Kategorie-Archiv: 07 Buddhismus – Hinduismus – Islam – Sikhs

Handschlag – Hände drücken in Erlenbach

HV Erlenbach – „Ohne Gott und Glauben glücklich?“ Schnell zündende Themen wollen auch schnell abgehandelt werden. Lest das Programm der Hauptversammlung, die um ein Jahr vorgezogen wurde, dann wisst ihr, wo friedlicher Zündstoff diskutiert wird.

Ein brisantes Thema – Karikaturen um den Glauben. Wir wollen zu unserem 150 jährigen Medienjubiläum einen populären prix libref. ausschreiben. Keinen wissenschaftlichen. Früher waren rund 4% universitär und ähnlich ausgebildet. Wenn man unser westliches Nachbarland anschaut, dort wo trauriger weise Karikaturen einen anderen Unsinn bekamen, so sind eher 4% der heutigen Bolognageneration der einstigen „Grand Nation“ keine Hochschulabsolventen. Intellektuelle haben gegenüber dem „blue collar“ überdurchschnittlich Mühe einen Job zu finden, geschweige denn einen, der sie erfüllt und dem sie gewachsen sind.

Vielen davon fehlt schlicht und einfach die Ausbildung etwas Wissenschaftliches zu produzieren. Sie haben vor allem auswendig lernen müssen und das ist nicht die gewünschte Zukunft. Auf der andern Seite werden heute extrem viele „umwerfende Ideen“ von Nicht-Wissenschaftern geboren. Oder heisst es Nicht-Wissenschaftlern. Wir wollen allen eine Chance geben, die solche Nebensächlichkeiten nicht kennen, aber die Ironie und den Sarkasmus in diesem Text erblicken, denn ohne diese „Gabe“ kann man sich nicht an Karikaturen erfreuen.

Und dazu müssen wir unsere Statuten ändern:

Art. 4

Um diese Ziele zu erreichen führt der Verein öffentliche Veranstaltungen durch, sucht das Gespräch mit politisch Verantwortlichen sowie mit den Vertreterinnen und Vertretern anderer, gleichgesinnter Religionsgemeinschaften und fördert u.a. durch die regelmässige Ausschreibung des prix libref. die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Tradition des liberalen Christentums.

Der Verein engagiert sich für Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit. Jeder Mensch trägt Verantwortung für seine Entscheidungen.

So langsam werden dann unsere Statuten entschlackt und echt zu den progressivsten. Ja, Artikel 2 und 3 würden wissenschaftlich nicht ganz genügen. „Lang“ müsste man über die rechtliche Situation des Artikels 5 brüten. Unwissenschaftlich sage ich dem einfach „tempi passati“. Zur Erhaltung haben sich unsere konservativen Mitglieder eingesetzt. Eigentlich wären wir ja liberal, progressiv … aber das Alter, die fortschreitende Entmodernisierung.

Diskussionsstoff für den nächsten Donnerstag wäre vorhanden, aber ich vermute, sie nicken und klatschen und merken gar nicht, dass wir im Vorstand manchmal fast gegenseitig eingeschlagene Zähne und Rippenbrüche aufweisen. Zumindest haben wir alle Verständnis für Humor und eine scheussliche Abneigung gegen Extremismus und Hass. Die HV scheint gut vorbereitet zu sein. Im MInuten Takt … und ich kann als Finanzmensch nicht einmal von Millionen, geschweige denn Milliarden berichten.

HV 2016

Prolibref Veranstaltung Erlenbach 2016

Ich freue mich, wieder in Erlenbach zu sein. Wieder? Aktive Kirchgemeinde und hat sich mit dem Zusatzprogramm super angeboten. Und wenn ihnen das zu wenig Adrenalin ist, dann fahren sie nicht ins Simmental, sondern ausnahmsweise ins rechte Zürichsee-Dorf. Wir wollen nicht Adrenalin anbieten, sondern eher geistige Benzodiazepine – wir möchten Angstlöser, Vermittler und offen für ein gewaltfreies Zusammenleben aller Religionsangehörigen sein.

Lust unserem Verein beizutreten? Der ganz grosse Teil sind Reformierte, dann haben wir auch Protestanten unter uns, die ursprünglich gegen Zwingli prozessierten und sich mit der niederländischen Landeskirche zerstritten, sich aber seit dem 3. Jahrtausend reformiert nennen. Platz für alle! Wir haben auch Muslime und Aleviten unter uns … und ausgetretene Katholiken. Auch diese werde ich innig umarmen … ich küsse ihre… . Frei sein, Erlenbach geniessen. libref. und seine Anhänger bringen manches zum „Umdenken“.

Der Umbruch kommt – garantiert! Die Frage ist nur, sind sie schon auf der richtigen Seite! In Erlenbach, auf der rechten Seite, sind auch Nichtmitglieder willkommen, denen wir im Ur-Sinn dieses Wortes auch die Hand anbieten.

Und bei prolibref.ch kann man noch mehr lesen … der Clan um Erlenbach und Zürich … echt tolle Menschen, echt „Ohne Gott und Glauben gküchklich? Eine Debatte“ . Das Glück der Satire. Eine göttliche Küche – ich muss mir zum verabredeten Mittagessen etwas einfallen lassen.

Ich küsse Ihre Hand, Madame …

… so galant war die christliche gehobene Bevölkerung einmal in unseren Breitengraden …

… und heute lassen es einige Therwiler zu, dass Schüler der Lehrerin nicht einmal mehr die Hand geben müssen. Ein politischer, kein religiöser Entscheid. Typisch Therwil, da habe ich wirklich schon ganz anfällige, kleine Pflänzchen heranwachsen sehen. Aus einem heidnischen Nachtschattengewächs, das vor über 15 Jahren nach Therwil kam, ist heute ein Nahrungsergänzungsmittel für die naturnahe Tierfütterung entstanden und wir hoffen, dass wir demnächst die Bewilligung als Heilmittel erhalten.

Den Glauben mit einem Venture Capital Projekt wie eben Herbonis zu vergleichen, ist gar nicht so abwegig. Der Weg ist ähnlich, viele müssen überzeugt werden, man und frau muss daran ganz fest glauben. Eigentlich gibt es nur einen Unterschied. Das eine dauert 100 Mal länger, bis es überall als Heilmittel anerkannt ist. Das Aufbäumen einiger Extremer ist meist ein Zeichen, dass die grosse Wende demnächst eintrifft und sich so zu sagen, jeder in Therwil die Hand gibt. Aber auf 1400 Jahre gesehen, wird dies nicht in den nächsten Wochen und Monaten geschehen. Es wird seine Zeit brauchen.

1:0 für die Hühner oder die Männer – in Zukunft das schwache Geschlecht ist die Betrachtung aus Sicht der Betriebswirtschaft. Diese Titel sind alt, aber passen wunderschön zu Therwil, wo aus dem südamerikanischen Unkraut, das im Heimatland mühsam bekämpft wird, durch Mutationen eine Weltsensation wurde. Meines Wissens liefert die heutigen Abkömmlinge als einzige nicht synthetisches Vitamin D3.

Bis es so weit ist, müssen noch einige Kämpfe ausgefochten werden. Waffenlos und Gewalt frei versteht sich. Das wäre eigentlich auch beim Glauben so vorgesehen. Ob altes oder neues Testament oder gar der Koran, etwelche haben Mühe, den genau zu lesen oder gar richtig zu interpretieren. Vor 1400 Jahren war dies vielleicht noch geduldet, dass man einer Frau die Hand nicht gab und ihr dadurch eine gewisse Ehrerbietung darbrachte.

Heute ist das anders. Wer das in der Schweiz macht, ist meiner Ansicht nach ein Rechtsbrecher und missachtet die Gleichstellung der Frau. Dafür sollten Rechtsmittel eingesetzt werden. Auch „für Justizministerin Simonetta Sommaruga geht das zu weit„. Es ist inakzeptabel. Es liegt nicht an meiner Tagesordnung, islamischen Frauen die Hand zu geben. Ich erinnere mich aber nicht, das jemals nicht getan zu haben.

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Die Hände sind Ausdrucksmittel und alle begrüssten sich an der 2. Kappeler Milchsuppe mit den Händen – auch Frau Saïda Keller-Messahli, Präsidentin des Forum für einen fortschrittlichen Islam hier mit Dr. Erwin Koller (kath.) und unserem Präsidenten Jean-Claude Cantieni.

Nur zwei würde ich heute nicht mehr mit den Händen begrüssen. Aus zwei Referenten, die ich damals kennen lernte, sind Freunde geworden. Einer Muslim und der andere Alevit – beide heute Mitglieder bei libref. Einer gar Revisor, obschon sie kein Stimmrecht, aber ein Mitspracherecht haben.

Wir geben uns nicht die Hände, ich respiere ihren Glauben und umarme beide.

Deshalb gab ich letzte Woche einer Lehrin den Rat, dass wenn ihr ein Muslim nicht die Hand geben will, dann umarme ihn!

Religiöse Jahrhunderte alte Sitten beachtend und unsere Gleichstellung, die alle hier Anwesenden beachten müssen! Und sonst haben sie in einem christliches Abendland eigentlich nichts mehr zu suchen. Auch wir passen uns in anderen Ländern an – auch wenn wir nur als Touristen dort weilen. Hart, aber darin sind sich vermutlich fast alle, ausser einigen Extremisten, einig.

Nachtrag: Heute abend habe ich mit sechs liberalen Pfarrern, mindestens die Hälfte Prof. Dr. theol., diskutieren können. Vielleicht werden sie es dozieren. Einer macht mich auf eine neue Meldung aufmerksam. Der Vater der zwei Schüler ist ein extremer Imam. Mein „religiöser Instinkt“ hat sich bewahrheitet.

 

 

1500 Meter – drei Arten „Ton“

Ton ist einer der Hauptbestandteile von Lehm und solchen verarbeiteten wir am Lehmbaukurs für Grundputze der IG Lehm zu Schlafzimmer-und Werkstattwänden. Und dazwischen fanden wir Zeit „über Gott und die Welt zu diskutieren“.

Dieser Beitrag ist auch unter www.finanzblog.com zu finden.

Es ist heiss. Seit Tagen und es wird noch heissere Rekord-Tage geben. Trotz hoher Luftfeuchtigkeit trocknen die Lehmwände schnell. Eigentlich erstaunlich, dass diese Masse, die wie Schokoladen-Creme aussieht und wie Staldencreme dahinschlappert …

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… an der Wand hält und steinhart wird. Egal, ob von Hand aufgetragen, oder wie auf dem Bild mit Technik und Schlauch gespritzt. Nebenbei, gegessen haben wir herrlich … marokkanisch und und und.

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Heiss verlangt nach Abkühlung. Zwei gehen nicht in den Greifensee baden. Den kenne ich aus meiner Kindheit und Jugendzeit, denn meine weitgereiste Gotte hatte dort den Familien-Camping-Wagen in den ferienunfreien Zeiten abgestellt und selber wurde oft beweekendet. War echt toll gewesen und später hat man beruflich mehr über die Ortschaft mitbekommen, aber mit Krawatte an den See gehen und baden, das gehörte nicht zum feinen Ton.

Bei Hitze muss man nicht nur ans Baden denken, auch ans Kochen. An den Dampfkochtopf und seine Vorläufer. Dabei kommt das erste Mal die Religion zum Tragen. Der Papin’sche Topf wurde vor 336 Jahren von Denis Papin erfunden, der durch die Protestantenverfolgung von Frankreich nach Deutschland flüchtete. Vielleicht liegt es am Dampfkochtopf-Pfeifton oder-Gen, dass andere Hersteller auch Flüchtlingen helfen. Kuhn Rikon den Tibetern, im Tibet Institut.

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Hans, der sich später als höchst seltener Selfie-Ersatz bewährt,  interessiert sich auch für den Tempel der Buddhisten. 1500 Meter entfernt, wenn man das kürzeste Strässchen wählen würde. Dampfkochtöpfe kenne ich aus der Migros, dem Tösstal, Drucktöpfe aus Deutschland und konsolidiert, werden sie alle, wie dies zu gutem Ton gehört, hier im Kanton Zürich. Zumindest ein „Big Star“, den ich vor Jahren kennen lernte, war sogar nebst Pfannen auch mit Jeans liiert, die hierzulande nicht mehr zum guten Ton oder letzten Schrei gehören. Es wurmt mich noch heute, dass wir auf das Angebot je einer massgefertigten Jeans-Schale inkl. Halsbinder nicht eingingen. Insiderwissen durften wir nicht verwenden, aber zumindest haben wir das Unternehmen vor dem Börsengang der Öffentlichkeit vorstellen dürfen, denn man bedinete sich der kotierten H.E.C. aus Aarwangen. Von diesem Nebenwert hört man keinen Ton mehr, obwohl die Aktie immer noch in Depots geführt wird. Der Size Effekt funktionniert für Späteinsteiger nicht immer.

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Eigentlich hätte ich orange Jeans wählen sollen oder zumindest meinen Orangen Turban mitnehmen sollen, den ich von den Sikhs, von Karan Singh, erhalten habe. Vom buddhistischen Mönch, welcher uns im kühlen Wald mit gewieften Augen beobachtet, werden wir herzlich willkommen geheissen gemeinsam auf der Bank Platz zu nehmen.

Ihm ist sichtlich wohl hier. Er kennt auch Karan und erzählt wie dieser ganz begeistert vom 14. Dalai Lama, mit dem Ordensnamen Tenzin Gyatso. Zu seinem 80. Geburtstag wird es ein Fest geben. Ganz jede Bemerkung haben wir nicht verstanden, denn der tibetisch-deutsche Dialekt hat für uns so seine Tücken. An der Lautstärke des Tons allein kann es nicht liegen, hier versteht man alles. Kein Lärm. Zumindest, bis die Windrichtung und die Anflugschneise wechselt … oder bis am nächsten Morgen früh noch vor den eingeladenen Festbesuchern.

Lautlos, fast kein Ton und dabei könnte der Schrein aus Ton/Lehm gefertigt sein, wie es im Tibet eigentlich Brauch ist. Genau genommen, entstehen Bräuche, weil man nur dies zur Verfügung hat. Stein und Lehm – und wenig Holz. Holz als Träger und nicht als Wandverkleidung. Eines der schönsten und grössten Lehmgebäude habe ich noch nie selbst gesehen – der weltbekannte Potala-Palast in Lhasa.

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Wandmalereien im Tibet erfolgen oft auf Lehmuntergrund. Von der Art, wie unser Diskussionspartner, der Mönch, nach der herzlichen Verabschiedung das heilige Relikt, den Schrein, im Uhrzeigersinn meditierend umkreiste, müsste es sich um eine Stupa handeln. Hier sind auch Tsa-Tsa’s zu sehen – aus Ton, wohlverstanden.

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Anderthalb Kilometer weiter schauen wir uns noch die reformierte Kirche Wildberg an. Einerseits erstaunt mich das moderne Auftreten. Die erste Kirche mit automatischer Schiebetüre, festinstalliertem Beamer und riesiger Leinwand. Die Kirchenfenster sind modern gehalten, könnten vielleicht dem Fraumünster zu Zürich nachempfunden worden sein. Eine echte Hochzeitskirche. Am nächsten Tag erholen sich einige Hochzeitsgäste im Dorfbrunnen neben der Kirche. Der Greifensee ist nicht in greifbarer Nähe.

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Andererseits frage ich mich, in welchem Jahrtausend wir hier wohl stecken. Gehört dieses „Ding“ nicht in eine andere Landeskirche? Reformierte könnten sich fragen, was sie mit diesen kleinen Kirchen-Kerzen grillieren könnten. Und was ist auf der Wetterfahne – Hahn oder Kreuz? Eine Wetterfahne! Wer’s noch nicht mitbekommen hat, wir befinden uns hier tatsächlich im Kanton Zürich – mindestens beim Alphabeth am Schluss.

Und die dritte Art von Ton? Ziemlich lautes Dezibel-Geklirr, den wir  waren eben noch am Schlafen im Dachstock des Nachbargebäudes. Etwas unreiner Ton und wie ich es vor allem aus Italien kenne, nur ein aller einziger Ton, zwar mit einigen Untertönen, das einem ein leichtes Schauern über den Rücken laufen lässt, obwohl es alles andere als kalt war. Die Kirchenglocke soll das sein. Ich hätte eher an Sturmglocke gedacht. Ein Thema das Meckermann, mein zweiter Bloggötti, vor über zehn Jahren dauernt traktiert und trakdandiert hat. Er war 500  Meter neben seinem „Übel“ in, sie erraten es, in Aarwangen. Dokumentiert wurde auch sein Ärger über Kuhglocken. Die waren etwa gleich weit weg, wie wir von der Kirchenglocke – keine 50 Meter. Und es war nicht um 09.15 Uhr sondern um 05.00 Uhr – also kurz nach Mitternacht – geschweige denn alleinig am Sonntag.

Sorry, wer wundert sich da noch, dass heute viele die Kirche verlassen und schlecht über sie reden … oder schreiben. Ich hab es mit Humor genommen und die Waldkapelle aufgesucht. Den Katholiken haben wir das vor 50 Jahren in Bern-Bethlehem abgestellt. Wohlgemerkt, um 07.00 am Sonntag. Zumindest am Montag, dem Geburtstag des Dalai Lama, konnten die wilden Bergler zwei Stunden länger schlafen.

Der Ton zum Ton und drei Stunden später geht es erneut zum Werken mit Ton. Einem der ältesten und zugleich modernsten Baustoffe. Kostengünstig, vor Ort zu finden, extrem vielseitig … aber nicht so ganz einfach aus der Tube zu drücken. Fragen über Fragen. Nur eine ist ungeklärt!

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Wozu wurde dieser Behälter gebraucht? Vermutlich zum Vergären einer Flüssigkeit. Für Sauerkraut und Wasserleitungen werden die gleichen Materialien verwendet. Einheitston braun, weil es immer so war. Etwa gleich alt, wie der älteste Teilnehmer an unserem Kurs – hergestellt von der Steinzeugfabrik Embrach. Fassungsvermögen  wie der Durst der Kursbesucher, – Leitung und der Küchenmannschaft.

Zwei wunderschöne bunte Tage, nicht nur alles in Braun, Ton in Ton.

Konfliktgebiete Iran, Syrien und Pakistan


„Einladung zu den Vorträgen und der anschliessenden Diskussion:

Konfliktgebiete Iran, Syrien und Pakistan; spielen die Religionen, insbesondere „der Islam“, eine Rolle und welche Rolle spielt „der Westen“?

Einladung im Namen von NR Geri Müller, Prof. Dr. Farsin Banki und ER Dr. Yahya Bajwa

Anlass am Montag, 27.1.2014 in der Aula der Kantonsschule Baden, 1930h:

Prof. Dr. Farsin Banki (emeritierter Professor für Philosophie, speziell Erziehungsphilosophie Universität Teheran / Iran):
Iran oder Persien? Ein Land und seine Geschichte. Schiitische Religionspolitik und die geopolitische Lage Irans. Iran, einst Verbündeter, heut Verstoßener der Weltgemeinschaft. Irans Atompolitik aus der Sicht eines Einheimischen.

Dr. Yahya Hassan Bajwa (Einwohnerrat, AltGrossrat, Vertreter European
Greens mit Arbeitsfeld Europäische Sicherheit und Menschenrechte, Dozent/Lehrer):
Was geschieht, wenn Fundamentalisten in einem Staat wie Pakistan die Oberhand gewinnen und sogar die Verfassung ändern?

Geri Müller (Nationalrat, Mitglied der Aussenpolitischen Kommission (APK):
Es gab keinen arabischen Frühling. Die (Fossil-)Party ist zu Ende. Die Religion als Vorwand für Soziale Differenzen.

Kantonsschule Baden:
Seminarstrasse 3, 5400 Baden,
Herzliche Grüsse
Dr. Yahya Hassan Bajwa

Danka Yahya für die Einladung.

Minarett-Bastelbogen


Den möchte ich euch nicht vorenthalten …

Minarett-Bastelbogen

… gefunden bei Yahya in Facebook. Und unsere Meinung zu den Minaretten sollten sie kennen … sonst geben sie doch einige Suchwörter in der Blogroll ein.

Vor einem Jahr erschienen:
Preisübergabe an Dr. Gret Haller

Vor zwei Jahren erschienen:
Kirche – Staat – Gericht oder «Am Anfang war die Blutwurst»

Vor drei Jahren erschienen:
Saint Ambroix – Departement Gard

Vor vier Jahren erschienen:
Forum für einen fortschrittlichen Islam

Text und Foto: Stephan MartiFinanzblog

Kurs für muslimische Kaderleute statt für Jugendliche


Universität Freiburg bietet Kurs für muslimische Kaderleute an die Universität Freiburg startet im Herbst den laut ihren Angaben ersten Weiterbildungskurs für muslimische Kaderleute in der Schweiz. Er richtet sich aber auch an Nicht-Muslime, etwa an Lehördenmitglieder.

Abgeschlossen wird der Kurs mit dem Titel „Islam, Muslime und Zivilgesellschaft“ mit einem Weiterbildungszertifikat, wie die Universität Freiburg mitteilte. Das Programm kann berufsbegleitend besucht werden und umfasst 23 Präsenztage.

Angesprochen werden Muslime in Funktionen wie Imam, Vereinsvorsteher nd Lehrerin respektive Lehrer – Leute, welche die Prinzipien westlicher Gesellschaften besser verstehen wollen und als Vermittler wirken möchten. Nicht-Muslime profitierten, indem sie mehr über den Islam erführen und konkrete Anregungen erhielten.

Das Kurskonzept ist in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe zum Islam in der Schweiz (GRIS) und dem Institut International de la pensée islamique de Paris entstanden. Er findet im Weiterbildungszentrum der Uni Freiburg statt und dauert bis Juni 2010. Es wirken über 50
Spezialisten mit.

sda

Publiziert am 05.03.2009

Kaderleute in der Schweiz, die z B in der ABB oder ASCOM oder anderen internationalen Firmen arbeiten, sind noch nie das Problem gewesen! Wer Fr 10’000,. im Monat verdient ist „automatisch“ integriert. Ich kann mich nicht erinnern, dass sich jemals jemanden wegen eines solchen Bürgers/Bürgerin beschwert hat. Richtig ist, dass ein Imam eine Ausbildung machen sollte, um die Zivilgesellschaft der Schweiz und deren Gesetze kennenzulernen. Doch ich glaube nicht, dass man einem Imam erklären muss, was nun der Islam ist – das wäre, wie wenn man einem Pfarrer noch über seine eigene Religion einen Kurs verschreibt, der wohl oder übel nur die theologische Oberfläche ankratzt. Nur schon dieser Punkt könnte dazu führen, dass man nicht hingeht. Oder würde der Pfarrer einen solchen Kurs besuchen? Man sollte ganz klar das Zielpublikum trennen. Hier geht es aber nicht nur um Muslime, sondern alle Ausländer sollten die Möglichkeit haben, den Kurs zu besuchen; d.h. sollten sich angesprochen fühlen. Weshalb werden hier die Muslime speziell als Problemfeld ausgegrenzt? Ist ein Katholik aus Albanien oder ein Protestant aus Südafrika automatisch integriert, weil er Christ ist? Ich habe das Christentum in verschiedenen Ländern und Kulturen erlebt und der ist wirklich sehr verschieden von der Schweiz – sogar zT theologisch. Mit dem Titel und mit dem Kurs scheint es mir, als wären die Muslime das Problem. Nicht schmeichelnd für einen Muslim. Doch wer einen solchen Kurs besuchen sollte, das sind die ausländischen Jugendlichen, von denen dauernd in den Medien die Rede ist. Die haben es mit einer neuen Sprache, einer neuen Gesellschaft und neuen Gesetzen zu kämpfen. Sie haben auch damit zu kämpfen, dass sie jugendlich sind und nur schon deshalb überall anecken! Doch an diese scheint man nicht gedacht zu haben. Da unterrichtet man doch lieber pflegeleichte Kaderleute.

Dr. Yahya Hassan Bajwa

TransCommunication, Baden

Kommunikation, interkulturelle Kommunikation, interreligiöser Dialog,
Integrationsfragen

Vor einem Jahr erschienen:
Flugzeugentführer und Entführte – keine Spur von Hass

Vor zwei Jahren erschienen:
«Kein Gütesiegel für die Frommen»

Vor drei Jahren erschienen:
Menschenrechtsrat beschlossen

Zusammenstellung: Stephan MartiFinanzblog

Das Buddhistische Zentrum Wat Srinagarindravararam


Zwischen Aarau und Olten hat schon mancher aus dem Zugsfenster geschaut. Nördlich sieht man die Wasserfahnen von Gösgen, grauer Beton vom kühlen Turm …

Bitte weiteresagen . keine Sperrfrist:

29. November 2008 – Preisverleihung des „Prix libref“ an Frau Dr. Dr. h.c. Gret Haller anlässlich unserer Hauptversammlung im Bourbaki Panorama Luzern

… und südlich strahlt es golden im Buddhistische Zentrum Wat Srinagarindravararam in Gretzenbach. Danke für die Gastfreundschaft und die offenen Türen.

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Vor einem Jahr erschienen: Sektenpolitik, Blogregime und Sexualität

Vor zwei Jahren erschienen: Sikhs und eine Frage zur Religionsfreiheit

Vor drei Jahren erschienen: Orthodoxie und Gewalt im Islam

Text und Foto: Stephan MartiFinanzblog

Jalsa Salana der Ahmadiyya Bewegung in Frauenfeld


Die Ahmadiyya Muslim Jamaat Schweiz hat libref als Gast an ihre Jahresversammlung eingeladen. Die Ahmadiyya Bewegung unterscheidet sich von anderen islamischen Bewegungen. In ihrer Interpretation des Korans legt sie diesen friedfertig aus.

Das Programm hat doch einige Ideen gegeben, was man als Gastwort vortragen will. Nationalrat, Grossrätin und Helikopterpilotin, Pfarrer Kaufmann der Stadt-Zürcher Kirchgemeinde Balgrist, der Stadtpfarrer von Frauenfeld und mehrheitlich Frauen von Incomindios und viele andere bringen ihre Grussbotschaft und dürfen Fragen zu den Referaten und dem Islam stellen.

Eine Frage beschäftigt. Wo sind die Frauen? Sie sind hinter dem Vortragsraum und spielen mit den Kindern. Für viele nicht zu begreifen. Im Laufe der >Zeit dürfte sich dies ändern. Ich möchte an dieser Stelle nur darauf aufmerksam machen, dass es noch heute in der Schweiz Kirchgemeinden gibt, wo Frauen und Männer getrennt sitzen. Die einen links, die anderen rechts.

Da wir Gäste auf Deutsch sprachen, wurden die Reden in Urdu übersetzt und waren vorher ein zu reichen. Ich denke, dass unser Freund und Tagungsleiter Yahya wegen der Brisanz des Textes mir das Schlusswort übertragen hat. Danke. Auch für die Widmung im Koran, den wir erhalten haben. Nur keine Angst, wir werden nicht gleich konvertieren. Wir sprechen zu langsam, betonen stärker, gestikulieren mehr und fassen uns im Vergleich sehr kurz. Aber eben, diese Beobachtungen und die Gespräche, das ist das Tolle, Religionsverbinde.

Religiöser Frieden und Menschenrechte

Liebe Männer, liebe FRAUEN, ich bin gerne nach FRAUENfeld gekommen. Ich stelle ihnen jetzt selbst einige Fragen, die jeder unabhängig seiner Religion beantworten kann.

Herzlichen Dank, das ich im Namen von libref – liberal reformiert – hier sprechen darf. Danke auch, dass wir an unserer Religionen verbindenden Synode in Bivio (07) und der 2. Kappeler Milchsuppe (05) Referenten Ihrer Religion begrüssen durften. Was damals gesagt wurde ist zu wichtig, als dass ich dies in eigene Worte kleiden will. Ich nehme vor allem die Leitgedanken aus dem Referat von Dr. Gret Haller und versuche einige Stunden in wenigen Minuten wieder zu geben.

1.) Religionsfreiheit als Menschenrecht. Die Menschenrechts-Konvention der UNO ist weltweit wirksam und man kann klagen.

2.) Je nach Land hat man unterschiedliche Traditionen mit der Religion und dem Staat um zugehen.

Die Freiheit in der Religionsausübung ist in den USA wichtiger als eine staatliche Ordnung.

Entscheidend für Europa waren die Schrecken des 30.jährigen Krieges im Zeichen der Religion. Der westfälische Frieden von 1648 unterstellt die Religion staatlicher Ordnung.

Gestatten sie mir aber eine Frage: Hat Europa eine fixe Grenze? Könnte es da zumindest politisch Überschneidungen geben?

3.) Grenzen der Religionsfreiheit

Keine Religionskriege mehr. Und hier erwähne ich immer den Krieg zwischen El Salvador und Nicaragua. Auslöser war ein Fussballspiel. Fussball ist einer Religion nicht unähnlich.

Der Ruf nach einem Minarettverbot ist wohl eher ein Akt reiner Ausländerfeindlichkeit als eine grundsätzlich religiöse Forderung. Mehr dazu im Internet bei libref.

Religion geniesst bis zu jenem Grade die Freiheit, bis sie selbst die Freiheit anderer begrenzt und so den öffentlichen Frieden gefährden kann.

Und am Schluss gestatten sie mir die 2. letzte Frage: Wo liegt eigentlich der grosse Unterschied zwischen Ihnen und uns? Denken sie an die letzte Begegnung zwischen Ihnen und zum Beispiel einem Reformierten und lassen sie Äusserlichkeiten wie das Aussehen unbeachtet. Das Innere ist massgebend. Gibt es dann wirklich grosse Unterschiede?

Yahya und ich haben zusammen einen Grill montiert und dann gegessen und getrunken. Ich habe Schwein gehabt und Alkohol getrunken. Yayha trinkt keinen Alkohol. Wir respektieren Euren Glauben. Bei uns gibt es bei einem «Abendmahl» in der Kirche meist Wein und heute vielfach auch Wasser. Wein entspricht unserer christlichen, westlichen Kultur. Und es ist ein Genuss. Wir wissen auch, das zu viel nicht gesund ist. Die letzte Frage. Haben sie noch nie in einer liberalen Gesinnung, religiöse Rituale oder Gepflogenheiten eines Andersgläubigen ausprobiert? Das verbindet und es ist der Kitt für Frieden, den eigentlich alle nicht fanatisch denkenden Menschen suchen. Lass uns den Frieden suchen oder festigen …

Wir würden uns freuen, wenn am 29. November 2008 an unserer Hauptversammlung im Bourbaki-Panorama in Luzern eine Delegation von ihnen präsent sein wird. Unsere Vereinigung ist im Jahr 1871 gegründet worden. Im gleichen Jahr unterlag General Bourbaki bei der Schlacht an der Lisaine und seine Armee mit einem Restbestand von 87’000 Mann wurde durch General Clinchant in die Schweiz geführt und von General Herzog interniert.

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Bei mir war die Türe noch nicht angeschrieben und deshalb weiss ich, was dahinter war. Keine Toiletten, die waren auf der anderen Seite und angeschrieben. dort wird vor allem das Lavabo gebraucht um Füsse, Kopf und Oberkörper zu waschen um anschliessend ans Gebet auf dem grossen Teppich zu gehen. Schuhe sind jetzt nicht mehr erlaubt. Es waren einige lehrreiche und friedliche Stunden.

Vor einem Jahr erschienen: Vor den Römern waren die Pfahlbauern … und was sagt Washington dazu …

Vor zwei Jahren erschienen: Abschied von Dr. Peter Sager

Vor drei Jahren erschienen: Rückkehr des Religiösen – Begegnung mit Pascal Couchepin

Text und Foto: Stephan MartiFinanzblog

Yahya life aus Pakisten – kurz nach den Wahlen



Dr. Yahya Hassan Bajwa, 47, Kommunikationswissenschaftler, Dolmetscher und Dozent schrieb als 14-jähriger ein Lebensziel auf. Es ist eine, seine Lebensphilosophie. Er berichtet aus Pakistan, das von der Bevölkerung her, das sechst grösste Land der Welt ist.

— Erste Resultate der Wahlen in Pakistan
An erster Stelle ist nun die PPP der Familie Bhutto. Den zweiten Platz nimmt die ML-N der Familie Nawaz Sharif ein. Abgeschlagen ist die ML-Q, die durch den pakistanischen Präsidenten Musharraf unterstützt wurde. Auch sehr interessant ist die Tatsache, dass die fundamentalistische Partei von Fazal ur Rehman nur gerade 7 Sitze gewinnen konnte – eine Ohrfeige an die sogenannten Islamisten.

–Es wurden Anschläge befürchtet – Meldungen: Leute blieben den Urnen fern aus Angst vor Anschlägen – bisher verlief alles ruhiger als erwartet – Wie ist die Stimmung jetzt in Islamabad?
Es ist richtig, nach den verschiedenen Anschlägen und der Ermordung von Benazir Bhutto, der Vorsitzenden der PPP, hatte die Bevölkerung Angst, an politischen Versammlungen teilzunehmen und deshalb blieben sicher auch viele den Wahlurnen fern. Die Zeitung „The News“ meldet, dass landesweit 25 Personen während den Wahlen umgekommen sind. Wichtig ist dabei, dass die meisten Opfer im NWFP zu beklagen sind – in der Nähe von Waziristan, dem Talibanland. In Islamabad hingegen war die Wahlbeteiligung mit 50-60% sehr hoch. Nach Medienberichten sind gesamtpakistanisch gesehen rund 25-30% der Wähler und Wählerinnen an die Urne. Heute geht das Leben für die meisten Menschen wieder ganz normal weiter. Die Strassen Islamabads sind wieder – wie an jedem Arbeitstag – mit dem überquillenden Verkehr der Pendler verstopft. Die Normalität ist wieder eingekehrt. An einigen Orten sieht man noch Menschen, die vor den Wahlbüros ihrer Partei warten. Doch für die meisten Pakistanis steht Geldverdienen und die Sorge um das Überleben wieder an erster Stelle.

–Reden die Leute über die Wahlen? Was schreiben die Zeitungen?
Die Urdu Zeitung Jang aus Rawalpindi schreibt in Fettschrift: „Die Türme sind gefallen – Sujaad, Sheikh Rashid, Rau Sikander, Humayun Akthar und Hamid Naser Chatta sind gefallen“ – alles ML-Q Politiker;
„Nawaz Sharif: Musharraf muss gehen. Die abgesetzten Richter müssen wieder eingesetzt werden“ Roznama Express, Islamabad;
Und ein schöner, lautmalerischer Urdutitel: „Heisser Kampf zwischen Pfeil und Tiger – beim Fahrradreifen ist die Luft draussen“ Roznama Jinnah, Islamabad. In dieser Urdu Zeitung werden also die Parteizeichen verwendet, die den jeweiligen Parteien zugeteilt wurden, damit auch die meisten pakistanischen Analphabeten nicht aus Versehen den falschen Kandidaten wählen, der ihnen gar nichts bezahlt hat.

Englisch sprachigen Zeitungen titeln

„Die Demokratie rächt sich“ The News – hoffen wir, dass die Rache nicht gewalttätig wird oder
„PPP, ‚N’ werfen die PML-Q aus dem Rennen“ The Nation;
Frontier Provinz ist da noch vorsichtig und schreibt: „PML-N, PPP scheinen die Wahlen im Sturm zu gewinnen“ – nach jedem Sturm kommt eine Ruhephase, hoffen wir, dass dies auch in der Politik der Fall ist.

„All the King’s men, gone“ – damit meint man die Kandidaten der Königspartei von Musharraf, die ML-Q. Daily Times.
Die Zeitungen stellten fest, dass einige politische Schwergewichte ihren Sitz gestern in den Wahlen verloren haben. So zum Beispiel der Präsident der ML-Q, Chaudhry Sujaat Hussain. Letzte Woche, als wir aus Lahore berichteten und praktisch gegenüber den Chaudhries einquartiert waren, zwängten sich Tag und Nacht unzählige PWs, die bunt bemalten Lastwagen, die laut kreischenden und Umwelt verpestenden dreirädrigen Rikshaws durch die Strasse vor den Villen der Chaudhries. Gestern war diese Strasse gesperrt, denn eine riesen Party war geplant. Nach den ersten Wahlergebnissen wurden dann eilig die Tische weggetragen und den Besuchern gesagt, dass es doch besser sei, wieder einmal zuhause zu essen.
Ein anderes Schwergewicht ist Sheikh Rashid, der als Kandidat der ML-Q aus dem Lal Haweli in Rawalpindi – wie sein Palast genannt wird – seinen Hut nehmen musste. Der zigarrenrauchende Lebemann hat wohl ausgespielt und reiste noch gestern Nacht nach Spanien in die Ferien. Er verkörpert für mich das politische Gewissen Pakistans. Er war nun fast 24 Jahre in jeder Regierung in irgendeiner Funktion dabei und wechselte die Parteien nach Lust und Laune. Als ich ihn einmal interviewte und nach der politischen Loyalität fragte, antwortete er: „Was heisst da Loyalität gegenüber der PPP oder Muslim League. Meine Partei ist jene, die gewinnt.“ Wenigstens ein ehrlicher pakistanischer Politiker. Nun, dieses mal hat es wohl nicht ganz geklappt, doch er ist ein Stehaufmännchen. Lassen wir uns also überraschen.

–Es gibt ein gespanntes Warten auf definitive Resultate. Gibt es überhaupt den Glauben, es könnte sich etwas ändern, wenn die Opposition gewinnen sollte?
Alle warten auf die definitiven Resultate. Was aber jetzt schon feststeht: Musharraf konnte gestern zu Recht in seiner TV-Ansprache sagen, dass er sein Versprechen gehalten hat – die Wahlen waren mehr oder weniger fair, mehr oder weniger frei, mehr oder weniger transparent und auch mehr oder weniger friedlich. Dass die Opposition so stark abschneiden würde, wie es bis zum jetzigen Zeitpunkt der Fall ist, damit hat wohl niemand wirklich gerechnet. Die Menschen wollen eine Änderung, doch die Frage ist natürlich welche? Meistens sind es nur die Kontonummern jener, die in der neuen Regierung das Volk abzocken. Viele Menschen, die wir in den letzten Tagen und Wochen begegnet sind, haben auch ganz klar gesagt, dass sie keine Änderung erwarten, egal wer die Wahlen gewinnen wird. Einige meinten auch resigniert, dass sie gar nicht stimmen gehen.

–Kurz Ihre eigene Biografie: in Pakistan geboren, mit 2 Jahren in die Schweiz gekommen – seit 1984 Schweizer – wie oft Sind sie in Ihrer alten Heimat?
Ab 2001, seit ich mit dem Aufbau der Sozialprojekte von LivingEducation beschäftigt bin, reise ich mehrmals im Jahr nach Pakistan. 2007 war ich fast das ganze Jahr über in Pakistan und reiste in die Schweiz nur um meine Familie zu besuchen und für meine Vorlesungen.
–Sie sind in Pakistan oft im Dorf Paran – Nähe Faisalabad – der 3. grössten Stadt Pakistans, westlich von Lahore – Was erscheint Ihnen der grösste Gegensatz im Alltag dort zur Schweiz?
Ich habe gelernt, das pakistanische Volk hochzuschätzen. In der Schweiz kann man das ganze Jahr mehr oder weniger unter normalen Verhältnissen arbeiten. Im Sommer wird es hier während mehreren Monaten so heiss, dass man sich kaum mehr bewegen kann. Dann folgt die zweimonatige Regenzeit. In den Dörfern und auch in vielen Städten verwandelt sich der Boden in eine Schlammasse. Dies wurde mir während den Wahlen letztes Jahr bewusst, wie stark das Leben und die politischen Aktivitäten von Kälte und Regen abhängen. In Pakistan ist es im Winter kalt, denn man hat keine Zentralheizung und oft gibt es auch keinen Strom. Drei Monate im Jahr kann man den Pakistani wegen der Kälte kaum brauchen. Ja, und dann ist noch der Monat Ramadan, dann wird gefastet. In der restlichen Zeit wird vom Stress ausgeruht und ab und zu gearbeitet.
–Wie spürbar ist dort die aktuelle Politik – z.B. Die Demonstrationen der Anwälte? Der Ausnahmezustand, den Pervez Musharraf letztes Jahr verhängte? Oder die Ermordung von Benazir Bhutto im Dezember?
In den meisten Dörfern merkte man gar nichts. Die Ermordung von BB hat Konsternation hervorgerufen. Doch das Leben ging normal weiter. Die Bauern waren beschäftigt mit der Ernte und der Sorge, ob sie genug Wasser erhalten. Ich wurde während der Wahlkampagne von Zafar Waraich in Rahim Yar Khan im Dezember von einem Dorfbewohner gefragt, wann der Ausnahmezustand endlich aufgehoben wird – dabei war er schon seit 10 Tagen ausser Kraft.
Nur wenn man in die Grossstädte ging, wie z B Faisalabad, dort gab es Demonstrationen der Anwälte. Eine mühsame Sache für jede Person, die vor Gericht einen Fall hängig hatte, denn mehrere Monate musste man zwar alle 10 Tage vor Gericht erscheinen, wurde aber wegen dem Streik auf den nächsten Termin verwiesen. Eine unzumutbare Situation für Menschen, die zu Unrecht in Haft waren und wegen dem Anwaltsstreik nicht einmal eine Haftentlassung auf Kaution erwirken konnten.

—-Zum Bild hier vom Alltag in Pakistan, der von Gewalt geprägt scheint durch Selbstmordanschläge – Wie ist die Wahrnehmung hierzu in Paran?
In meinem Dorf, in dem LivingEducation Projekte durchführt, merkt man nichts von der Gewalt und Selbstmordanschlägen, die meist im Grenzgebiet zu Afghanistan stattfinden. In den Dörfern halten sich die Leute in Trab, in dem sie sich gegenseitig wegen Landstreitereien anzeigen und sich dann wieder vor Gericht treffen. Dies kann sich dann in die Länge ziehen, weil Mal der Richter nicht kommt oder dann die Anwälte streiken oder wegen einem hohen Besuch aus Islamabad das Gericht einfach geschlossen wird, natürlich ohne dass man benachrichtigt wird.
–Wie ist der Unterschied vom Land zur Stadt – z.B. in Lahore?
In den Städten haben wir weiche Ziele, wie z.B. eine Moschee, die in die Luft gejagt wird, weil die Gläubigen einer falschen Religionsrichtung angehören. Auch Märkte waren immer wieder Zielobjekte, da man dort vielen Menschen durch einen Anschlag schaden kann. Die Stadtbevölkerung ist somit irritiert und verängstigt. Vor allem auch die Oberschicht, die nicht mehr ihre Parties sorgenfrei feiern kann. Doch der Durchschnittsbürger ist besorgt, wie er an seinen Arbeitsplatz gelangt, wie er seine Familie ernähren kann. Dies waren auch die Gründe, weshalb in den Städten nur wenige Menschen an den Wahlveranstaltungen und an den Wahlen teilnahmen.

–Vor Wahlen in der Schweiz diskutieren die Leute am Stammtisch und in TV-Sendungen –Wie wird in Pakistan über Politik geredet?
Natürlich wird auch in Pakistan heftig diskutiert und debattiert. Trotz allem, die Medien waren recht frei und es wurde auf die Wahlen eingegangen. Die Anschläge überschatteten jedoch die Kampagnen und die Angst war in jeder Diskussion ein wichtiges Thema.
–Im Westen hat man die Angst, Extremisten könnten in Pakistan die Oberhand gewinnen und damit die Atommacht Pakistan beherrschen. Ist das ein Thema in der Bevölkerung?
Die Pakistanis sind gegen die Extremisten. Dies zeigen nun auch die Wahlen. Die islamistische Partei von Fazak ur Rehman hat bis jetzt gerade einmal drei Sitze gewonnen. Die Islamisten waren sich dieser Niederlage bewusst und die meist Mullah-Parteien sind schon gar nicht angetreten – ein Boykott hat ihr Gesicht gewahrt, scheinbar. Doch das Volk hat ihnen eine Ohrfeige verpasst und auch den ausländischen Medien, die in fast jedem Pakistani einen Talibankämpfer vermuten.
Die Atombombe ist der Stolz der Nation. Dies war ein Wahlthema. Nawaz Sharif rühmte sich in den Wahlen, dass er für die Bombe verantwortlich ist. Auch BB rühmte sich, dass ihr Vater der Initator der A-Bombe sei. Die Pakistaner werden niemals zulassen, dass irgendjemand ihnen ihre Atombombe wegnimmt. Dass bei einer Explosion nicht gerade viel von Pakistan übrig bleibt, das ist den wenigsten Befürwortern der Bombe bewusst.
–Wie ist Ihre eigene Einschätzung? Was ist die grösste politische Sorge der Bevölkerung?
Für die Unterschicht, wie sie überleben kann. Für die Oberschicht, wie sie noch reicher werden können.
–In Indien erleben wir einen wirtschaftlichen Aufschwung – Wie ist dazu die Wahrnehmung in Pakistan?
Wenn es Indien gut geht und Pakistan zu einem starken Handelspartner Indiens wird, dann hat es einen sehr positiven Einfluss. Es macht auch Sinn, mit dem Nachbarland starke Handelsbeziehungen aufzubauen. Viele IT Spezialisten aus Indien arbeiten in der Schweiz, doch auch immer mehr Pakistanis drängen sich ebenfalls erfolgreich in den IT Markt. Und am Schluss, der pakistanische Bauer hat nichts gegen den indischen Bauern auf der anderen Seite der Grenze.

–Zurück zu den Wahlen: Wahlen seien eine Farce, hiess es im Vorfeld – Jetzt gibt es Meldungen von Fälschung, Betrug, Frauen, die vom Wählen abgehalten wurden – Wie sind Ihre eigenen Beobachtungen und die von Zeugen?
In Lahore hatten wir die Möglichkeit mit einer Gruppe Ahmadi Muslime zu sprechen, die seit 1974 zu einer nicht-muslimischen Minderheit erklärt worden ist. Seit 1974 wählen sie nicht mehr, da sie, um wählen zu dürfen, sich schriftlich bekennen müssen, dass sie keine Muslime sind. In diesen Wahlen haben alle Bürger und Bürgerinnen gemeinsam gewählt. Für die Ahmadis gibt es aber eine separate Wählerliste. Sie sind seit 34 Jahren aus dem politischen Leben ausgeschlossen. In der Pressekonferenz des Informationsministerium stellte Radio DRS die Frage, weshalb die Ahmadis nicht frei wählen dürfen. Nazar Memoon antwortete in einem äusserst hässigen Ton, dass dies gelogen sei. Doch das Gemurmel der pakistanischen Journalisten liess erkennen, dass wenigstens sie die Frage verstanden hatten – all den ausländischen Journalisten schien diese Tatsache kaum bekannt zu sein. So gesehen ist die ganze Wahl natürlich eine Farce. Doch vielleicht sind nicht alle Menschen vor dem Recht gleich – dies gilt auch für Frauen, die manchmal nicht einmal als Mensch wahrgenommen werden. Deshalb auch das Schweiz-pakistanische Menschenrechtsbüro für Frauen, Dast-e-Shafqat, das sich für rechtlose Frauen einsetzt.

–Nun zu einem Ausblick: Wie geht es nach den Wahlen weiter? Vor allem für die Bevölkerung – wirtschaftlich, im Bereich Bildung und im Alltag?
Das Leben wird für die meisten Menschen genau gleich weitergehen, wie vor den Wahlen. Nur, die Versprechen der PPP oder ML-N, dass nun alles wieder viel billiger werden wird, wird sich nicht erfüllen. Das wird vielleicht auch der Grund sein, weshalb die nächste Regierung nicht sehr lange an der Macht bleiben wird. Es sei denn, dass es Musharraf gelingt eine nationale Einheitsregierung zu formieren, die die wirtschaftlichen Probleme erfolgreich angeht.

–Wie weit ist eine Demokratisierung möglich? Wie sehen Sie die Korruption, das Militär als Macht? Was, wenn Musharraf weniger Macht hat? Ist die PPP als Familien-Erbe Partei überhaupt fähig, etwas zu ändern? Wer steigt nach der Ermordung Benazir Bhuttos in Pakistan überhaupt in die Politik ein?
Das pakistanische Volk hat heute gezeigt, dass es friedliche, freie und transparente Wahlen durchführen kann. Es könnte ein Schritt in Richtung Demokratie sein. Doch, solange Politik als ein Geschäft angesehen wird, um noch mehr Macht zu erringen, um noch mehr Geld zu verdienen und die Familienclans der Bhuttos, Sharifs und wie sie alle heissen mögen, die Partei als ihr Aktieneigentum betrachten, hat Demokratie keine Chance.

Islamabad, kurz nach den Wahlen im Februar 2008.

Yahya Hassan Bajwa, 47, Kommunikationswissenschaftler & Dolmetscher, Dozent; Verein Living Education mit div. Hilfsprojekten in Pakistan; Büro für Forschung & Kommunikation in Baden

Frühere Life-Berichte aus Pakistan – die Berichte dürfen kopiert werden, aber bitte die Quellen angeben, damit die folgenden Berichte auch gelesen werden können. Danke und ein spezielles Merci an meinen «Privatkorrespondenten» und Kollegen Yahya.

Vor einem Jahr erschienen: 8. internationau Tag vor Muetersprach – demzufolge ist heute der 9. Internationale Tag der Muttersprache

Vor zwei Jahren erschienen: ÖRK-Vollversammlung in Porto Alegre

Text und Foto: Stephan MartiFinanzblog

Gurdwarasahib


Integration means to speak like the others.

Can you speak five minutes – in English please. And write your text although in the internet. Some words about an Indian newspaper … Dear Sikhs, will do so (though).

Dear guests

let me try to speak to in English. My mother tongue is Bernese German. In this part, in Langenthal (long Valley) we speak a dialect like this. There are three important things in Langenthal.

1. We are average
2. We are central on all ways
3. We are multicultural

To the average: Langenthal is the average of Swiss people. And average is a mathematic figure build by large and small, poor and rich. But no person is average, everybody is special.

We are central on the transit way within Switzerland, within Europe and within the whole world. But everybody has his central place. Now in the moment, it is in the Sikh temple. The central place all people is the place, were they are at home, were they are happy.

We are multicultural in our town. Three churches (under law of the canton), perhaps once a minaret, one temple and about then free-churches. We live together, most time friendly and in good neighbourhood in our Christian culture. And the best for you Sikhs is, if you will be very well integrated in Switzerland. The best way, is to know the language spoken on the place.

Dear Karan Singh, I have you a gift. The New Testament. Not that you have to change your religion. But our Bible you can get although in English, in Pundschab or in German – it is a help by translation. My Bible is in Bernese German, try to understand this language. In one year I like to speak with you only in our language. Learn in the Bible and learn from your children Swiss German, not only High German or English – or if you stay in a other region within Switzerland, then speak French or Italien.

On the end of the speech who was a little bit longer I changed my turban (a gift from the Sikhs) to my really French beret. That is my culture – in our student association I’m called Beret …

… and next, you will find the pictures you asked me to place for you and the Indian Newspaper …

Turbans

… turbans (jpg large)

priest

people on the ceremonie

music

Bhaiharnek Singh Rajpura and Bhai Sukhdev Singh performing Keertnatgurdu (Keyboard) (jpg large – music 1)

music 2

(as large jgp)

Stephan Marti-Lanolt with turban

(sml jpg large)

Test and most fotos: Stephan Marti-Landoltfinanzblog

Übersetzungshilfe – sie dürfen ruhig etwas schmunzeln – mit dem (Brillen)-Bügel ist hier eigentlich der Tempel gemeint …