Regierungsrat Stocker (SVP) die Zürcher Landeskirchen nicht auf dem Radar bei den Ausgleichszahlungen hatte. Ein Achselzucken ist alles, was er für sie übrig hatte. Und dies, obwohl die Landeskirchen in Zürich, gleich hinter der Stadt Zürich und noch vor Winterthur, über 30 Millionen Franken Verlust tragen müssen. Lesen die den Artikel in der NZZ und die Kommentare von Michel Müller im Artikel von Matthias Böhni auf ref. ch

Es freut uns, dass Daniel Binswanger aus liberaler Sicht das Referendum gegen die USR III unterstützt. Er schreibt: „Das Wachstum der Gewinnsteuern konnte sich nur deshalb vom Wachstum der Wirtschaft entkoppeln, weil Steuersubstrat aus anderen Ländern abgesogen wurde. Die Schweizer Fiskalstrategie ist parasitär. Daran sollten nicht nur Sozialdemokraten, sondern auch Wirtschaftsliberale Anstoss nehmen.“

Genau dieses Argument, dass eine ethisch korrektes Steuersystem der Schweiz hilft und der internationale Druck für gerechte Steuersysteme steigt, vertritt libref schon länger. Siehe das liberale Argumentarium hier